Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 4 (24.1.1866)
- Date
- 1866-01-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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79 Die innere Verfassung der Juden ließen die alten Perser ebenso gm׳,;wie?, die späteren:Regenten aus der Arsaciden- und-Haffanibendynastie, weilsie dem: Gttsie der Zeitgemäß nur eine Unterjochung, aber keine Assimiliru'ng der Äersljkedenen Rationalitä ell anstrebtengaÄz' unberührt. Sehr bald nach der׳ Erilirüng hatten die Jüden Men Resch Galutha (Oberhaupt der, Gefangenschaft), der vom! Könige ,als Gouverneur der jüdischen Bevölkerung eingesetzt׳ wurde.. Einzelne..Ortschaftenund Bezirke, hatten ihre Aeltesten und Richter, die entweder vom Volke gewählt, oder vom Erilsfürsten bestellt wurden.'^) י ' Auch die Anschauung der Juden bezüglich der Tobtenbestattung und die ganz besondere Hochhaltung derselben ^.scheint in der ersten Zeit der Perserherrschaft ׳ihren Ursprungs ^zu haben. Das ganze apokryphische Buch Tobiasvon dem ,Ml.'der größte ,Theil der. Fabel angehört, hatte offenbar keine andere Tendenz, 'als ' die' Wichtigkeit und Gottgefälligkeit dieses Liebesdienstes hervorzuheben und den großen Lohn desselben darznstellen. Tobias , ein im Eril zu Niniveh leübender Jude aus: dem ׳Stamme; Naphthali:mußte unter der Regierung, des Königs Sanherib, weil er eine große Anzahl erschlagener oder Hingerichteter Juden , gegen den Befehl, des Königs zu Grabe bestättel hatte, die Flucht ergreifen, und fein Vermögen wurde eingezogen. Nach dem Tode 'Sanheribs durste et zwar nach Niniveh zurückkehren, ohne baß .ihm jedoch sein Eigenthum znrückerstattet worden wäre. Nicht lange darauf betraf ihn bei einem abermaligen. Liebesdienste, den er einem ermordeten Glaubensgenossen mit eigener Lebensgefahr geleistet, das Unglück des Erbltndens. Er" sandte daher iss dieser^dür'ch Dürftigkeit noch vermehrten ׳hilflosen Lage seinen Sohn nach Rages in Medien, um eine dort niedergelegte Geldsumme: zu erheben. Dieser Auftrag, wurde zurZusrieöenheil ausgeführt und zugleich heiratete. Verjünge Tobias, welcher auf seiner ganzen Reife vom Engel Rafael in Gestalt eines Wanderers begleitet Wörden / die fromme Tochter des reichen Raguel, wodurch die ganze Familie wieder in den Wohlstand versetzt wurde, endlich brachte er: auch eine Fischgalle mit, die dem Vater das,Gesicht wieder gab. Indem'der Engel von der glücklichen׳ Familie Abschied nimmt, spricht er zum alten Tobias gewendet: ״Da du so heiß weintest und betetest/ standest von der Nachtzeit auf und begrubst die Tobten, hieltest die Leichen in:deinem: Hause, und, begrubst sie bei der Nacht, da brachte ich ,dein Gebet, vor den Herrn. Und weil du Gott lieb warst, so mußte es so sein; ohne Versuchung;1 durstest du nicht: bleiben, auf daß du bewährt würdest. 3)" Tobias lebte nach seiner Genesung noch 42 Jahre, sah Kinder und Kindeskiyder im besten Glücke und Wohlsein, ---und.-,stach in-den Armenseines Sohnes in einem Alterwon 102- Jahren. 0;־ : Was veranlaßte den Verfasser dieses Buches, das Perdienst der Todtenbestattuug ׳so sehr herauszustreichen? Höchst wahrscheinlich, der Umstand, weil bei den Persern , welche ihre Leichen von den fleischfressenden Thieren verzehren lassen, und: denen das Begraben der Todten in der Erde ein Greuel, eine Erfindung Ahrimans war ^),-auch das Begraben jübi» :scher Leichen, auf. bedeutende: Hindernisse, stoßen: mußte. Die . .׳ Juden konnten sich mit dieser barbarischen Sitte des, Zend- -Volkes nicht befreunden, Ke: begruben ׳ihre - Todten trotz aller .-V.exbote,: die von den Magiern von Zeit zu Zeit dagegen erlassen wurden.?) n Aber selbstverständlich : mußte die Leichen-;! bestattung•> wahrscheinlich,־; unter dem ׳. Schutze der Finsterniß u!geschehen/.