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Ben Chananja · 1866-01-03 · 1 (3.1.1866) · page 8

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Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
1 (3.1.1866)
Date
1866-01-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
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15 1!6 sagte er mir Antwort auf meine Frage. In der Nacht war ihm nämlich ein Engel erschienen, und hatte ihm geoffenbart, daß Sie das Vor« steheramt in Miskolez bekleiden werden, und ich sende Ihnen hiermit in seinem Namen ein hierauf bezügliches Amulet (^22)- Dieses Amulet dürfen Sie erst dann anlegen, wenn Sie erfahren haben, daß der Herzog von Jerusalem Vorsteher der Wiener Gemeinde geworden ist. .Bis dahin bringt das Amulet keinen Effekt hervor. Uebrigens seien Sie gegrüßt von mir, Ihrem Freund N. N. y. Prag, 24. Dezember. Nicht geringes Aufsehen macht eine hier soeben erschienene Brochnre.״ ׳Die israelitische Kultusgemeinde in Prag und ihre Repräsentanz. Eine zeitgemäße Brochure von Einem, der die Wahrheit liebt. Druck uuv Verlag Sanders und BrandeiS Preis 20 kr." Ich notice den Titel vollständig, um all denjenigen, die <«1 den hiesigen jüdischen Angelegenheiten Interesse nehmen, die Anschaffung dieser Flugschrift zu erleichtern. Wenn ich recht unterrichtet bin, wird die Brochüre von tüchtiger Seite eine energische Zurückweisung erfahren. Gleichwol sind Viele der Meinung, daß die Angriffe, die hier auf das gegenwärtige System versucht werben, zu einer Abänderung unseres Wahlmodus den Impuls geben dürften. LI. Rimafzombat, im Dezember. So unwahrscheinlich es auch klingen mag, so ist es leider doch buchstäblich wahr, daß ein jüdi- ,sches Weib in hiesiger Gegend die von einem Dämon Besessene gespielt und ihren einfältigen Mann, der ihr sogar ein Amulet von einem chaßidäischen Magier holte, lange Zeit dupirt hat, bis durch einen Zufall entdeckt wurde, daß es ein Dämon der Verführung war. mit dem sich das ehrvergessene schlaue Weib verband, um ihrem abergläubischen Manne ״Hörner aufzusetzen." Sie gestand dies in der Folge >elbst ein׳ und ist sie auch von ihrem Manne geschieden worden. LI. Putnok, im Dezember. Ein gewisser Adolf Braun aus Balassa-Gyarmat war in Szäcsen verheiratet; ließ sich aber nichtSdestoweniger in Pest, kleine Schiffsgaffe Nr. 9, .mit einer zweiten Frau trauen. Vor Kurzem wollte er. in hiesigem Orte eine dritte Ehe eingchen, als sein Vorleben bekannt, und er selbst der Behörde überliefert wurde. Den Herren Rabbinen ist jedenfalls bei Vornahme von Trauun» gen fremder Personen die skrupulöseste Vorsicht zu empfehlen. — Szegßürd (Tolnaer Kom.), im Dezember. Wenn auch über die hiesige Gemeinde noch keine Zeitungsberichte in die Welt gesendet wurden, so verdient deren Streben doch alle Anerkennung, und haben sich namentlich Männer, wie die Herren M.vÄien, C. Leopold, Mor. Kraus, Sal. Rockenstci», Ad. Hahn und Goldberger bedeutende Verdienste um dos hies. Geiveiudewesen erworben. Diebeiden Lehrer leben ihrem Berufe mit Treue und Beharrlichkeit. Es wird jedoch allgemein bedauert, daß die Herren S. Leopold, Dr. Schüller und I. LeideSdorfer von der Schulleitung zurückgctreteu sind. A Nachod. Es ist Friede! Wenn man bedenkt, welch ein peinliches Gefühl eö für jedes ruhige, zartfühlende, dem Frieden -uldigende Gemeindeglied gewesen, wenn, er das Bewußtsein hatte, daß zwischen den einzelnen Mitgliedern Unfriede geherrscht, daß sich in der Gemeinde Parteien gebildet, die einander augefeindet haben; und das Bebäuerlichste dabei war, daß der ehrivürdlge Rabbiner daü Mittelglied war und nicht immer über und nicht immer zwischen den Parteien stehen konnte. Durch die Bemühungen einiger ehrenwcrthen Gemeindeglieder sind die Mißhelligkeiten, welche Jahre laug gewährt, beseitigt. Einigkeit ist wieder in unsere Gemeindr eiugekehrt und mit beseligender Freude rufen wir aus vollem Herzen: ES ist Friede! Ein öffcntuchcs Zeugniß davon gibt einerseits die aufs neue gesicherte Stellung des ehrwürdige» Rabbiners, Herrn I. WieSner, und andererseits bezeugt eö die vor Kurzem stattgeiundene Kultuö-Gemeiudeauöschuß- und Vorstandswahl, bei weicher die srüheru AuSschuhmitglieder abermals gewählt wurden, und was als ein schönes Zeugniß der Eintracht gilt, mit bedeutender Majorität gewählt wurden. Neben diesen früher» Auöschußmitgliedern wurden auch zwei neue gewählt, und zwar eines wegen eines Verstorbenen und ein zweites au die Stelle eines Mitgliedes, welches aus Gesundheitsrücksichten aufseineu Ehrenposten resignirle. Bezeichnend