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Ben Chananja · 1866-01-17 · 3 (17.1.1866) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
3 (17.1.1866)
Date
1866-01-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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52 51 ,v«ה ■!';.׳ . - folge begleitet sein! Sollten die Summen reichlicher eingchen, so würde das Andenken an S. D. Luzzatto durch diesen seiner Familie dargebrachten Tribut nicht nur in schönster Weise geehrt werden, sondern diese selbst in die Lage kommen , dem Judenthum dadurch einen großen Gegendienst zu erweisen, daß sie die vielen kostbaren Manuskripte durch den Druck veröffentlichte, die einen Schatz tiefer Gelehrsamkeit über wissenschaftliche und religiöse Gegenstände bergen. ׳ Die Unterzeichnete Zcntralkommiffion wird seiner Zeit das Verzeichniß der Beitrage veröffentlichen und über die Verwendung der Gesammtsumme Bericht erstatten. Triest, den 18. Dezember 1865. - Die Mitglieder der Zentralkommission: Prof. Mcarco 164080111, Oberrabb. — Albert Colin in Paris. Wanken über Ne NersassMg jüNscher Mtusgemeinden, besonders in Angam.*) 111. Ein Rückblick in die Vergangenheit möge der Vetrachtung der Gegenwart und den Vorschlägen für die Zukunft vorangehen. ' «v Das Mittelalter weiß auch in Ungarn von manchem höhergestellten Juden zu erzählen, der als Epigone der Erilarchen gelten mochte. Wir erinnern nur an den jüdischen Grasen, den König Andreas II. mit dem Dorfe Besenyeö belehnte, und an den scheinchristlichen Finanzminister Emerich Szerencses, welcher. auch auswärtigen Juden ein warmer Fürsprecher war. v ' Seil Bela IV. waren die ungarischen Juden bemüht, sich!die Privilegien, die ihnen dieser König verliehen hatte, von jedem neuen Könige, bestätigen zu lassen. Dazu war natürlich eine Repräsentanz der Gesammtheit erforderlich. Die Vertreter der Juden, welche die Bekräftigung der Privilegien bei Ladislaus Posthumus und Matthias Korvinus erwirkten, werden von den Geschichtschreibern sogar bei ihren Namen genannt. . , :׳■}■■■ Als unter Maria Theresia die Toleranztare eingeführt wurde, mußten zur Vermittlung der Nepartition und Einkassierung derselben auch jüd..Organe geschaffen werden. Der Toleranztar-Vorsteher führte den pompösen Titel ״Nosch Me« dina." In Komitaten mit zahlreicher jüdischer Bevölkerung wurden mehrere Rvsch Mcdina's gewählt, deren jeder einen Bezirk zu seinem Wirkungskreise angewiesen erhielt. Aus diesen Nosch Medina's!gingen die Vertreter hervor, welche bei den ungarischen.Reichstagen um Verbesserung der bürgerlichen Lage petitionirten. An der Spitze dieser Repräseutanz -stand bis zum. Jahre 1832 der Vorstqnd der Preßburger Gemeinde. Da Preßburg der Sitz des Reichstages war,.! so wären die Preßburger Vorsteher anch am meisten geeignet gewesen, für das ungarische Israel das Wort zu führen, wenn sie die hierzu nöthigen. Einsichten besessen hätten. Allein weit entferntdiese Einsicht zu -besitzen, -wurden sie von der fixen Idee beherrscht, daß die Uebung des religiösen! S:- die vorige Nummer. ' - Zeremonm.^,cve^ .., .r> Arm der weltlichen Obrigkeit erzwungen werden müßte. In ihrer Petition an den Reichstag von 1807 verlangten sie allen Ernstes, daß der Reichstag den Talmud sanktionire, und den Rabbinen und Gemeindevorstanden die, in Ungarn damals noch herkömmlich bestehende, Gewalt bekräftige, die Uebertreter der Neligionsgesetze zu bestrafen. Dasselbe Ansinnen stellte N. Moses Sofer in zwei Majestätögesuchen an Kaiser Franz, deren erstes am 11. Dezember 1832 und das zweite am 21. April 1833 unterzeichnet wurde. Der ungarische Reichstag war zu jener Zeit versammelt. An denselben konnte aber ein derartiges Gesuch nicht mehr gerichtet werden, da die Hegemonie der Preßburger Vorsteher gebrochen war, sei dem Gabriel Ullmann, an der Spitze der Pester Gemeinde, den Geist der neuern Zeit vertrat, und die inquisitorischen Tendenzen der öffentlichen Meinung nicht mehr behagten. Die einheitliche Organisation der jüdischen Gemeinden in Ungarn war schon zu jener Zeit der stille Wunsch vieler Einsichtsvollen. Aron Chorin war schon 1826 mir einem nach französischem Muster entworfenen Plane hervorgetreten, ohne jedoch den geringsten Anklang gefunden zu haben. Nicht glücklicher war die Orthodoxie, obwvl es ihr gelang, im Jahre 1844 eine Nabbinerversammlung zu Stande zu bringen. Diese Versammlung, in deren Mitte auch der Fortschritt einen beredten Wortführer hatte, verdient hier näher betrachtet zu werden. Wenn auch die Resultate des Reichstages von 183%״ für die ungarischen Juden sehr dürftig ausfielen, so hatte doch die Diskussion auf die gebildeteren Juden sehr aufmunternd und ermuthigend gewirkt. Allenthalben regte sich ein Geist des Fortschrittes. Die Orthodorie hatte durch den Tod N. Moses Sofers (3. Oktober 1839) ihre festeste Stütze verloren, so daß es ihr geboten schien, der Zeitbeweguiig mit aller Anstrengung ihrer Kräfte einen Damm zu setzen. Der Rabbiner zu St. Georgen im Preßburger Komitate machte eine Rundreise in Ungarn - um eine Nabbinerversammlung zu Stande zu bringen. Die Angelegenheit ging Anfangs langsam von Statten, und gerieth spater ganz in Stockung. Im Jahre 1844 nahm der Pnpaer Rabbiner Paul Horowitz die Sache in die Hand, und der Sendbote wurde neuerdings in Bewegung gesetzt. Nachdem der Grund- Herr von Pnpa, Graf Karl Eßterhnzy, welcher Obergespan des Tvlnaer Komitates war, die Erlaubniß zur Abhaltung der Versammlung in Paks im Tolnaer Komitate, dem frü- Hern Rabblnatssitze des Rabbines Horowitz, ertheilt hatte, traten am 21. August 1844 fünfundzwanzig Rabbinen in Paks zusammen. Nicht mehr als 25! In Preßburg hatte es Mißfallen erregt, daß sich Horowitz an die Spitze der beabsichtigten Reaktion stellte. Die eifrigeren Anhänger! der Preßburger Schule verhielten sich daher passiv. Der -Preßburger Rabbiner selbst sprach sich in einem Privatschreiben an L. H. Schlesinger in Altofen fast sarkastisch über die Versammlung aus,-die Vermuthnng hinzufügend, daß auch der Pester Rabbiner -der Synode schwerlich beiwohnen werde. Diese VermuthUng war gegründet. Schwab hatte dem Päpaer Rabbiner abschlägig geantwortet; entschloß sich aber׳

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