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Ben Chananja · 1866-01-10 · 2 (10.1.1866) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
2 (10.1.1866)
Date
1866-01-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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47 43 Wir unsererseits find ob der Kämpfe jener Gemeinden, in welchen Musterschulen sind, erfreut, da nur auf diesem Wege diese so wichtigen Fragen ausge!ragen werden können. GS ist bei dem erwachen« Pen Geiste in unserem Vaterlande immerhin erstaunlich, warum gerade für das jüdische Schulwesen Ungarns die Bach-Thun'schen Verordnun« gen auch fernerhin Geltung haben sollen, während nach dieser Richtung andere Konfessionen sich einer größer« Freiheit erfreuen. Doch — das ist eben des Pudels Kern - warum sollen nur vier Gemeinden der Wohlthat theilhaftig sein, Musterschulenzu besitzen, und aus dem Schul« fonde Unterstützung erhalten? Was ist bis heute von den Musterschulen (Pest ausgenommen, da hier eine Lehrerbildungsanstalt mit der Musterschule verbunden) für das allgemeine Wohl geschehen? Hatten früher nicht-TemeSvar und Fünftirchen auch wohlorganisirte Hauptschulen? Hat Ujhely heute mehr Sinn für das Schulwesen als vor 10 Zähren? Wimmeln dort jetzt nicht mehr Winkclschulen als je? Wir wollen uns heute nicht in voreilige Diskussionen über diesen Punkt einlaffen, jedoch TemeSvar zu bedenken geben, daß es gerathener wäre, so alle Gemeinden Ungarns am besten im Wege des ungarisch« israelitischen Vereins gemeinschaftliche Schritte bei einer hohen königl. Statthalterei des Inhaltes thäten: ,Eine hohe Landesstelle möge der Wohlthat der Unterstützung aus dem Schulfonde sämmtliche Gemeinden Ungarns theilhaftig werden lassen, insbesondere aber jene Gemeinden des nördlichen Ungarns aus der traurigen Versunkenheit durch Eröffnung von Volksschulen, die aus dem Schulfonde erhalten werden, rütteln. Statt der neu zu errichtenden Musterschulen aber jene Muster-und Gemeindelehrer, die sich zur Organifirung von Musterschulen besonders eignen, mit Zustimmung der Gemeinden als Volksschullehrer für je einen Bezirk, aus dem Schulfonde honorirt, verwenden." ) Pest, 7. Jäner. Unser künftiger Lehrerverein hat ein Komitd, das sich selbst gewählt hat, und einen Präsidenten, der die ihm zugedachte Würde annahm. Sonst ist über den Verein nichts zu berichten. יש Gyöngyöö, 19. Dezember. Durch den häufigen Lehrer« Wechsel veranlaßt, kann unsere Schule nicht recht gedeihen. Eine Unterstütznng aus dem Schulfonde. um die unsere Gemeinde eingeschritten, könnte so manchem Uebel abhelfen und auch die Trennung der Knaben- und Mädchenschule ermöglichen. Stuhlweißenburg, 3. Jäner. Aus der Schule der hiesigen orthodoxen Partei sind im Zeiträume von vier Jahren nicht weniger als einundzwanzig Lehrer verjagt worden. Vor Kurzem erlangte die Schule glnchwol das OeffentlichkeitSrecht. Einer der angestellten Lehrer bewirbt sich in Folge des ausgeschriebenen Konkurses um die Wiederanstellung an der Schule. Was der orthodoxe Vorstand bei dieser Gelegenheit zu thun wagte, will ich verschweigen.' Replik. Paris, den 1-ten Jäner 1866. Sr. Ghrwürden Herrn Oberrabbiner Löw» Redakteur des ״Ben Ehananja" in Szegedin. Hochgeehrter Herr! - Sie haben mir neulich mit einer. mich so sehr zum Dank verpflichtenden Zuvorkommenheit die Spalten Ihres geschätzte» Blattes geöffnet, daß ich keinen Anstand nehme, besonders da es gilt, ein jüngst von Ihnen unwillkürlich begünstigtes Unrecht zu verbessern, Ihre freund- Uche Dienstleistung anzusprechen. Sie haben in der am 13-ten DezeMder erschienenen Nummer unter der Rubrik Varia eine Recension veröffentlicht. welche ein hier erschienenes wissenschaftliches Produkt in ein so falsches Licht setzt, daß ich eS. obschon unaufgefordert, für eine Pflicht erachte, Ihr durch ebenso unbegründete als leidenschaftliche Aussetzungen irregeführten Leser eines Bessern zu belehren. Es handelt sich nun um die Ueberfetzung deö portugiesischen Machasor'S, die. mit einer wahren Meisterschaft auSgesührt, von großer Begabtheit zeigt, und der vom französischen Publikum so wenig gekannten hebräischen Literatur nicht genug zu schätzende Dienste zu leisten berufen ist. wie dies bereits unser so trefflicher Herr Mnnk in einem Berichte an die Akademie öffentlich erklärt hat. Der halb anonyme Verfasser jenes Aufsatzes, der sich übrigens, wenn mich meine Bermuthnng nicht trügt, Szegedin, Sklliüvrrlag der Redaktion. um die Mische Literatur Verdienste erworben, denen ich meine volle