Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 9 (28.2.1866)
- Date
- 1866-02-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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176 iX.7(5 Schis, der nur Randglossen, dir nur tut weitern Bearbeitung dienen foilteN, hinlerlassen, verstellen fotitife! Ru'sische Bäder kannten wir auf unseren ישי2יה nicht, dciin vom Waschen war — außer aus vogmatische» Rücksichten — gar keine Rede׳, aber statt deren haltet! wir den Pne Jehoichna zn Ündiren, der auch ein wenig schwitzen machte. O, welch glncklcche Zeilen, wo man schon als kleiner Junge ein Wellwunder sein konnte, und zur Bar-Mizwah schon ein anerkannter Autor, indem man seine Derascha selbst zufammenstellen und noch die Diskus« siviicii der schwergepoiizertei, Laindoiiim ertragen konnte'. Wußte man auch ein wenig Grammatik und konnte man deutsch lesen, so war man auch schon ein geschitkier Mann; Latein gehörte zu den Seltenheiten, streifte an ApikorsoS und wurde an vieten Schulen mit Bann belegt; Wer den Preßburger Rabbiner als Vertreter Gottes ansteht, darf nicht 6ens dtklinircn können. Nicht besser ging cs mit den filosofi schen Werken, wie MaimonideS Moreh, I Halev>S Kulari u. A. Der Impuls zu diesen Studien und jede Vorbildung für dieselbe fehlte. Der Rabbi hatte diese Bücher nicht geleseu, so dursten es die Schüler auch nicht thun, ganz talmrdisch דכי לא שנה ר״ הייא כע״ל. Cbobath ha-Laboboth und an, dere, die nicht so grell filoiostsch sind, wurden stillschweigend gestattet, aber wie daS Griechische im Talmud בשעה שלא יום ,'לא לילה, in den kleinern Feiie», zwischen Purim und Peßach, wo der Rabbl zuvor •fein מי■ הלכה זתוספורז die Welt geschickt hat und nun für die große Dissertation am שבח הגדול sich den Kopf brach, und in den großen, um den Monat Ab herum. wo der Rabbi ins Bad ging, um sich von seiner Rlesenarbeit zu erholen, konnte ein Theil der Talmudjünger diesen pr o sa n en Büchern sich hingeben, während ein anderer Theil auf Knnstrersen sich begab, zu welchen Laudparthien der Rabbi den Paß gab, und wehe dem, der beim große» Verhör (vulgo Gramen) nicht gut bestanden oder der 'sich in auswärtig!» Studien □ספדי 1וצונים eingtlaff'H — denn auch die Jeschiboth hatteu ihre geheime Polizei, —für diese war keine Rettung, sie konnten sich nicht der freien Natur erfreuen, gestoßen und zurückgesetzt, mußten sie sich in die Erde zurückziehen טמא טמא יקרא! Wie ging cs denn der hebräischen Poesie? den Psalmen und der spanischen Schule? Jeden Tag der Woche einen 21' Tillim. am Zom Kippur-Abend das ganze Buch, ohne nur zu merken, daß diese Sprache einst den Glanzpunkt des jüdischen Reiches ausmachte und heute noch als unübertrefflich — im Vergleich mit der religiösen Poesie anderer Völker — angesehen wird. An Fest- und Feiertagen Neziiation der vielen Pi'jjur'im. in dem Bußinonate die ungeheure Menge von Selichoth und Pisemonkm, ohne der Männer zu denken. die diese, oft Meisterstücke gedichtet. Wer weinte nicht bei dem שופט כל הארץ, wußte aber irgend einer. daß dessen Dichter in der Blüthe seines Lebenö gestorben, hienieden unglücklich war und uusern Lenau repräsentirt, doch aber ein fi vsofischcs Lehrgebäude errichtet, in der die Scholastik gemüthlich hauste. Weiche Andacht