Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 1 (3.1.1866)
- Date
- 1866-01-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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13 14 digerstelle ist ״och nicht besetzt au« dem einfach«״ Grunde, weil sie noch nicht vakant ist. — Weder eine ״R e f 0 r mgemeknde" (?) noch Reformer kennt ma» hier. Die ganze Reform besteht im geregeltem Gottesdienste an Sabbathen und Feiertagen. Ist doch nicht einmal ein einziger Piut. eine Sekicha oder Ktnah abgefchafftk — Die Mitglieder diese« Kultustempels ״besuchen" die Synagoge nicht, daher können fie auch nicht ״daselbst mit voller: Händen spenden." Nur Einer, der durch Umstände fich bewogen fühlte, doch auch einmal auf seinem Evnagogengrundstück, dem theuern Sitze, sein Gebet zu verrichten» besuchte die Synagoge. Und da er zur Thora gerufen wurde, mußte er folgerecht spenden. Dieser Mann verschließt aber der Primärschule und dem Kultustempel gegenüber seine Hand auch nicht. — Herr Fischmann kann im buchstäblichen Sinne de« Wortes sagen: Gott behüte mich vor meinen Freunden, vor weinen Feinden werde ich mich selbst in Acht nehmen. Noch haben wir zu bemerken, daß vor mehreren Jahren fich Jemand ״Senior" an der Primärschule genannt hat, was ein usurpirter Titel war, zu dem er weder vom löblichen Vorstand noch von der Schulbehörde ermächtigt worden. Ueberhaupt kennt die Primarschule den Titel ״Senior" seit ihrem Bestehen gar nicht. Der letzte Oberlehr er war der sel. Freier, der erste und der letzte Dirigent zugleich war Herr A. Schwaiger. Seitdem find alle Lehrer vollkommen gleichgestellt und hat keiner derselben den mindesten Vorzug vor dem Andern. M. Strauß, Lehrer an der Primärschale. W. Warasdin, im Dezember. Die vorige Nummer d. Bl. brachte einen Bericht aus Wien über die daselbst abgehaltene Predigt deS DrS. Sonneschein, Rabbiners hier. Der geehrte Einsender erwähnt in seinem Berichte nur mit kurzen Worten die außerordentliche oratorische Begabung, verbunden mit gründlichem rhetorischen Wissen und taktvollem Kanzelbenehmen des Herrn Dr. S. Wir Lenken den geehrten Lesern d. Bl. einen Freundschaftsdienst zu erweisen, wenn wir den gerühmten Kanzelredner genauer schildern. Herr Dr. S., der die gründlichste Gelehrsamkeit eines gewandten mächtigen KanzelreduerS besitzt, hat noch nicht - das fechsundzwanzigste Lebensjahr zurückgelegt. Seine angenehme Persönlichkeit ist beim ersten Anblicke gewinnend, und sein jovialcr Umgang gewinnt ihm alle Herzen. Herr Dr. S. ist als Rabbiner ein erhellter Geist > der mit richtigem Blicke die goldene Mittelstraße der fortschreitenden Zeit zu finden weiß, mit edlem Geiste seine Gemeinde zu leiten versteht, ohne die alten Heiligthümer zu verletzen, und obzwar die hiesige Gemeinde dem Fortschritte huldiget, da fie schon seit Jahren einen geregelten Gottesdienst mit Orgelbeglcitung nnter der Leitung des tüchtigen Kantors Rosenfeld eingesührt, finden sich dennoch Jnd viduen, sogar hervorragende Personen, die mehr dem Alten anhangen, und auch diesen weiß Herr Dr. S. durch sein umfangreiches talmudisches Wissen und die in seinen gehaltvollen erbaulichen Predigten ringestreuten Midraschim und Talmudzitate ihr Sträußchen zu geben. Herr Dr. S. ist in unserer Gemeinde ein wahrhafter Seelsorger. Er tröstet Leidende, unterstützt Arme und gilt eS einer hochherzigen Handlung für Verunglückte; so ist es Herr Dr. S.. der mit der größten Selbstverleugnung von Haus zu Haus milde Beiträge sammeln geht. Der Schul« ist er nicht nur Direktor, sondern auch Lehrer, da er an derselben trotz der angcstellten tüchtigen Lehrer, mit welchen er im besteil Einvernehmen steht, dennoch den wichtigsten Unterricht, die Religionölehre, selbst ertheilt. Möge Gott das Judenthum mit noch vielen solchen Männern segnen, Herrn Dr. S. aber ein langes freudiges und beglücktes Leben zum Heile der Judeuschaft geben. Kult», Ende Dezember. Die hiesige israelitische BezirkSgemeinde hat au deu Herrn Rabbiner Hvchmuth folgende Adresse gerichtet: Gurr Ehrwürden, Hochgeschätzter Herr Rabbiner! Die beklagenswerthen Ereignisse in Ihrer Gemeinde konnten nicht verfehlen, die allgemeinste Entrüstung bei uns hervorzurufen, und mit Gefühlen inniger warmer Theiluahme lasen wir Ihre in