Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 4 (24.1.1866)
- Date
- 1866-01-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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82 81 vorsichtigen, aber schönen und korrektem Vortrage nicht länger als eine halbe Stunde dauerte. Dr. Güdemann sprach über Moi'eS und ging zurück äuf den vorwöchentlichen Wochenabschnitt, aus dem er seinen Tert wählte , nämlich die Verse über die Erscheinung deS brenNtndeN Dornbusches. Hieraus deduzirte der Redner, daß Moses am Horeb die. dreifache Weibe erhalten habe, und zwar die Weihe der Thal, indem er sprach: ״ich will hintreten und sehen"; die Weihe der Erkenntnis indem ec sagte: ״warum der Dornbusch nickt verbrannt sei", — der R. sym« bolifirte bei dieser Gelegenheit den brennenden Dornbusch als Feuer der Begeisterung, während der Dorn selbst die Enttäuschung darstellen soll, welche jeder Mensch erfährt; und endlich die Weihe der Religion, indem ihm Gott als liebevoller Vater und nicht wie den Patriarchen als Allmächtiger erschienen ist, das bekannte אל שרי u• (׳ w״ Wir werden auch auf diese Rede noch zurückkommen. UebrigenS verfügt Herr Dr. Güdemann über ein sonores Organ, schöne Diktion und Klarheit in der Darstellung und Auseinandersetzung. k. Wien, 21. Jäner. Die populärwissenschaftlichen Vorträge im' Beth-ha-mivrasch find mit dem Winter wieder ausgenommen worden. Gestern Abend hielt Herr Dr. Bock einen Vortrag über die Stabt Jerusalem und ihre Geschichte, welches Thema derselbe in drei Vorträgen zu behandeln gedenkt. Der erste gab nach einer höchst gelungenen Schildernng der berühmten heiligen.Stadt die.׳ Geschichte derselben bis zur Zeit des Perserkönigs Chosroes und behandelte vor Allem die religionsgeschichtlich so merkwürdige Zeit der römischen Herrschaft ausführlich und eingehend. Die Schilderung der Bar Kochbäischen Katastrophe ist dem Vortragenden besonders gelungen. l. Pest, 14. Jäner. 3» der am 11. d- M. abgehaltenen Ausschußsitzung des,״I2ra61ita wagyar sgylsf wurde ein von dem Präsidium verfaßtes Zirkular verlesen» in welchem die israelitischen Gemeinden Ungarns, die Wohlhabenderen der Provinz, besonders die einzelnen Mitglieder der htefigen Gemeinde aufgefordert werden, dem Vereine beizutreten. Dieses Rundschreiben wurde von dem Ausschüsse sehr beifällig ausgenommen und beschlossen, daß es je früher in 1000 Eremplaren gedruckt und verschickt werde. — Zn derselben Sitzung beschloß der Ausschuß, am 18. d. M. den schon seit fünf Zähren von dem Ver׳ eine veranstalteten unentgeltlichen Unterricht der ungarischen Sprache wieder anszunehmen und mit der Leitung desselben wie ehedem Herrn - Paul Teurer zn betrauen. Schließlich erwähnte der Vorsitzende der glänzenden Vorlesung, welche Herr Dr. B. Stiller über ״das Blut" gehalten, und wird beschlossen, Herrn Dr. Stiller den Dank des Ausschuffes auszudrücker. M. Pest, 21. Zäner. Ich beeile mi.ch, Ihnen hiermit zur Kcnntniß zu bringen, daß in der soeben statlgefundene'n und zahlreich besucht gewesenen Generalversammlung unserer Kullusgemeinde, sämmtliche Proposilionen des Ausschusses angenommen wurden. So ward in erster Linie der Budgetvoranschlag, bann die Einführung der Steuer-Fassion - und die Anstellung eines zweiten ungarischen Predigers, der zugleich Sitz und Stimme im Rabbiuat hat, mit 1500 fl. Gehalt beschlossen. Die Debatte über diesen letzter« Punkt war sehr lebhaft und wurde obiger Beschluß mit sehr großer Majorität gefaßt. Von den für den Antrag Plaidirenden erwähne ich Bakonyl, Dr. Heinrich Pollak; Primararzt Dr Rüzfay, Akademiker; Schoßbergec de Tornya; Moriz Wahrmann. (Nach Berichten eines Augenzeugen soll die Anzahl der dagegen Votirenben unter 10 gewesen sein). Die Generalversammlung schloß, indem sie dem AuSichusse und dem Präses