Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1866-01-31 · 5 (31.1.1866) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
5 (31.1.1866)
Date
1866-01-31
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2542917-2543175-2543181--4615-2548607
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

31 32 hoffe ich noch später auf diese treffliche Arbeit zurückzukommen und sehe mit vielen Anderen der Publikation des zweiten Theiles*) mit Spannung entgegen. Dr. M. Wiener. Antworten. 1. Chanina. Der Umstand, durch welchen Hm Harkavy Nr. 24 v. J. die Frage schwieriger geworden scheint, die Erwähnuug nämlich eines Sohnes des Gamliel im Talmud Bern- - chot 34, b. (nicht 54, diese ist offenbar ein Druckfehler) gerade dieser Umstand glaube ich, wird uns zur Enthüllung dieser Dunkelheit führen. Vor allem muss bemerkt werden, dass in der genannten Stelle nicht von Gamliel dem I. , dem angeblichen Lehrer und Bekehrten dos Paulus die Rede sein kann; R. Chaninah ben Dosa, an den Gamliel um Gebete für seineu erkrankten Sohn schickte, war ja, wie aus derselben Stelle ersichtlich, ein Jünger Rabbi Jochanan’s ben Sakkai, folglich ein, vielleicht älterer Zeitgenosse des Gamliel des II., Patriarchen zu Jabneh. Allenfalls jedoch geht daraus hervor, dass Gamliel der II. ausserdem, ihm später als Patriarch folgenden, R. Simon ben Gamliel noch einen Sohn gehabt habe? Darau ist aber gar kein Zweifel! Wie oft wird im Talmud Chaninah ben Gamliel erwähnt? Und dieser ist es wahrscheinlich, von dem in erwähnter Stelle die Rede ist. Hat aber bloss Gamliel der II. einen Sohn Namens Chaninah gehabt, nicht auch Gamliel der I.? Offenbar auch dieser, sowie er auch gleich Gamliel II. einen Sohn Simon hatte. Dass diess der Fall ist, geht aus Sifrah zu Abschnitt אמור hervor, wo Rabbi Chaninah ben Gamliel von dem Schwiegersohn ihres Hauses, dem Hohenpriester Pinchas, erzählt und dieser kann offenbar nur der Sohn Gamliel’s des I. zur Zeit des Tempelhesfaudes gewesen sein. Durch diese Annahme von einem R. Chaninah dem altem und dem jungem, löst sich besonders die Schwierigkeit, die vom Tosal'ot Nida 8, b. erhoben wird. Aus Chaninah הגינה kann bei comipter Schreibweise sehr leicht הביבה u. griechisch Abibas entstanden sein. Diese Corruptel beweist aber nur zu deutlich, wie die ganze Sache aut Erdichtung borührt; der Erfinder der Nachricht von Gamliel’s und dessen Sohnes Abibas Bekehrung durch Paulus hat irgendwo den Namen הגינה Sohn Gamiiels gelesen und daraus Abibas fabrizirt. Möglich ist es auch, dass die Erdichtung von GamliePsund dessen Sohnes Bekehrung gerade aus der vom Theophanes eitirten Stellen entstanden sei; ich gebe die Uebersetzung hier nochmals, weil sie in Nr. 24 d. Bl. falsch gegeben war. Sie heisst: In demselben Jahre wurden die Ueberreste (Gabnion, nicht Bruchstücke) des Propheten Sacharins in einem Dorle in der Umgebung von Elathropolis aufgefunden, sowie auch des Protomartyrs Stephanos in einem Dorfe nächst Pergaraala, allwo Gamliel, der Lehrer des Apostel Paulus und sein Sohn Abibas ihn begraben haben.“ Man konnte leicht schliessen : wenn Gamliel und sein Sohn einen christl. Märtyrer bestatten, müssen sie doch selbst schon das Judenthum verlassen haben! Nur vergass man, dassG Stephanus lange vor Paulus Bekehrung hingerichtet wurdedass Paulus selbst bei der Hinrichtung mitgewirkt und darüber sich gefreuet habe. (Ap08telgesch.j 8. 1.) Dass also die Stelle nichts anderen besagen kann, als: Gamliel als Präsident des Synhedrion habe den Stephan verurtheilen und begraben lassen, so, dass Gamliel und dessen Sohn הנינה die Hauptschuld zugeschrieben wird. Prof. Stössel. *) Ohne Zweifel wird Herr Friedmann sich in demselben auch über das Verhältniss des ספרי זוטא zu dem ספרי רבתא eingehend äussern und mache ich ihn in Beziehung hierauf auf eine interessante Stelle im Or Sarua Th. I. §. 