trat nicht ein, wenn der erste Zion 'הלא השאל am 9. Ab angestimmt ward; die ganze Jugend, die sich gegenseitig mit Kletten und Pantoffeln geworfen, ist in Stillstand versetzt: Gedachte auch Jemand des großen Verfassers,? welcher Rabbiner hat in seinen Vorträgen seine Schüler darauf aufmerksam gemacht, trotz des כל האומר דבר בשם אמדו? Mit Stillschweigen übergebe ich die kabbalistischen Studien. Im Sofar ist noch heute jeder Druckfehler eine קדושה und davon sagen wir auch: 1101! me tangere. Korrespondenz. AuSlanv. London, im Februar. Die neue, von der Regierung vorgeschlagene Eidesformel ist so abgefaßt, daß sie von Mitgliedern jeder GlaubenSgenossenschast ohne Gewissenserupel gebraucht werden kann, für keine Beleidigendes enthält und nichts in sich schließt, was mit den Bedürfnissen der Gegenwart im Widerspruche steht. Sie lautet; ״Ich N. N. schwöre, daß ich Ihrer Majestät ein treuer und ergebener Unterthan sein, und sie und ihre Krone mit aster meiner Kraft gegen jede yerrätherische Verschwörung schützen will, die gegen ihre Macht, Krone und Würde gerichtet sein sollte." Wit Ausnahme ultraorthodorer Tories werden wol Wenige gegen diese Fassung Einwendungen erheben. Die früheren Bedenken, daß das Parlament seinen christlichen Charakter einbüßen könnte, waren von jeher nur ein Borwand unduldsamer Geister gewesen und können ohne Gefahr der Lächerlichkeit kaum mehr vorge, bracht werden , seit es sich herausgestrlit hat, daß die Hochkirche , trotz der Anwesenheit mehrerer RotschildS. GoldsmidS und SalamonS im Partamenre von ihrem früher» Wolsein nichts eingebüßt hat. Inland. Hf, Pest, 24. Feber. Während in manchen großen Städten der Provinz die wohltbätigen Frauenvereine bereits Eingang gesunde» und sich in segensreichem Wirken entfaltet haben, konnte unsere viel größere und reichere Gemeinde , die den übrigen an WohlthätigkeitSsiu« doch auch nicht nachsteht, sich einer derartigen Institution bis heute noch immer nicht erfreuen. — Nun endlich scheint dem anders zu werden, nachdem dieser Tage eine diesbezügliche Dorberathung staitgefiinden und die Einleitung weiterer Schritte besvrochen wurde. — Den ersten Beitrag zum Fände dieses Vereines hat Frau Laura Deutsch geb. Weiß geliefert, iiivem ste für obigen Zweck 500 fl. spendete. — Bis jedoch dieser Verein ins Leben tritt, werde» die Zinsen dieses CapitaleS unter die Arnien vertheilt. Ferner, hat Herr Bernhard Deutsch. Sohn deS rühmlichst bekannten Herrn Ignaz Deutsch auS Arad 500 fl. zum Fond eines zu erbauenden SchuthauseS geschenkt, und fließen die Zinsen dieser Summe bis zum Eintritt des betreffenbeu ZeilvuukieS dem ifr: Spitale zu. — Zum Baue desselben Schulgebäudes hat Herr KnltuS- Vorsteher Samuel Deutsch '500 fl. gespendet und für diesen Betrag Pfandbriefe im Werthe von 700 fl. der Gemei,1de-C>׳ssa übergeben welche Acte nachahmungSwürdigrn WohlihätigkettS- und Gemein,InneS wir mit Genuglhuung registrireu. Wie wir vernehmen, soll das Comiiä Behufs Vorberathnng über Anflellulig des ungarischen Predigers bereits constitnirt sein. Die Incorporationen in den Gemeiiideverband nehmen einen erfreulichen Fortgang. - Es darf gewiß als Zeichen ver Popularität unseres gegenwärligcn Vorstandes gelten, wenn sich schon bis heute mehr als 