Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 5 (31.1.1866)
- Date
- 1866-01-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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101 m gewidmete herverzuheben. Eine Sammlung für die Armen durch Herrn A. H. Heyman» ergab eine» reichlichen Ertrag. Den Schluß machte der vom Ober-Vorbeter Herrn Lichtenstein vorgetragene Tischsegen. Die rege Theilnayme sprach fich noch beim Abschiede in den allseitigen Segruswünschen für den Jubilar und dessen Familie ans. Zu den schönsten Bauten unserer Stadt zählt nunmehr die neue Synagoge, zn deren Befichrigung von nah »nv fern Schaulustige her, belströmen, darunter die höchsten Herrschaften. Am 28. Dezember v. I. Wurve sie auch von Ihren Majestäten dem Könige und der Königin besuch,. Von den Vorstandsmitgliedern i Stadtrath Magnus und Kom« merzienrath Liebermann empfangen, bezeigten sie diesen und dem zu« gleich gegenwärtigen Baumeister Höhnet Allerhöchstihr Wohlgefaslen au dem würdigen kunstvollen Bauwerke und verweilten darin eine volle Stunde, indem sie Alles mit sichtlichem Interesse betrachteten. Allerhöchst« dieselben ließen sich über verschiedene Ginzelnheiten der Gemeindever« hältniffe AuSkunst geben; namentlich geruhte Ihre Majestät die Königin den Vorstehern gegenüber ihr Bedauern über den Verlust des sei. BadbinatS-Affeffors und Predigers Dr. Michael Sachs zu äußern. Einen Gegenstand Allerhöchstihrer Aufmerksamkeit bildeten auch die ge« schmackvolle» von dem Hofkunstschlosscr Arnhelm der Synagoge geschenkten, in seiner Kunstschlofferei verfertigten, Büchsen, die am inneren Haupteingange zum Einsammeln von Spenden bestimmt sind. Ihre Majestät die Königin legte eigenhändig eine Gabe hinein mit dem Bemerken, daß es Allerhöchstihr besonders angenehm sei, durch die erste Gabe die milden Zwecken dienenden Büchsen einzuweihen. Die Synagoge wird auch ׳ zu dem nächsten Feste nicht eröffnet werden, weil die Liturgie bei dem zwischen dem Vorstände und der Re« präsentanz der Gemeinde obwaltenden Konflikte nicht sestgestellt werden kann. Die am 22. November v. I. aus der Wahlurne hervorgegangenen liberalen Repräsentanten können in Folge der Gemeiudestatuten erst ein halbes Jahr nach der Wahl, also Ende Mai 6., ihr Amt antreten. Einstweilen feiern alle Gemeindeangelegenheiten. Inland. Hf. Pest, 27. Jäner. Der in hiesigen Kreisen wohlbekannte duris Doktor Josef Pick ist am 21. d. in seinem 33. Jahre mit Tod abgegangen. Herr Oberrabbiner Meisel hielt die Trauerrede, und dürfte vielleicht so Mancher mit uns den Mangel eines ungarischen Predigers auch bei dieser Gelegenheit gekühlt haben. Aehnlich erging es uns bei der Einweihung des jüdischen Tempels in Ofen , wo dei Anwesenheit Sr. Erzellenz des Tavernikus. zahlreicher Statthalterei- und Magi-' stralSräthe das ganzen Zeremoniell in deutscher Sprache vor sich ging. Ich halte cs für meine Pflicht, bezüglich der Debatte über Anstellung seines ungarische» Predigers nachträglich zu erwähnen, daß unter den N.