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Ben Chananja · 1866-01-03 · 1 (3.1.1866) · page 4

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Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
1 (3.1.1866)
Date
1866-01-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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üben. '6)" Die Zendreligion verlangt auch eine strenge Sittlichkeit, sie empfiehlt Reinheit des Innern und äußern Lebens, Reinheit des Gedankens, Reinheit des Wortes und Reinheit der That.") Die Umgebung des jüdischen Slamirres im großen persischen Reiche war daher eine ganz andere, und zwar eine wesentlich bessere, als auf seinem väterlichen Boden in Palästina. Denn wenn hier im heiligen Lande baS Beispiel der benachbarten syrischen und phönizischeu Völker die Söhne Israels immer wieder in den abscheulichsten Götzendienst, in krassen Aberglauben und in alle die Unsittlichkeiten hineinzog, welche mit dem berüchtigten Kultus des Baal, der Astarte u. s. w. in Verbindung standen, so konnte dort unter der Herrschaft des Zendvolkes, der in Israel ererbte Monotheismus und die mosaische Sittenlehre von äußern Einflüssen ungestört und unbehindert Wurzel schlagen und zur gedeihlichen Blüthe sich entfalten. Ganz richtig bemerkt daher die Gemara^), daß zur Zeit EsraS der Dämon des Götzendienstes den Todesstoß erhalten habe, der Dämon der Wollust und Ausschweifung aber bedeutend abgeschwächt worden sei. (Fortsetzung folgt.) Df. Ellbogen. 8. P. Galatz, 21. Dezember. Dr. Alberr Ellbogen, dessen schon mehrmals rühmlichst in diesen Blättern erwähnt wnrde, eine der Zierden unserer Gemeinde, der wahre Freund, Tröster, Reiter und Beschützer aller Leidenden in Galatz, ist nicht mehr! Der Tod entriß uns ihn gestern früh ans eine ebenso rasche als unerwartete Weise in seinem 47. Lebensjahre. Mit Blitzesschnelle verbreitete sich die traurige Kunde in der ganzen Stadt und jeder fühlte und empfand den Bcrlnk. als wäre ihm selbst ein theureS Familienglied entrissen. Die Theilnahme ist allgemein und daS Leichenbegängliiß, das heute stattgcfunden, gilt als Zcugniß, wie warm und aufrichtig diese gewesen. Man koinirc daraus ersehen, wie groß das Zutrauen zu dem Verblichenen war. — Fast alle Handlungen waren geschlossen. Zuden, Griechen, Rumänen und wie die verschiedenen Na» tionaliläten in Galatz alle heißen, Männer und Frauen jeden Standes und jeden Alters, ja sogar Kinder zu Wagen und zu Fuß, gaben dem Ehrenmanne das Geleite. — So ein Lcichenkondnkt war in Galatz noch nicht dagcwese». — In deutscher, französischer und rumänischer Sprache wurden am Grabe die Verdienste des Verstorbenen um die leidende Menschheit hervorgehoben. Wir können hier nur kurz berichten. Was er in den 21 Jahren seines segensreichen Wirkens hier vollbracht, daS konnte man an den Tausenden, welche das Grab umstanden, bemerken. Kein Auge blieb trocken, kein Herz ungerührt. Seine Opferwilligkeit und Uneigennützigkcit hatten keine Grenzen, und die Armen haben an ihm viel, sehr viel verloren. Er pflegte oft mit Lebensgefahr von HanS zu Haus in den obern Stadttheile» zu gehen und wer die Straßeneinnchtnng von Galatz kennt, der weiß, was dies sagen will. Der einzige Fehler, den׳ man ihm vielleicht nachsagen kann, war der, für seine eigene Familie keine Rückflcht genommen zu haben, indem er nicht nur die armen Kranken unentgeltlich besuchte und umsonst Medikamente ver« abreichen ließ, sondern auch überall mit barem Gelbe unterstützte, ״nd das war mehr , als er durfte, denn er hinterlicß eine Frau mit acht unmündigen Kindern. Sobald er zu einem unbemittelten Kranken gerufen wurde und dieser ihn bezahlen wollte, war stets seine erste Frage, ob er denn vermöglich sei, es thnn zu können. Er war immer heiter und munter bis vor einigen Monaten, wo er sich ein Herzleiden zugezogen. Seine Freunde ersuchten ihn nun, sich ") Chulin 13, b. ") Rhode a. a. O. S. 42V. ") Joma 69, b. mehr zu schonen, worauf er erwiderte: ״ich darf «S nicht, ich bin nun ein für allemal verloren und so lange ich noch athme, will ich meine-. Pflicht erfüllen." Dabei halte er auch ein frommes