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Ben Chananja · 1866-01-03 · 1 (3.1.1866) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
1 (3.1.1866)
Date
1866-01-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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mft ttkMildir Jtilag( z» " Nr. I. (866,- Met Sie literarische Mge der Homitetik. C. Berlin im Dezember 1885. Die im ״B. CH." verheißene Berücksichtigung und Pflege der Homiletik durch allmonatlich zu liefernde einschlägige Arbeiten wird gewiß bei dem zahlreichen theologischen Contingente des Lesekreises freudigen Anklang finden. Die Homiletik hat aus der letzten Zeit nur wenig hervorragende Leistungen zu registriren. Mit Ausnahme Adler's und des reich produktiven Jellinek ist uns keine größere Predigt-Sammlung irgend eines unserer bedeutenderen Redner bekannt geworden. Früher waren die Meister des lebendigen Wortes in unserer Mitte anderer Meinung. Mannheimer und Salomon hieltens für ihre Pflicht, nicht blos in ihrem bei aller Weite dennoch engen Kreise durch ihre Predigten zu wirken, sondern auch durch deren Veröffentlichung den nachwachsenden, gerade auf diesem Gebiete völlig führerlosen Theologen Muster und Maßstab in die Hand zu geben. Und wie die verewigten Altmeister, so dachten auch Philippson, Stein (in Frankfurt am Main), Herzfeld, Holdheim und Andere, denen wir, wie verschieden auch im religiösen Standpunkte, doch homiletisch betrachtet gleich treffliche Collectionen verdanken. Anders in unseren Tagen. Gerade von den begabtesten und in ihrer Geltung unangefochtensten unserer heiligen Prediger, — wir nennen keine Namen, die kleine Schaar ist ja hinreichend gekannt, wenn auch nur vom Hörensagen, — hat die homiletische Literatur nichts aufzuweisen. Woran das wohl liegt? Nach unserer Erfahrung nicht daran, daß man diesen, so. hochwichtigen Zweig am Baume der Wissenschaft in seinem Einflüße und seiner Bedeutung unterschätzt und verkennt; auch nicht daran, daß man die üppige Vegetation der Predigt-Gärten nicht noch vermehren will —- außer dem berühmten Jellinek haben sich ja in den letzten Jahren nur Wenige mit Erfolg auf dies Terrain gewagt, darunter Ihre, wackeren Landsleute Schmiedel und Ehrentheil; nein — der Grund des beharrlichen Schweigens mancher Capacität liegt in der Erkenntniß, daß ihre Rede wohl gesprochen, nimmer aber edirt und gelesen wirkungsvoll und keineswegs — mustergiltig sein dürfte. Es thut der Verehrung des großen Tobten keinen Eintrag, wenn wir die Frage aufwerfen, , wie viele von den wahrlich nicht am wenigsten effeklvollen Reden aus dem ״Honigmunde" Sachsens hätten sich für die Veröffentlichung geeignet? — Der gute, geborene Redner, der Prediger von Gottes Gnaden reißt mit sich fort und läßt den Hörer, so lange er spricht, nicht zur eigentlichen Reflexion kommen — er packt, zündet, trifft das Schwarze im Weißen — ob mit, ob gegen die Regel — gleichviel. Nicht selten werden ertemporirte Stellen der Rede eines solchen Erkorenen tiefer eindrtngen ins Gemüth und es schärfen, ritzen und verwunden, denn die sorgfältigst —- vorher bis ins Detail auögearbeiteten Reden. — Allein bei aller erzielten Wirkung wird eine solche Predigt dem aufstrebenden Jünger geringe, wenn nicht gar störende Dienste thuu. — Und wie der genannte Heimgegangene, bei dem vielleicht die ausgeprägte, unüberwindliche Eigenart die Entlastungsmomente für die Schuld, keinerlei homiletische Nachlaß geboten zu haben, verstärkt, so Haltens viele noch