-cnern für den Vorstandsantrag sich auch Herr M. G. Ullmann, Gesellschafter einer der achtbarsten hiesigen Handelsfirmen (C. Ulluiann) und eifriges Vorstandsmitglied befand. Die oben erwähnte Debatte wurde auch im ״Naplü" wiedergegeben, und zwar mit solcher Umständlichkeit, die wir lieber vermißt hätten. Der Verlauf dieser Ver- Handlung gibt zwar ehrenhaftes Zeugniß von dem Patriotismus, der unsere Gemeinde beseelt, doch hätte man jene auch in diesen Blättern erwähnte Episode besser nicht an die große Glocke bringen solle». ׳ P. Pest, 27. Jäner. Wir hatten wieder einen kurzen Parorismns zu überstehen. In de» neun Kommissionen, deren Niedersetzung Deäk in der dieser Tage abgehallenen Konferenz beantragte, findet sich keine, der die Lösung der Judensrage übertragen worden wäre. Der ״Pester Lloyd" ließ seine Stimme vernehmen und fehlte eö auch nicht an mündlichen Interpellationen. Zu unserer Beruhigung erhielten wir von kompetenter Seite folgende Auskunst: Da die ungarischen Jude» von der Ausübung politischer Rechte nur deshalb ausgeschlossen find, weil diese Ausübung im Gesetze von dem Bekenntnisse einer gesetzlich rezipirten Religion abhängig gemach t wird» und die Gesetzartikel vom I. 1848, in denen diese Klausel-vorkommt, ohnehin einer Revision nn^ terzogeu werden; so würden die betreffenden Kommissionen nicht unterlasse», die Streichung dieser Klausel mit in den Kreis der von ihnen vorzuschlagenden Verbesserungen auszunehmen. Diese beruhigende Aeußerung fließt aus einer Quelle, an deren Reinheit nicht zn zweifeln ist.' Nur wüßte dahin gewirkt werden, daß die freisinnige Aenderung des Gesetzes sich nicht auf die Artikel von 1848 beschrätske.', sondern ,, a uch äuftdie v ow 184344--״ auögedehn t rverd? weil d?n In- * den sonst die Befähigung zur Bekleidung vün GtatSSmtern abgesprochen werden könnte. Es ist mit einem Worte alle Aufmerksamkeit darauf zu richten, daß die Emanzipation, zuvörderst theore lisch eine vollständige und unbeschränkte sei und daß den tüchttgern und strebsamern Juden nicht das Gesetz mit den Worten zurückweife: Odi profariütn vulgus et arceol Der liebergang von der Theorie zur Praxis ist dann ein Werk der Zeit, die Frucht ausdauernder Thätigkeit, das Resultat allsteüieiner sozialer Forteutwickluttg. Die in Wien erscheinende ״Wo tiona l- Zeitu n g" bringt in ihrer heutigennNumMer einen sehr beachtenSwertheü Leitartikel über die bürgerliche Gleichstellung der Juden in Ungarn. v ' G.;©fei», 28. Jäner. Unsere Neue Synagoge ist heute seierlich eingeweiyt wotdkn. Oberrabbiner Dr. Meisel hielt die Eiiiweihungspredigt. Die höchsten Spitzen der Zivil- und Militärbehörden waren gegenwärtig; auch beide Tafeln der Legislatur und die Magi« strate der Schwesterstädte Pest-Ofen waren vertrete». Die Ei'nwnhuugöpredigt wird dem Bernehmen nach im Drucke erscheinen. Der Kantor RamSbergcr hat seine musikalische Aufgabe auf eine ausgezeichnete' Weise gelöst. Die Brod-Chevra in AltoseN entwickelt auch in diesem Jahre in den Monaten Tebeth und Schebat ihr? wohlthätige Wirksamkeit. 'b ■ M. Gran, 24. Jäner. Vor Kurzem hat sich hier ein Krankenverein (Bikknr Cholim) gebildet, welcher die in d. Bl. veröffentlichte» Statuten des Szegediner Vereins für Krankenpflege zur Grundlage genommen und nach lokalen Bedürsniffen movifizirt hat. Dle Statuten sind bereits von der Lokalbehörde gutgeheißen und bedürfen nur noch der Sanktion des k. StatthaltcreirathcS. Vereinspräses ist P Jaulus; Kassier: G. Kohn; Kontrollor: R. Mellinger; Beisitzer: I. Schelber, H. Walisisch , I. Sorger und A. L. Lövy. Verciuöarzt : Dr. Ludw. Kohn. Vereinsvermögen: 500 fl. Möge sich der Verein der' ihm gebühreuden Theilnahme erfreuen, damit er seinem wohlthätige« Zwecke vollkommen entspreche. 