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Ben Chananja · 1866-01-10 · 2 (10.1.1866) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
2 (10.1.1866)
Date
1866-01-10
Page
– (sequence 13)
Language
German
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9 10 drucke gegen den Dispens auftritt. Er zitirf, wörtlich einen Anspruch unserer Halachoth Gedoloth aus den ״Halachoth Pessukoth,“ denseihen zugleich aus dem Chaldäischen in'8 Hebräische übersetzend. Und indem er die einschlägigen Notizen aus dein Talmud hinzufügt, ruft er mit Pathos aus: שמעו והאזיני ואל תגבהוכלבית ישראל! השמעתם מרמה ותוך כזה? היהבן כזו, דרך אלהיך?• Um das Verfahren sei- 11er Gegner in ein klares Licht zu setzen, raisonnirt er, wie folgt: צורו צוד,ו לשלם נדרי ושבועתו ככתוב לא תאחר לשלמו והוא הולך אצל בשר ורם ומוהל ב ו (לס •מתיר מאשמ ו Natürlich zieht er auch gegen das Kol Nid re zu Felde, welches zu seinerzeit, also im zwölften Jahrhundert, bereis gesungen wurde :מתחיל בנגון :כאזנימו (Eschkol Nr. 139. 140).; Hieraus löst sich ein merkwürdiges religionsgeschichtliches Problem, welches bei der Vernachlässigung karaitisclier Studien nicht gelöst werden konnte. R. Isaak Alfassi berichtet nämlich, das R. Jehudai Gaon (759 —762) den Gelübde-Dispens suspendirt und den talmudischen Traktat, der von den Gelübden handelt, aus der Suränischen Selm- 16 gänzlich verbannt habe. Demselben Rerichte zu folge blieb dieser Traktat auch; an den Schulen cler späteren Gaoneh vom ötfentlieben Vorträge ausgeschlossen, und waren diese lezteren beflissen, den Gelübdedispens auf ein Minimum zu rednziren "). Woher, fragt man erstaunt, kommt diese antitälmudische Neuerung־? Was kann die Gaonen dar zu bewogen haben? Wie kam R. Jehudai auf den Gedanken, einen ganzen talmudisehen Traktat dem öffentlichen Studium zu entziehen? Es war eine Reform, um der karaitisehen Opposition, die hier offenbar auf festem bi blischem Boden stand, die Spitze ab zu brechen!Die Gaoneh, die auch später den Karaismus zu bekämpfen hatten, 1 י) Alfassi Nedar. Ende. In der vor mir liegenden Wiener Ausgabe stehen die angeführten Wor- .te nach der Schlussformel des Traktates, und sind dieselben auch mit anderen, Lettern gedrückt als der Aifassitext, so dass ein Zweifel über deren Ursprung entstehen könnte. Dieser ,Zweifel schwindet aber, sobald inan sich überzeugt, dass R. Moses b. Nachinan, R. Ascher b. Jechiel und R. Nissim Alf.’s Worte anführen*.(Nedar. Abschn. 3). Die Reform R. . Jehuda’s : wird theilweise auph von R. Scherira Gaon und R. Sah b. Addber׳th angeführt (Teschub. ha-Greonim, ed., Mekize Nirdam. Nro 43.) ‘ verharrten auf der von R. Jehudai e,ingeschlageneu Bahn, wie der Suranische Gaon Sar Schalom (849—859) ausdrücklich bezeugt ,2). Hieraus erklärt sich nun auch , dass an den talmudischen Hoehstuben zu Suva und Pumbaditha die Kol-Nidre-Formel keinen Eingang fand 1a). Die geonäische Praxis blieb früher auch in Spanien herrschend, sie wurde aber später, da man deren Beweggrund nicht kannte, nach der talmudischen eingerichtet "). Zu erwähnen ist hier noch, dass Schriftgelehrte des zweiten und dritten Jahrhunderts geradezu Verdammungsurtheile über die Gelöbnisse und deren, Urheber ausgesprechen haben: Urtheile׳, welche der Tal-, mud aufbewahrt 15), ohne dass bisher der Versuch gemacht worden wäre ,־ den Ursprung derselben geschichtlich zu,! erläutern. Die scharfe und rücksichtslose Polemik deutet auf eine spezielle Veranlassung; hin, welche;kaum, in etwas Anderem zu suchen ist, als in der strengen Enthaltsamkeit der Aske-, IJ) Taschub. ha-Geon. ed. M. N. Ür. 37.:יכך :ראיס: שאין ברורות הללו• ־מי שיכול להתיר נדרים וכל: שכן שבועות• . ,3) Der Zusammenhang' zwischen der Geonäischeu Praxis in Ansehung des Diespenses und der Auschliessung' des Kol Nidre wurde bisher nicht erkannt. Leztere ist iu neuerer Zeit von Hrn. S. G. Stern ausführlich besprochen worden (Keb. Chachamim 99—*103). Hr. Stern irrt aber sehr, wenn er glaubt, dass■ die bezügliche Formel urs p r ün gli ch, ein,Bussgebet war. Dies ist nicht der Fall, wie man sich aus den Quellen leicht überzeugen kann. R. Natronai Gaon zuSura (859—869), erklärt ausdrücklich, dass das Auflösen der Gelübde an den Jeschiboth zu Sura und Piimbaditha, weder am Neujahrs noch am Versöhnungstilge geschehe׳. Die von Hrn. St. angeführte Formel. R. Hai’s ist eben ein vermittelnder Versuch, die Formel als Geb et zu restituiren. Mit Recht, beruft sieh aber Hr. St. auf R Ascher, um darzuthun. dass dieselbe mit den erwähnten Festagen in k einerlei Verbindung steht. Dasselbe erklärt auch R. Sal. b. Adderet z. St. Im hal. Gedol. wird die raehrehrwähute Reform. R. Jehudai’s nicht erwähnt, was die Kritik dieses Werkes wird zu berücksichtigen haben. ' M) A Ascher 6. Jech. Nedar 3, 2.;והומרא;בעלמא הוא מה שכתב(הרי״ף1 משום דבימיו קלי, נדרי Uad zum Schlüsse: ובעברי באלו הארצות וראיתי שהן פרוצום בנדרים.,....... חומרתי לחתור לחם: : 2י .) Jer. Nedar 1, 1, 8, 1. Babli das. 9. a. 10, a. 22, a. 59, a. 60, 6. und die Parailelsteileu Midi. R. Kobel. 5, 3. Sifre 4 M. Ur. 22. 30. Midr. B. 4 M. Kag. 10. (ed. Amsterd 200, a), Jal’k. Shim. Nr. 548

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