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Ben Chananja · 1866-03-14 · 11 (14.3.1866) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
11 (14.3.1866)
Date
1866-03-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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35 96 Ende gehen lässt. Als wollte er die Ehre der Säboräer retten, berichtet der Gaön an einer andern Stelle, dass in ihrer Zeit die Hora’ah zwar nicht mehr vorhanden war, dass sie aber durch ihre Erklärungen derselben nähe kamen. 2). Es scheint fast, dass auch er unter Hora’ah die gemaristische Mischna-Erklärung versteht, so dass Raschi’s Erläuterung aus den orientalischen Schulen stammen wttrde. Wie kommt aber Hora’ah zu dieser Bedeutung? Das bleibt ein schwer zu lösendes Räthsel! .Dass die Erklärung ftaschi’s wirklich ׳aus einer alten Ueberlieferung floss, erhellt auch aus dem Umstande, dass sie sich bei Maimonides wiederfindet. Bei ihm lautet sie: ״Rabina und R. Asche bilden den Schluss der Gelehrten der Gemara 3).u Das Räthsel, wie der Talmud dies durch ״Hora’ah“ habe 'ausdrücken können, bleibt nach wie vor ungelöst. Wenn die Talmudisten kein Licht über die Frage verbreiten; kann es nicht tiberrasehen, dass es die Chronografen ebensowenig thun. Dem Vorgänge R. Scherira’s, welcher das Ende der Hora’ah mit dem Abschlüsse der babilonischen Gemara in Verbindung bringt, folgend, beschränken sich Manche, wie R. Abraham b. David ha-Levi, R. Isaak Israeli und R. Menachem Meiri, darauf, jenen Abschluss zu melden, ohne die Hora’ah zu erwähnen, während Andere, wie R. Samson b. Isaak aus Chinon, auch das Ende der Hora’ah registriren, ohne jedoch leztere näher zu erklären. ץ Unter den neueren Forschern bentizt zuerst Z u n z die •mehrerwähnte Notiz, dieselbe aus dem Scherira — Briefe zitirend, ohne auf die talmudische Quelle zurtickzugehen. Die Notiz selbst berichtet nach ihm ״Das Aufhören der Gesetzesausleger, als unmittelbarer Aufeinander folge der Receptionsquellen4).“ .Merkwürdigerweise erwog er nicht, dass der Scherirabrief gerade darauf grosses Gewicht legt, dass die Receptionsquellen mit R. Asche aJ Juchass. ed. Krakau 117, b. das. 114, b.: ■ דמקרבו להוראה;אע״ג רוראי הוראה לא הות הוו 8 סבוראי דמסרשי <. weiter unter Anm. 11. •) Vorr. zum Mischue Thora: לרבינא ור״א .הם סוף ■הכנר הגמרא׳ י) Gottesd.Vortr. 8. 63. Auw. k. und Rabina nicht versiegten, sondern von den Seboräern und Gaonen weiter geleitet wurden. Eine eigentliche Diskussion wurde über die Hora’ah — Frage erst 1840 eröffnet. Der in religionsgeschtlichen Dingen tief blickende Michael Creizenach hielt dieselbe für so wichtig, dass er sie an die Spitze der * Fragen stellte, welche er im ersten Hefte der von ihm und Jost redigirten hebräischen Monatschrift Zion einer eingehenden Unter- Buchung empfahl. Die drei Antworten, die auf die vorgelegte Frage einliefen, haben das Verdienst, dass sie das zur Lösung erforderliehe Material vermehrten 5); die Lösung selbst bewerkstelligten sie nicht. Ohne die im Zion niedergelegten Bemerkungen zu beachten, sagte Fürst 1849: ״Mit Asche begann der Abschluss der fortquellenden Lehre der Ueberlieferung und dauorte bis zum Tode R. Abina’s, d. h. von 374 — 498; der Talmud bezeichnet diesen Zeitraum des Abschlusses mit den kurzen Worten; ו־י׳א ורבינא סוף הוראה• Der Ausdruck הוראה ist dem סברא entgegengesetzt, wodurch die Bedeutung desselben klar und deutlich hervortritt. Horaa ist die traditionelle Lehre, gleichviel wie sie ermittelt oder gewonnen wurde; es sind die zu kanonischen Gesetzen . erstarrten fllisssigen Traditionen, während 86bara bloss das Verständnis, die Deutung der bereits gegebenen Horaa ist.“ Ferner: ״Die traditionellen Lehren, welche aus der Mischna und anderen alten Traditionsquellen gewonneu, oder nach bestimmten hermeneutischen Regeln entwickelt wurden, bilden bekanntlich die Horaa oder Gemara, die man auch ohne traditionelle Beweise (Ta’ama), ohne rationelle Begründung, als geltend und bindend angesehen, und diese talmudische Horaa hat, nach dem Zeugnisse der ältesten Berichte, mit Rab ihren Anfang genommen, der von seinem Lehrer und Meister Jehuda ha-Nassi zu diesem Zwecke ordinirt wurde 6).“ Das Ringen nach der richtigen Einsicht ist hier nicht zu verkennen; auch hat Fürst, wie wir später sehen werden, neben dem Irrthum auch 5) Zion 1. 4. 108. 109. Unser gelehrter Freund Kirchheim dürfte in der Luge sein, die im Zion vorkommenden pseudonymen Mitarbeiter bei deren Namen zu nennen. Wenn dies der Fall ist, bitten wir ihn, es thun zu wollen. ״) Fürst, Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien, S. 198. Anm. 602; 276. Anm. 879.

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