Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1866-03-07 · 10 (7.3.1866) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
10 (7.3.1866)
Date
1866-03-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2542917-2543175-2543186--4675-2548673
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Beilage zum ״Ben Die Wersmge in Lchnz. Gutachten einiger ungarischer Rabbiner. Vorbemerkung. Indem ich die nachstehenden Gutachten der Oeffentlichkett übergebe, erlaube ich mir im Namen des ehrsamen Vorstandes der Losonzer Gemeinde, metUe ehrwürdigen Herren Kollegen im In- und Auslande um deren wohlerwogenes Gutachten über die vorliegende , Nr. 33 und 37 des VII. Jhrg. veö ״B. CH." ausführlich besprochene Frage höflichst zn bitten. Die ehrw. Herren wollen ihre Gutachten unfrankirt an den Herrn Albert Schmidt, Vorsteher der isr. Kultusgemeinde in Losonz in Ungarn, einsenden. Die Majorität der Losonzer Gemeinde und alle gebildeten Juden in Ungarn werden sich den vetehrten Urhebern der erbetenen.Gutachten zu unauslöschlichem Danke verpflichtet fühlen. Die Fragepunkte des Losonczer Vorstandes lauteten, wie folgt» 1. Findet sich im Schalchan-Aruch oder in einem anderen jüdischen Religionsbuche eine genaue präzisirte Vorschrift, auf welche Weise die Abtheilung derFranen von der der Männer in der Synagoge getrennt und abgesondert werden soll? 2. Ist in den bezüglichen Gesetzbüchern angegeben, welche Höhe die Brustwehr, und welche das Gitter der Frauengallerien haben muß? 3. Welche Maßregeln sind, falls sich hierüber kein positives Gesetz findet, zu ergreifen, damit die Synagoge selbst wider den Willen deS Rabbiner vor Verunzierung bewahrt werde? Szeged in, am 4-ten März 1866. Löw. I. An daS ehrwürdige Rabbinat zu Körmend. Nr. 125—1861. Auf die wiederholte Anfrage eines ehrwürdigen Rabbinats über die Statthaftigkeit der in einigen neuen Bethäusern eingeführten Frauengallerien ohne das von jeher in israel. Andachtshäusern übliche Gatterwerk habe ich die Ehre, hiermit zu erklären, baß ich mich aus voller eigener Ueberzeugung und im Geiste echter religiöser Zucht und Sitte dem Gutachten derjenigen Herrn Rabbiner hier in Ungarn und unter diesen auch dem der hiesigen Rabbinats-Assessoren H. H. I..Wahrmann und S. L. Brüll anschließe, daß Alles, was die Andacht und Aufmerksamkeit deö betenden Publikums stören oder gar zu Leichtsinn und sündhafter Zerstreuung Veranlassung geben könnte, ohne Zweifel zu vermeiden und daher auch die Anfertigung von Gittern an der Frauen- Gallerte gewiß sehr verdienstlich und gottgefällig wäre.') Diejenigen aber, die auf daS große neue Bethaus hier in Pest und in anderen Hauptstädten Hinweisen, wo die Frauenabtheilungen keine Gitter haben, diene zu wissen, daß die Dimensionen solcher Tempel meistens so groß sind, daß jene Besorgniß eines leichtsinnigen Verkehres kaum möglich — anderseits aber auch jene nicht genug zu tadelnde Unterlassung meistens ohne Billigung, wenn nicht gar ') Bei diesem frommen Eifer des Hm. Oberrabbiners ist es unbegreiflich, wie er es zugeben kann, dass bei Trauungen, vor denen ja häufig das Minoha-Gebet verrichtet wird, die Frauen sogar im Schiffe des neuen Tempels anwesend sind. Und diess geschieht einige hundertmal im Jahre! Mit Phrasön können wissentschaftliche Fragen nicht erlediget werden. Red. Chaiiairj«»" Nr. IO. unter offener Mi ßbilligung deb betreffenden Rabbinate stattgefunden hat?) Es soll mich herzlich freuen, umgehend zu vernehmen, daß Ihre sehr geachtete Gemeinde, die so lange den Ruf der Frömmigkett und edlen Sitte gewahrt und behauptet hat, auch bei dieser Gelegenheit vom Geiste echter Religiosität getragen, dem wohlmeinenden Rathe ihres wackern Rabbiner- und so vieler gelehrten und gottesfürchtigen Hirten in Jsrael gerne und ohne Rückhalt Folge geleistet habe. Achtungsvoll und ergebenst Dr. Meisel, Oberrabbiaer. II. Uebersetzung aus dem Hebräischen. S.