Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 11 (14.3.1866)
- Date
- 1866-03-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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217 ' Soebeü erscheint eine'Sonderausgabe dreier Handschriften , Ab« z'üg aus dem ״Libanon" mit einer trefflichen Vorrede von uni'erm ge« lehrten Invaliden Senior Sachs; bald werden wie den 3. Band des Moreh Nebochim von Munk in Händen haben, Ad. FeaNck be« ginnt seine Artikel im Journal de DebatS über den Talmud; warum also nicht lieber hierüber plaudern, wenn von Paris gesprochen werden soll? Ich bekehre mich im nächsten Briefe, werde u n ausstehlich ernsthaft und bespreche obengenannte höchst wenhvolle literärische Produktionen. So rrespondeil). Ausland. Ll. Breslau, im März. An die Stelle des von hier scheidenden Professors Dr. BernayS ist der als Philologe bekannte Dr. Rosin, derzeit Direktor der israelitischen ReligionSschule zu Berlin, ans Seminar berufen worden. Jerusalem, im Februar. Wiener Blätter melden den Tod Dr. Rothziegels; direkte Nachrichten find uns von unseren Korrespondenten in Jerusalem nicht zugekommen. Inland.?. Pest , 10. März. Herr Kilünyi hat die erste Nummer seines ״Jsralitischen Organs" (izr. Közlönyj herausgegeben. Das Unternehmen wird mit vielem Beifalle ausgenommen und ist demselben das beste Gedeihen zu wünschen. . v. Alt-Dfen, 6. März. Die ganze hiesige Gemeinde ist entzückt und begeistert'von dem huldvollen Empfange ihrer Deputation bei Sr. Majestät d§m Kaiser. Dem Herrn Oberrabbiner Hirsch wurde huldreichst gestattet, die übliche Eulogie bedeckten Hauptes zu spreche«, und die Gemeinde hat Hoffnung, bei der vorzunehmcnden Kommassation bedacht zu werben. » M. Szegedin, 8. März. Der geistvolle phil. cand., Herr Moriz K t ei um a nn, hat vergangenen Sonntag im hiesigen Leseverein einen ungarischen Vortrag über den Ursprung der Sprache gehalten, welcher bewiesen hat, daß der Redner in den neuesten Forkchungen auf diesem Gebiete eingeweiht ist, und dieselben klar und lebendig darzustellen versteht. Szegediu, 8. März. An die in Nr. 9 d. Bl. abgedrnckte Erklärung haben sich neuerdings aiigeschloHen die Herren Hauptschullehret: Jakob Hirschbeln, Simon Fischer, Josef Hirsch in Nagp-Abonh; M. Siiberstcin und Ad. Beck in Alt-Beese. Ad. Felsenburg, A. Frank B. Zuckermann und Jgn. Hochmaun in SzentcS. 'Mangel an Raum verhindert uns, deren Briese ihrem ganzen Worllaute nach mitzutheilen. Die wackeren Schulmänner mögen dies wohlwollend entschuldigen uud meinen besten Dank elitgegennehmen. ' L. Ll. Balassa-Gyarmath, 11. März. Unser Rabbi, den. Neform ist Dorn und Distel — erließ an die Losonczer eine Epistel. Ich bleibe, so schreibt er, des Glaubens Verwalter — Und mein Ideal ist das Mittelalter. Wie sollt' ich nicht Sieger sein auf meiner Bahn? 1 Beschützt mich nicht kräftig der Vizegespan? Und hinter mir stehet der Pappeuheim — der zähmt die Reformen schon in ihrem Keim! Das Maß meines Zornes ist nunmehr ganz voll — DaS Gitter muß haben 62 Zoll — me es des Glaubens Artikuli lehren — welliger dürfet ihr nimmer begehrend Im Tempel gebietet der Rabbi allein — vor ahm muß sich beugen wie groß so auch klein. Verschafft Euch daher einen kräftigen Magen — die Drascha vom Rabbi sogleich zu vertragen. Ihr! wär't so vermessen, Euch zu entfernen? — Dom Stuhlrichler werdet Ihr! Mores schon lernen! Ich weiß, die Geschichte verursacht euch Schmerz — Doch wir Orthodoren verstehen nicht Scherz— Und ob auch die Pille Euch schmeckt noch>so bitter — 62 Zoll muß haben das Gitter! Auch muß Alles bleiben, so wie eö war — O träumet mit ja nicht mehr von Seminar! Und wird Ben Chananja nnS niemals ermüden — Der Libanon bleibt in Kanaan'S Süden — wie es der Schloßberg zu Prcßburg verkündet — der für uns die Srdebefchreibuug gegründet. So spricht auch drr S chreib e rj-der Held von St^ Peteb — den Ihr a schon kennet, der Ketzerzertreter. Jeremias schreibt aus Euch schon SIS Klagelieder — Damit er nur werfe die Neuerer nieder. Ergebet Tuch' schnell und macht keine Umstände — Und damit ist meine