Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 11 (14.3.1866)
- Date
- 1866-03-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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- Niger 1× ep/1824046
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215 schwierigen Ausdrücke. Hierauf folgt eine andere .מאמרי המספרים überschriebene Sammlung ähnlicher Sentenzen i» zehn Abtheilungen, in denen die mit שנים ,אחי u. s. ». beginnenden, im Talmud und Midrasch vorkommenden Aussprüche zusammengestcllt sind, jedoch so. daß die Zehner, Hunderte und Tausende unter der entsprechenden Rubrik der Einer angeführt sind.. Hieran schließen sich 60 Räthselfragen , welche sich. 50 Schüler auf Veranlassung ihres Lehrers, der ihren Scharfsinn prüfen wollte, gegenseitig anfgaben und bei deren Beantwortung der Lehrer seine Zufriedenheit äußerte: בעח המבחן והמחקר ימל האדם או יוקר? und das erste hier vorkommende Maschat: העבד הוא חפשי כשיסתפק בהלקו והחסשי הוא עבר כשיבקש יותר מלחם חוקו Nach einem Gedichte iu Doppelreimcn, das mit den Worten anfängt: אומר לד׳ מחסי ומצודתי — נדבות פי לאל אלים und als sikcostlchon die Worte ->2אני הצעיר אליה בן למעלת כבור ארוני א מ״ץ מנחם רבא יש״רו hat, folgt atabaim mmt tem £it«1 יר אליה eine Sammlung alphabetisch geordneter moralischer Anssprücke, die filosofischen Werken entnommen und mit einem Kommentare versehen sind. Der erste derselben lautet: .אין לך דבר שמחדר השכל כמוסר והחכמה und der letzte: תענוגת היין כולל■ תענוג גשמי, ושכלו ברברי הנביאים והחכמים• Den Schluß endlich macht unter der Ueberschrift איית אליהו eine Sammlung von 355 Sentenzen, die ein sehr fruchtbarer christlicher Autor Namens איסופו מענגיו in italiänischer Sprache verfaßt und Elia ins Hebräische übertragen hat. Als Probe mögen die beiden ersten und die letzte Sentenz dienen: E'huomo deve mollo bene considerare il fine (prima che vega a fare cosa alcuna. יש אדם להבין אחרית דבר מראשיתו - טרם במלאכה יתחיל לשלה ירו. E molto piu bella la Bellezza del animo che quella del corpo. אינו יומה יופי הנשמה השכלית — לוופי הייולית הגוה החומרית. . . Chi a patito mali gravi, teme ancora i ligieri. י אתא שר סכל צרה עצומה — ירא עוד מהתחלואה נוחה וקלח. ______ Literarische Griefe. Von Ad. Neubauer. HI. Kommen wir wieder auf nnser Jahrhundert zurück: schon mit Mendelssohn könnte man die neue Epoche beginnen lassen. Genug des Pi lpulS,. genug der Chilukim, Ueberfluß an dogmatischen Diskussionen, sagten Einige, und wendeten ihre Aufmerksamkeit nach einer andern Richtung; wir wissen schon mit Bestimmtheit, was Koscher und was Trefa ist, der Schulchan Aruch ist hinlänglich, um alle Fragen lösen zu können; aber noch kennen wir nicht die Bedeutung aller historischen Andeutungen •des Talmuds, noch nicht find die verschiedenen Belehrungen aller Fächer, die in diesem weitläufigen Buche niedcrgclegt sind, gesondert Die Bibel, die von christlicher Hand schon kritisch be- Handelt wurde, hatte kein Jude zu erklären unternommen, viel we« Niger irgend eine Korrektion anzubringen gewagt; wir werden hier nicht Aben Esra, Spinoza und de Rosst erwähnen, denn diesegehören einer ältern Epoche an, in welcher viel gethan wurde und deren Leistungen kundzugeben, eben erst in neuester Zeit unternommen worden ist. Die ״Meaffefim" gaben den Impuls für die hebräische Stylistik, aber bald mußte man einsehen, daß wir ältere Meister besitzen, die erst das Licht erblicken sollen, bevor den neuen Produktionen Platz gemacht wird; nun erschien ein Krochmal in der Mitte der erstarrten ruffischeu Tälmudisten; ein Ra p op ort zeigt den Weg zu Biografien großer Männer geonischer Zeit, bahnt die Straße zur talmudischen Kritik in, Philologischer uud realer Beziehung-, Luzzatto, nur zu früh uns entrissen , greift kühn nach der Exegese, wandert unbefangen ans' grammatischem Felde und erschließt dem jüdischen Leserkreise die Schätzt der hebräischen Poesie. Zu uz weiß am besten Bibliotheken und schon gedruckte Werke auszubeuten, bereichert die Geschichte der jüdischen Li- 216 tcratur und besonders der Liturgie und zwingt den jüdischen Historiker, ihn auf,jedem, Bogen zu nennen; Jost versucht eine zusammenhängende Geschichte der Juden zu geben, und liefert mit