-A.-Ujhely, im Jnly 1865. Zur Beantwortung Ihres geschätzten Schreibens komme ich hiemit mit nur wenigen Worten, undzwar: 1. Daß Sie in gegenwärtiger Frage, Ihren wohlbastrten Gesinnungen und Aueßerüngen die strenge Konsequenz beibehalten mögen, und müssen Sie sich überhaupt nicht aus schließlich um das Gitter kümmern, nur daß die Frauengesichter in der Männerabtheiiung nicht sichtbar sein sollen;') und 2. Sollten und müssen Sie unumwunden vor der H0hen Behörde erklären, daß Rabbiner, wie der zu Szegedin und Konsorten keineswegs einer dießfälligen Beurtheilüng würdig sind?) da diese der Reform nur huldigen, vielmehr sind eS die orthodoxen Rabbinen, denen es zukömmt, hierüber zu ürtheilen. Nun aber frage ich, wer von den Letztere» kann oder wird nicht Ihrer edlen Gesinnung beistimmen? Meiner Ansicht sollten Sie je mehr der letztgenannten ehrw. Autoräten, desto besser der hohen Behörde zur Beurtheilung Vorschlägen. Sonst nichts mehr von Ihrem, Sie hochschätzeäden Freunde JeremiaS Löw, Oberrabbiner. HI. Sr. Ehrwürden Herrn I. Singer in Losonz. In ergebener Erwiederung auf Dero heute empfangeneu Brief theile ich Ihnen hiemit auf Ihren Wunsch meine Ansicht über die mir vorgelegten Fragen mit, obgleich ich mir bewußt bin, daß. Ew. Ehrwürden dieses meines Gut- Habens durchaus nicht erst bedürfen. Die mir vorgelegten Fragen lauten: ג) Diess müsste Hr. Dr. M. beweisen. Aber gesezt, seine Behauptung wäre gegründet, 80 haben doch die betreffenden Rabbinen, indem sie die Gemeinden gewähren Hessen, unzweideutig genug bewiesen, dass sie die Angelegenheit nicht auf die Spitze treiben wollen, und weit entfernt davon sind, den Arm der weitliehen Obrigkeit anzurufen. ׳ Red. ') Diese Beschränkung ist den Quellen gänzlich fremd. 8. B. 6h. VH. Jhrg. Nr. 33. Sp. 671. ׳ Red. s) Ich danke dem Hr. Rabb. Jer. Löw, dieser ״Säule gegen den Chassidäismus (!)״, für seine freundschaftliche Gesinnung. Wir, ich und meine Gesinnungsgenossen, rufen die Behörden zur Unterstützung unserer Bestrebungen nicht an. Wir bedürfen keiner behördlichen Protektion, weil wir der Macht der Wahrheit vertrauep. Den Behörden fallen nur die Orthoxen zur Last, weil denselben der Glaube abhanden gekommen ist, dass sie eine gute, lebensfähige Sache vertreten. Glücklicher Weise lässt sie ihre hierarchische Herrschsucht nicht zu der Einsicht kommen, dass ihr Vorgehen gerade der Sache der Reform förderlich ist, Wenn der Hr. Jer. Löw übrigens wissen will, wie die Regierung, über ihn und seine Gesinnungsgenossen urtheilt, lese er den Leitartikel Nr. 7. d. B. 6h. I. J. Die gebildeten Juden haben noch* nicht vergessen, dass er mit an der Spitze der Fanatiker stand, die die Vermessenheit hatten, an den Stufen des Thrones zu erklären, dass jedes .Seminar , wie es immer beschaffen sein mag , der Md- Religion Gefahr bringen müsse. Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.