Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 5 (31.1.1866)
- Date
- 1866-01-31
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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27 28 sie nach sich die Benennung SaVasene hinterliessen. Nach Männert (5, 2. 8. 219) ist es dieselbe Gegend, welche Dio Cassius (36,31 und 56.) Anaitis nennt, weil sie der Göttin Anaitis (Venus) geweihet war, welche daselbst ihre Tempel hatte. Der Venusdienst mochte den Sakasenern den Ruf der Leichtsinnigkeit und des lockern Lebens zugezogen haben. Zur Wort- und Sacherklärung des Midrasch. Von Rabb. Dr. Ad. Hübsch. 2. Midr. r. zu Koh. 1, 6. wird eine gesuchte und gekünstelte doppelsinnige Schönrederei דברי ״ הבטלהmüssiges Geschwätzgenannt, und es wird von ihr gesagt כל הדברים יגעים «derartiges Gerede ist ermüdend!“ In der That gibt es oft Mühe, man• eben dunkeln Spruch zu lösen nnd hat man ihn ge löst, dann erst gewinnt man die Heberzeugung, dass es sich nicht der Mühe lohnt, ihn gelöst zu haben. Unverständlich dürfen uns aber selbst die דברי הבטלה in den alten Quellen nicht bleiben und ich wage die Erklärung eines derselben vorzunehmen, auf die Gefahr hin, meine eigene und des gelehrten Lesers Mühe ohne entsprechenden Lohn in Anspruch zu nehmen• Als Beispiel für eine solche gekünstelte Sprechweise wird nämlich an der angeführten Stelle erzählt: Dem Rabbi Jonathan ging das Haar aus, er ging nach Magdala ZebaYm, um sich heilen zu lassen. Der dortige Haarkünstler fragte ihn: Deines Haares wegen bist du gekommen? und der Weise antwortete:שטסו מאלל והא סבית שיש בה סעל לרפאתו ואני הועהקהי לבאן לההיוח מהים. Den Sinn dieses Satzes hat Matn. Keh. annäherend getroffen, wir geben die Heber- Setzung nach unserer etymol. Begründung: ״Sein Haar geht weg.שטף) ״ arab ״Haar“ vergl. Wajjikra r. XV מאלל das Targum von מרגל ein gekünstelter Ausdruck für ״Weggehen“) ״und ich hoffe, dass es ein Mittel gibt, ihn zu heilen“ (statt סבית lese ich ״ סכיתhoffen“ ״ תעלה ,תעל-סעלHeilmittel, oder es ist aus dem arab. שעל negotium, occupatio entlehnt) ״und darum bin ich hergezogen worden, um die Todten (die Haare nämlich) zu beleben!“ Die Entgegnung des Barbiers auf diese Anrede scheint viel einfacher, und doch ist es diese, welche ganz und gar missverstanden wurde; der Haarkünstler vor-« neigt sich nämlich vor R. Jonathan und erwidert “•כאן בריש משחעי קמיה דרב באורתא" Nach der Ausleg. des Matn. Leb. will diese Antwort sagen: ברפואה זו היתה ראשית דברי לפני רבי באמש. «Davon habe ich schon angefangen vor dem Rabbi gestern zu sprechen!“ Das aber gibt keinen ordent״ liehen oder geradezu gar keinen Sinn. Bedenkt man, dass in der Anrede des R. Jonathan das Räthselhafte darin lag, dass er erstlich von einer dritten Person Hprach, die er nicht näher bezeichnete, und dann, dass er das doppelsinnige שטף auwendete, so findet man, wenn man richtig liest, in der Antwort des Haarschneiders leicht die Auflösung dieses Räthseis Er sagt nemlich zu R. Jonathan “!״כאן בריש משתעי ״Hier ist vom Kopfe die Rede“!״.קמל דר2 באורחא י*/0א=קמי)? Haarst.באורתא lese' ich אךותא=באורחא Bab. Batr. 4a u. Targ. zu Jerern. 31, 40. ״Welle“ ״Fluth“) ״Das Haar des Herrn ist in der Fluth!“ D. h. das von Dir gebrauchte שטף hat nicht die Bedeutung von ״Flui“, sondern Du. meinst ״das Haar ״ 3. Ibid. zu Loh. 2, 17 ist uns ein sehr pikantes Briefchen erhalten , welches von einem Juden an den römischen Imperator Hadrian gerichtet wurde: ״Hassest Du die Beschnittenen? Da gibt es ja Ismaeliten! Hassest Du Sabbatfeierer? Da gibt es ja die Chutäer! Du aber hassest nur diese Nation (nämlich d. Israeli ten); so strafe Dich Gott dafür!“ Hadrian sicherte dem unbekannten Schreiber Straflosigkeit zu, wenn er sich entdecken wolle. Eingeleitet wird dieser Brijif durch ״אימיקנטרון היה כותב״, später wird von diesem Imikentron als von einer unbestimmten Person gesprochen ״ אזל חד ופרסם יה ג׳es ging Einer hin und entdeckte sich!“ man hat also den angeführten Namen nicht als den Eigennamen einer bestimmten Person zu betrachten, sondern es war das gebräuchliche Pseudonim, womit gewöhnlich Pasquile unterfertigt wurden und lautet. it/u *evtqm\ ״Ich bin der Neckende.“ 4. Ibid. zu Loh 9, 7. wird von Asäel, dem Bruder Joabs, welcher Sam. 2. 2, 18. als ״schnellfüssig wie ein Hirsch im Walde“ bezeichnet wird, erzählt: .שהיה רץ על סאסי שיבליא ואינן משתברין ״Er lief über die Spitzen der Aehren hin, ohne sie zu brechen.“ Es ist interessant für den Forscher zu beobachten, wie von den Midraschweisen Bruchstücke der griechischen Mythe an passender Stelle verwerthet wurden. Was hier von Asael berichtet wird, das erzählt Hesiod von Iphiklus, dem Sohne des Phylakos und der Klimene, dass er lief ״im nvqtvav a&eqcov* über die Aehren des Getreides und Versehrte sie nicht. Higyn. im Poeticon Astron. I. II., wo er vom Orion spricht, erwähnt dieses ebenfalls, die Stelle ist jedoch corrumpirt: ״Quemadmodum Phiclo (soll heissen Iphiclo) datum dicitur ut supra aristas curreret nee eas commineret.“ 5. Ich schliesse heute diese kleine Serie meiner Analekten mit der Bitte an die geehrten Mitarbeiter des ״b. ch.u, mir das seltsame ״וכן ממהיר ט״ז מיל על ט״ז מיל“ (Midr. r. Loh. 1, 13. Ende) zu erklären. Bemerkungen, zu der Eriedmanu’seiLen Ausgabe der Sifre debe Lab. Don vielfachen anerkennenden Beurtheilungen, welche mir bisher über diese schätzbare Arbeit zu Gesichte gekommen sind, mich aus innigster Heberzeugung anschliessend, glaube ich der Freundlichkeit des Herrn Friedmann, welcher die Güte hatte; mir ein Exemplar seines Werkes zuzuschicken, nicht bes- 8er entsprechen zu können, als wenn ich hiermit einige Bemerkungen mittheile, zu denen mir die Lektüre desselben Veranlassung gegeben hat. In dem ersten Paragraphen der lehrreichen Vorrede weist Hr. Friedmann, wie diess bereits von andern Gelehrten auch in Beziehung auf andere Werke aus der frühesten