der Gemeinde ihren Dank für deren erfolgreiches Wirken votirte. was auch;zu Protokoll genommen wurde. — Am 12. d. hielt Herr Dr. Hasenfeld )uvior eine Vorlesung im Magyar egylet über das Wässer als Nährnngsbestandtheil der Thiere und Wanzen. Aus dem Eifenburger Komitate, im Jäner. In Nr. 49 v. I. des ״B. CH." »st ein Ausfall auf den Rabbiner zu Schlaining zu lesen. Dieser Rabbi. Herr Weinrebe, ist wegen seiner Herzensgüte und Friedensliebe allgemein hochgeachtet; die getadelte Fallthüre in der Svnagoge muß man seinem hohen Greisenalter zu Gute halten. Aus dem Sohler Komitate , im .Jäner. Die Wmh unserer Orthodoxe» kennet.wirtlich keine Grenzen. Der Rabbiner Goldzieher hat in der Loionczer Synagoge' dem Gottesdienste beigewohnt, ohne eine Kabine für sich aufertigen zu lassen. Dies brachte die Orthodoxie so sehr »> Zorn, daß dreiundzwanzig Rabbinen erklärten, Goldzieher sei nicht fähig ein Rabbinat zu .bekieiden. Glücklicherweise blieb lhr fanatischeS Beginnen diesmal ohne Erfolg. Der Obergsspgn,S°. Exzellenz Herr v. RadvanSfy, nahm den Verfolgten in Schutz.' 'Herr Rabbiner Goldzieher wirkt so segensreich, daß es ihm hoffentlich in der kürzesten Zeit gelingen wird. die Liebe und das Vertrauen s.-iner ganzen BezirkSgemeinde>zu.zge,wfn^en.> .; Ovvßwät'deitt/ im Jäuer. ' Unser biederer Vorsteher, Herr Sal. Low, der sich um die Wiederherstellung׳unseres Gemeindesrie« dens bleibende Verdienste erworben hak.;ließ auf seine Kosten 12 arme Knaben vollständig bekleide». Gott segne.den; edlen Wohllhäter! ......... F. ,19.. Jahre entstanden. entwickelt sich auf eine sehr erfreuliche Weise," wozu" die umH^siELei,.M-.chfrzBMstehMA..xDra.hyKatharina Zuckor, nicht wenig 'beiträgN Aber' auch'die Frau Ros. Zuckor und die Doktorinnen Pollak und Glaser, sowie Herr Fried jun. haben sich um den Verein bleibende Verdienste erworben. F. Balasfa-Gyarmath, im Jäner: Mach 1'angeMntcrbre. chüng ist unser Gynaßogenbaü im Zahr?;i6st4" ivieder ältfgenbmmen wnrven. Das prächtige Gebäüde wird hoffentlich im Nächsten Sommer׳; vollendet werden. Anderswo sammelt die Gemeinde keine Sveuden zum Synagogenbau; es möge sich daher Niemand prellen lassen. 9MperLes, 16. Jäner. Unsere sonst so ^blühende^wielversprechende, Gemeinde liegt leider in ihren Wehen arg ’ barnied°er; ob dies Wehen des baldigen HinscheidenS.oderchie'der Wiedcrgeburt find, wirdn sich bald zeigen, denn die ach 26. d. M. abzühalsende'GenerälversammluNg soll eütscheiden, ob es möglich sein wird, den, Kultus; unb die Schule iN der bisherigen Weise bestehen zu lassen., Nun könnten Sie״ mit Recht fragen: ״Was hat diese .plötzliche Wendung' herbeigeführt?" Die in größerem Maße geschehene Auswanderung'׳und;durch, eingetreteue. Kalamitäten erfolgte Verarmung bedeutender Kontribuenten einerseits,/ und der leidige JlidifferentiSmuS andererseits trägt hier größtentheils. die Schuld. UeberdieS holt ein größee'Theit der Gemeindcglieder, rheils° von kleinlichen Interessen geleite( ,/das 'Koscherfleisch seines.Bedarfes aus der Fremde, nm der Gemeinde die einzige GinnahinSquell^ die ihr, in,'der 'Fleisch-Gabella ׳ geboten 'ist, zu, verstopfen. Ich versichere, wenn nicht die Beffekgesiiinten wie VichMaml/äüftrete^n und bei der erwähnten, bevorstehenden Generalversammlung 'alle, Kräfte. onfbieten sollten, so . gehen alle Gemeindeinstitulionen dem .sichern und baldigen Verfalle ent-' gegen. Ueber das,' was die nächste Zukunft bringt, werde' ich'^ so Gott will, bald berichten. ' . V ///', D> Bolly (Baranyer Komitat), im Zänex. Die hiesigen Jscae-- , liten, nicht mehr als 6. Familien , . bilden eigentlich nur eine Chevrax״ jedoch ist hier Sinn für Schule und Gotteshaus in reichlichem Maße vorhanden, so baß sich manche große Gemeinde ein Beispiel nehmen könnte. An der hiesigen Sammelschule, zdic-ÄO;Kinder zählt (darunter 10 aus der Umgegend mit eingerechnet), wirkt ein Lehrer, der mit 500 fl. honorirt ist, an Schulgerathen mangelt'eS nicht, weil d'ie'-'große Opfer- Willigkeit auch beträchtliche Summen nicht scheut,' um die׳:Kleinen aufs sorgfältigste unterrichten zu׳ lassen.