Anerkennung zolle, wird es mir, bei seiner Vorliebe zur Splitterrichterei leider etwas geschwächten Wahrheitsliebe nicht verargen, daß ich seine erwähnten Angriffe auf ihn selbst zurückwälze. Hr. Nr. rügt nämlich einige Sprachschnitzer, welche sich Hr. Astrue bei den dem Machasor beigefügten hebräiicheu Ueberfchriflcn zu Schulde habe kommen lassen, und der sonst mit der jüdischen Bibliographie so vertraute Manu übersieht, daß unser verdienstvoller Uebersetzer daran völlig nnschuldig ist, indem er den nach den berühmten Amsterdamer Ausgaben von AttiaS und Mendez allgemein recipirten Text treu beibchält. Selbst die unkorrekten Formen in K. Ha-Lebana וצריך, כנגדיך für לגגדך יצרך, finden sich in genannten Ausgaben, und der Verleger und Mitarbeiter H. Cröhange hat für dieses Stück den für seine schonen Ausgaben de« SiddurS verfertigten stereotypirie» Abdruck benutzt. Herr Astruc kan» also, wie aus der Vorrede zu ersehen, für diese so streng ousposauuten BarbariSmen nicht verantwortlich gemacht worden. Im Uebrige» beruht die einzige erhebliche und auch am schärfsten betonte Rüge auf einen von Herrn Nr. begangene» Mißverständnis Gr glaubt, daß die Ueberschrist מי שברך לאסורים בבית הסהר מן החקירה als eine wörtliche Ueberfetzung der entsprechenden Worte viotiwes du kavatisws religieux dienen soll; aber die Sache verhält sich umgekehrt. Jene alte Formel, welche den Worten ״Gebet für die von der Inquisition Verhafteten" treu uachgebildet worden, hat der neue Verleger, den Verhäitnißen unserer Zeit Rechnung tragend, durch eine freie französische Uebertragung wicdergegeben, und es klingt etwas seltsam, daß unser zu oft auf kleinliche Aeußerlichkeiten sich spreizender Kritiker hier nur sich selbst eine Blöße gegeben. Er hat sich also mit den eigenen Waffen gestraft, und sein übrigens sehr verzeihliches Versehen wird ihn in Zukunft hoffentlich auch zu größerer Nachsicht gegen Andere stimmen. Es würde mir eine große Freude gewähren, hochgeehrter Herr, wenn Sie diesen, im Dienste der Gerechtigkeit geschriebenen Zeilen die Aufnahme in Ihr so interessantes Blatt nicht versagten. Empfangen Sie hiefür zum Voraus den wärmsten Dank Ihres Sie hochschätzenden Leon Nordmann. Verzeichniß neu erschienener Werke. 1. Achama, Jahrbuch für 1866—5626. Herausgegeben vom Vereine zur Unterstützung hilfSbedürfttger ift. Lehrer, Lehrerwitwen und Waisen. Leipzig. 1865. (240 S, Pr. '/, Thlr) 2. Milchamotb Ha-Scheln (die Kämpfe GotteS). ReligionSsilosofische und kosmische Fragen in 6 Büchern, abgehandelt von Levi b en G e r f o n. 2. Auflage.^Leipzig 1866. Verlag von Karl B. Lorck. (463 S. 8.) - 3. Chaffidäische Silhouetten. Vortrag, gehalten im jüd.-theol. Studenten-Vereiue in VreSlau im Juni 1865. Von Dr. I. Horowi״tz. Verlag deS Verfassers (38 S. 8.) 4. Kol-Simrah. Zur feierlichen Eröffnung des nenen ung. Akademie- Palastes. Von Moriz Ziltz. Pest 1865. Auf Kosten der Pester isr. Kultusgemeinde (6 S. gr. 8.) 5. Goral Hazedakah. Von Mondschein. Lemberg 1864. S. L. Kugel, Lewin und Komp. (20 S. 8.) 6. Die bürgerliche Korrespondenz. Leitfaden zum Selbstunterrichte im schriftlichen Aufsätze mit besonderer Rücksicht auf die reife Jugend und auf die Geschäftswelt. Von S. Goldberger. Raab 1865. Selbstverlag des Verfassers. (28 S. 8. Pr. 30 kr. ö. W.) 7. Die Geschichte Israels für die isr. Jugend bearbeitet von Dr. G. Wolf, Neligionslebrer. 3. Auflage. Wien 1866. Ab. Kuöpflmacher, Seilenstättengasse Nr. 5. 8. Literaturgeschichte der synagogalen Poesie. Von Dr. Zunz. Berlin 1866. Louis Gerschel'S Verlagsbuchhandlung (666 S. 8) 9. Az ällaratudomänyok Encyklopaediäja. (Enzyklopädie der Stats- Wissenschaften). Von Robert Mohl. Ins Ungarische übersetzt von Tob. Löwi Pest 1866. Gustav Heckenast (496 S. gr. 8. Pr. 4 fl. ö. W.) . . 10. Zeitschrift für Armeuwesen. Armen und Krankenpflege. Red. von Fr. v. RoqueS, Pfarrer zu Treysa in Kurhessen. II. Bd. 1. Heft. (Jährlich!2 Hefte ä 12 Bogen. Minden 1865. Wilhelm Klugkit. 11. Glaubenslehre für die höheren Klaffen der isr. Volksschulen. Von Moriz Ziltz. geprüfter Rabbiner und Religionslehrer. 3. Auflage. Pest 1865. Gustav Heckcnast (38. S. 8.) 12. Tefiloth Jisrael. Gebete der Israeliten. Mit ung. Uebersey. von Heinrich Deutsch, Religionslehrer. Pest 1866 M. E.Löwy'S Sohn. (424 S. 8.) , Leipzig, Lommtsüons-Vcrlag von Franr IVayner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin, Hierzu ein Bogen, Forschungen deö wiffenfchaftlichstalmudifchen Vereines.

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