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Ben Chananja · 1866-02-28 · 9 (28.2.1866) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
9 (28.2.1866)
Date
1866-02-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ja ein Urtheil zu fällen ist. Auch die Vorschriften über den Verwandt« schaftSgrad zwischen de» Mitgliedern des Bethdin find da weit Sugstli« cher, als bei einem andern gerichtlichen Akte. Wol steht es fest, daß zu Zeiten des Talmuds bei Ehescheidungen «in Bethdin nicht »öthig war; denn wenn es behandelt wird, ob in Fällen, wte die folgenden: ״Wenn der Mann den Scheidebrief in den Hofraum der Ehegattin legt"; ״Wenn er ihr den Get zuwirft, näher zu ihr. als zu sich"; ״Wenn Jemand ruft: Schreibet einen Get und gebet ihn meiner Gattin" 11. dgl. die Scheidung gütig sei, so ist gewiß dem Gedanken, daß bei einer Ehescheidung ein Bethdin nöthig war, keinen Raum zu geben. Aber bei sothanen Aussprüchen kann auch von einem Seder ha׳Get» »t-.- er jetzt vorgeschriebe»! ist und statlfindet, keine Rede gewesen sein: wird es nun Herrn Dr. Zipfer belieben, auch diesen abzuschaffen? Aber so wie der Geber Ha-Get lo hat sich auch die An- Wesenheit eines Bethdin in ganz Israel eingelebt; mit welchem Reichte nun könnte dieser Jahrhunderte alte Usus mir nichts dir nichts aufgehoben werden? Herr Dr. Zipse r stützt sich aus die von ihm angeführte« Worte des Rabbi Moses So ser lautend: ״Ein Bethdin ist blos deshalb da. um der Frau, da der Gel zerschnitten wird, ein gerichtliches Doku« ment auszustellen"; und schließt daraus: ״daß das Bethdin zur Vornähme der Scheidung selbst nur aus Mißverständlich genommen wurden." AVer ist denn Rabbi M. Sofer ein MoseS den Amram? Gibt es denn für den so alte» Brauch, ein Bethdin zur Scheidungsvornahme zu nehmen, gar keinen andern Grund? Nach meiner Ansicht hat es damit folgende Bewandniß: Zu Zeiten des Talmud hatte dte Gattin bei einer Scheidung keinen Willen. daher benöihigte es auch keines Bethdin und keines Seder Ha-Get. Als aber später eine Ehescheidung ohne Einwilligung der Gattin für ungültig erklärk wurde, so hat dieser Akt aufgehört, ein einseitiger zu sein, und ist auch dabei manches zu beurtheilen nothwelldig; daher der Seder Ha-Get, daher aber auch das B e thbin; einerseits vielleicht damit die freie Einwilligung gewiffermaßen ein Eingeständniß vor einem Bethdin geschehe, und so unwiderruflich werde; andererseits, damit nicht die geringste Verdacht entstehe, nachdem bekannten Spruch: אין להרהר אחר מעשהב״ד. So lächerlich eS nun wäre, eine Scheidung vorzunehmen, ohne Einwilligung der Gattin und ohne Seder Ha-Get, weil es so aus dem Talmud zu statuiren ist, ebenso unrichtig ist es, aus dem Talmud solgern zu wollen: , ״Man darf (auch לכתחלה) eine Scheidung ohne Bethdin vornehmen. Juden als Staaroperaterrre 1m Mittelalter. In dem Archiv für Ophthalmologie XI. Band II. Abtheilung findet sich eine Mittheilnng für die Geschichte der Operation des grauen Stares von Dr- Ullersper'ger. aus welcher folgende Stellen des Intereffe der Leser des ״B. CH." erregen dürften. Bezüglich der ältesten Zeiten lesen wtr in der genannten Abhandlung: Bekanntlich haben die Israeliten während ihres Aufenthaltes in Aegypten Wiffenschaften und Künste von den Aegyptern erlernt, und manches, ja man darf wohl sagen vieles davon in-die weite Welt getragen; namentlich waren eS die Leviten, welche Vieles sich aneigneten. In späterer Folge wisse» wir. daß selbst die Griechen den Aegyptern große Geschicklichkeit im Heilen und auch in der. Angenheilkunv» zu« gestanden haben. Diesen Ruf scheinen sich die ״Juden" als Ophthal« miatriker noch zu den Zeiten der Ptolemäer und der berühmten Alerandrischen Zeitperiode Verhalten zu haben. Man behauptet indessen daß die Alerandrische Schule die ״Depression des grauen Stares״ ans Asien hatte und dieselbe wesentlich verbesserte ..... Die wichtigste Rolle in der alten Geschichte der Operation spielt indes unstreitig die arabische Periode, welche ich besser maurospanische nennen Niöchte, weil die ärztlichen Celebritäten geborene Spanier waren. (AverrhoeS, Avicenna. RahiS sind in Cordova geboren.) Unter ihnen kamen auch Juden vor» und darin können wir dem