Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 9 (28.2.1866)
- Date
- 1866-02-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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strengeren germanofräukischen Asketen des Mittelalters haben Ihr Fasten auch am Sabbathe nicht unterbrochen, wie von R. Jehuda dem Frommen ausdrücklich berichtet wird. 8) ■ 4. Die Darstellung des HauptgegenstandeS ist hier ebenfalls nicht frei von Ungeuauigkeiten. Ungenau ist die Angabe, daß die Opferbeistände (מעמתח) nur aus der nichtpriesterlichen Volksmenge gebildet wurden. Die Quellen berichten auf die unzweideutigste Weise, daß auch Priester und Leviten Mitglieder dieser Repräsentanz waren. 3) Historisch betrachtet ist es jedenfalls bedenklich, daß weder die palästinensische Mischna, noch die Toßifta das fragliche Fasten kennet. Und wenn man eö mit dem Wortlaute der Baraitha — nach der Emendation des Wilnaer Gaon'ö — genau nimmt (Taan. 27, b), haben gerade die in Jernsalem anwesenden Repräsentanten n i ch t gefastet. Nur auS dem jungen Soferim-Traktate läßt sich ein Zeugniß für das Fasten derselben anführen (17, 5). Die dienstlhuenden Priester waren, wie aus Taan. 2, 6. erhellt, selbst von manchem Fasten dispensirt, das für Andere obligat war. Ueberhaupt scheint die ganze Repräsentativ.-Verfassung zur Zeit des Chronisten noch nicht vorhanden gewesen zu sein; wäre sie eS gewesen, hätte sie der Chronist schwerlich unberührt gelassen. Auch hat מעמד in den Büchern der Chronik noch seinen ursprünglichen Sinn. Für die Angabe des Theophrastos dürfte mithin im jüdischen Alterrhume ebensowenig ein Anhaltspunkt zu finden sein, als für die des römischen Geschichtschreibers Justinns, nach welcher das Fasten am Sabbath als Regel gegolten haben soll. Ist daS Gesagte richtig, so schwindet auch der Grund, ans welchem die Hypothese über die Beobachtung der Sterne ruht (S. 115). Da überhaupt zu jener Zeit noch nicht gefastet wurde, brauchte man wegen des Fasttagsschlnffes nicht nach den Sternen zu blicken. Eher dürfte an die Beobachtung des Neumondes zu denken sei, von welcher die Griechen gehört, und die sie mir dem Opserrituö in Verbindung gebracht haben mögen. Zum Schluffe haben wir noch den wahrhaft bedeutsamen Schluß der vorliegenden Abhandlung hervorzuheben. Nachdem der Herr Verfasser die Polemik griechischer Denker gegen die Thieropfer charakterisirt hat, fahrt er fort: ,,Mit wie zäher Widerstandskraft nun auch der volksthümliche Hellenische Kultus noch Jahrhunderte lang sich gegen alle diese filosofischen Reformversuche behauptete, es kam doch eine Zeit, wo der Gang der Menschengeschichte die Bestrebungen der hellenischen Denker veistäikt werden ließ durch die Strömnng der politischen Ereignisse und der religösen Bewegungen innerhalb desjenigen Volkes, welches mit dem hellenischen den Anspruch theilt, die geistigen Lebenswege der modernen Kulturvölker vorgezeichnet zu haben. In Judäa war zwar von früh an das blutige Opfer auf Einen Punkt des Landes, auf den Tempel der Hauptstadt, beschränkt; dort hatte eS aber die vollste Ausbildung und eine,weder durch Profetenrede, noch durch Religionsspaktung erschütterte Festigkeit ') Berach 31, b. «nd Toßaf. das. B'th Jos. zu Tur O. Eh. 268. *j M. Taau. 4, 2. und änusch. das. erlangt; so lange der Tempel in Jerusalem anfrechtstand,? machten auch die vielen ״Myriaden" der ersten, an dem jübischen Gesetze festhalteuden Christen keinen Versuch, sich vom Opferritus loszusagen, und jenen ״Myriaden" zu Liebe hat sogar der Apostel Paulus sich zu einem Nasiräeropfer bequemen wollen (Apostelgesch. 21, 20. 26; 24, 17). Nach Titus Verheerung der Tempelstadt war jedoch für die Juden die Nüthignng und für die Christen die Möglichkeit gegeben, den alten prvfetischen Gedanken zu verwirklichen, welcher das ״Wort zum Entgelt der Stieropfer" bestimmt' (Hof. 14, 3; Hebräerbr. 13, 15); und im Wetteifer Mit׳ den Verkündern der neuen Religion fühlten nun auch Nachzügler der hellenischen Filvsofie sich getrieben, die schon während Hellas Blüihezeit eiugeleiteten Versuche zur Vereinfachung des Gottesdienstes mit gesteigertem Ernst fortzuführen. So hat es denn der verbündete. Einfluß hellenischen Denkens, palästinenscher Begeisterung und römischer Städlezerstörnng das Aufheben der Thieropfer bewiikl und dadurch auch auf dem Gebiete der Neligionsübung eine scharfe Grenze zwischen dem Allerthume und der Neuzeit gezogen." (S. 130. 131). Was nun die ״Nölhignng der Inden", ״den alten profelischen Gedanken zu verwirklichen", betrifft, so ist in neuester Zeit vielfach darüber gestritten wordon, ob der Opferkultus nach, der Zerstörung des jerusalemischen Tempels wirklich ganz und gar aufgehört habe. ׳ Für die theilweise Fortdauer ist mehr, denn Ein talmudisches Zeugniß angeführt worden.^) Die synagogale Liturgie hat sich den alten profetischen Gedanken, welcher das ״Wort zum Entgelt der Slieropfer" bestimmte, angeeignet; jedoch nur in provisorischer Weise. Das Wort ist ihr ein Surrogat, dessen Gebrauch auch dazu benützt wird, die Restitution des Opfers zu erflehen. Die ״weiigretsende Bedeutung des religionsgeschichtlichen Umschwungs", welche Dr. Bernay's dem Aufhören der Opfer vindizirt, begreifen mithin nur die wenigen Synagogen, in denen die Wiederherstellung der animalischen Opfer nicht mehr erfleht wird. Und es kann gewiß nicht überraschen, bei einem das Altcrthum mit so freiim, unbefangenem Geiste auffasseuden Forscher, wie Dr. BernayS, dieselbe Anschauung vom Opfer zu finden. Ae Mtn in ]Mim unb.Me Montfalüm; jMälliiuus. Ein Fragment ans einem noch unedirten Geschichtswrrkk. Bon I. Wie sn er, .Nreisrabbiner. (Fortsetzung?) II. Zur Hebung des Tempels zu Jerusalem und seines Opfttkultus gehörte auch eine angem.ffene Bevölkerung der Stadt und ihre Befestigung gegen feindliche Ueberfälle, damit <) ChajkS: שו״ת מחר״ץ Sflr; 76. Napovort in Kodafs Jkschurun, 2. Heft S. 54 ff. Ans tiefnt Virbeuni rrfrlir ick. daß sich auch Grütz, Fnedmann (?) und Fiirdnnbal an der Äp1:rrmrfr >1־b<i* * tigt hadkn. Zch würde mich gegen dnij-uigm febr v.-,pfl (bin 1»t,ln1, der die Güte hätir, mir miizuilikiien. wo die brzü glich»» Ar beitrn der rd«n genaunt,n Ärtrhrtrn zu fruden jrud. *) S. dir vorige Numairr.