Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 6 (7.2.1866)
- Date
- 1866-02-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543175-2543182--4624-2548617- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Banat 1× ep/1272623
OCR text
119 120 Wirken- In den letzten zwei Jahren trat ein Lehrer freiwillig au», einen andern nöthigten Verhältnisse zum Austritte, welche nicht von der Ge« meinde herbeigeführt wurden. Der Lehrer Kaiser wirkt seit zwei Jahren zur allgemeinen Zufriedenheit an der 4. Klaffe. Der Lehrer der 3. Kl. berechtigt z» schönen Erwartungen. Die Schule blüht und sind vor Kurzem die armen Schulkinder mit Hilfe wohlthäiiger Spenden bekleidet worden. Zn wünschen bleibt nur übrig. daß ein geräumiges Schullokale erbaut werde. Mehrere Schulfreunde. שלן. S. A. Ujhely, 23. Zauer. Bei der jüngsten Visitation sprach sich der Oberstudiendirektor-Stellvertreter. Herr 3- Demkö, besonders günstig über die Pflege des Magyarischen an der Anstalt aus, ermunterte die Jugend, sich einer reinen Aussprache um so mehr zu befleißen, als sie dereinst als treue Söhne dieses Landes berufen seien, mit ihren christlichen Brüdern einen gleichen Rechtsboden einzunehmen; auch weilte der Herr Studiendirektor mehrere Stunden bei dem Vortrage in je einer Klaffe. Der offene Brief des wackeren Lehrers der hebräischen Sprache. Zakob Heinrich Löw, an ven Herausgeber des »Mainzer Chassiv" im ״jüdischen Schnlboten" Nr. 8- 9 hat bei unseren Orthodoren dieser Gegend kreudige Sensation erregte Den deutschen Kräften der hiesigen Anstalt wurde. da dieselben genügende Kenntnisse veS Magyarischen aufzuweisen so glücklich waren, dieser Tage die definitive Bestätigung in ihrem Amte zu Theil. Z. S. A. Ujhely, 25. Jäner. Unsere Jeschibah ist durch den jüngsten Erlaß des hohen kön. ung. Statthaltereirathes in diesem Zahre noch zahlreicher besucht , als im vorigen, jedoch werden die be« ireffenven Dokumente von nnserm würdigen Oberrabbiner nur den talentirten Jeschibahjüngern auSgefolgt. E« wäre zu wünschen, so die übrigen Rabbinen Oberungarns, denen die Begünstigung der Oeffentlichkeit ihrer ZeschibaS zuerkannt wurde und die in Folge dessen die Militärbefreiung ihrer Zöglinge beanspruchen können, sich unfern Rabbiner znm Muster nehmen möchten. Die hiesige Musterhanptschule wurde dieser Tage vom , königlichen Oberstudicndierktor-Stellvertreteter Herrn Z. Demkö inspizirt und sprach sich über die Leistungen der einzelnen Lehrer und Lehrerinnen der Anstalt reckt günstig aus. Ueber die sonstigen Verhandlungen, die in Angelegenheit der hiesigen Musterhauplschule gepflogen wurden, die leider nicht erfreulicher Art, so Gott will in unserem nächsten Berichte. LiterSrische Änzeigen. Achawa. Jahrbuch für.1866—5626. Zweiter Jahrgang.( Leipzig, in Kommission bei Oskar Seiner. Besprochen von Hermann Brill. . Der Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer hat durch die Herausgabe dieses Buches in den jungen Garten der jübischen Schulliteratur einen bisher vermißten Baum gepflanzt, der schattig grünend gar manche köstliche Frucht trägt. Diese אחוה ist in der That ein glänzendes Zeuguiß von der brüderlichen Verbindung und Vereinigung tüchtiger und gediegener Fachmänner, deren Idee die Erkcäftigung des JudenthumS, Förderung der Humanität und Bildung ist. Selbst Diesterweg, dieser pädagogische Altmeister, äußert sich in anerkennender Weise über das schöne Streben: ״Dieser Verein stellt: sich ebenbärtig neben den Pestalozziverein, welcher denselben Zweck verfolgt und allseitig segensreich wirkt, nämlich nicht bloS für den uächsten Zweck, sondern auch für die Entwicklung der Schule, die Kollegialität der Lehrer und ihre Fortbildung." Was nun den Inhalt des Buches betrifft, so zeigt derselbe eine überraschende Fülle von werthvollen Arbeiten. Obenan stehen »je Beiträge des Hauptredakteurö Dc. Stein; ״die Lehrkräfte in der Schule des Lebens" und ״auf der Brücke des UebergangeS" zeichnen sich, wie alles, was dieser hochbegabte Mann schreibt, durch Reichthum des Gefühls, Tiefe der Empfindung, Schärfe der Ideen, glänzenden Styl und plastische Klarheit ans. ״Die Geschichte der Juden