Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 7 (14.2.1866)
- Date
- 1866-02-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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135 136 Billitz jun. Zu 84 fl. spendeten Frau Nantschi Engel, Frau Trentschi« »er, Frau A. Krau-, Frau Schaffer, Frau S. Kastl, Frau B. Kastl, Frau S. Käufer, Frau.Rabbinerin Ehrlich. Eine unbenannte Dame aus Pest 10 fl. Mit den kleinern Spenden zusammen kommen also wonatlich 42 fl. ein. — Ueberdies vertheilt der hiesige Frauenverein all« monatlich 25—30 flan arme Witwen. Der Allvater segne ihre from« men Werke, gebe ihren Unternehmungen Gedeihen und beglücke unsere frommen Frauen! ' N. Stuhlweißenburg, 5. Zäner. Die hiesige Muttergemeinde hat den,Beschluß gefaßt, jeden Montag und Donnerstag zn Gun« sten unserer noch verschuldeten Synagoge Spenden sammeln zu lassen. Unter unfern Orthodoxen spuckt bereits der Geist der Zwietracht und wird das Band, das sie zusammenhält, bald gelockert sein. R. Nagy Kvllö, 4. Februar. Am vergangenen Sabbathe hatten wir den Hochgenuß, einen trefflichen Vortrag in unserer Syna« goge zu hören. Mittelbar verdankten wir diesen Genuß unfern wackern Gemeindevorstehern Fisch und Mandel. Daß die Freunde der Verwahr« losung und des Chedertyumes die Synagoge verließen, um dem Vortrage nicht beizuwohnen, wird den nicht überraschen, der die Richtung dieser Herren kennet. (Der Herr Berichterstatter vergaß, uns den Namen des Predigers uritzutheilen. Red.) Z. S. A. Ujhely, 7. Februar. Seit mehreren Tagen befindet sich unsere Gemeinde in der größten Aufregung. Diesesmal gilt es jedoch weder Wahlbewegung, noch der Anstellung eines städt. FiökaleS, bei welcher Gelegenheit beiläufig erwähnt, auch die Israeliten einen nicht geringen Einfluß übten. Die Berufung unseres Rabbi nach Groß« Tapolcsan ist die Ursache, welche Alle in Athem hält und mit Rechl, denn wie immer auch die Parteischattirungen auseinandergehen, heute ist nur ein Gedanke, der alle in der Gemeinde beherrscht: möge der Mann uns nicht verlassen. Gestatten Sie mir meiner Gewohnheit zuwider mehr Ausführ« lichkeit, als gewöhnlich; gehören wir doch alle, was die Bekämpfung der Chaßidäer betrifft, zur Partei des Herrn Jeremias Löw. Hunderte von Menschen harrten im Freien der Antwort des Rabbi, als der Vorsteher der hiesigen Gemeinde, Herr Albert Friedlieber, an der Spitze einer Deputation, diesen bat, doch seine» Entschluß aufzugeben. ״Nicht materielle Interessen bestimmen mich, diesen wichtigen Schritt zu thun, wüßte ich in Ihrer Mitte!egenöreich zu wirken und wäre nicht der Boden nach rechts und links uugeebnet; doch erwarten Sie nicht» da ich in dieser Stunde nun einmal nicht sentimental sein will und doch nach den Reden des Herrn Vorstehers und der übrigen Herren eS sein müßte, daß ich Ihnen allsogleich antworte, wählen Sie aus Ihrer Mitte ein Komiö und dem will ich gerne im Jutereffe der heiligen Sache die Gründe entwickekn. die mich bestimmen» meine Stelle in dieser Gemeinde niederzulegen; daß ich nicht mich im Auge habe, beweist der Umstand, daß ich einer Berufung in eine viel kleinere Gemeinde folge und würbe ich mich freuen, so der hiesige Posten recht bald durch einen geeigneten Rabbi besetzt würde." Diese wenigen Worte aus der vom Herzen kommenden Rede un» sereS geehrten Herrn Rabbi mögen Ihnen sagen, wie die Dinge bei uns stehen. Aber wie immer anch die hiesigen Verhältnisse sich ent« wickeln mögen, es bleibt immerhin erstaunlich, wie es möglich, daß in den letzten Jahren der Ehaßidismus so viele Herzen eroberte. woher es gekommen, daß die Aufgeklärten seit längerer Zeit mit den Chaßidäern Hand in Hand gingen, daß die. Chaßidäer einen Druck auf alle Verhältnisse unserer Gemeinde ausüben und in der jüngsten Zeit damit umgingen, einen Rebben, Ballen und SchameS aufzunehmen. Doch