Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 6 (7.2.1866)
- Date
- 1866-02-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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117 118 geachteter Lemberger Jude», das städtische Bürgerrecht zu erhalten, Mißlungen. X Wien, 2. Februar. Wie ich höre, sollen nächstens die Staturen der Gemeinde von Seite des StatSministeriumS genehmigt werben. Ist dies geschehen, dann tritt der Gesammtvorstand zurück und es wird der Vorstand, bestehend aus 25 Mitgliedern (jetzt besteht der» selbe ans 20 Mitgliedern) neu gewählt. Mit Bedauern vernehme ich, daß Herr Josef Wertheimer, der seit mehr als 30 Jahren Vertreter der Gemeinde ist und jetzt als Pkäfident des Vorstandes sungirt, wenn die neuen-Statuten genehmigt sind, von seinem Ehrenamte zurücktreten will. Ich begreife diesen Entschluß, da Herr Wertheimer, der seit mehreren Dezennien der Gemeinde und den Juden in Oesterreich die ersprießlich« sten Dienste geleistet hat, jetzt von seinen Mühen ansruhen will; aber im Interesse der Gemeinde ist dieser Schritt sehr zu bedauern. Es sind in letzter Zeit neue Kräfte in den Vorstand gekommen; wir wissen jedoch Niemanden, der ihn auch nur annäherd zu ersetzen im Stande wäre. , Herr S. Winterstein wurde fast einstimmig zum Prästdenten der niederösterreichischen Handelskammer gewählt. Wer hätte das vor 20 Jahren noch geglaubt! — Sßeftt 1. Februar. Herr Joses Finket stein ist im Begriffe, unter dem Titel ״Rebid ha-Zahab" ein Werk herauszugeben, welches den vraktischern Theil des Jore Dea in hebräischer und deutscher Sprache enthalten wirb. Wenn sich alle Wissenschaften! popularisiren, warum soll eö nicht auch die halachische Wissenschaft thun? Wir wünschen dem Herrn Finkelstein, der seinem Fache vollkommen gewachsen ist, den besten Erfolg. T. Pest, 4. Februar. Herr Rcligionslehrer Heinrich Deutsch, dessen unermüdliches und erfolgreiches Streben in den gebildeten Kreisen die gebührende Anerkennung findet, hielt gestern Abends im 131״*. magy. Egylet“ die zweite Vorlesung ״über die Wendepunkte der hebr. Literatur." In derselben wurde das segensreiche Wirken der Synagoga-Magna, besonders aber der Einfluß, welchen sie auf die Ent- Wicklung der jhebr. Literatur übte, hervorgchoben. Vorleser lieferte auf Grundlage historischer Daten und Zitate den unzweideutigen Beweis, daß die Synagoga-Magna die Erfinderin und Begründerin der hebr. Lese- und diakritischen Zeichen sei (?) Ferner wies er den Einfluß des Lokalsystemes auf die religionsgesetzliche Entwicklung nach und kam zu dem Schlüsse, daß das Prinzip des Fortschrittes, der historischen Ent- Wicklung und zeitgemäßen Reform selbst auf religiös-wissenschaftlichem Gebiete schon in den ältesten Zeiten von den größten Geistern Israels nicht nur nicht perhorreszirt, sondern vielmehr anerkannt und demgemäß gehandelt wurde. Lasset uns — bemerkt er — doch nicht besser scheinen sollen, als es die besten unserer Nation in der Wirklichkeit gewesen sind. Wie ich aus guter Quelle vernehme , werden beide mit ungetheiltem Beifalle aufgenommenen Vorlesungen des Herrn Deutsch im Jahrbuche des