Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 7 (14.2.1866)
- Date
- 1866-02-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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133 134 mit einer wortgetreuen Ue Versetzung der pro feilschen Schluß« Vorlesung (הפטרות) behufs deßfallstgec synagogaler Vorlesung vermehrt ist, so können wir besonders diese neue Pentateuch-AüSgabe den Nell« gionslehrern und Synagogenvorbetern, sowie allen denkgläubigen,Jsräe« iiten, welche den geschichtlichen, moralischen und reltgcöseu Inhalt un« s-rer heiligen Thora zu erforschen bestrebt sind, in gewiffeahafler Un, Parteilichkeit bestens empfehlen! Zustände der jüdischen Gemeinde in Amsterdam. Von Zos. Kahn, Oberrabbiner zu Trier. Vorbemerkung. Verwandtschaftliche Beziehungen führten mich seit zwölf Zähren zu wiederholten Malen nach Amsterdam. Die dortigen jüdisch-religiöfen Zustände, welche, den öffentlichen Gottesdienst mit eingeschloffen, unter der Alleinherrschaft der Hyperorlhodorie stehen, erschienen mir so niederschlagend und erbärmlich, ja so mittelalterlich, daß sie mir wenig Interesse einflößten und ich dieselben nur mit wehmüthigem Herzen bc« trachten konnte. Die große Masse sich auf offener Straße bewegender Armen, welche theils verschiedene kleinliche Gegenstände auf eine Ohren zerreißende Weise feilbieten, theils aufs Zudringlichste betteln, um ihr Dasein zu fristen, machen das traurige Bild der dortigen Zustände noch trauriger. Unwillkürlich mußte ich ausrufen: Ist das die ehrwürdige berühmte Amsterdamer Gemeinde? Zch scheue mich nicht zu bekennen, daß mir der Anblick solcher Zustände oft Th'änen des Mitleids und der brüderlichen Theilnahme entlockte. ' Um so angenehmer berührte eS mich, als ich bei meiner letzten Anwesenheit in Amsterdam im November v. I. die Wahrnehmung machte, daß in den dortigen Zuständen, namentlich was Gottesdienst, Schule und Wohlthäligkeitöanstalten betrifft, eine höchst erfreuliche Wen« düng zum Bessern eingetreteu ist. Selbst dre Hyperorthodvrie ist dort zur Einsicht gelangt, daß sie dem nicht mehr ganz abzuweisenden Zeitgeiste einige Konzessionen machen muß, wozu die traurigen Borgänge mit dem Prediger Chronik das Ihrige beigeiragen haben mögen. Mit wahrer Herzlichkeit kam man alletilhalben mir, dem dem religiösen Fort« schritte huldigenden venlschen Rabbiner culgegen: einem Rabbiner, der den in Holland verpönt gelvescncn deutschen Näbbinerversammlungen von 1844, 1845 und 1846 als tbätiges Mitglied beigewohnt hat. Be« sonders erfreute ich mich beim Besuche der dortigen Anstalten einer sehr freundlichen Aufnahme, wofür ich den betreffenden Herren hiermit meinen Dank auöspreche. Bei der mir zugemeffenni Zeit konnte ich mich mit den Verhältuisscn der sefardischen Gemeinde nicht.genau vertraut machen; dagegen habe ich die der deutschen Gemeinde (□אשכנזי) näher kennen gelernt. Was ich nun gesehen und erfahren habe, will ich, — bisher durch un* verschiebliche AmlSgeschäfle verhindert, eS zu thun, — dem ״B. CH." mittheilen und intereffaute authentische Belege hinzusügeu. (Fortsetzung folgt.) L o r r e s p o n d e »)• Inland. /*. Wien, im Februar. Der k. k. UnterrichtSrath hat an den Redakteur des ״B. CH." nachstehendes Dankschreiben gerichtet : 33!״. Präs. Eure Ehrwürden haben der Aufforderung des Unterrichtsrathes, ihm durch Erstattung eines schriftlichen Gutachtens Zhre gütige Mitwirkung zu Theil werden zu lassen, ungeachtet Ihrer sonstigen zahlreichen Berufsgeschäfte mit freundlicher Bereitwilligkeit entspröchen, und Sich an den dieSfälligen Operaten in schätzenSwerther Weise betheiliget. Zch fühle mich daher verpflichtet. Eurer Ehrwürden im Namen des meiner Leitung anverlrauten ZustitnteS meinen verbindlichsten Dank auSzusprecheu, und hege die Hoffnung, daß im Falle der Unterrichtsralh auch bei anderen Gelegenheiten Zhre schätzbare Mitwirkung in Anspruch nehme״ sollte, Eure Ehrwürbeu dieselbe nicht versage» werden. Wien, am 2ö. Novefltbrr 1863. . Haimerl. ß. Wien, 11. Februar. Gestern hielt Dr. Landsberger, Lan« desräbbiner zu Heffen-Darmstadt, seine Probepredigt über 2 M. 22, 20: ״Der Engel ist GotieSwort; der Weg ist die