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Ben Chananja · 1866-01-31 · 5 (31.1.1866) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
5 (31.1.1866)
Date
1866-01-31
Page
– (sequence 15)
Language
German
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29 30 Periode des rabbinischen Schriftentbums geschehen ist, darauf hin, dass sich auch im Sifre nicht selten bei 61 taten biblischer Verse Lesearten finden, die von denen in unaern Ausgaben mehr oder weniger verschieden sind und in den Noten hebt er diese Stellen besonders hervor. Allein man würde doch sehr irren, wenn man aus jeder bei einem Citate sich fiudeuden Abweichung von dem Texte sofort schliessen wollte, dass dem Autor in Wirklichkeit eine andere Leseart Vorgelegen habe, sondern es muss vielmehr angenommen werden, dass derartige Abweichungen häufig nur daher rühren, dass die Verse meistens nur aus dem Gedächtnisse und deshalb auch, wo es auf den Wortlaut nicht ankam, nicht immer ganz genau citirt wurden. Ein schlagender Beweis für die Richtigkeit dieser Ansicht findet sich beispielsweise §. 2 pag. 2a zu 4. B. M. 5, 6. wo in dem Citate das Wort מעל ausgelassen ist, worauf Herr Friedmann in der Anmerkung 1 aufmerksam macht. Dass dies jedoch nicht als Folge einer dem Autor vorgelegenen verschiedenen Leseart geschehen sei, zeigt der Umstand, dass das folgende Wort bei dem noch auf derselben Seite zum zweiten Male vorkommenden Citate richtig angegeben ist. An vielen Stellen, in denen im Texte die Namen der Träger einzelner Meinungen falsch angegeben sind, hat Herr Friedmann dieselben berichtigt; doch ist di68s zuweilen auch unterblieben, wie z. B. §. 8 p. 4a zu 4. B. M. 5, 15. wo die Ansicht von der Glaubhaftigkeit des Mannes dem רבי zugeschrieben wird, während aus Sotah 7a ersichtlich ist, dass sie dem B. Jehudah augehört, so dass über ורבי nur die Ueberstriche ausgefallen sind. Dass viele Stellen im Sifre ein sprachliches Interesse gewähren, zeigt schon ein flüchtiger Einblick in das Werk und es ist dankenawerth, dass Herr Friedmann demselben auch nach dieser Seitö hin seine Aufmerksamkeit zug|wendet hat, wenngleich noch viele Ausdrücke unerklärt geblieben sind, wie Herr Babb. D. 0—m im המזכיר Nr. 46 dargethan hat, Ich benutze diese Gelegenheit zu einigen Nachträgen. Von dem Druckfehler p. 13a Zeile 3 von unten abse• hend, wo אסטבלאות Statt mvS^DÜ:=stabula zu lesen ist, bemerke ich, dass p. 23 zu 4. B. M. 11, 3. unter הטריטין triti homines, gemeine, gewöhnliche Menschen zu verstehen sind, vgl. trituin proverbium, trita via, — Pag. 24b. zu 4. B. M. 11, 9. ist mit Jälkut richtiger אסקטלא als קוטלא zu lesen und darunter das italienische scatolaSchachtel, Kiste zu verstehen. Pag. 91 b. zu 5. B. M. 12, 30 ist Herrn Friedmann wie auch einem Mitarbeiter der Fraukel’schen Monatsschrift (cf. Jahrgang 1865 S. 392). entgangen, was ich bereits im Jahre 1854 in derselben Monatsschrift S. 421 gegen Rapoport und Schorr bemerk habe, dass man nämlich אנטינא sta.t des korrumpirton אבטיגא im Sifre lesen müsse und dass darüber die dv&tva iftürta, buntfarbige Kleider zu verstehen seien. Vgl. auch המגיד IX., 373 und 381. Ebenso habe ich a. a. 0. 8. 