Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 1 (3.1.1866)
- Date
- 1866-01-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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11 tief, daß die Sendung mit so wenig Kenntniß der gegenwärtigen Zu« stände erfolgte. Gewiß ist die Reinigung der Stadt eine uuabweisliche Nothwendigkeit; wie vielen kranke» Herze», die Heilung erwarten, wie vieler Noth, die auf Linderung harrt, könnte aber bei richtiger Verwert« düng Hilfe geleistet werden. — Auch aus Paris wurde Geld geschickt mit der Weisung, es solchen Witwen und Waisen zuzulheilen, welche die jetzige Epidemie dazu gemacht. Man vergißt leider durch den Schmerz der neuen Wunden, daß auch frühere noch bluten! Dr. Rothziegel, an den die Sendung erfolgte hat getreu der Weisung alle Witwen und Waisen aus früherer Zeit von der Betheiliguug ausgeschlossen. Wir ge« stehen offen, daß wir im Hinblick auf die Nothwendigkeit uns nicht so strenge an daö Wort des fernen Einsenders gehalten hätten. ״Thue Recht und scheue Niemand" sagt ein schönes Sprichwort. Inland. ß. Wien, 29. Dezember. Wir erfüllen heute zum vierten Male treu unsere Korrespondentenpflicht, indem wir über die gestern von Herrn Dr. Unger aus Zglau gehaltene Predigt berichte». Dr. Unger wählte seinen Tert aus dem laufenden Wochenabschnitte: den Satz, den Josef seinen Brüdern, als fie ihn verließen, sagte: ״seid nicht unruhig und verzaget nicht aus dem Wege", nnd behandelte denselben als eine Mahnung an unsere Zeit des Fortschrittes, die streitenden Parteien mögen sich nicht befehden und die Kämpfenden im Judenthume nicht ver« zagen. Redner führte nun sein Thema wohldurchdacht aus, und müssen wir offen gestehen, daß die Rede des Herrn Dr. Unger dem Inhalte »ach die beste war, welche bis jetzt von den Probcpredigern gehalten würden. Wir werden Gelegenheit haben, auf diese Probepredigt noch einmal zurückzukommcn, da wir uns Vorbehalten, nach Beendigung der Probepredigten einen Stimmungsbericht der hiesigen Gemeinde, sowie auch ein Resumö sämmtlicher Proberedcn, in diesen Blättern zu liefern. Hf. Pest, 29 Dezember. Am 14. nächsten Monates wird der Repräsentantenkörper unserer Cultus-Gemeinde zur ordentlichen G eueralversammlung zusammentreten. — Gegenstand der Berathung wird in erster Linie das Budget pro 1866 bilden, welches bereits samm t den erforderlichen Erläuterungen in Druck gelegt wird^ damit es noch rechtzeitig an die einzelnen Repräsentanten, behufs genauerer Prüfung, verschickt werden könne. Ferner werden auch Anträge bezüglich M odificakion mehrerer nicht sehr im Geiste des Fortschrittes gehaltener Paragraphunserer Statuten ringebracht werden. — Auch ist eü dieser Generalversammlung Vorbehalten sich bezüglich des S t e u e r e i n h e b u n g S m o d u S zu erklären. ob uemlich Fassion oder Repartition. Bekanntlich hatte die Hirschlerische Verwaltung im Jahre 1862 die Sclbstbesteuerung, und zwar keineswegs zum Nachtheile der Gemeiude-Caffa, eingeführk, doch hielt es der darauf folgende Vorstand für seine patriotische Pflicht, auch diese heilsame Einrichtung mit vielen andern zu fistiren. Cs ist fast mit Gewißheit anzunehmen, daß die bevorüehende Generalversammlung auch diese Angelegenheit nach dem Wunsche der öffentlichen Meinung erledigen wird. Dieser Tage erhielt uuser Vorstand ein schwungvoll gehaltenes Schreiben der Gemeinde Magöcs, bezüglich der neulich in Nagy-Mihäly abgehalteneu Chaffidim - Versammlung, iu welchem auch den Befürchtungen über deren angebliche» Rekurs gegen die Emauzipatiou, sowie über die Ausbreitung des Obscurantismus. Ausdruck gegeben wurde. Es warb beschlossen, genannter Gemeinde in beruhigender Weise zu antworten. — Auch wurde der Vorstand Seitens der hohen Stattyalterei um sein Gutachten angegangen bezüglich einer Petition »ege» Veränderung der Ferientermine in jüdischen Schulen, über welche Ängelegenheir ich Ihnen seiner Zeit weiteres referiren werde. — Kr. Pest, 27. Dez. D i e V o r l e s u n g e u i m M agyar Izraelita ogylet nehmen einen gedeihlichen Fortgang. ES erfreuen sich dieselben eines so überaus zalreichen Zuspruches, daß die Lokalitäten schon nicht auSreichteu, und viele der GHste aus das Vergnüge« Verzicht leisten mußten, weil es ihnen unmöglich war, iu den. Äaal $u gelängen. — Die Reihe ,der Vorlesungen ist. aber auch ., eine sehr spanneudt, daß sie den Anklang, den sie beim Prchiicum finden, »oll^ömmeu gerechtfertigt erscheinen laßen. — Den Rejgen eröffnete Dr. Hirsch ler mit einer Denkrede über Jakob Kern und vereinigten stch hier sowohl die Weise des Inhaltes als auch die geistreiche Darstellung zu eine« würdevollen Ganzen. Die Rede ist auch tu deutscher Uebersetzung als Geparat-Beilage des Pester Loyd erschienen, und dürste solchergestalt einem großen Theite Ihres Leserkreises bekannt geworden sein. — Es folgte hierauf der Vortrag des Herrn Relig.