Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 10 (7.3.1866)
- Date
- 1866-03-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543175-2543186--4670-2548668- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
187 188 geprüft, und find somit einer strengen Kontrole unterworfen, was in mancher Beziehung zwar sein Gutes hat, indem dadurch die Anwev« düng von profanen Gesängen und Wiederholung und Zerreißung der Tertesworte vermieden wird, dennoch aber, wie Sachkenner behaupten, sehr hemmeuv und störend auf das Ganze einwirken, und den Chor zu ehr beeinflußen soll, so daß derselbe fich nicht frei genug bewegen kann. (S ch l u ß f o l g t.) Neueste exegetische Forschungen. R. Ich weiß nicht, ob Ihnen, geehrter Herr Redakteur, schon die neueste Schrift über SM. 32—34 von Dr. Feilchenfeld, Rabbiner in Düsseldorf, zu Gesichte gekommen. Äst letzteres nicht der Fall, jo will ich auch Sie, jedenfalls aber unsere Mitleser, deren großer Theil sie sicher noch nicht kennt, angelegentlich auf dieselbe aufmerksam mochen. Wir haben es hier mit einer A.rbeit zu rhun, welche fich weit über das Niveau der flüchtigen und seichten Tageöliteratur erhebt. Es ist eine Frucht des Fleißes und emsigen Studiums; sie gibt fich ohne irgendwelche Verbrämung, ohne Einleitung und ohne viele Reflexionen; weil sie nur sich, den heiligen Zweck wissenschaftlicher Forschung, das öffentliche, unbestochene, unbefangene Urtheil will. Das Merkchen wird Aufsehen in der literärischen Welt machen, es eröffnet eine Menge neuer Gesichtspunkte für Grammatik, Synonymik und Lexikografie, , prüft mit der aufrichtigsten Gewissenhaftigkeit die Ansichten aller älter» und neuern Quellen und weicht nur bei nachgewiesener Unzulänglichkeit von ihneu ab. Dabei verliert fich der Verfasser doch nie in dem wirre des zu vergleichenden Stoffes, sondern bleibt immer selbstständig und selbstthätig. Wlr verweisen unter vielen andern Stellen auf 32.18. ת10י ferner 33, 4.: eine Lehre hat uns M. gegeben; Gigenthum wirb die Gemeinde' Jakobs (Bezug, auf das der Annahme des Gesetzes vorausgegangcne Versprechen 2 M. 19, 5). Wer den reichen Schatz, der in diesem Buche niedergelcgt ist, ganz kennen lernen will, der muß es eben studiren. Möge der Herr Verfasser recht fleißig auf diesem Wege fort-- schreiten, und die Wissenschaft mit noch recht vielen Proben seiner Belesenheil und Begabung bereichern. Korrespondenz. Ausland. f , rr Paris, 1. März. Das Recht der Juden braucht hier zu Lande nicht mehr vertheibigt zu werden, wol aber daö Recht des I udenthumS auf den ihm gebührenden Platz in der Geschichte der Menschheit, welcher ihm von der modernen Philologie und Ethnologie öfters streitig gemacht wird. Wie Munk tritt auch Julius Oppert diesen Tendenzen entgegen. Die heutige Nummer der ״Archive S" bringt einen Auszug aus einem Vortrage, welchen Oppert am 28.Dezember v. I. hielt, als er seine Vorlesungen über Sanskrit an der kais. Bibliothek eröffnete. Er weist die unhistorische Ueberschätzung zurück, welche in neuester Zeit den arischen Ideen zu Theil wurde. (Es wäre wir sehr erwünscht, wenn einer meiner Freunde in Paris die Gewogenheit hätte, mir den ganzen Vortrag zukommen zu lassen. L-) Inland. ->. Wien, 3. März. Da die nächste Nummer Ihres Blattes am 7. d. M., also am JahrszeitStage Mannheimers erscheint, dürfte es Ihnen angenehm sein, nachstehendes Briefchen des Verewigten zu veröffentlichen. Dasselbe lautet: ״Dem langjährigen bewährten Freunde, meinem Biografen und Historiografen, Meliz Josrber und Advokaten, dem Herrn Dr. G erson Wölf, Wohlgeboren. א□ יש עליו מלאך מליץ אחד.Der Malach Meliz E ch a b waren S i e. Jetzt habe ich aber die Bitte, oder vielmehr: ich fordere und verlange es als ein mir znstehendes Recht, daß Sie beifolgende Kleinigkeit (eine Studirlampe. Eins.) mit Nachsicht und Freundschaft von mir annehmen. Erstens will ich den Leuten zeigen, daß ich noch Manchen ein Licht ausstecken kann, und es noch zu Wege bringe, daß ihnen ein Licht auf« geht. Weiters steht geschrieben: מוזורד עליו NM). Ich betrachte dies als eine Mizwatb Aßeh, und Sie