Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 8 (21.2.1866)
- Date
- 1866-02-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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148 147 Inden der bei den griechischen Opfern herrschenden Genußsucht als Muster vorznhalten." (S. 112. 113.) (Schluß fofgt.) Die Men in Persien unö Sie paMiulL. Ein Fragment aus einem noch unedirten Geschichtswerke. Bau Z. Wiesner, Kreisrabbiner. (Fortsetzung.*) II. Diese Thatsache wird von der Tradition konstatirr, indem sie sagt, daß die babylonischen Geschlechter, der Genealogie nach die reinsten, die palästinensischen hingegen minder rein seien.') Noch entschiedener lautet der Ansspruch: ״Als Esra nach Palästina zog, ließ er die reinsten Geschlechter zurück und nahm nnr die von zweifelhafter Reinheit mit nach Palästina."") Selbstverständlich konnte man von den neuen Ein- Wanderern Palästinas, die in jeder Beziehung ihren Brüdern in Babylonien so weit uachstanden, den Geist und die Gesinnungstüchtigkeit nicht erwarten, mit denen dort die Gotteslehre bearbeitet, geübt und zum Gemeingute des Volkes gemacht worden war. Die Schulen Babyloniens standen ohne Zweifel lange schon in Blüthe, bevor im heiligen Lande in der Nähe des GotteStempels auch nur eine schwache Spur einer derartigen Anstalt sich gezeigt, und jede Thätigkeit, jeder Fortschritt, welcher auf dem Gebiete der Religionölehre Jahrhunderte hindurch bis etwa im letzten Jahrhundert vor der Zerstörung des Tempels durch die Römer, in Palästina hervvrtritt und sich bemerklich macht, ist nur auS dem Verkehre mit Babylonien herzuleiten und gibt nur einen .schwachen Rester von dem, was um . diese Zeit in Babylonien zu Tage gefördert worden. Leider ist uns von den Gelehrten, von den Meistern, die dort in diesem Zeiträume gewirkt, und von ihren Leistungen durchaus nichts bekannt worden, aber von den Persönlichkeiten, die von Zeit zu Zeit von jenseits deö Euphrats kamen und der Mission, die ihnen in Palästina zu Theil wurde, laßt sich der richtige Schluß ziehen auf den Geist, der in jenen Gegenden gewaltet. Die Tradition sagt: ״Als die Gvitesleyre (in Palästina) vergeffen war, kam Esra aus Babel und begründete sie von Neuem; wieder, war sie vergessen, da kam Hillel der Baby Ionier und brach ihr die Bahn, noch einmal war die Gotteslehre im Verfalle. da kamen R. Chija und seine Söhne aus Babylonien und halfen ihr auf."") — Wir werben in der Folge Gelegenheit finden, über die augesührreu Personeu und noch andere einflußreiche babylonische Gelehrte weitläufiger zu sprechen. Soviel ist jedoch jetzt schon klar, daß Palästina Jahrhunderte hindurch in intellektueller Be- Ziehung von den Brosamen lebte, die ihm von Babylonien ,zukamen, und baß es auch bann, alö das wissenschaftliche Leben in Palästina (unter R. Jehuba Ha-Naßi) seinen Kulmliiationspunkt erreicht hatte, der Unterstützung von Babylonien aus nicht gut entrathcn konnte. Wol hatte Esra, als er von Babylonien abging, die Absicht, die Gotteslehre in Pylästina ebenso heimisch zu machen, wie sie es in Babylonien war. ״Denn Esra richrete", wie die Schrift ,agt, ״seine ganze Aufmerksamkeit dahin, die Gotteslehre zu erforsche» und auSzuüben, wie auch Gesetz und Recht in Israel zu lehren."^) Aber in Palä- S. Nr. 6. *) Aidbllschin 71, a. ') Dcleibst 69. ti. ©ulfa LO, a. j. Oiaschi zu £!. 