Epistel zü Ende. " J. 6. NtagysKttlt», 6. März. Nicht nur vegetabilische, sondein auch chaßidaische Blätter sollen im kommenden Frühlinge die Luft mit ihren Düften erfüllen. Der Szikßüer Rabbiner wird vereint mit seinem Schwiegersöhne zwei Blätter redigiren; Ammud ha Thora, dem Pilpnl, Und Scho Mer Israel, dem jüdisch-deutschen Jargon' gewidmet. An di» hiesige Gemeinde ist bereits der Aufruf ergängen, das zeitgemäße Unternehmen durch zahlreiche Pränumeration nachdrücklich zu nntersiützen. Die Herren Redakteure dürften es angezeigt finden, an die Spitze des letzter» Blattes als Motto die Worte zu setzen:!ואנחנו לא נדע כזה מגשר, Daß manche Häuvtlinge der Chaßidäer sich mit dem Verkaufe von Proineffcn beschäftigen. ist ebenso wahr, als überrasche,iv. Es gibt in unserer Gegend Personen, welche glauben, daß vermittelst einer; solchen geweihten Promcsse ganz gewiß ein Lotteriegewinnst zu erzielen ist. L. Stuhlwekßettbueg, 8. März. In der hiesigen Gemeinde ist ein ungarischer Verein im Entstehen, welcher sich den Pester Verein zum Vorbilde nimmt. Da ohne Zweifel Dr. Ligeti cm dessen Spitze stehen wird, kann man demselben im vorhinein nur ׳eine günstige Prognose stellen. A. B. Kascha», 10. März. Der in Ne. 10. d. Bl. :enthaltene hiesige Korrespondcnzartikel hat hier viel Unwillen hervorgerusen, indem die m demselben enthalteuen Angaben aus der Lest gegriffen sind. 5 U. Steinamaugen, im März. Das Purim,Festwurde hier in würdiger Weise gefriert. Zu.dem wohlthätigen Zwecke der Bekleidung armer Schulkinder veranstaltete die israelitische Jugend für den Abend des 3. d. M. eine Dilettanten-Vocstellung verbunden mit einem glänzenden Balle. Das NeiNerträgniß — eine ansehnliche Summe — ist per Schuldircktion übergeben worden. Wir konstatire» mir Vergnügen dieses löbliche Bestreben als den Ausdruck der Spmpaihieen für die Bildungsstätte der zarten Jugend — und halten eö für eine ange״ehme Pflicht, den Urhebern, sowie allen Theiliiehttiern — im Name!, der begünstigten Kleinen den wärmsten Dank öffentlich anöz,,sprechen. L. Austevlitz, Die hiesige Gemeinde hat einen schweren Ver, luft zu betrauern. Herr . Jakob Joachim, einer ihrer trefflichsten und würdigsten Männer, wurde am 28. v. M. zu Grabe getragen. Sein Andenken wird bei Allen, die ihn kannten, ein gesegnetes bleiben. Friede ׳ seiner Asche! Ol Gaya, 4. März. Es ist eine uieverschlagende Wahrnehnnmg, daß man ungeachtet der unbestreitbaren Tbatsache, daß die Juden von den andern Bewohnern des, Landes und Wohnortes sich nur durch die Verschiedenheit der Religion unterscheiden , die Juden doch für-eine eigene NationaUlät hält. Der Vandalismus der Tribro-Helden würde gewiß minder intensiv sein, wenn nicht der Nationalitäterr-FanatiSmuS mit zu Grunde läge. ,ReligioiiSbaß, Nationalitäten-Manie und EgoiSmuS, das ist .die gefährliche Trias, die im, Lande der Czechen wüthet, ׳Doch dem süßen Pöbel muß man. manches Bittere verzeihen. Daß aber in. manchem Lehrbuche die Juden als .eine besondere Nationalität registritt werden, ist nicht zu billige», und muß auf Streichung der falschen Angabe gedrungen werden. So liest man in Bogels Geografie für Schule und Haus. Brünn 1862, welche in der Realschule vorgetragen wird: Was die sprachliche« Unterschiede betrifft, so zählt, man in Oesterreich: 1 deutsche., 2 Slaven und 3 Juden. Sprechen die Juden in Brünn etwa hebräisch oder chaldäisch? . Herr Pros. Vogel wird in!der nächste» Auflage gewiß den Juden Gerechtigkeit widerfahre» lassen NNb sie in keine eigene Sprachen-Rubrik cinrechuen. Aus Mähren. In der ״Presse" Nr. 64 wird׳ die Seminarfrage von einem kundigen Mannebesprochen., Daß der Mann vollkom« men.Recht hat, wird Niemand bezweifeln. Man braucht nur die Losonezer Gutachten zu lesen, um ein Seminar, sehnlichst herbeizuwünschen. Nun gibt eS in Mähren keinen Rabbiner, der ein so romantischeS.odrr talmudisches Gutachten schmieden würde, wie die Losonczer Experten; סa(Fein;it f 0rin ■ riiit LebÄeit;dahinkommttU6DkrMerfaffrr dieses'Artikels sagt, rndem er von der Varietät der Kronländer in Bezug der Anfor-