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Ben Chananja · 1865-12-20 · 51 (20.12.1865) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
51 (20.12.1865)
Date
1865-12-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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911 912 Venaim. Sie btfrifft den Oflrouonun Ptolomän« und lautet folgender» «aßen: Piolomäu« hieß eigentlich Claudia«, seiv Beiname uur war Ptolomiu«; weil er von der ägyptischen Königssamil»» der Ptolowäer abfiammle, gab wau ihm den Namen Ptolomiu«, obschoa die Römer bei 17S Jahre« vor diesem das Reich seiner Famile entrissen hatten. Hierüber ha» der große Forscher Herr Tycho Drahe in einem Gedichte den leefftichen Grdanseu geäußert: ״Dir Römer, welche den Vorfahre« de« Ptolomiu« da« Reich mit Gewalt entrissen haben, sanken immer tiefer und tiefer, dagegen Hot Ptolomiu« (der Astronom und Geograph) eia tausendfach bessere« und herrlichere« Reich fich erworben» er hat alle drei Weltlbeile fich unterworfen und dazu noch ohne Waffe und Wehr, ohne Macht und Herr, sondern blo« durch seinro Verstand und durch seinen Griffel; ja die« selbst war ihm noch »ich» genug, darum stieg er in die Höhe bis zur achten Himmelssphäre und befchrieb uu« die Planeten und sonstigen Himnielskörper, so daß er durch seinen Geist ein Herrscher wurde i» t er irdischen und überirdischen Welt, und l-iese« Reich tonnte ibm von keinem mehr entrissen werde»;, vielmehr müsse» alle im Reiche der Wissenschaft ihm nachfolgenden Fürsten ihn als ihren Ahnherrn anerkennen." Gewiß ein herrlicher, eines Brahl würdiger Gedanke und macht e« unserem Rabbi David sehr viele Ehre, diesen Gedanke» in sein Buch anfgtiionimen zu haben! Wahrlich eine merkwürdige Fügung des Ge» schickes! VraheS astronviiiischrS Svstem ist zerfallen, seine Gedichte, die nur geringen poetischen Werth hatte», find längst vergessen, aber sein gewiß bestes Gedicht. worin er überdies die Hochachlnng vor seinen Vorgängern n»d vor der Wissenschaft überhaupt kund gab. ist durch seinen jüdischen Frennd. den Rabbi D. Gans, der Nachwelt überliefert wordr»! Ferner findet fich im Museum ein שופר. der »ach dem Katalog des Museums vom Jahre 1612 herstaiiimen sol: Ans beide» Seiten des HorlirS find ganz drutlich in Qnatralschrift die aus das Horndlasen augewenbete» Verse תקעו בחדש ובו׳ ciiigravirt; aber von einer Jahreszahl ist keine Spur. Jnlrressani ist ferner ein irdenes, etwa ein halbes Seite! fassen» des Kännchen mit roiher, auf weis:,»« Grunde gcinatler Inschrift, welche laniei: הכלי אדמה (?) נעשה מאדמת ארץ ישראל כשנת ארץ ׳« רואת ה;אח לית שמן לנזקrrbci ist ras Wöriche» שמן Mit Gold ge. schrieben, so daß die Jahreszahl 300~ 1631 ist. Hiermit stimmt auch eine lateinische Ji.schrit'l überein, welche lautet: Terra sigiTafa 1630. A» einer Seile ist ei» Stempel z» sehen, der oben in laieinilcher Schrift die Buchstabe» K B hat. dann einige »ndeiilliche Figürchc». von denen ein« in der Mine einrm Armleuchier ähnlich rst. Obe» und nmen hat »S einen Geldranb und in der M»t, ein Blumengewiiidt. DaS Siück kam 1820 ans Miiirum als Geschenk von Herrn Heinrich Neustein, der al« Olfizier »liier Laudon der der Eroberung Belgrads gedient und daselbst dieses Geschirr erlangt bat. Wie erwähnter Herr Trapp aus» sagt, wäre auch eine Schüssel mit ähnlichen Inschriften und Zeichen iw Museum Vorhände», doch habe ich dieselbe noch nicht gesehen und kann darüber noch nichts lagen. So viel aber läßt fich aus dem einen Stücke schon uriheileii. daß um diese Zeit etwa in Belgrad selbst eitle Geschirr» sadrrk bestanden habe, welche au- Erde vom heilige» Lande Geschirr zu gotleStieiistlichen Zweck,» für Christen und Inden gearbeitet bade, wozu fie die Erde, versehe» mit dem Jnfiegel einer Autorität (terrasigiliata), aus dem grlodie» Lande fich bringen ließ. Der Fadrils,»Hader scheint aber eui Christ geweten zu sein, wo« einerseit« au« der fellerhasteu hebräischen Inschrift [הכלי אדמה ך,ן^ן noch mehr aber au« der chiistlicheu Zeilangabe erhell», da um tie damalige Zeit diese Angabe von einem Juden lch>v,rlich gemacht worden wäre. Dir Fabrik scheint aber auch gkößteniheil« für Michijuden gearbeitet zu haben, da st, sonst, »m