und ehrenhaft für die Gemeinde, sowie für den Gewählten ist es, daß von den.neuen Mitgliedern, weiche den Ausschuß bilden, Herr Jsak S. Pick abermals und einstimmig zum Kultusvorsteher gewählt wurde, j Dreiundzwanzig Jahre versteht nun Heer Jsak G. Pick dieses mitunter schwierige Ehrenamt nicht nur unter Anerkennung seiner Gemeindeglieder, sondern auch unter Anerkennung der städtischen und kaiserlichen Behörden und man könnte Spalten mit der Mtttheilung aller Humanitären Leistungen fönen, von denen Herr Pick das Bewußtsein im Herzen trägt, Gutes gestiftet, Gutes geleistet zu haben. Würdig zur Seite stehen ihm die beiden Senioren sStesivertreter). die Herren Jsak Daniel Pick und Samuel Goldschmied.. Schließlich verdient noch erwähnt zu werden, daß der Herr BezirkSamtman» Dumont den Wahlakt persönlich geleitet, als l. f. Kommissär hielt er bei derselben eine sehr schöne Ansprache, in welcher er seine wohlwollenden Gefinnungen für das Gedeihen der Kultusgemeinde und ihrer Institutionen zu erkennen gab. K. Szabadka, im Dezember. Unser Vorsteher, Herr Adolf Geiger, hat a ch t arme Schulkinder mit Winterkleideen ausgestattet. Auch der von iinsecm würdigen Rabbiner gegründete Verein ״Maskil el Dal" wird von Herrn G. kräftig unterstützt. 8t. Tapolcza, 21. Dezember. Ein Musterbild darf kein Privateigenthum sein, sonst hört es auf, Muster zu sein; was natürlicher, als daß ich hier an ״Ben Chan." denke! — Tapolcza ist seit 1853 eine selbstständige Gemeinde, seit dieser Zeit wirkt hier segensreich Herr BezirkSrabbiner Abr. Neuhaus. Seit dieser Zeir ist die Gemeinde von circa 40 auf circa 70 Mitglieder angewachsen. DaS allvermögende Wort die Altes schaffende Kraft, der Altes überwindende Friede stehen hier in heiliger Allianz, daher ein Tempel im Werthe von 25.000 fl. ö. W. ohne Schuldenlast, ein zeitgemäße gebildeter Rabbiner, der wol mehr Gehalt verdiente, aber Achtung nach Verdienst sinder, zwei tüchrige Lchrer. ein eigenes Schulhans, ein gercgelicr Chor, ern schönes Bade- Haus, eine werthvolte Chupa, täglich Minjan. Hört's ihr größern und großen Eemcinden, die ihr an der Geburt zeitgemäßer Institutionen so lange kreißet! Bleibende Verdienste haben um die hiesige Gemeinde die Herren Dukes, Löwentrilt, Familie Lessner, Marion, Feuchtmann letzterer seit Kurzem honorirter Bezirksarzt. 8t. Rendek, 24. Dezember. Die hiesige Gemeinde dürfte 110 Jahre alt sein. Der erste Rabbiner war Reuben Löw Anholczer, gebürtig in D. Kreuz, wirkte hier 50 Jahre, starb 1822. Der Tempel, vor vier Jahren renovirt, ein Prachtstück, trägt die Jahreszahl , genanntem Rabbiner verdankt die Gemeinde ihre frommen Institutionen. Nach ihm war Salomon Ulmann hier bloS l'/2 Jahre, von hier einer Berufung nach Makü folgend. Hierauf 7 Jahre Intervall, wo David Weißseld das Rabbinal verwaltete. In diese Zeit fällt eine furchtbare Zerklüftung. Wolfg. Ritscher, Vorsteher, verheiratet seine Tochter und David Weißseld will um keinen Preis früher trauen, bis die Tcauungütare ein halbes Percent erlegt ist. Der Parneß schnaubet Rache, und Abraham Freider, Rabbiner in Sümand, Araber Komitat, wird unter der Hand hieher berufen. Ritscher gewinnt die Majorität und das Rabbi,tat ist wieder besetzt. Hieraus ei» Prozeß, der Tausende verschitngt , Ritscher siegt, aber sein Vermögen ist — versiegt. Seit jener Zeit ist Frieden und Herr Rabbiner Freider, eine anerkannte talmudische Autorität, hat um den Fortschritt seiner jGemcinde in dieser Gegend bleibende Lerdicnste sich erworben. Sie finden hier seitJahrcu eine dreiklassige Schule, deutschen Kauzelvvrlrag und die Tempelordnuug hat bis ans Choralgesang ihre Stadien friedlich dnrchgemacht. Und interessant ist der Anblick des Kantors. Gin altes Geschirr in neuem Guß. Kappe, Mantel, gefalteten Taliß und die Hand auf der Backe! 600 Loth Silber besitzt der Tempel und auch sonstige prachtvolle Effekten. — Diese Zeilen schreibe ich in Sümeg, Filiale von Rendck, während doch vor 100 Iahcen, wie ich aus Daten eulnommen, Rendek als Minjan zu Sümeg gehörte. Seil 1848 ist die hiesige Gemeinde von 10 ans 40 Mitglieder׳ angewachsen. Sie finden hier seit 1850 einen ordentlichen Gottesdienst'- einen eigene» Temvelplatz mitten in der Stadt im Wcrlhe von 2000 fl.j ein eigenes Schulhaus mit zwei tüchtigen Lehrern, von denen Herr Böhuijj ein Pnpaer, zugleich Kantor ist. Mnstervoll ist der Geist in dieser kleinen Gemeinde und die Herren Florian Scheider. Eduard Kaufmann und Jakob.Kohn verdienen warme Ailerkennung. : •׳-׳

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