werfen wir einen Schleier aus dieZ Vergangenheit und hoffen wir, baß die mächtige Stütze gegen Ehaßidismus und Rebbethum diesre Gegend noch lange znm Heile Israels erhalten bleibe. Brief eines nordimgariscliea Chassidäers an den elirw. Herrn Rabbiner David Oppenheim in Gross- Beoskerek. Werther Heb David! Ich titulire Sie nicht Rabbiner, weil wir, die Gemeinde der Chassidäer, sowie überhaupt die Gottesfürchtigen und Vollkommenen in Israel, einen Menschen der בלשון לעז predigt, niemals Rabbiner tituliren. Es ist uns zwar nicht unbekannt, dass Sie unter den Apikorssim für keinen guten Prediger gehalten werden, indem Sie ein Mann unbeschnit• teuer Lippen sind.. Um so grösser ist aber Ihre Schuld! Diejenigen, die eine geläufige Zunge haben, werden von der bösen Begierde aufgestacheltj dass Sie als Prediger und Redner glänzen sollen. Sie glänzen nicht, und die Apikorsim verspotten Sie, es hat also den Anschein, dass Sie nur להכעיס Prediger sind. Meine Seele trauert über Sie, wenn ich bedenke, dass Sie von diesem Ihrem Thun werden Rechenschaft geben müssen vor dem König der Könige, dem Heiligen, gelobt sei Er. Es steht aber jetzt ein Weg vor Ihnen offen, wodurch Sie Ihr Glück in dieser Welt und Ihr Heil in jener Welt begründen können. Sie haben vor Kurzem zwei Artikel gegen diesen 8zs- ^ediner Apikoress ״Ben Chananja“ geschrieben, und diese Artikel in zwei verschiedenen Zeitungen abdrucken lassen. Darin haben Sie Ihre Kraft und Ihre starke Hand gezeigt. Warum bleiben Sie also in Becskerek, wo man Ihre Predigten verspottet, und wo Sie sich das Jenseits nicht erwerben können? Kommen Sie zu uns, theurer R. David! Wir werden Ihnen Ihr Auskommen in Ehren verschaffen , und Sie werden Gelegenheit haben, sich Vollkommenheit anzueignen. Von unserer Seite wird Ihnen nur ein einziges Geschäft übertragen: Sic schreiben jede Woche einen Artikel gegen die Apikorssim ganz in der Weise, wie Ihre beiden letzten Artikel geschrieben sind. Hauptsächlich müssen Sie gegen den Szege:!iner ״Ben Chananja“ schreiben und schimpfen, der durch unsere Sünden, deren viele sind, auch in unserer Gegend Anhänger gefunden hat. Vor Kurzem hat ein alter Talmudist in meiner Gegenwart geäussert: ״Wenn ich junger wäre, würde ich den דרך הלמוד des Szegediner ״Ben Chananja“ annehmen!“ Wir haben also beschlossen, diesem Apikoress kräftig entgegenzutreten. Wir haben bereits einen Lamdarn gefunden, der in Betreff der Gemara Gegenstände gegen ihn schreiben wird. Sie, lieber R. David, wollen wir damit nicht belästigen, da Sie sictf mit der Gemara wenig befassen. Ich hoffe, Sie werden meinem Vorschläge Gehör geben. Antworten Sie mir bald unter der Adresse: Jakob Peiser in Ungvär, Poste restante. Inserate. Konkurs. In der Szegediner isr. Kultusgemeinde ist die Stelle eines zweiten Kantors zu besetzen. Jährlicher Gehalt 400 fl. ö. W., freie Wohnung und שהיסה. ' Bewerber mit guten Zeugnissen haben sich bis 1$. März l. Z. zu melden bei Dem Vorstand der isr. Lultnsgemeinde. Szegedin, 5. Februar 1860. - (2—2) Konkurs. <3-3) Ein musikalisch gebildeter Chor-Kantor. der auch Schächter ist, findet hier sofort eine Anstellung. Für diese Stelle ist ein jährliches Firum von 600 fl. ö. W. nebst den mit derselben verbundenen Emolumenten und freier Wohnung festgesetzt. Bewerber haben ihre mit den nöthigen Nachweisen belegten Gesuche bis längstens medio März l. I. an den gefertigten Vorstand portofrei einzusenden. Zur Abhaltung eines Probevortrages wird nur derjenige zugelassen, der eigens hierzu aufgefordert wird. Reisespeseu werden nur dem Acceptirten vergütet. LugoS (Banat). L7. Jäner 1863. Der israelitische Kultuö-Vorstand. L. Löwinger. Szegedin, .; Leipzig, Selbstverlag der Ledaklion. >, Lommisstous-derlag von Frans Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. Hierzu ein Viertelbogen hotniletifche Beilage.