Gemüth. Als vor. mehreren Jahren die Cholera ihre Rundreise in Europa machte, fragte der Triester Munizivalrath beim hiesigen österreichischen Konsulate am ° was für Mittel man gegen diese Krankheit hier angewendet, da sie verhältnißmäßig hier nur wenige Opfer gefordert.. Dr. G. berichtete als KonsulotSarzt ganz einfach: ״die Vorsehung hat uns beschützt." Unlängst erhielt er auch von Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich das Ritterkreuz des Franz JosesS-OrdenS. Die hiesige Regierung und die Einwohner der Stadt Galatz werden den gerechten Tribut an die Familie abtragen, den sie dem Ver- ׳ blichenen schuldig ist. — Friede seiner Asche! Ehre ieinem Andenken! Wiener Griefe. «y. Wien, 27. Dezember 1865. Sie wünschen von mir Berichte über Zustände in dem hiesigen Gemeindeleben. הקשית לשאול die Sache ist nicht so leicht, als man glaubt. Auf den! großen Gebiete der StatSpolüik verlangt man Oeffent-. lichkeit, auf dem Gebiete des jüdischen Gemcindelebens aber herrscht eine kaum glaubliche Geheimnißkrämeret. Bis zum Kinn gehe» die Herren zugeknöpft. Und sonderbar genug, es sitzen im Vorstände Reichsrälhe, oder da jetzt ver ReichSrath sistlrt ist, Mirglieder des Landtages, Gemeinderäthe, Kammerrälhe, Schriftsteller re., Männer, die sonst nicht Geheimnlßkrämer sind. Unter diesen Umständen ist es schwer, Berichterstatter zu sein. Dazu kömmt noch ein Umstand. Wenn schon wirklich etwas geschieht, und sei es auch ein Skandal, so wird dieser sofort, wir wissen nicht von welcher Seite, einem politischen Tageblatte mitgelheilt. damit alle Welt davon erfahre. Wahrlich es fällt mir nicht im Entferntesten ein, gegen die Vorstandöuiitglicder tadelnd auflretcn zu wollen; es sind ehrenhafte, wackere, biedere Männer, aber ״eö ist etwas faul im State Dänemark." — Die Geheimnißkrämeret hat ichou manchen Schaden gebracht und wird noch manchen bringen. Während die Regierung bei verschiedenen Gesetzentwürfen 6vguöt6s anstellt, oder über die eine oder die andere Frage in ofsiziöseu Organen eine ״Lchrmeinung" ausstellt, um dadurch die Diskussion hervorzurufen, wurden die Statuten der Gemeinde bei verschlossenen Thüren revidirt und ohne irgend eine Diskussion bar« über werter zuzulassen, ver Negierung zur Genehmigung vorgelegi. Wir fragen nun, wäre eS nicht besser gewesen, wenn man über dieselbe eine Diskussion in den Fachjournaleu hätte eröffnen lassen? Werden einmal die Statuten von Seile der betreffenden Ministerien genehmigt sein, dann wird freilich die Diskussion nichts mehr nütze». In Beziehung auf eine andere Frage hat man Erperten vernommen, bezüglich des anzustellenden Predigers nämlich, leider jedoch in sehr mangelhafter Weise. Der Bethauövorstand wurde nicht vernommen, obschon er, wie wir glauben, nach der Natur seines Amtes dazu berufen gewesen wäre. Wir können doch nicht glauben, daß der Bethauövorstand blos das Amt habe, die Pforten der Bethäuser zu öffnen und zu schließen. Als Erperten sungirten die Herren Prediger Jellinek und Rabbiner Horowitz. Es ist natürlich, daß wir Herrn Dr. Zellinek in vollem Maße als Experten anzuerkennen, weniger ist dies bezüglich des Herr» Rabbiners der Fall. Herr Horowitz ist ein sehr ehrenhafter Mann, aber unseres Wissens kein Prediger ersten Ranges. Der Mann ist vortrefflich auf talmndischem Gebiete bewandert, aber die neuere und neueste jüdische Literatur und ihre Vertreter stehen ihm so ziemlich ferne, und ehrlich gestanden, ist eS unbekannt, ob er den Maßstab hat, theologisch.wiffenschaftliche Kapazitäten zu messen; und doch soll der neue Prediger nicht ausschließlich ei» Talmudheros fein! Nrberhaupt scheint mir die Predigerfrage verfahren. Man hat jetzt wieder den Weg der Konkurrenz eingeschlagen, obschon ec das vorige- Mal. als Herr Dr. Jellinek gewählt wurde, nicht zum Ziele führte. Glaubte man, daß sich inzwischen — seit acht Jahren — die Verhält« niffe so verändert haben und meinte man, dir Kapazitäten und Eklebritäten werden im Wrttlauf um den Posten kandidiren? —, Man sagte uns, man wollte durch dir Konkurrenz dir. Pest, die.im Finster»

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