den beschränkten Mitteln, die ihm zu Gebote standen, ein Meisterwerk M. Sachs wendet sein dichterisches Talent an, um die hebräische Poesie in deutschen Gedichten zu verwerthen und malt die religiöse Poesie mit Meisterhaktem Pinsel; Munk, der jüdische, Mezzofanti, schleicht bescheiden mit seinen biografischen und grammatischen Abhandlungen einher und gründet das filosofische Gebäude-der Juden, woran sich so Wenige gewagt. DaS ist ungefähr das schwache Bild unserer älteren Heroen dieses Jahrhunderts, es sind diejenigen, die ihre 60 Jahre auf dem Rücken haben und mit dem Jahrhundert auch ihr Leben beginnen. Die jünger« Streiter unserer Literatur! sind nicht weniger gekann!; brauche ich sie etwa zu nennen! wer von den Lesern dieser Zeilen hat die Namen Geiger, Frankl-, Herzfeld, Grätz, DukeS, S. Sachs, Derrnburg, Schorr, Steinschneider, Jellinek und viele andere nicht oft auösprechen hören oder gelesen? auch von der ganz jüngern Generation verdienten hier manche ihren Platz zu finden; doch ist es nicht rathsom, Männer in Knospen schon zu rühmen, die Frucht kann mißlingen. Nicht bin ich im Stande aufzuzählen, was nur in dem letzten Jahrzehent auf jüdischem Gebiete geleistet worden ist, wahrlich es ist ein Ringen und Treiben in der jüdisch-literärischen Welt, als hätte die letzte Stunde dieser Wissenschaft geschlagen; kaum würde ein Blatt genügen, um von allen Produktionen zu sprechen und mit Freuden würden wir denjenigen begrüßen, der es sich zur Aufgabe stellen würde, jährlich oder dreimonatlich in einem Hefte alle gewonnenen Resultate, die in so vielen Büchern und Zeitschriften zerstreut liegen, zusammenzustellen; denn manche der letztgenannten sind,uns bei aller Mühe unzugänglich. Ich brauche hier nicht zu erwähnen, daß der״ MaSkir" bei aller Gelehrsamkeit und Fähigkeit des Herausgebers diese Aufgabe nicht erfüllt, denn weder Druckfehler, noch irgendwie Unregelmäßigkeiten, die Druckerei betreffend, sollten gerügt werden; die Hauptsache müßte der Inhalt sein und wol Fehler, die irre leiten könnten, ׳mögen schon bemerkt werden; zudem sollte alles Neuerschienene angezeigt wcrdrn, wenn es auch dem Autor aus irgend welchem Grunde gefiele, dem betreffenden Blatte kein Ercmplar zum Geschenke zu machen; die Abonnenten bezahlen und wollen dafür gehörig bedient sein. Was haben die sich um Persönlichkeiten zu kümmern? ein Blatt muß seinem Ti t e l entsprechen und kann cS durchaus nicht als Ausrede gelten, dieser oder jener hat mir sein Werk nicht zugeschickt ״Weswegen ich nichts darüber sagen kann" und am wenigsten darf von der Undankbarkeit des ge izigen Autors gegen den Redakteur öffentlich gesprochen werden, so was kann man mit Waschweibergeschwätz משלו כובסין bezeichnen und eSist profan, wenn man solche Reden Kritik heißt. Hoffen wir. daß auch mit der Zeit eine solche Zeitschrift erscheinen wird, welche den Forschern ihre Aufgabe erleichtern wird; warum sollen wir an einem solchen Unternehmen zweifeln! wie viele jüdische Zeitschriften haben nicht in den letzten Jahren Carriüre gemacht; eine Gesellschaft zur Förderung jüdischer Literatur zählt schon 4000 Mitglieder und hat schon den zwölften Jahrgang angetreten! eine andere, die hebräische Sachen zu Tage fördert, ist auch nicht im Rückstände und findet mit jedem Tage mehr Anklaug; ein Ta lmudverei n, erst jüngst ins Leben gerufen, kann schon auf viele Gelehrte und sehr gekannte Mitglieder zählen. Ein anderes Institut, noch im Embryo, wird in Frankre ich respektive in Paris gebildet, welches, weil in der französischen Sprache seine Publikation verbreitend, auf einen großen Anhang zählen darf; es ist wahr, daß da nur zumeist Schriften deutscher'Autoren übersetzt werden, doch verspricht man auch einen Band hebräischer Gedichte ins Fr anzö sis ch e zu übertragen. Wie zu vermuthen ist, werden da nicht die schon herausgegebenen überdruckt werden, denn die kais. Bibliothek in Paris, die Privatbibliothek des Herrn Horare Günzburg zur Verfügung des sehr gelehrten Senior Sachs, die so nahe liegende B.odleyana. in Orford bieten Material genug für unedirte Gedichte. Auch an.Meistern, die die schwere Arbeit gehörig ausstatteu werden, wird es nicht fehlen. . ,;