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Ben Chananja · 1866-03-14 · 11 (14.3.1866) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
11 (14.3.1866)
Date
1866-03-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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211 halb desselben niederfallen und von da in jenes fließen lassen <ע״י המשכה), in welchem Falle auch die kleinste Verbindung des Wassers genügt, wie dorten die' Eimer, durch welche Vas Wasser in die Höhe gebracht wird, die nicht einmal, wie in dem unmittelbar vorher angeführten Falle, so viel Oeffnung haben, um daS Wasser von unten nach oben durchdringen zu lassen (ככונס משקה). Wir verweisen auf dieses Gutachten, wo auch die Quellen angeführt sind. Die Erinnerungen des R. Mendel Kargau auch hingegen sind ganz bedeutungslos. Die Mischna ult. Kap. 8. Taharoth הקטפרס אינו חבורtyat gar keinen Zusammenhang mit UNserem Falle weder dem Wortstnne noch der Sache nach (s. R. Simson z. St. und R. L. Heller zu Mikwaoth 6,8.) Daß hier vielmehr die kleinste Verbindung 'סוסה ^"מ להט^ח oder משיקו אסר כשערה genügt, kann nach Mischna 8. Kap. 6. Mikiv. keinem Zweifel unterliegen; daß aber die erschwerende Ansicht im Rema zu g. 53 Kap. 201. auf uusern Fall keinen Bezug hat, bedarf keines Nachweises, da eS sich dorten von der Verbindung eines geschöpften BadeS mit einem natürlichen handelt (s. Siph. Kh. S. 117. vgl. auch R. L. Heller Mikw. 6, 8. ׳, למ״ד כולו שאובDSt רהשק* מטהרת מדאוריתא) , wovon in unserem Falle keine Rede sein kann. (6k. Cholin 107, a. Gittiu 16, a.) Selbst Kargau gibt G. 8l. Nr. 4 zu,, daß ein נקב כ״ש nach gewichtigen Autoritäten wenigstens in diesem Falle genüge. Man könnte aber zum Ueberfluffe noch eine kleine Oeffnung von der Dicke eines Stiftes in der untern Klappe anbringen, wodurch das Aufsteigen des Wassers zwar etwas erschwert, aber wie die Erfahrung lehrt, nicht gehindert wird. Doch es ist außerdem keinem Zweifel unterworfen, daß der Wasserstrom in der Säugpumpe, ist er einmal bis zur Ausflußrohre gelangt, gar nicht mehr unterbrochen wird. Dies beweisen sowol die physikalischen Gesetze, nach welchem eine Luftschichte, welche das Aufsteigen Hindern könntenachdem der Wasserstrom eingedrungen ist, keinen Raum mehr hat, als der Augenschein, da eben der Wafferstrom bei fortwährendem Pumpen ununterbrochen in gleicher Stärke fortläuft. Zu pumpen während des Untertaucheus, wie Einige wollen, ist daher entweder zwecklos, oder überflüssig (s. auch R. Ascher G. A. 2.) (Schluß s o l g >.) Wiener Griefe, ui Wien, Ende Februar. Ala ich zu Anfang dieses Jahres zum erstem Male mit den Wiener Briefen debntirte, bemerkte ich sofort, daß ich nicht in der Lage sei, den Lesern Neuigkeiten zu berichten; denn die Herren, die am grünen Tische fitzen, haben mit nnserei» jetzigen StatSwinister bezüglich des Amtsgeheimnisses das gleiche'Prinzip. Ich fügte hinzu daß, wen» einmal irgend ein Beschluß gefaßt wird, so erhalten die politischen Blätter früher die Nachricht, als die spezifisch-jüdischen Journale. Die jüngsten Tage haben diese Anschauung neuerdings gerechtfertigt. Der Vorstand beschloß nämlich, daß für die Jugend ein Gottesdienst eingerichtet werde und die politischen Journale brachten zunächst und zuerst die Kunde davon. Indem ich mir Vorbehalte, auf das Meritoriiche dieses Beschlusses später zurückzukommen, gestatten Sir mir. einige Worte über die Be« dcutung jüdischer Journale zu sprechen. Der Graf von Morny sprach vor einigen Jahren in einer Sitzung des französischen Senates den Satz aus; die Journalistik sei die sechste Großmacht in Europa; bedenkt man, wiegroß die Summen findj welche selbst mächtige Regierungen für Journale und Journalisten astjährlich bestimmen, so wird man zugeben, daß fie die Press, für eine bedeutende Macht halten. Es werden aber nicht blos große Summen für diesen Zweck verausgabt, die bedeutendsten Statsmänner halten »S nicht unirr 212 ihrer Würde, den Journalen Beiträge zu geben, oder fie find selbst Redakteur, von Zeitschriften, wie z. B. Eölvös. Wie denken die Juden insbesondere in Großstädten über jüdische Journale? Sie halten fie sammt und sonders für überstü fig. Um die jüdische Wissenschaft» die in denselben vertreten wirb, k mmern fie stch schon gar nicht