100 Personen, ganz ans freien Stücken, zur Inkorporation meldeten, wodurch der Gemeinde eine Einnahme von mehreren tausend Gulden, erwächst. Neulich Halle Ihr Korrespondent wieder Gelegenheit ein Meiüerstück auo der weltberühmren Porcellan-Fabrik unserer GlaubeiiSgriiossen Moriz Fischer in Herend zu bewundern. Es war dies ein in schönster SävreS-Manier gehaltenes Theeservice, welches in Händen ei.nes Privaten destomehr an Bedeutung gewinnt, als die genannte Fabrik bekaunilich doch einzig und allein auf fixe Bestellung der Höfe und höchsten Herrschäften arbeitet. Das Stück wurde von dem Fabrikanten Herrn Dc. Hirschler verehrt, als Zeichen aufrichtigster Anerkennung, die derselbe seinem verdienten Compatrioten zollt. 8. Pest. 25. Feber. Der erste isr. Kranken- und Leichenverein mittelloser Gemerbsleute hat den Ausweis über seine Gevahrnng im vergangenem Jahre ver Oeffenlllchfelt übergeben, Ausgaben. 1881 ft. Gegenwärtiger Vorstand: H. Schamburg. Simon Pollak, Levy MarkovitS , Mar Ehrlich. Dem Vorstande steht ein Ausschuß von '8 Mitgliedern zur Seite. K. Pest, 20. Februar. Der jüdische Frauenverein, dessen Gründüng seit so langer Zeit veniilirt wird, ist endlich im Entstehen begriffen. Unser Vorsitzer, Herr Länyi, hatie den ehrwürdigen Herrn Oderrabbiner Dr. Meisel ersucht, eine Art von Patronal über den Frauen׳ verein anzunehmen, was derselbe auch bereitwillig zutagte. Allein in Rücksicht darauf, daß Herr Dr. M. von der Suvpenanstalt. der Talmud-Thora-Schule und dem Lehrervererue sehr in Anspruch genommen wird, und mit dem Dr. Natonek in Stuhlweißeiiburg an einem n׳׳uen Werke arbeitet, sahen sich die betreffenden Damen veranlaßr, Se. Ebrwürden von seiner Zusage zu elilbinden, und ihm selbst die Eröffnung der ersten Versammlung zu erlassen. SzenteS, 21. Februar. Vorigen Sabb. Hai Herr Rabbiner Roth mit glänzendem Erfolge in unserer Synagoge gepredigt. Der Vorstand richtete folgendes Schreiben an ihn: Auf den laut Konkurs- Ausschreibung vom 15 November v. I. vakanten Rabbiiiarspostei, in unserer KnltuSgem. reflcktirend, haben Euer Ehrw. große Gelehrsamkeit und ein besonderes rethorischeS Talent in der-am 15. dieses abgehaiteuen Tredigt bekundec. Nicht minder zeigten Sie bei dem Besuche der Schule, wie sehr Sie diese Pslanzstäite lieben. und mit welcher Umsicht Sie das Gedeihen derselben befördern können. Demgemäß findet sich der gefertigte Gemeindevorstand freudigst veranlasst, diesen unfern Dank Ihnen dafür auSzusprecheu. Genehmigen Euer Ehrwürden die Versicherung unserer besten Wünsche, womit wir zu zeichnen die Ehre zu haben. SzenteS. am 18. Feber 1864. Euer Ehrwürden wohlwollender Gemeindevorstand ׳ Fischer. v. Aus dem südlichen Böhmen, im Februar. Die Gemeinde zu Patzan, die ungefähr dreißig Familien zählt, hat vor 12 Jahren einen Religionsweiser gewählt, der seinem Berufe mit musterhafler Ge« wiffenhaftigkeit oblag. Nun reformirt die Gemeinde ihre Synagoge und ihren Gottesdienst, und inaugurirt ihren Fortschritt damit, daß sie ihren treuen Seelenhirlen brodlos macht! Ein solches-Vorgehen bedarf wirklich keines Kommentars! Szegedin,! Leipzig, Srlbfivrrlag der tzedalMoü. Lommissions-Vrrlag von Franz Wagner. Druck von Stgmnnd Burg er-in Szegedin. Hievzn «Ln Bieylelboge» Beilage.