lebende Meister. Je mehr die Schwingen wachsen, desto weniger ernst werden die Vorbereitungen — der Redestrom versiegt ja nicht — die Gabe wohnt ihnen ein, zu^ rechter Zeit stets-bas rechte Wort zu finden. Daß sie der Wissenschaft nützten^ wenn sie die Predigt gleichstelleten anderen) Objekten ihrer wissenschaftlichen Thätigkeit, daß dann ihr^ Wort auch theoretisch wirkete älS Leuchtunb Leitstern für-, die rathlosen Candidaten, das bestreiten sie; nicht — ckllein^ die strenge Wiffenschafl steht höher, geht über Alles — ihr darf die Zeit nicht entzogen werden, dir eine solche,' Art Predigten zu liefern, wie wir sie hier im Äuge haben, beanspruchen würde. — Wir reden auS Erfahrung, die, Mancher mit den einschlägigen Verhältnißen vertraute Leser wird bestättigen müssen. Ist dies schon in Deutschland der Fall, wo das deutsche Wort sich überall auf der Kanzel eingebürgert, vermißt man hier schmerzlich das rege Interesse seitens der älteren und und reiferen an der homiletischeu AuS- und Fortbildung der jüngeren Theologen — um wieviel mehr dürfte dieser Mangel in Oesterreich zu beklagen sein, wo die unregelmäßige, zumeist autodidaktische Bildung vieler befähigten Bachurim sich sehnet nach Führern und Wegweisern! Darum begrüßen wir dankbar: — freudig den Plan des geschätzten, umsichtigen Redakteurs d. Bl. und leben der Zuversicht, daß die ״dii majorum gentium״ ihr Schweigen brechen und den eröffneten Sprechsaal benützen werden, um eine alte Schuld, auch auf ferne, ans persönliche Hören und Lernen verhinderte Jünger belehrend zu wirken, abzuteagen. -r Wir sollen ja .,מחויקנים שבהם uns zum Muster nehmen; nun, wenn ein Carl Schwarz in Gotha, ein Schenkel und Zittel in Heidelberg und Andere, der ״strengen Wissenschaft" ergebene christliche Celebritäten es nicht verschmähen, durch eine und die andere Rede an der ״Predigt der Gegenwart", einer der zahlreichen,, eigens der Homiletik gewidmeten Zeitschriften, sich zu betheiligen, nur, um dem Nachwuchse Vorbilder zu bieten; so bürfen wir von unseren ״Ganzgöttern" verlangen, daß sie, unseligen Parteigeist aufgebend, über Kleinliches sich erhebend, herantreten und beisteuern — die ״Halbgötter" werden gewiß nach Kräften das Ihrige thun. Nie (jeiUgca Lehrer der Vorzeit. Antrittsrede gehaltcu am 10. Dez. 1850. v. Herausgeber. Gruß und Segenswunsch den ehrenwerthen Einwohnern der königlichen Freistadt Sz eg e bin! Der löblichen Obrigkeit und der wackern Bürgerschaft, achtungsvollen Gruß und herzlichen Gottessegen! Alle Klaffen der Bevölkerung, das Alter und die Ingenb, die Beglückten und die Bedrängten, die Fröhlichen und die Niedergeschlagenen, mögen brüderlich gegrüßt sein von mir, und in reichem Maße gesegnet von Gott, dem Allmächtigen, der Himmel und Erde geschaffen'). Insbesondere aber wollet ihr mir gegrüßt sein, theure! Häupter und Glieder meiner Gemeinde! Willkommen, tau-, senvmal willkommen heiß ich die Stunde, in welcher euer Bündniß mit mir unter Anrufung Gottes, des Allheiligen, die rechte Weihe empfangen soll.? > Ehrwürdiges י Bündniß! Du bist bestimmt und geeignet, die seligen Wirkungen des göttlichen Wortes an unseren Herzen zu offenbaren; unfern Dank für Gottes Gnade zu entflammen, unser Vertrauen zu feiner Führung zu׳ beleben, und uns zu'jeder frommen, sittlichen Anstrengung zu begeistern.; 'JHerrlicher Beruf! bei der Heerde des Herrn eiy treuer^ Hirte zu sein, um, wie Ezechiel sagt, — ״dle Schwachen zu . ' 2* “ '

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