Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 7 (14.2.1866)
- Date
- 1866-02-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543175-2543183--4627-2548621- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Oradea 1× ep/1002404
OCR text
123 124 dem einstimmigen Wunsche der Mitglieder der Commission für ärmere Gemeinden als Beisteuer zu Schulzwecken in Verwendung käme, — und somit auch der Wunsch derjenigen, die sich für die zweite Meinung erklärten, nahezu erreicht wäre. In Betreff des Errichtungsortes ist dieser gehorsame Regierungssitz der Meinung, daß die noch mangelnden zwei isr. Hauptschulen in Rücksicht auf die Erleichterung der unmittelbaren Oberaufsicht am Sitze des betreffenden Oberfchuldirektorö zu errichten wären, folglich die eine in Preßbürg, die andere in Großwardein, mit welchen Gemeinden, im Fall der allerguädigsten Annahme erwähnter Vorschläge, die nach Obigem nöthigen Unterhandlungen allsogleich in Angriff genommen würden. Da ferner die Besoldung der isr.' Musterhauptschullehrer weder ihrer Stellung, noch den gegenwärtigen Verhältmissen entspricht, wurde vorgeschlagen: b.) Daß ihre Gehalte erhöht werden sollen. Da jedoch die Erhöhung ihres Soldes zur Zeit auch die Vergrößerung der Pensionen nach sich ziehen möchte, wodurch dieser Fond doppelt belastet würde, hat die Motion allgemeinen Anklang gefunden, daß jeder aus dem isr. Schulfonde bezahlte Lehrer und jede Lehrerin 20^ vom Jahresbetrag als Wohnungszuschlag zu erhalten habe, was bei der Bestimmung der Pension nicht in Betracht komme; u. daß ferner die früher in Convent. Münze bestimmten, später in Oesterr. Währung umgewandelten Jahresbeträge zum nächsten Hundert, in Ö. W. genommen, ergänzt und zwar die Beträge von 525 fl. O. W. zu 600 fl. L. W. die von 635 fl. O. W. in 700 fl. £). W. u. s. w., hingegen die in neuester Zeit schon in O. W., in runder Zahl bestimmten Quoten um 50 fl. O. W. vermehrt werden sollen. Da gegen diesen Vorschlag der Konferenz von Seite dieses getreuen 1mg. k. Stattbaltereirathes nach Würdigung der Gründe kein Einwand obwaltet — erlaubt sich derselbe dessen allerguädigste Annahme unterthänigst vorzuschlagen. In Bezug aus die fernere Frage: ob die isr. Lehrerbildungsanstalten vermehrt werden sollten, erklärte die Berathungscommission, daß nachdem bei isr. Lehrerkoukurfen lehrbefugte Individuen sich bisher stets in gehöriger Anzahl betheiligt hätten, die Nothwendigkeit der Vermehrung gegenwärtig sich noch nicht erwiesen. Da dieser Umstand eine gründliche Widerlegung nicht zuläßt, beantragt dieser gehorsame Regierungssitz, die diesfälligen Verhandlungen auf die Zeit zu verschieben, wo etwa die Nothwendigleit der Vermehrung von dergleichen Lehranstalten in größerem Maaße fühlbar sein wird; — und ist in Betreff der hiedurch ersparten Kosten im Einverständniße mit der Berathungskömmission der unterhänigsten Meinung, daß dieselben für die Schule am nützlichsten und zweckmäßigsten benützt würden, wenn sie nach der an kath. Lehrerbildungsinstituten üblichen Gepflogenheit: 6) Zu 6 Stipendien a 60 Gulden für arme und fleißige Schüler an der Pester isr. Lehrerbildungsanstalt ver- 'wendet werden. /״" Nach Besprechung obiger die Musterhauptschulen be- ^reffenden Fragen bildete: (1.) Die Errichtung und Organisation der für Rabbinatskandidaten zu gründenden Lehranstalt den andern wichttgen Gegenstand der Berathung. In, Berücksichtigung dessen, daß in den mit den Hofvekreten vom 1. 8. 16. Feber und 1. März l I. Z. 4961, 5984, 7030, 7066 und 9824 herabgesandten und hiemit unterthänigst wieder unterbreiteten Petitionen mehrere Rabbinen, sowie auch einiger isr. Religionsgemeinden sich vom religiösen Standpunkte aus gegen die Errichtung eines ähnlichen Institutes erklärten, wurde zuvörderst die Frage besprochen ob die isr. Glaubens- Prinzipien nicht dem entgegen seien, daß eine Rabbinerbildungöanstalt errichtet werde, und ob die Gründung derselben überhaupt nothwendig sei? Indem die Mitglieder der Berathungskommiffion in Betreff dieser Fragen, gestüzt auf die im Protokolle ausführlich erwähnten Gründe, bestimmt sich dahin äußerten und erklärten, daß die Errichtung dieser Anstalt nicht nur nicht im Widerspruche mit den Prinzipien des jüd. Religion stehe, sondern, selbst vom streng orthodoren Standpunkte benrtheilt, höchst nothwendig sei, erklärten sie zugleich, daß die Gründüng derselben im Interesse des Jndenthnms unumgänglich nothwendig ist. Abgesehen nun davon, daß die gegen die Errichtung der Nabbinerbildungsanstalt Petitionirenden zur Unterstützung ihrer Aussagen außer der bisherigen, bei Ausbildung der Rabbinen üblichen Gepflogenheit, welche als ein die Errichtung des fraglichen Institutes vom religiösen Standpunkte aus hemmendes Hinderniß nicht gelten kann, nichts Tristiges beigebracht; ja vielmehr der Mangel an wahrer Religiosität, welcher bei den ungar. Israeliten alltäglich sich äußert / es wünschenswerth macht, daß die Zahl solcher Rabbiner vermehrt werde, die ihrem Berufe Genüge zu leisten vermögen, und bei deren sichtbaren Mangel die isr. Religiousgemeinden bisher gezwungen sind, aus Galizien und andern entfernter!! Ländern mit großen Kosten Rabbiner zu berufen, die zumeist mit alterthümlichen Vorurtheilen erfüllt, außer der Bewandertheit im Talmud aller gemeinnütziger Bildung ledig und mit den vaterländischen Verhältnissen unbekannt sind, und die Ausbreitung gesunder Cultur in zu hohem Maße hindern , als daß sie die moralische Erstarkung des ihrer Sorge anvertrauten Vollöstammes fördern könnten, und im Stande wären in Gemeindeangelegenheiten — sowie es in mancher Hinsicht ihre Pflicht wäre — als brauchbares Organ zu dienen, welchem Mangel die bisherige, bei Ausbildung der Nabbinatskandidaten übliche Geflogenheit, wonach diese von einzelnen Rabbinen, die außer dem Talmund selten irgend welche Kenntnisse besitzen, unterrichtet werden, keineswegs Abhülfe leisten kann — ist nach der unterthänigsten Meinung dieses gehorsamen Regierungssitzes eineRabbinerbildnngsanstatt, welche ihre Zöglinge nicht nur mit den betreffenden Wissenschaften, sondern auch mit andern, mit dem Begriffe der Bildung engverbundenen Keutuisseu vertraut mache, nicht nur nach den religiösen, sondern auch den socialen Zuständen der Israeliten benrtheilt, überaus nölhig, so wie auch Ew. k. k. apostol. Majestät von der gnädigen Absicht geleitet, das Wohl Ihrer ifr: Unterthanen zu fördern, geruhte,