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Ben Chananja · 1866-02-07 · 6 (7.2.1866) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
6 (7.2.1866)
Date
1866-02-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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111 112 Ch." daS talmudische Alterthum in seiner Objektivität und in seinem Verhältnisse zu der vor- und iiacktalmudischen Zeit zu begreifen beflissen ist, weiß er sich mit den wissenschaftlichkn Bestrebungen der Zeit in vollkommener Uebereinstimmung. Denn alle Forschungen auf dem Gebiete der Natur-, Geschichts- und Sprachwissenschaft unterziehen sich heutzutage der Kontrole klar erkannter Thatsachen, und subjektive Hypothesen werden zurückgewiesen, sobald sie die Feuerprobe dieser Kontrole nicht zu bestehen vermögen. Welcheö ist aber die wissenschaftliche Richtung der Zeit, mit der der fromm thuende Zorn der Gegner ״B. Ch.'s" in geistigem Rapport steht? Bei ruhiger Erwägung dieser Frage werden die Herren .eine unheimliche Jsolirtheit, wo nicht gar eine Verwandtschaft ihrer Richtung mit solchen Tendenzen wahrnehmen, zu denen sie sich sicherlich nicht bekennen. Krankhafte Empfindelei kann uns daher ebensowenig irre machen, als hämische Rabulisterei. Die Ehre des Judenthums ist und bleibt uns ein theures Gut. Unsere Bestrebungen sind aber Gottlob so beschaffen, daß sie dem Judenthume wahre, bleibende, wohlverdiente Ehre bringen werden. Die 3uDen in perlten mt!> Die " " Palästinas. Ein Fragment ans einem noch unedirtcn Geschichtswerke. Bon I. Wiesner, Kreisrabbiner. (Fortsetzung.) II. Das war das Land, das waren die Verhältnisse, die Umgdbung, aus denen Esra gekommen, um den Geist, der unter der jüdischen Bevölkerung in Babylonien und den angrenzenden Provinzen herrschte, auch auf das neue Gemeinwesen zu übertragen. Esra kam nickt als Profit mit einer neuen Offenbarung Gottes im Munde, sondern als geschickter Schreiber s mit dem Buche und der Feder in der Hand, als ein Mann, der die Gotteslehre kannte, und sie zu lehren und durch die Schrift zu vervielfältigen verstand. Auch neue Schriftzüge brachte Esra den Palästinensern mit, es waren die assyrischen, in'denen man im persischen Reiche, das Wort Gottes zu fassen, sich gewöhnt hattet) — Esra, obschon selbst von edlem priesterlichen Stamme, richtete sein Augenmerk nicht sowol dahin, den Opferkultus so recht in den Gang zu bringen, wie dies bald nachher Nehemia gethan, als vielmehr darauf, öffentliche Andachtsübungen zu veranstalten, in welchen Gebete, Lobgesänge u. s. w. vorgetragen, ans der h. Schrift vorgelesen nnd die gelesenen Stellen dem Volke in seine Sprache übersetzt und erklärt wurden. Nehemia spricht bei seiner zweiten Anwesenheit in Palästina seine Entrüstung darüber aus, daß Männer aus Jehuda am Sabbath Kelter treten , Garben auf Esel laden und in die Stadt führen, auch Wein und Obst am Sabbathtage zum Verkauf bringen. Auch die Tyrier boten Fische und sonstige Lebensmittel am Sabbath in Jerusalem feil, und die Juden nahmen keinen Anstand, die zugeführten Viktualien am Feiertage einzukaufen. Gegen alle diese mißbräuchlichen Entweihungen des Ruhetages ergreift NehemiaS als königlicher Statthalter strenge Maßregeln, und bedroht die Uebertreter seines Verbotes mit schweren Strafen. Offenbar ist aber das Kaufen und Verkaufen am Sabbath gar nicht biblisch verboten, wenn daher Nehemia trotzdem