7 — Klaufenburg, 28. Jäner. Die Zentralkommission - UNserer Stadt hielt am 21. d. M. ihre erste Sitzung. Im Laufe der Sitzung wurde hinsichtlich der Wahlsähigkeit der Juden.eine Frage gestellt. Die Kommission erklärte sich sowol in Rücksicht auf den Geist der 1843er Gesetze, als auch der öffentlichen Meinnng,der Nation in dieser Angelogenheit Rechnung tragend, für baS Wahlrecht der Jsrael'iten. 8. Preßburg, 24. Jäner. Zum ersten Male soll. wie ich vernehme, ein Sendbote der englischen Mission sein Glück bei uns versuchen wollen. Derselbe tritt wol nur als englischer Spcachmeister ans; der Sprachunterricht soll jedoch nur Nebensache, die Seelenfängerei Haupkgelchäft sein. Die Mission scheint auch" bereits ihre Fühler au?- gestreckt zu haben, indem in der Auslage einer hiesigen Buchhandlung das Trakkätlein Sod ha-Jeschuah sichtbar geworden ist. Eine Polemik gegen dieses Traktätlein wäre rein überflüssig/ Wenn der Herr Sprach- Meister lange in der hiesigen Stadt weilen, und dieselbe genau kennen wirb, wird er leicht zu der Einsicht gelangen, . daß er für das Christeiithum , das er verbreiten will, zuerst unter den Ehr i st e n Proselyten machen sollte. Da ihm aber dies kaum gelingen dürfte, so Wird er wol von selbst auf die jsidischbn Seelen verzichten!.' B. P. DeSprim » im Jäner. Die wichtigen hier nächstens zu ordnenven Kultus- und Budget-Ängelegeiiheitev veranlaßten den Herrn Oberg-span Freiherru von Fiät der wiedergewähltcn Vertretung unserer Kultusgemeinde die Herren Meyer Tuskau, Heinrich Weiß, David L. Weiß, Moriz O. Rothauser u. a. m. als Gemeinderäthe beizugeben und an die Gesammtvertretüng einige ernste und . ermahnende Worte zu richten, die im Interesse der Ehre und des Friedens unserer Gemeinde volle Beherzigung verdienen. Sapienti sat. — Kafchauim Jäner. Organisation und Autonomie! Dahin versteigert sich die Wünsche gebildeter Glaubensgenossen in gebilbeten Gemeinden. Wir sehen Winkelschulen vor uns, wo die heranwachsende Jugend von rohen ungebildeten Menschen der Verkrüpplung zugeführt wirb. Wird uns die Organisation auch von diesem Nebel befreien? Gott gebe es! E. Padua, im Jäner. Di? hiesige Gemeinde hat für die Familie Luzzattos aü)ttausend Liren ünterzeichnet. Der Betrag wird in zehn jährlichen Räten auögezahlt werden/ Die Gemeinde zu Venedig hat der Witwe Luzzattos eine jährliche Pension von 500 Liren gesichert. ß. Lembevg, im Jäner. Der verdienstvolle Redakteur des ״Mewasser" gibt eine Sammlung von Gedichten und Gebete» herans, welche den verehrten Montefiore znm Gegenstände haben. Die Sammlung verdient den weitesten Kreisen bekannt zu werden. N. Prag, 21. Jäner. Der Bikkur-Cholim-Verein feierte sein dreihundertjähriges Jubiläum, Dr. Kämpf hielt bei dieser Gelegenheit eine ausgezeichnete Derascha. Am selben Tage hielt auch Rapoport, wie alljährlich', eine Derascha, welche des großen Meisters würdig war. E. Pvatz, 22. Jäner. Die Erfolge, deren sich Herr Rabbinats-Assessor Back in unserer Gemeinde erfreute, verdankt derselbe nicht nur leinen geistreichen DeraschaS. sondern auch seinem gewinnenden Benehmen. Gr hat bei uns wirklich die Ehre der ungarischen Orthodoren gerettet. Zn ihm. lernten.wir einen..Orthodoren kennen, der frei ist von . fanatischen Extravaganzen. Wir werden seiner stets in Verehrung und Liebe gedenken-