Ausspruche van Ousenoort'S nicht beipflichten , wenn er schreibt: Es ist zu. verwundern, daß bei einer Nation wie die Juden nirgendwo ausdrückliche Erwähnung der AitgknhtilkUndr geschi»ht;te'sUft wenigstens denkbar, daß sie ן mit den Augenübeln und einigen daraus bezüglichen chirnrgischen Ope« j ralionen nicht unbekannt waren ..... Nun theilt uns Don Inan de TerreraS in seiner llistoria de Espauua ayclo XV 10 parte Madrid 1722 in 4. p. 218 mit: ״daß Abiabar RabbtNer aus Lerida, berühmter Arzt, Chirurg und Astrolog an König Don Juan von Aragonien im Jahre 1468 am 12. Septem« brr die Staar-Operatiou verrichtet habe." Seine Worte find: quien le passo la nguja en el ojo derecho, y Ie quitö de ei las cotaracfas, y viendoelbuen efecto dela operacion, de alli’ a un wes, contra la sentencia de el medico, hizo que le ejecutasae el remedio en el ojo izquierdo, que tuvo el misino feliz efecto, von que quidö el fcey libre de aquella molestia. (Er führte ihm die Nadel ins rechte Auge ein und nahm so den Staar hinweg. Nachdem er sich nach Ablauf eines Monates von dem guten Erfolge der Operation überzeugt halte, führte,er. selbst gegen die Meinnng deS Leibarztes, die« selbe Operation auch am linke» Auge aus, welche gleich glücklichen Erfolg hatte und wodurch der König von seinen Augenleiden gänzlich befreit wurde.) Wir fassen das Jntreffe, — sagt Drs NllerSperger — welches diese Aufzeichnung für die Geschichte der Staaroperation hat, da dieselbe noch in kein literarisches Organ aufgiiiommen ist, in folgende Punkte znsämmen: 1) daß die Staaroperation unter den Arabern und Mauroipaniern, namentlich die Depression, ihren historischen Glanzpunkt feiert vom Alter,thume her bis zum Mitrelalrer. 2) t/aß diese Zeit und dieser Ork die Ausgangspunkte geworden find für die A u s b r e i t u n g n a ch den Lä n b er -- R adi en d e S ü b r i g e n Europas. 3) daß die Operation von Juden verrichtet worden so gut wie von Arabern und MozarabeS (Mauro pauiern). 4) Endlich, daß die Staaroperation in jenen Zeiten nicht, wie die meisten Historiographen geschrieben, blos von umherreisenben Staarstechern geübt worben, sondern auch von erprobten und berühmten Chirurgen. Dr.—r. Liter arische «riefe. Von Ad. Neu b a u er. II■•) Unser Jahrhundert ist ein a l ln m fa ssend e S ohne Zweifel, Wir verdanken ihm politische Fortschritte, religiöse Toleranz. Förderung der Künste und Aneiferung für wissenschaftliche Studien. Wer wird es in Abrede Kesten wollt», daß zu letzteren die orientalischen Sprachen gehören und diese die hebräische Sprache in ihre Mitte genommen ha« den, die hebräische Literatur, nicht nur das biblische Feld. sondern alles, was in und über diese Svrache geschrieben worden? Wirft mau einen Blick in die Vergangenheit, ich meine um 30—40 Jahre zurück und srogt, was haben wir von der rabbinische» Literatur gekannt? So muß ich antworten viel und nichts. Freilich besaßen wir den Tal« mud, aber nur um zu wissen, ob dieser oder jener Rabbiner einen kürzcrn oder längern Chiluk halten, Fragen aufwerfen, Widersprüche rügen wird, um das Vergnüge» zu haben, in langen Pilpulim ant« Worten zu können und ohne der verschiedenen Schulen und Ortsbestimmungen Rechnung zu tragen. Dasselbe geschah auch mit der großen Reihe der Kommentatoren dieser ungeheuren Eneyklopädie. die wir allgemein mit Talmud bezeichnen. Hier ist Raschi h erb, gestatten Sie mir diesen Ausdruck, da widerspricht sich Rambam und Rabed, als wenn zwei Männer nicht verschiedene Ansichten haben, und in dogmatische» Auffassungen aitScinaudergehen dürften אל( (אל! דברי אלהיט היי□; ja oft fällt es gar einem SchabbeSbocher, wenn nicht dem gro« ßen Rabbinen ein, daß Moseö und Pharao sich in den Haaren liegen, Haman und Mordechai auf dem dogmatischen Fechtboden sich prüfen, und Alles wird sodann geschlichtet mit der naiven Erklärung, daß er« stere der Meinung Raschis beipflichten und letztere dem Toßafot Recht geben. Was brauche ich erst von den Mysterien eines 8 מהרש״א“ sprechen, dessen 'ורוק uns so viel zu schicke.», machten; welcher Lorbeerkrauwar nicht.zu erringen, wen» man den-lakonischen Mah r a-m *) S. vor. Jhrg. Nr. SO. S. 894.

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