Egylvt erscheinen. Soeben höre ich, daß unser emer. Prediger Hr.Jof. Bach mit Tode abgegangeu ist. (Der Nekrolog folgt iu der nächsten Nummer. Red.) Szegedin, 1. Februar. Für Jerusalem haben neuerdings gespendet die Herren Wolf Quittner in Szegcdin-6 fl. 45 kr., M. I. Schäffec 7 fl., Bar. Weber 11 fl. Diese Beträge sind mit dem von Kula an den Herrn Alb. Cohn nach Paris abgegangen. — Der WohlthätigkeitSball des hiesigen isr. Frauenvercins erfreute sich auch in diesem Jahre vieler Theilnahme, und beläuft sich der Reinertrag auf SOOfl. Die verdienstvolle Vorsteherin, Frau Johanna Kohen, spricht dem Publikum für die dem Vereine zugewendete Theilnahme ihren Dank im Namen des Vereins im ״Szegedi Hiradü" ans. Möge der Verein fortfahren, segensreich zu wirken! ' י H. Gran, 24. Jäner. Ein hiesiger gebildeter jüdischer Vater läßt seine Töchter im Kloster nicht nur in den weltlichen Wiffenschafte», sondern auch in der katholischen Religion miterrichten, und auch fleißig dem katholischen Kultus beiwohnen. Der Grundsatz: extra soolvsiam aulla 8alu8 wird bei den empfänglichen Kindern bald zur Neberzeugung werden» und Vater und Mutter werden die elterliche Freude erleben, von ihren eigenen Sprößlingen für Kinder der Verdammniß gehalten zu werden. Was kann rin Slternherz mehr begehren? — Bedauerlich ist es allerdings, daß in der hiesigen jüdische« Gemeinde für den Religionsünterricht der weiblichen Jugend nicht gesorgt ist. > Baja, 26. Jäner. Die Neuwahl unseres Gemeindevorstan» des ist in diesem Jahre durch eine Art von StatSstreich vosizogen worden. Die Gemeinde ist aber viel zu friedlich, als daß hieraus Nnannehmlichkeiten entstchcn sollten. Der k. Statthaltereirath hat die Absicht, einen der Lehrer unserer Hauptschule zum dirigireuden Lehrer zu ernennen. Die Gemeinde, die hierüber befragt wurde, scheint jedoch wenig Lust zu haben, auf diese Intention einzugehen. Unsere Chevra Kaddischa ist in einem sehr blühenden Zustande; sie fährt fort,-ihre Licbeöwerfe zu üben. Auch hat sie den Friedhof organiflrt und ein entsprechendes Zidduk-Ha-Diu-Haus erbaut. An Erbauung fehlt eS Gottlob auch in der Synagoge nicht, wo unser gelehrter.Rabbiner und unser trefflicher Kantor ihre Aufgabe auf eine ausgezeichnete Weise zu lösen verstehen. G-d. Vesprim, 31. Jäner. Der durch die Frau Rabbincrin Anna Hochmuth im vorigen Jahre zu Stande gebrachte ״Kreuzervein", dessen Zweck es ist, arme dürftige Schulkinder zu bekleiden, enesprnch Heuer zum ersten Male der sich gestellte» Aufgabe. Es wurden nämlich 20 Kinder beiderlei Geschlechtes — 12 Knaben und 8 Mädchen — mit den nöthigsten Kleidern versehen. Der Bestand dieses Vereines berechtigt zu der erfreulichen Hoffnung, daß in der Zukunft progressiv mit dem Vereinskommen auch d«e Zahl der zu bekleidenden Kinder sich vergrößer« dürste , indem im erste» Jahre der Gründung eine verhältniß׳ mäßig nicht unbedeutende Zahl sich der Wohlthat des Vereines bereits zu erfreuen hatte. Paks, im Jäner. Bei der letzten Neuwahl der Gemeinde- Vertretung sind auch unverheiratete Männer in die Repräsentanz gewählt tvorden. Herr Klein richtete ein Dankschreiben au den Redakteur des ״B. CH.", um demselben für das im ״B.