Tugend; das Ziel ist der Friede." Dieses Thema führte der Redner auf eine Weise aus. welche ihm den Beifall der gebildeteren Zuhörer im vollstem Maße verschaffen mußte. Wien, 10. Februar. Am 24. März d. I. feiert der hiesige Oberkantor, Professor Sulzer, sein 40jährigeS Jubiläum. Die Theilnähme für den so populären Künstler ist ln den betreffenden Kreisen eine allgemeine. Das Komils, welches die würdige Feier, sowie die Sammlungen zu einer Ehrengabe leiten wird, besteht aus den Herren : Heinrich Brandeis, Kompositeur Goldmark, Dc. Frommer, Dr. Kneppler, Dr. Mosenthal, Dr. Schulz, Adolf Sonnenthal, IS. Tauber, Philipp Wertheimber. (Debatte.) Wien, 10. Februar. Der Vorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde hat in seiner letzten Plenarsitzung beschlossen, daß einmal wöchetulich ein Gottesdienst für die jüdischen Gymnasiasten abgehatte» werden soll, daß aber weder deutsche Gebete noch deutsche Gesänge in demselben einen Platz finden dürfen. (Debatte.) L. Pest, 6. Februar. Der in der heutigen Unterhausfltzung verlesene Adreßentwurf enthält den Passus: ״Von den Grundprinzipien der Verfassung ausgehend, wird Gerechtigkeit und Billigkeit gegenüber allen Klassen der StatSbürger ohne Unlerschred der Religion und Sprache immer die Richtschnur unseres Wirkens bleiben." Es ist die erste Kundgebung des Reichstages, die Licht über unsere Emanzipation verbreitet und wir registriren dieselbe mit inniger Freude;.denn sie zeigt, daß der von seiner Aufgabe so innig durchdrungene gesetzgebende Körper unseres Vaterlandes die religiösen Angelegenheiten, gleichwie die Frage der Nationalitäten, ״nicht mehr mit der Wage vergnngener Zeiten und älterer Gesetze messen" will. Pest, 8. Febr. Der WohlthätigkeitSverein ״Concorchia" hat soeben selnen in ungarischer und deutscher Sprache verfaßten Jahresbericht der Oeffentlichkeit übergeben. Die Vereinsärzte haben im -vorig in Jahre 1285 Individuen ärztliche Hilfe angedeihen lassen. . Fünf Muglieder wurden auf Kosten des Vereins zu Grabe bestattet, ihre Gral׳- statten mit Grabsteinen versehen und ihren Hinterbliebenen je 100'fl. ausgezahlt. Auf Arzneien wurden 1750 fl. verwendet. Vermögensstand des Vereins: 5483 fl. Der.Bericht ist von dem Präses, Herrn Karl Louis Posner, unterzeichnet. Mit ihm bilden den Vorstand die Herren: Josef Taußig, Nathan Schuck. Herm. Keller, Bern. Steiner. Der Ausschuß besteht aus 24. der Beirath aus 12 Mitgliedern. Auch Ijaj >r Verein neuerdings 12 Ehrenmitglieder gewählt, darunter drei Rabbinen: Fasset, Steinhardt, Zipser. Vfen, 8. Februar. Nachträglich habe ich zu melden, daß die bei der Ofner Syuagogeu-Einweihung vorgetragenen Gesangstücke großtentheiis von Herrn M. JeiteleS komponirt waren. Herr JeiteleS war früher Bassist und Chorbirjgent in Pest und er wäre geneigt, eine seinen Fähigkeiten und Kenntnissen angemessene Anstellung anzunehmen. ב״,ק. Füttfkircheu, Auf. Februar. Während unser wackerer Vorstand und mit ihm alle Mitglieder der ehrsamen:Gemeinde mit allen Kräften dahin strebest, unfern neu zu erbauenden Tempel balo aiifzuführen. bleiben auch unsere frommen Frauen nicht zurück, zur inneren Einrichtung und Verzierung desselben beizutragen. Zuvörderst ist eS ein פרוכת und eine ,תופר, das sie anschaffen wollen. Bald war auch ein Mittel zur Anschaffung eines solchen gefunden. Der löbliche Frauenoerei», an dessen Spitze die einer allgemeinen Achtung sich erfreuende Frau Froh ni Fuchs steht, berief eine Generalversammlung und diese beschloß, die zu diesen Gegenständen erforderliche Summe aur Subskriptionswege zu erlangen und sind bis heute nahe an 1000 fl. gezeichnet. — Di e gezeichneten Summen sind in monatlichen Raten zwei nacheinanderfolgende Jahre zu entrichten. Wir erfüllen nur-eine angenehme Pflicht, wenn wir den Hauptspendern hier unfern beste» Dank zolle» und ihrer Namen öffentlich Erwähnung thun. Ein für allemal spen« beten Frau Witwe Schwarz 50 fl.; ihre Tochter, Frau Maria Kraus 20 fl. Zn monatlichst Rate» abzuzahle» spendeten Frau Theresia Rein« feld 60 fl. Zu je 48 fl. spendeten Frau Schapringer, Frau Grün, Frau Fuchs, Vorsteherin. Zu 30 fl spendeten Frau Theresia Justus, Frau