227 aufmerksam. n. .ם ר כ א Der Feigenbaum kömmt unter den Namen תאנה 1. M. 4., 7. vor. Mit Feigenblättern bedeckten sich Adam und Ewa die Blässe, nachdem sie von der verbotenen Frucht gekostet, welches die Wollust war. Aus Feigenholz waren die Bilder des Prlap geschnitzt, die Sprache selbst spielte auf die symbolische Bedentung dieses Baumes, — den Buffon, wegen des eigenthümlichen Wuchses seiner Zweige, ganz unabhängig von der Vorstellungweise der Alten ״l’arbre indecent“ nannte, — in der Benennung desselben an; denn vvyo'5 ficus stamme» vom sansc. bagh., i. e. pro-pago, der geile Satyr hiess ficarius, Ficker: Der Feigenbaum ist etu zartes und unserem Klima eigentlich fremdartiges Gewächs und erheischt grosse Sorgfalt, wenn die Früchte in freier Luft reifen sollen. Es gibt mehrere Arten von Feigerchäumeu, allein die grössere Anzahl eignet sich nur zum Anbau unter Glas. Im Talmud kömmt auch eine Art wilde Feige vor unter den Namen ־דבלה Bei Hesych. heisst sie7r«l«'s-y, welches Wort aus רבלה corrumpirt ist. Man pflegte sie zu trocknen (Maserot 2, 8) und um sie besser aufzubewahren und zu versenden in kuchenartige Massen עגיל דבלה (Terumset 4, 8) zu formen. Sam. 25, 18, mit dem Zusatze □2 תאני Kon. 20, 7. Eine andere Gattung unedler Feigen kömmt unter den Namen שיתי vor, die der Am Haarez für zu gering hält, als dass er sie nicht verzehnten sollle. Ber. 50. Was die Schitin sind, weiss der Aruch nicht zu bestimmen. Es sind das aber nicht anders, als nicht ausgereifte Feigen. Um die Frucht zur gehörigen Jahreszeit sich zu sichern, muss man beachten, dass zwei Feigenernten noch jetzt jährlich in Italien und im Süden von Europa erzeugt werden. Die grossen Feigen, die man im Spätsommer auf fruchtbaren Bäumen sieht, sind im Frühjahr entwickelt und würden früh in einem warmen Klima reifen, indess unsere Winter halten den Wuchs auf, und zerstören sie gewöhnüch; die Frucht, welche ira August reift, ist spät im vergangenen Sommer entwickelt worden und ist ungemein klein, beinahe unsichtbar im September. Die edle Feige kömmt im Mid. Schir Haschir. unter den Namen סרכא vor, welches Wort nichts anders bedeutet, als övxov, das ך ist• wie bei andern chaldäischea Wörteu ein Einschiebsel oder das veränderte ן z. B. סרגלא eig. Steinhaufe, daher Pfeiler, Säule, Stw. סרהב;סקלבבסגל eilfertig'" machen oder sein, von וב□ fliessen. leb habe mehrere Editionen des Raba zu Rathe gezogen, es ist überall die Leseart סרכא und im Jalkut, Sam. 24 ist wohl ein Fehler. Die Meliza fehlt nicht nur bei צבי׳צ, sondern auch bei צדיקב״ר• Noch ist einer Art Feige zu gedenken, welche in B. K. 98 unter den Namen 1—אלטוןokyv&os vorkommt. Dr. M. Du sc hak. Berichtigung. Die Erklärung des Sprichwortes Nr. 1. der ״Forschungen“ 8. 15 ist wohl richtig; es heisst aber an der betr. Sc. תקןע uichi קבוע *) Der Sinn bleibt . allerdings derselbe. Ich möchte aber קטוע lesen. Der Reiche an Geld ist ein mangelhaft oder lückenhaft Reicher (s. Dubs im Chaluz 3 s. 88). Ihm entspricht der Pilpulist! Vrgl. den Tadel des Pilpuls: Sanh. 24, a. Eisler. Inhalt. Neue Vereinsmitglieder. Die moral. Zeugen und Eidesfähigkeit v. Herausg. Dampfbäder in der talm. Zeit. v. Herausg. Zur talm. Geografie v. Wiesuer. Worterklärungen v. Hübsch. Bemerk, zu Friedm.’s difre v. Wiener, Antworten v. S:öasel und Duscbak. Berichtigung von Eisler. *) In der bezügl. Anw. sind folgende Worte ausgefallen: תקוע s. v. a. קבוע• Druck von Sigmund Burger iu Szegedin 1866.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.