והתורה מונחת כקה^ זוית. Was interefflrt fie der Talmud, das Gaonat 1c., jeder hat seinen Schulchan Aruch. den er sich in seiner Weise zurechtlegt und ihn mit seinem Lebrn in Einklang zu bringen sucht; daher die Schwärmer für das alte Juventbum am Sabbathe mit der Zigarre im Munde und der Feder in der Hand. Jüdische Belletristik hat keinen Reiz für fie, die Leihbibliotheken haben Romane in Fülle und fast jedes politische Journal bietet den Lesern einen Ro« man. In Beziehung auf die politische Stellung der Juden da halten fie die jüdischen Journale für gänzlich überstü.fig, da fie meinen, daß derartige Artikel in einem politischen Journale von viel größerer Wik« küng seien. Der Tadel in einem jüdischen Journale versetzt ihnen einen Nadelstich, für däS Lob haben fie keinen Dank. Sie preisen in dieser Beziehung die Deutschen, die lieber ווסט Fremdländern gelobt werden, als wieder von Deutschen. Diejenigen aber, die sich dazu Herbeilaffen, ein jüdisches Journal zu lesen, oder gär zu abvnnirkn, üben eine erbarmungSlvs« Kritik über den Redakteur und über seine Mitarbeiter. DaS Journal bringt Nachrichten aus Humpolctz, Hetzet,plotz ,c. Wen sollen diese Orte und was in diesen Orte» sich zutragt, intereffiren? Das Blatt müßte ausschließlich aus Wien, Prag, PK 1c.. je nachdem der Leser ii: einer oder der ander» Stadt wohnt, Nachrichten bringen. Nun haben dir Journale ihre Berichterstatter auch in diesen Städten. Referirt jedoch der Berichterstatter in einem andern Sinne und über andere Dinge, als diejenigen, die der Leser glaubt, ober was auch geschchen kann, ist er nicht gut unterrichtet, wird Klage über die schlecht unterrichteten oder böSwistigen Referenten erhoben und natürlich auch über den Redakteur, der derartige Korrespondenzen aüfnimmt. Nun ist es UNS nicht bckannt daß ein Redakteur vorsätzlich falsche Nachrichten bringen will. ES wäre daher das einfachste Mittel, daß die gut unterrichteten Leute Nachrichten geben würden. Ich frage jedoch, wie viele Gemeindemiiglleder. die eben gut unterrichtet find, lassen flch, inabesondere in großen Städten, dazu herbei, Nachrichten zu geben? Da jedoch ein Redakteur im Interesse der Leser Nachrrchlen bekannt geb.n muß. und da er von den betreffenden Korrespondenten nicht früher ein Sittenzeugti'ß abverlangen kann, oder nach altpoltzeilichen G ullbsätzen jeden Menschen für schlecht halten darf, insolange beffrn Moralität nicht genau konstatirt ist, ist eS natürlich, daß ein Journal manchmal auch Unrichtiges und Unwahres bringt. Die Herren find übrigens über die Bedeutung des jüdischen Zeitungswesens sehr im Zrrtbiime. Schon die Gristenz der jüdiichen Jour« nale gibt Zcugniß für ihre Nothwendigkeit, denn sonst wärrn fie eben nicht vorhanden. Za noch mehr! Diejenigen, die glauben, daß die Hauptansgabe der jüdischen Journale sei, die politischen Verhältnisse der Juden z» bespreche» und diese zn verbessern, da diese jedoch b.ffer wurden, so höre die Nothwendigkeit der jüdischen Journale auf. find in großem 'Jrrthume. Die Stellung der Juden ist ennchieben teil dem Jahre 1848 besser geworden, nichtsdestoweniger find eben seit jener Zeit mehrere Journale in Oesterreich entstanden. Dasselbe Verhältiiiß fiuoen wir auch anderSo. Die ״Judenzeitung" hat seit dem Jahre 1848 bedeutend au Aboniieten zugenommen. — Wir geben allerdrngs zu. daß e,n Artikel für die Inden in einem große» politlschen Blatte, wie natürlich von größerer Wirkung lein muß, da große polititche Blätse, eben ein großes Lesepublikum haben und weil ihr Urkheil gewiffermaßn ein unparteischeS ist. währenddem man das Unheil eines jüdisch.» Blattes nachdem bekannten Spruche: ״Nemo judex in propria causa est“ nicht für unbefangen hält. Man vergißt jedoch, baß etil pouttiches Blatt nur von Zeit zu Zeit den Gegenstand bereichern kann und doch bedarf die Sache öfters der Anregung. Es kömmt übrigens wtedrrholeutlich vor, daß Fragen, welche die jüdischen Journale behandeln und anregen, in den politische» Journalen Wiederhall finden und dabuich erfolgreich wirken. Ohne die Thätigkeit und die Wirksamkeit der ander« jüdischen Journale schmälern zu wollen, können wir aus di» Erfolge des ״Ben Chananja* in dieser Richtung Hinweisen. , . .»

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