4) ISi'ra, 7 , 10. stina angelangt, wurde der größte Theil seiner Thätig keit 1 sowie auch später die Nehemia'S in ganz anderer Weise in .Anspruch genommen. ES handelte sich zuvörderst um Die Eristenz der Kolonie, welche durch mannigfache Unordnungen. Schäden und Gebrechen ernstlich in Frage gestellt war. Durch die häufigen Vermischungen mit den benachbarten götzendienerischen Völkern war nicht nur die mosaische Religion, sondern auch die israelitische Nationalität arg bedroht; es stand zu befürchten, daß in kurzer Zeit die israelitischen Ansiedler Palästinas in den heidnischen Stämme» ihrer Umgebung völlig aufgehen werden.") Das Vorgehen der Reichen hatte bereits die ärmere Volksklasse nicht nur um ihr Besitzthnm, sondern auch um ihre Freiheit gebracht, und Israeliten nahmen keinen Anstand im krassen Widerspruche mit dem mosaischen Gesetze ihre eigenen Brüder zu Sklaven zu machen.") Alle diese Uebelstände konnten nur mir größter Anstrengung abgestelll werden. Sodann mußte es als eine Hauptaufgabe der neuen Organisatoren betrachtet werden, den nationalen Opferkultus wieder auf fester Basis zu begründen, Priester und Leviten in ausreichender Anzahl für den Dienst deS Heiligthumes zu gewinnen und den Tempel selbst, wie seinen Dienern ihr ordentliches Einkommen zu sichern. Denn das Wiederausleben der jüdischen Nationalität war mit der Wiederherstellung ihres nationalen Kultus eng verknüpft, und war auch dahin das Augenmerk nickt nur der Juden Palästinas, sondern auch derjenigen außerhalb des gelobten Landes und insbesondere der im persischen Reiche, welche den Tempel zu Jerusalem mit ihrem Vermögen reichlich nuterstüylen^), ganz vorzüglich gerichtet. Alle fühlten sich in ihrem Bewußtsein mäcktig gehoben durch die Thatsache, daß ihr alter Kultus auf vaterländischem Boden seine ehemalige Herrlichfeit׳ entfalte, und den Völkern gegenüber eine achtunggebielende Stellung wieder einuehme, obschon sie sich doch nicht bewogen fühlten, ihre gegenwärtige Heimath zu verlassen, um an diesem Kultus sich persönlich zu betheiligen. — Die- . fern dringenden Bedürfnisse wurde Rechnung getragen durch die Konvention, welche auf Veranlassung Nehemia'S 8) bei einer Versammlung des Volkes oder dessen Häupter abgeschloffen wurde. Nach dieser Uebereinkunft war jeder erwachjene männliche Israelin verpflichtet, einen jährlichen Beitrag von ein Drittel Schekel für den Tempel zu leisten. Die Grundbesitzer machten sich verbindlich, die Erstlinge vom Getreide, Banmfruckt und Vieh der mosaiscken Vorschrift gemäß in den Tempel zu bringen und den Priestern zum Genüsse zu überlassen, die Zehnten aber von Getreide , Most und Oel iu die Vorrathskammern des Tempels abzuliefern, woselbst diese von Priestern und Leviten in angemessener Weise vertheilt werden sollten. Gewisse Familien gingen auch für sich und für ihre Nachkommen in die Verstichtung ein, abwechselnd zu bestimmten Zeilen das Brennholz für den Opseraltar zu liefern.") tFons.!01^.1 Statuten - Entwurf -es in Deutschland gegründeten Vereines für allgemeine Angelegenheiten des Ludenthums. §. 1. 3) rr 5Bfrri11 für 0 II fl f m f i!1 f ® 11 ij e 11•!) r 11!1 f ו! r n t> kS IudknIhn m s Ha, fai Zweck, fine lebendige Theilnahme für alle diejenigen Angelegeiiheiit» und Begebungen. k»r bao Gesammlitikerrffe des Zudeulhums veiüheen, rege zu eryutreu Mb dieselben iurch geuieiuumeö ihaliräfligeS Wicke» zu fördern. 6) SDaiflbil'9. ' ') Nchfui. 5, 7) Tsra 7, 16. *) Neheui. 10. *) Dajelvil. ^66635