dies als eine Entweihung des SabbatheS betrachtet; so muß man wol in Babylonien und im persischen Reiche überhaupt längst gewohnt gewesen sein, derartige Geschäfte am Sabbath auszusetzen. Dies liefert den Beweis, daß man sich in Persien nicht damit begnügte, die h. Schrift zu lesen, sondern sich auch dahin bestrebte, den Geist des Gotteswortes aufzufassen und ihn im Leben zur Geltung zu bringen. Und sowie in Bezug auf das Sabbathgesetz kam man auch wol bald dahin, auch andere Gebote Gottes derart zu erklären und auSzudemen, daß der strikte biblische Wortsinn für die Praxis noch durch manche Umzäunung und Umwallung gewahrt und sichergestellt wurde. Alles das war aber den im Allgemeinen wenig gelehrten nnd gebildeten Palästinenfern neu und ungewohnt, und konnte nur durch entschiedene Machtsprüche zur Geltung gebracht werden. Die Auswanderungszüge, welche unter Esra, oder früher unter Serubabel, oder auch später unter unbekannten Anführern nach Palästina gekommen, bildeten weder den edelsten noch den iutelligentesten Theil der jüdischen Bevölkerung im persischen Reiche. Denn die Lage der Juden mar daselbst, einzelne Verationen der Magier abgerechnet, eine günstige, sie waren seit einer Reihe von Jahren in ihrem neuen Vaterlande eingebürgert, sie besaßen schon unter der babylonischen Dynastie Häuser und Beckers, sie hatten auch, wie schon bemerkt, ihre Richter und Aeltesten aus dem eigenen Stamme. Der Ausübung ihrer Religion wurde im Ganzen kein Hinderniß in den Weg gelegt, sie mochten sich daher auch sehr schwer entschließen, ihre gegenwärtige Heimat zu verlassen, um eine Kolonie gründen zu helfen, die sehr im Argen lag und fehr hart um ihre Existenz zu kämpfen hatte. Vielmehr waren es , wie dies bei jeder Aus- Wanderung zu geschehen pflegt, nur Diejenigen, welche in der Heimat zu keiner rechten Stellung, zu keinem ausreichenden Nahrungszweige gelangen konnten, denen die Hoffnung auf ein besseres Schicksal den Wanderstab in die Hand drückte. Und wenn auch die Wieverbesetzung des gelobten Landes auch dem edlern intelligenter» Theile nicht gleichgiltig sein konnte, so begnügten sie sich doch damit, ihr Inreresse dadurch an den Tag zu legen, daß sie die Auswanderer und ihr Unternehmen, den Wiederaufbau des Tem- Pels u. s. w. mit ihrem Vermögen, mit ihrer Verwendung u. s. f. unterstützten, während sie selbst ganz gemüthlich in Babylonien oder in den sonstigen Provinzen des persischen Reiches blieben. (Forts, folgt.) Wiener S riefe, n. Wien, Ende Jäner. Der letzten Nummer des ״B- CH." entnehme ich das präliminirte Budget der Pester isr. Gemeinde für das Jahr 1866. Unwtllkürlich wurde ich dadurch auf.eine Schattenseite der hiesigen isr. Gemeinde aufmerksam gemacht. Der Etat hat ein Präliminare für seine Ausgaben und Einnahmen, die Großkommune ebenfalls, doch die hiesige jüdische Gemeinde nicht. Da werden — nnd das ist schon als ein Fortschritt zu bezeichnrn — die Ausgaben nnd Einnahmen für das vergangene Jahr im Monate April oder Mai des folgenden Jahres veröffentlicht. Der Vorstand scheint dem Grundsätze zu huldigen : 2)' 21' ברוך! Man gibt im Laufe des Jahres aus, was man etwa für recht hält und am Schluffe zeigt eö sich, ob ein Defizit vorhanden ist, oder nicht. 5> סוסר מהיר* *(יfra 7,6. ג) Svnhednn L2, a. ') Nehem. 8. Nehem. 13. IS. u. ff. *) Kidduschin 71, a. ^66633

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