422 bereits darauf aufmerksam gemacht, dass in der Pesikta אבלינה statt אבליגה zu lesen sei. Nach diesen, leicht noch zu vermehrenden linguistischen Bemerkungen sei es mir gestat* tet, noch auf einiges Andere aufmerksam zu machen. Bei der massorctischen Stelle p. 18a zu 4. B. M. 9, 10 hätten Geigers Urschrift 8. 186 und 257 wie dessen jüdische Zeitschrift III, 80. und FrensdorfFs Bemerkungen zum 96 •§ אכלה ואכלה Berücksichtigung verdient. — Pag. 147b. zu 5. B. M. 33, 24 wird eine allerdings schwer zu verstehende Deutung der in dem Segen Moses in Beziehung auf Ascbor gebrauchten Worte יהי רצוי אחין in folgender Weise gegeben: כשהיו ישראל מתייחסים זה אומר שלי הוא לריה.רזה אומר שלי הוא לויה אם מראובן הכתוב מייחם שלי הוא לויה ואם ממגי הכתוב מייחס שלי הוא לוי ה ריצה את אחיל באותה שעה לכך נאמר יהי רצוי אהיו und Herr Friedman hekennt, dass ihm diese Deutung unverständlich geblieheu sei. Ich will daher eine Erklärung jener Stelle mittheile» , wie sie ein berühmter Gesetzeslehrer aus dem zwöllten Jahrhundert, nämlich R. Eliesier heu Nathan in Mainz, in seinem ebenso wichtigen wie seltenen Werke Eben haöser gegeben bat, aus weleher zugleich hervorgeht, dass auch er die von Herrn Friedmann angeführte Leseart של לוי הוא לויה gehabt hat. Derselbe berichtet nämlich a. ä. 0. §. 117, dass er von R. Samuel ben Kalonymos unter Anderem auch um Aufklärung über diese Sifre-Stelle gebeten worden sei und meint in seiner Beantwortung, dass das Ereigniss zur Zeit der korachitiscben Unruhe stattgefüuden habe,, wo sich die aus 250 Mann bestehende Rotte gebildet hatte, von denen ein jeder, die Vorzüge seines Stammes hervorhebend, den dem Stamme Levi gewährten Zehnten beanspruchte. Damals habe Ascher seine Brüder dadurch beschwichtfgt, dass er ihnen nachwies, wie der Zehnte dem Stamme Levi mit Rücksicht auf-1. B. M. 28, 22 mit Recht zukomme, da dieser allein der zehnte Stamm sei, mögen die Stämme vorwärts nach der. im 29. und 30. Kapitel der Genesis oder rückwärts nach der im ersten Buche der Chronik 2, 1 und 2 sich findenden Ordnung gezählt werden. Es müssten nämlich hatte Ascher gemeint, da die Bevorzugung des Staminea Levi daher rühre, dass er an die Stelle der Erstgebornen getreten .lind weil der Grundsatz gelte אין בכור מוציא בכיר , die vier Erstgebornen der vier Mütter: Buben, Joseph, Dan und Gad abgerechnet werden, so dass nur noch acht Stämme übrig blieben und wenn man dann von Simon als den neunten wiederiim weiter zu erzählen fortführe, Levi der Zehnte und darum geheiligte wäre. Sollte sich aber er (nämlieh Ascher) des Vorzuges erfreuen, dass nach dem Buche der Chronik mit ihm die Zählung beginne und .' rückwärts stattfinde, so wäre, da in diesem Falle die Erstgeborenen nicht zu entfernen, sondern mitzuzählen seien, Levi wiederum der zehnte Stamm uud durch diese Darlegung habe Ascher die übrigen Stämme versöhnt. — Auf eine andere Anfrage desselben R. Samuel ben Kalonymos gibt R. Elieser den Nathan a. a. 0 §; 118 auch einen Nachweis über die im Sifre pag. 150a zu 5. B. M. 34, 7. enthaltene An gäbe, das sechs Paare ein gleiches Alter erreicht hätten, ohne jedoch in Betreff der Rebekka und des Kehath ins Klare zu kommen. Indem ich mich für dieses Mal mit diesen wenigen Bemerkungen begnüge,

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