der ״Nrnzeit" hierüber erschiene Ausklürung. Wenn «S auch derselben nicht bedurfte, um unsere unwandelbare Hochachtung für Gw. Ehrwürden ungeschmälert zu erhalten, so wissen wir Ihnen doch Dank für deren Veröffentlichung, «eil Sie selbst die leisesten Zweitel damit zerstreuten und uns bewiesen, daß Sie fich noch immer mit Liebe unser erinnern! Euer Ehrwürden! Als Sie uns im Jahre 185V mittheilten, daß sich Ihnen der bedeutendere Posten an der VeSprimer Gemeinde darbiete, entließen wir Sie mit betrübten Herzen und tiefem Bedauern, denn während Ihrer siebenjährigen Wirksamkeit lernten wir Sie liebe« und schätzen, hochachten und verehren, und nur die Hoffnung auf eine» erweiterten Wirkungskreis für Ihre rastlose Thätigkeit, die verbesserte Stellung sowol in materieller, als auch moralischer Beziehung, welche Sie auf Ihrem neuen Posten eiunehmen, konnten unfern Schmerz liuder» und uns einigermaßen trösten. Wie glaubten mit Recht hoffen zn dürfen, daß Ihre neue Gemeinde Ihnen diejenige Liebe entgegenbringeu wird, welche Sie hier zurückiießen, und die Sie so sehe verdienten׳״ und lange Zeit lebten wir wirklich in dem Glauben, daß fich diese Hoffnung verwirkliche und Sie in Ruhe und Frieden fich ganz dem edlen Berufe des Priesteramtes hingeben können. Wie unangenehm wurden wir Plötzlich enttäuscht, wie empörte uns das unwürdige Benehmen des dortigen Vorstandes, wie kränkend fanden wir jene Mückenstichen gleich verletzenden kleinlichen Hiebe, welche derselbe, entgegen den Forderungen des Zeitgeistes, der Zivilisation und der Gerechtigkeit seinem geistlichen Oberhanpte gegenüber sich erlaubte! Diese unsere Indignation nun zu konstatiren und Ew. Ehrwürden zu versichern, daß nichts in der Welt im Stande ist, unsere unveränderliche Liebe und Hochachtung für Ihre hochverehrte Person zu schmälern oder nur im Geringsten zu alteriren, ist der Zweck unserer gegenwärtigen Zuschrift und Sie zu bitten, uns Ihr Wohlwollen auch ferner bewahren zu wollen. Der unliebsame Streit zwischen Ihnen und Ihrer Gemeinde aber möge bald ein gütliches Ende finden zu Ihrem Besten, zum Wohle Ihrer Gemeinde und zur Ehre Israels! Möge sich wieder Liebe, Ruhe und Frieden,elnfiliden zwischen Ihnen und Ihrer Gemeinde, auf daß Sie fortfahren können zu wirken und zu schaffen, Segen, Heil und Aufklärung verbreitend! Mit diesem Wunsche verharren wir in Liebe und Achtung. RabbinatS-Bezirk Kula, 24. Dezember 1865. Euer Ehrwürden Ergebene -. (Folgen die Unterschriften.)! Miskolez', 29. Dezember. Ein hiesiges chaßlidäischeö Gemeindemitglied, Herr I. L. Kohn, hat von einem Rabbiner ein Schreiben folgenden Inhaltes empfangen: ,Geehrter R. I. L.! Ich thue Ihnen kund und zu wissen, daß wir. sowol R. Hillel, als auch wir Uebrigen, mit Ihrem Verhalten äußerst zufrieden find. Besonders loben wir Sie für die von Ihnen in Kaffeehäusern gegen den ״Ben Chananja" gebrauchten Schimpfwörter. Auf einem inliegenden Zettel finden Sie ein alphabetisches Verzeichniß kräftiger hebräischer Schimpfwörter, dessen Sie fich gefälligst bedienen wollen. Da der ״Ben Chauanja", wie Sie uns melden, am Sabbathe nach MiSkolcz zu komme.׳, pflegt, so wird eS für Ihr Seelenheil sehr zuträglich sein, wenn Sie das ganze beiliegende Register öffentlich mit Feuer (התלהבות) vorlesen, indem dadurch nach den Grundsätzen der Kabbala die Feier des SabbatheS eine besondere Weihe erhält. Was Ihre Erinnerung an die M orenu und das Vorsteheramt betriffr, so kommt dieselbe noch viel zu früh. Wir haben Ihnen ja schon oft bemcrklich gemacht, daß Sie, um eine Kollektiv-Morenu von uns zu erhalten, genau so viele Jahre gegen die Apikorßim wüthen müssen, so viele Jahre Sie sich leider in früherer Zeit über Manches hinweggesetzt haben. Diese Zeit ist aber noch nicht abgelaufeu. Sie müssen daher Geduld haben. In der Morenu werden alle Ihre Der, dienste hervorgehoben und auch erwähnt werden, daß Sie als Schul» kassier rückflchtlich eines angefchafften Ofens wie ein frommer und weiser Mann gehandelt haben. In Ansehung des Vorsteheramtes steht eS viel günstiger. Ich war erst dieser Tage bei unserm heiligen Zaddik. R. Hirsch in LiSka, und fragte ihn, wann endlich unser R. I. L. Kohn Vorsteher der Mi«, kolezrr Gemeinde sein werde. R. Hirsch schwieg. Am andern Morgen