-Ch." VII. Nr. 31 abgedruckte Gutachten seine und seiner BesinnungSgenossen Anerkenuung auszudrücken. (Ich danke Herrn Klein und dessen Freunden für den Ausdruck ihrer Sympathie. Mängel an Raum verhindert mich, Ihr mich sehr ehrendes und erfreuendes Schreiben zu veröffentlichen. L.) Kula, 26. Jäner. Indem ich Ihnen hier beigeschlossen 13 fl. 44 kr. ö. W. von folgenden Herren, und zwar: Simon Löbl 6 fl. 6 kr. Josef Löbl 5 fl. 24 kr., Leopold Rein 1 fl. 6 kr., Jakob Zilzer 1 fl. 26 kr. Simon Büchler 90 kr., Leop. Büchler 90 kr. fämmtllche Mitglieder meiner Kultusgemeinde zu Cserventa, für unsere Brüder in Jerusalem mit der Bitte׳ übersende. diese Liebesgaben wie am ehesten dem Orte ihrer Bestimmung gefälligst zuführen zu wolle», ergreife ich zugleich die Gelegenheit, die geehrten Vorsteher der öste/- reichisch-mährisch-nngarischen u. s. w. Gemeinde in Jerusalem in ihrem eigenen und der guten Sache Interesse dringend aufmerksam zu machen, auf die AuSfolgung und Besorgung der betreffenden Quittungen mehr Pünktlichkeit und Sorgfalt zu verwende». So habe ich weder vom Hrn. Rabbiner Em.. Asch zu Ungvär über die vor mehr als zwei Jahren gesendeten Gelder, noch von Herrn Dr. Hildesheimer, dem ich am 19. September v. I- 65 fl. ö. W,, am 20. September 5 fl., am 15. Oktober 16 fl. 44 kr. übersandte, auch nur eine indirekte Quittung von obbenannten Herrn Vorstehern erhalten. DL. Straß er, Bezirksrabbiner. ß. ä&aia, 28. Jäner. In die hiesige neuorganisirte Stadtrepräsentanz wurden zwei Juden gewält. Bei der gestern stattgefundeneu ersten Sitzung wurden dieselben einstimmig in das zur RechmingSprüfung eingesetzte Komiiä gezogen. Die Regelung der städtischen Verhältniffe, besoncerS der finanziellen, geschieht unter der Leitung des Herrn Statthalterei-Sekretärs StojakoSkevitS. Aus diesem Umstande geht deutlich. genug hervor , daß die Intentionen der Regierung den gerechten Forderangen der Juden vollkommen entsprechen. N- Nagy-Körös, 4. Februar. Auch in unserer Gemeinde hat sich ein Frauenverein gebildet, um dessen Gründung.sich die Frau Judith Steiner Verdienste erworben hat. Zweck des Vereins: Unterstützung armer Frauen und Ausstattung wohlgesitteter armer Mädchen. Bisher find dem Vereiue 73 Frauen beigeireten. Dem frommen Vereine ist das beste Gedeihen zu wünschen, und sollte derselbe sich.in feinem Gebühren mehr an die konstitutionellen Prinzipien halten. Die Oktroyirung ist auf keinem Gebiete heilsam. Unser früherer Kantor Herr Rosenfeld hat am verflossen Sabbathe vorgebetet, weshalb sich auch die Andächtigen in viel größerer Zahl einfanden, als sonst. Schade, daß der «on Herrn R. organifirte Chor nicht erhalten wurde. 8. NragysFkövös, 4. Februar. In Bezug auf den Bericht in Nr. 3 muß ich bemerkrn, daß eS der Lehrer David Eisler ist, dessen ersprießliche Leistungen besondere Anerkennung verdienen. Schul w r s e n. GyöNgyöS, 24. Jäner. Der Berichterstatter in Nr. 2 diese« Blattes ist über unsere Schulzustände, über welche er referirte, sehr ungenau unterrichtet. Es find hier Lehrer, die seit 25 Jahren an der Schule