- Diese.Anerkennung gebührt, zwar: sämmtlichen Betheiligten, jedoch-in! größerem Maße den wackern Herrn Kann, Schulaufseher. Herrn Lang und Gebrüder Schwabach, die sich: gleich beim Entstehen der Schule eifrig, und ausdauernd zeigten. — ' Unsere Chevrah. ist im Besitze von , drei Thorarollen,, eine derselben wurde voriges Jahr der.h. Benützung übergeben. Bei. dieser Gelegenheit hatten wir. das unvergeßliche Vergnügen, Se. Hochwürden Herrn Rabbiner. Grünwald aus Mohücö in unserer Gemeinde zu hören. Bemerkeuswerth ist noch, daß unsere Gemeinde beim Erweiterungsbaue des Gottesackers; ׳ von Sr. Durchlaucht des Fürsten Batlyäny einen nicht unbedeutenden Nachlaß beim Ankäufe der Baumaterialien erhielt, wofür wir öffentlich unser» warmen Dank auSdrücken.- Möge der Himmel noch lange sein greises Haupt mit einer Fülle von Jahren und nngstörter Gesundheit : krönen. — Schließlich verdient noch erwähnt zu werden, daß unsere.׳: mildthätige Chevrah seit einem Jahre einen Betrag von 50 fl. ö. W. für die Nothleidenden in Jerusalem spendete, welcher auch an einen der; Herren Verweser in- Ungarn Übermacht wurde, wofür aber bis zur:- Stnnve noch keine Quittung erschien:, ja-, nicht einmal einer Antwort. . würdigte uns der Herr Empfänger, was desto schmerzlicher wirkt, als ' in dem benachbarten Fünfkirchen ein Individuum auf 2 fl. 50 kr. eine Quittung erhielt. Wir find ferne davon , die Ehre dieses Herrn etwa angreifen zu wollen; jedoch ist eS uns um unsern Herrn Gabbai zu thun, der bei der Rechnung erröthet, wenn ihm die gehörigen Ausweise fehlen. . . ■■;;!• ----- St. Neirfohl, 7. Jäner. 5 Vor einigen Tagen führte mich mein.Weg wieder durch Losonez. Ich hörte;daselbst.-zu-meiner.׳größten Verwunderung ein Histörchen von dem dortigen Rabbiner, das zu registriren der Mühe werth ist. Der Herr Rabbi läßt, wie bekannt, einigen >, Bachurim die Sonne seiner talmubischen-Gelehrsamkeit leuchten.. Unter diesen nun kam Einerauf den unerhörten Einfäll, . etwas deutsch, ja . sogar Latein zu lernen. Welche Vermessenheit von einem Jünger der.; Jeschiba! Gr durfte allsoglcich-deu;Vortrag des.H. Rabbi nicht anhören, ja der Rabbi gab sich alle Mühe, den. armen Bachucum die Kosttage zu bringen, was ihm .auch lheilweisegelang! Zwei ehrenhafte Gemeinde»: giieder, ebenso die ungerechte,,-intolerante, dem, Gesetze unserer heilige» Lehre zuwideriaufendc Verfolgungssucht des Rabbi , als die Noth des armen BachurS einsehend,-> verweigerten dem Rabbi die Gewährung; seines, eindringlichen Verlangens und unterstütze« den armen Jünger nach wie vor:-; ,■״;,ה;; ,.:.v . ׳־.״ui,■ ,׳־, •;־:׳; Daß--die andern BachpriMr - dem Herr«!Rahbiu di^ Hand-, geben mußten, ja, nichts-Profanes, zu lernen, versteht sich von: selbst?.—7. Unser armer Bachur aber , -mit .einem- Male seiner Existenz zum Theile -be- . raubt und in! seinem Vorhaben.^ -etwas-Tüchtigeszu werden , gehemmt. nahmseine Zuflucht zu dem.Vorsteher,-Herrn-A. S. ,-dem er ein Ge» such überreichte mit der Bitte, für , M; ,etwas zu thun, damit er seinem Ziele nicht gewaltsam entrückt werdet-Der Vorstecher empfing, wie ich hörte, den Bedrängte» freundlich׳/;' machte demselben sogleich ein Geld- .-'tzrfchenk"und׳׳-v'ersp'tn׳ch7^ch"'fük"d'en"BÄHnr'׳׳w''eiterS"M'MkM«d'e'nr׳׳ ... R Nagy-Kövös, 21. Jäner. Unsere Gemeinde hat kein dringenderes Bevürsniß, als dle Gründung einer Töchterschule. Leider sind noch nicht alle Gemeindeglieder von der Nothwendigkeit einer soichen Anstalt durchdrungen. Vielleicht trägt die öffentliche Erinne-