in Elsaß" von Dr. M. Wiener entrollt uns ein grauenhaftes Nachtstück, das uur von den Flammen des Scheiterhaufens sein Licht erhält. Gründliches Quellenstudinm. lichtvolle Anordnung, lebendige Darstellung bewähren sich ui diesem Aussatze, der sich den früheren Arbeiten des gelehrten Verfassers würdig anreiht. Dorothea Elsässers ״Trost zur rechten Zeit" und ״die Heimkehr" find verklärt vom Zauber dichterischer Phantasie. Herr Lan« veSrabbincr Dr. L. Adler gibt in ״MoseS und Lykurg" eine geistvolle Parallele zwischen diesen Gesetzgebern und charakterisirt vornehmlich die mosaische Gesetzgebung bezüglich der Fremden, der Dienenden und der Kinder. Originell ist die Auffassung der Benennungen von ״Nochri, Ger. Toschab und Esrach"; wie denn auch die Liebe zu dem Fremden Szegedin, Aellistvrriag der Redaktion. und die voflständige Gleichheit vor dem Gesetze mit erschövfender Gründlichkeit aus der Thora dednzirt werden. Die Erzählung ״achtet die Kinder der Armen" von Dc. M. Wassermann verräth ei» schönes Talent; die handelnden Personen treten frisch und lebendig vor uns und die Sprache ist ruhig und innig. Viele feine und richtige Demerknngen sind in dem Briefe ״die Grundsätze der Liebe und Gerechtigkeit im Zudenthume niedergelegt, den eine junge Israeli,!» an eine christliche Freundin richtete; die edle Verfasserin, ein blühendes Wesen von zwanzig Jahren, ausgestattet mit allen Gaben der Schönheit des Leibes und der Seele., har vor Kurzem die Gefilde des irdischen Daseins verlassen. Wer denkt da nicht an die Worte jenes Lehrers aus dem Talmud: ״Weh um diese Schönheit, daß sie verweset im Staube!" Auch die biografischen Charakterbilder aus der Kulturgeschichte im ersten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts sind eine willkom« mene Gabe. Das Leben jener trefflichen'Männer, die zu ihrer Zeit bildend aus ihre Umgebung eingewirkt, erregen nicht blos vaS Interesse Derjenigen, denen die geschilderten Persönlichkeiten (S. W. Rosenfeld» weiland Rabbiner zu Bamberg und Dr. Zakob Weil, weiland Jugenderzieher zu Frankfurt a. M.) im Leben nahe standen, sondern wirken Überhaupt anregend, belehrend und erhebend auf emvfängliche Gemüthe-, besonders auf die Jugend, welche durch dieselben für das Gute, Wahre und Schöne erwärmt und zur Nachahmung ermuntert wird. $ Diese kurze Uebersicht dürste genügen, ein Bild von reichem Inhalt der ״Achawa" zu geben, der Preis ist äußerst niedrig und da der Reinertrag in die UnterstützungSkasse fällt, so haben die Abnehmer noch das süße Bewußtsein. ein edles. segenspendendeS Werk gefördert zu haben. Möge das Buch in weiten Kreisen anregend und belehrend wirken! Zur Beachtung. Ein Rabbiner, der der italiänischen Sprache mächtig ist und einen slavischen Dialekt versteht, könnte eine sehr vortheilhafte Anstellung erlangen. Denjenigen Herren, die darauf reflektiren, will ich auf frankirte Anfragen Auskunft ertbeilen. Bemerkungen. Herrn Oberradb. K—n. Herzlichen Dank. Ich bitte um die Fortsetzung und um das Uebrige. Alles ist!ehr willkommen. Herrn B. in Fünfkirchen. In den nächsten Nummern. Inserate. Konkurs. In der Szegediuer isr. Kultusgemeinde ist die Stelle eines zweiten Kantors zu besetzen. Jährlicher Gehalt 400 fl. ö. W., freie Wohnung und ׳ .שהיטה Bewerber mit guten Zeugnissen haben sich bis 1Z. Marz l. 3♦ jlt.melden bei Der Vorstand der isr. Kultnsgemeinde. Szegedin, 5. Februar 1866. (1—2) Konkurs. <23־> Ein musikalisch gebildeter Chor-Kantor, der auch Schächter ist, findet hier sofort eine Anstellung. ... Für diese Stelle ist ejn jährliches Fixum von 600 fl. ö. W. nebst den mit derselben verbundenen Emolumenten und freier Wohnung festgesetzt. Bewerber haben ihre mit den nöthigen Nachweisen belegte».Gesuche bis längstens nrvflio März l. I. an den gefertigten Vorstand portofrei einzusenden. Zur Abhaltung eines Probevortrages wird nur derjenige zugelassen, der eigens hierzu aufgefordert wird. Reisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. , LugoS (Banat), 27. Jäner 1863. Der israelitische Kultuö-Vorstand. I. Lörvinger. Leipzig, üommisfions-Verlag von Frans Wagner. Druck von Sigmund Burger i» Szegedin.