- und war derjenige, welcher sich mit diesem Liebes- ג) S. Susanna 1, 5. u. ff. 3) Tobias 12, 12. ") Kleuker Zelld-Avcsta im Kl. 3. Th. S. 160. Rhode d. h. Sage G. 489. :-7 80 dienst befaßte, manchen Gefahren und Mißhandlungen aus- , gesetzt. Daher wollte der Verfasser des Tobias, der ohne Zweifel unter.:der-.Regierung., der. Perser gelebt, durch, die Schilderung üerDiefaßren,' welche','sein''Held"nnter, öer Neßierung des assyrischen Kölligs Sanherib, der Todtenbestattungwegen, sich auSgesetzt und des reichen Lohttes, der ihm dafür zu Theil geworden, das Herz seiner Brüder wnd Zeitgenossen,, die zu ähnlichen Werken unter gleich mißlichen ,Mrhältutffeu,.ihres.Hgnd,geboten., ermuthigen und, ,zu kräf- Ligen. Und darum wurde auch fortan in allen Ueberlieferungen im Talmud und Midraschim die Beerdigung der Todten unter die verdienstvollen Werken der Liebe und Wohlthätigkeit gezählt. 3) Gleichwol scheint noch in viel späterer Zeit in Palästina, wo man von den Verationen der Magier keine Ahnung hatte, die Beerdigung der Todten nicht m so hohem Range gestanden zu sein, als in Babylonien. So sagt uns die Mischna?), der in die Pharisäergenossenschaft Aufzunehmende habe geloben müssen, sich nicht ohne Noch an Leichen zu verunreinigen. R. Abuhu, der in Cäsaren lebte, schickte seinen Sohn nach Tiberia, damit er daselbst dem Gesetzstudium obliege. Nach einiger Zeit hörte der nach dem Fleiße seines Sohnes sich erkundigende Vater, daß derselbe sich viel mit Leichenbestattungen befasse. Ganz entrüstet ließ R. Abühu seinem Sprößlinge sagen: Habe ich dich bloß darum nach Tiberia geschickt, weil es in Cäsarea nicht genug zu begraben gegeben? s) K o rresp ond e n Ausland 8. U, Bukarest, im Jäner. Unsere Synagoge ist bis auf die innere Einrichtung der Vollendung sehr nahe, und der prächtige Bau ist eine wabre Zierde unserer Stadt. Auch ist es uns bereits gelutigen, in der Person des Herrn Weiß, gegenwärtig in TemeSvar. einen trefflichen Kamvr für unsere neue Synagoge zu acquirirc». Nicht minder ist in unserem sozialen Leben eine sehr heilsame Reform ins Leben getreten. Um der leider überhaudnehmenden Bettelei zu steuern, wurde zur Unterstützung der wirklich Hilfsbedürftigen ein Verein , (סרנסח עניים) It1ö Leben gerufen. Die Initiative zur Gründung dieses wohlthätigen Vereins ist von den Herren I. Masmarasch, C. Heinrich G aster und Bernhard Schön selb ausgegangen. Möge der Verein unter dem Schutze Gottes zum Wohle der Armen, zur Freude der Reichen und zur Ehre der Gem. die ihm gebührende.Theilnal,me und UlitcrstützUlig finden! — R. I. Schorr tu Jassy bat einen Utas gegen die Eochin-HühNer erlassen , welcher unter den Orthodoxen viel Aufsehen macht. Schorr motivirr sein Verbot mit den Worten; הפני 9; שאין להם אליהms. Taubes in Kottuschan replizirt dagegen: הלא 1ם הפ2שים אין להם אליה! Jedenfalls wäre es für die Juden in den Donaufürstenthümerli viel heilsamer, wenn unsere Herren Rabbinen, statt sich mit den Hühnern zu beschäftigen, den Hahnruf der Gegenwart Horen wollten. Preisen wir doch tagtäglich den Allmächtigen, der durch den Hahn das Ende der Nacht und den Anbruch des Tages verkünden läßt. Möchte er auch für unsere Gemeinden recht bald den Tag der Bildung und des Fortschrittes anbrechen lassen! Aegypten. Unter der Leitung eines Israeliten, des Hrn. Sciama, ist der Suezkanal glücklich vollendet worden. Trotz der entgegengesetzten Behauptung der englischen Marinebeamten ist dieses Riesenwerk so vollständig gelungen, daß der Kanal von Dreimastern befahren werden kann. In Anerkennung der großen Leistungen des Herrn Sciama ist, derselbe soeben zum Generaldirektor der öffentliche» Arbeiten in: Aegypten ernannt worden.; . ׳• (:.״.׳,׳; Brüssel, 8- Jäner. Bel dem Leichenbegängnisse des verewigten Königs Leopold!. hatte der Grältb-Rabbin Dr/Lob seinen Platz inmitten der Geistlichkeit der andern Kulte. Ein anderer Jsraelite , der Senator,Bischofsheim, war unter,.der Deputation des Senates,,die dem nenen Könige Leopold II. den' Kröniitigseid ׳äbnabmen." ' Inland. ß. Wien, 14. Jäner. Nach und nach gehr es mit den Probepredigten zur, Neige. Herr -.Dr. Güdcinann kam später, als ׳,er sollte -^- aber er kam doch und hielt gestern seine Probepredigt, die bei dem sehr a) Jebamolh 63; b. s. w. Scholien 1. S. 23. ö) Sotah 14, a. Baba Kama 99, b. u. s. w. T| Demoi 2, 3. Jeruschalmi Peßachim 3,