-LehrerS Heinrich Deutsch ״über die Wendepunkte der jü« discheuLitteratur." welcher durch besondere Gelehrsamkeit und tiefes Studium stch auszeichnete, und wäre es zu wünschen, wenu der verdiente Verfasser diese schätzbare Abhandlung dem Drucke übergäbe. Den dritten Abend füllte die Vorlesung des Hr. Prof. Armin Vämböry über die JudendeS Oriente« auf sehr intereffante Weise aus, und obwohl uns unser vielgereister Kompatriot nichiS!ehr Erschöpfendes bot, so wußte er doch das Publikum durch seine leichte und piquanle Vortragsweise besonders zu seffetn. — Uuter den Zuhörenden bemerkten wir auch dir Grasen Kün, Läzär, Pälffy Obergespan, den Statthaltereirath v. HavaS, Direktor Kanya u. a. wie auch sehr viele Damen, derenMetS steigende Anzahl unter dem Anditorium, uns einen tröstlichen Beweis des Interesses de« schöneu Geschlechtes an der Muttersprache und an dem Magyar Egylet liefert. — P. Pest, 27. Dezember. Im ״Pesti Naplü" ist dieser Tage eine von Nagy-Käroly aus datirte Erklärung erschienen, in welcher versichert wird, daß die Synode zu Nagy-Mihäly nicht die Maßregeln zur Verhinderung der Emanzipation, sondern einen andern Gegenstand beprach. Da der Einsender dieser Erklärung weder Mitglied der Synode war, noch eine Vollmacht von derselben erwähnt; so weiß mau nicht welchen Werth mau darauf legen toll. Jedenfalls sollte der Einsender nachträglich seine Vollmacht produziren und zugleich angeben, welcher Angelegenheit die auseinander gesprengte Synode ihre Aufmerksamkeit znzuwenden gedachte. Er kennt ja gewiß das jüdische Sprichwort: An einem Gcheimniß ist kein Segen! II. Pest, 20. Dezember. Der Vorstand der hiesigen Gemeinde veranstaltete eine Kollekte für arme Schulkinder, aus deren Ärgebniß 240 Knaben mit Winterkleidern versehen wurden. Aus der Holitscherscheu Stiftung find ebenfalls 8 Knaben bekleidet worden. Die Präpa-, randisten werden von der Gemeinde mit Büchern und 20 mit Freitischen, versehen. §. Szegedin, 1. Jäner. Neuerdings svendeten für die Bedrängten in Jerusalem die Herren Ignaz ZinnerS Söhne hier 10 fl.; die Frau Doktorin Am. Weiser in Abauj-Szantü 3 fl. §. Szegedin, 1. Jäner.j Bei der gestern stattgehabte« Generalversammlung des hiesigen LesevereinS wurde zum VereinSpräfidenten Herr weck. Dr. Jos. Redlich, zum Vizepräses Herr Hauptschullehrcr Silberstecn gewählt. Möge der Verein fortfahren in seinem regen Streben, die Bildung der Jugend zu fördern. 1*. Avnd, 1. Jäner. Der hiesige isr. HnmanitätSvereiu hat dieser Tage seinen Jahresbericht veröffentlicht. Die Einnahmen des Vereins betrugen in dem abgelaufenen Jahre 1561 fl., die Ausgaben, 1542 si. Frau Therese Braun hat dem Vereine 300 fl. legirt. Herr Obcrrabbiner Steinhardt ist zum Ehrenmilglieve, Herr Ignaz Deutsch., zum Ehrenpräsidenten des Vereins ernannt worden. Der Bericht ist überzeichnet von den Herren Heinrich Blau, Ausschuß-Präses; Leopold,״ Rosenberg, Sekretär. Möge der edle Verein auch fortan fruchtbringend., gedeihen! Ung. Äauizsa, 27. Dezember. Der in Nr. 51 S.. 917 dt«. v. Z. d. Bl. enthaltenen Notiz gegenüber bemerke ich, daß jeder Hie5 sige solide Jsraelite die Ueberzeugung hat, daß ich die Jerusalem«Sve»- den seit Jahren nach der mir gegebenen Weisung gewissenhaft gehand--״ habt habe. Ich berufe mich ferner auf 2. Kön, 12, 16. Philipp Kyah l. Pveßburg, im Dezember. Im Namen.des Herrn Dr, Weiß,?.. Weiler, Obmanns der. Primsi.rschujr,. habest wir zu dem..Berichte au« PsM.M-.iu,R?...47,.diesex.;gesch-tztsAMD«r... zu bemerken, daß all« Herren PMeHe§ g lei.ch§r.V.ffiMs..MohMStp« flilb;, der..elpr.^. dex^qnd^e^dyxch^ZMp/xx, Und sprechen.wir. .es.jn: Ilrherzenguug a»S,, daß, diese grybe, LohhMi.ei. die gelobtest Herren!indiguirt. Sie, thua Gutes . um, de« Gsttest Willen und,.wolle», dafür,; nicht an den Pranger chkr,Ehqrlata.urrj.e..genagelt zu, werden-. ״Die