werden mir es doch nicht wehren. Don Ihnen kommt die ganze Herrlichkeit und Bescheerung und es kommt nur ein kleines Scherflein auf Sie. Also nehmen Sie es in gewohnter Freundlichkeit an, und bleiben Sie, wie bisher, gewogen Ihrem treu ergebenen Mannheimer. Prediger. Wien, 20. Oktober 1863. Diese Zeilen ehren nicht nur den Empfänger, sondern auch den verewigten Urheber derselben. Wie», 1. März. Beim Präsidium des k. k. UnterrichtsratheS soll, wie mir aus glaubwürdiger Quelle berichtet wird. vor Kurzem nachstehendes Gesuch eingereicht worden fe;n : ״Ew. Erz.! Hochdieselben haben dem Rabbiner zu Szegedin in Ungarn für ein von ihm abgegebenes Gutachten gedankt , und ihm anzudeuten geruht, daß der k. k. UnterrichtSrath dessen Mitwirkung auch in Zukunft in Anspruch nehmen werde. Ich halte es für meine Pflicht, Ew. Erzellenz darauf aufmerksam zu machen, daß dieser Rabbiner seine ganze Jugendzeit auf Talmudschulen zngebracht hat und ein unwissender Mensch ist. Am 24. Oktober 1862 ließ ich zwar in meinem Blatte einen Artikel drucken, worin ich selbst mit Hinzufügung meiner Unterschrift erkläre. daß der Szcgediner Rabbiner ein geistvoller Schriftsteller, ein Mann von Urtheil und Bildung ist; ich bereue aber tief, dies gesagt zu haben. Vielmehr muß ich Hochdieselben versichern, daß Löw ein Ignorant ist. Ew. Erzellenz mögen vernommen haben. daß ihm das Ministerium und die ung. Statthalterei verschiedene Arbeiten übertragen haben. Hätte man aber mich zu Rathe gezogen, wäre dies ganz gewiß nicht geschehen. Ew. Exzellenz dürsten Kenntniß davon haben, daß Löw ein Wochenblatt für jüdische Theologie redigicr; ich kann aber versichern, daß dieses Wochenblatt mich, den Redakteur der ״Neuzeit", mit Widerwillen und Antipathie, mit Zorn und Indignation, ja mit Abscheu und Eckel erfüllt. Ew. Erzelleuz! Ich bin als Theolog und Physiker, als Pädagog und Chemiker, als Publizist und Germanist allgemein anerkannt; von mir kann der UnterrichtSrath ganz andere Arbeiten erwarten.״ Wien, 27. Februar. In der am 25. d. M. diesfalls stattgehabten Sitzung des GesammtvorstandeS der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde wurde von der hierzu gewählten Kommission aus den fiebenZGastpredigcrn ein Terno vorgeschlagen, bestehend aus dem Prediger Dr. Josef Perles in Posen, Landesrabbiner Dr. Julius Landsberger aus Darmstadl und Prediger und Rabbiner Dr. Moriz Güdcmann aus Magdeburg. Mit großer Stimmenmehrheit wurde Dr. Moriz Güdemann aus Magdeburg gewählt. (Nat. Zeit.)׳ Wien, 27. Februar. In der vorgestern stattgehabten Sitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde erstattete Dr. Leopold Kompert Namens des PredigerkomitöS den Bericht, welcher Dr. Güdeman» aus Magdeburg als den geeignetesten Kandidaten empfahl. Der Vorstand trat dem Vorschläge bei, und sonach erscheint Dr. Güdemann, welcher fich während seiner Gastpredigt des allgemeinen Beifalls zu erfreuen hatte, als neugewählter Prediger für den Leopoldstädter Tempel. (Debatte.) W: Gran, 1. März. Der zu Gunsten d,s Krankenvereins veranstaltete Ball bat fich keiner geringen Theilnahme erfreut, und har der Verein Ursache, mit dem erzielten Resultate zufrieden zu sein. A. B. Kasch au, 25. Februar. Es ist eine uralte lieblose Gewohnheii des FilisterthumS, jeden noch so unscheinbaren Vorfall, wo ein Jude betheiligt ist, so lange zu deuteln und zu modeln, bis er — nach spießbürgerlicher Anschauung — zum Präcedenzfall für die Folge wirk. -Der Jude muß infallibel sein, und das vrrars humanum est ist blos ein Privilegium gewisser Kategorien. — Ich glaube, dieser Umstand sollte ein Wink mehr sein, daß der Jude, und vorzüglich der gebildete, jeden Schritt genau erwäge, der ihn in die Oeffentlichkeit führt. Einen traurigen Beleg liefert hiesür der folgende traurige Fall, der dieser Tage fich bei uns zngetragen. Im vorigen Jahre ist ein junger Arzt, Namens M. Sch., aus Wien hiehergekommen, um in Kaschau die Früchte seines jahrelangen Fleißes in Ruhe zu genießen. Wie überall im Leben, so war auch thm der Anfang schwer, aber ein fortgesetztes anstelliges und bescheidenes