bei den Inden auch authoristr« zu sein, von einer jüdischen Auto, rität eine Bestätigung über die Echtheit der Erke fich verschafft und •) Rabbi David Gan« rechnet wahrscheinlich vom Tode de« PtolomLn«. Dieser ward »Lml'ck geboren 70 »ach der üblichen Zeit» rechnung und lebt, 60 Jahres ISO; rrchnei man »rch hinzu 30 Jahre vor der üblichen Zeitrechnung )ru den« Tobe der kehlen E.eopaira, jo ergebe» fich 180 Jahre. Stössel. diese auch hrbräisch, sowie terr» eigilfata, ausgedrückt hätte. — Vielleicht könnte rin Freund de« ״D. CH." oud der Wissenschaft l, Belgrad oder Umgebung über dir fragliche Fabrik nähere Auskunft gebe». Ivr Geschichte -er Inden in Oesterreich. Z Von Dr. E. Carmolh. J (Fortsetzung.) | Der Ruf Scholow« au« Neustadt erhielt fich auch nach seinem; Tode nnd seine Lehren bilden allenthalben eine große Autorität. Außer I den bekannte ליקוטי מהרי ש besaß R. Jfferltiu noch von ihm ein»! andere Sammlung, betiieli: □,!;י נימוקי שנתחדשו לסני מה״ר שר Siehe □ססקים ונתבו Nr. 24. Bezüglich leiiilr wenigeu Beachtung der Arba Turim erwähnt I Salcmou Laurier (R. G. A. Nr. 79) folgende Merkwürdigkeit: ״Ich habe gehört von einem alten Gesetzkiindigen. der es von den Großen ' Deutschlands empfangen, was man vom genannle» R. Schalom erzählte, nämlich: daß. wenn er etwas gegrüben Tur lehrte, fund seine Schüler 1 ihn daraus ausaierksaiii muchlenj er zu sagen vstegte: wollet ihr Maon; gegen Mann frage»? fwei! er sich dem Verfasser gleich hielt) undsolche Bkreulnng batte er auch i» den Augen der Jünger, die vor ihm saßen.* i ושמעתי מזקן בעל הוראה שקבל מן הגדולים אשר באשכנז i שאמרו על אותו מהר"ש כשהיה מורה איזה דבר היסך הטור י אמר נברא אנברא קא רמית .וכן היה בעיני תלמידים אשר ישבו לפניו. Schließlich bemerken wir noch, daß R. Dossa, drr Schüler uu» l seres R. Schalom, ebcnsallS seinen Vater Isaak neiint, während er f ihm selbst den Namen Ab-Schalom fAbsaloi!) beilegt. So z. D. / in seinem Kommentar zum Penialeuch, Abschnitt וירא. schreibt er: E!׳ הקשה הרב רבי אב שלים האשכנזי בה״ריצחק מעיר נאושטט למה לא אמר (כ״א כ״ו1 זגם אגי לא שמעתי למה אמר :ונם j דל וכד HTTP י .אנדי?ותירץ בשם אחיי' רבי Aus dieser Stelle geht noch hervor, daß N. Schalom einen ge» f lehrten Bruder Nauirus R. Jehuda balle, von dem man bi« jetzt? oichlSf'wußte. § 19. R (Sifaf aus Tyrtian. Der älteste bekannie Gcsetzlehrkr und Schrifistellcr au« Ungarn; ist N- Eisak ans T vrnau. der ungesähr im Jahre 1401 seine Min» 5 haaim schrieb. Er war ein Schüler des 9t. Schalom aus Neustadt und I R. Abraham Klansnrr, und gleich seinem Lehrer verfaßte er ein Buch j über die Gebräuche der Gemeinten in Ungarn, seinem Vaterlande, \ so wie der Gemeinten Sleiermarks und Mährens. Diese Minhagiw,; die sehr oft und mit vielen Anmr,sungen versehen, gedruckt wurden, ß eulhalirn eine Einleitung, aus welcher wir da-Wenige au« dem Leben l des Verfassers gezogen baden. Weiß die Geschichte wenig von Eisak au« Tyrnan, so weiß di» § Sagedesto mehr. In einem jüdisch-deutichen Werke, da« den Namen |i איין שין מעשה סין הגאון הגדול ר־ אייו? טירנא führt, wird •; uns von unserem 9k. Eisak und seiner schönen Tochter eine sonderbar» 1 Geschichte erzählt Dieses Weikche», da« nur zwölf Seiten in 12. »ntf hält. wurde durch dru bekaunlen Buchhändler Salman London, a. a. j und I. herausgegrben. Es scheint jedoch in Frankfurt am Main um; 1715 rrschirnen zu sein, denn dir Typen und da« Papirr find dirseidr \ wie tu von ספר יהזרית ססר יורא מכבי ומשר טוביה. di» de». ן selb, Verleger in Franlsurt am Main 1715 bei Anton HetN« druckt« f ließ. Später wurde diese« Merkchen in« Hebräische übersetz«, und unter I dem Titel אצבע אלהים oder \ מעשה ייב שאירע להגאון ר׳ יצחק יצהק טירנא בעל המנהגים . »« Königsberg 1357 gedruckt. Di» l gedachie Geschichte ist kotgrud» : Ein junger Fürst, Eobu de« regieren׳ j den Herzog«l?) von Tyrnau. sah di« Tochter de« R. Eisak, dir srhr schö» war, und verliebte fich iu fie. Er weutele sich au dru Vater uud erhielt da« Versprechen, sobald er ihrer Haud würdig wäre, nämlich, wenn er (iu feine, Bachur geworden sei, fie ihm zur Frau zu geben. Der jung» ן Herzog rntschloß fich sogleich. ohne seiner Mutter Willen und Wiffro j (sein Vater war bereit« gestorben). auf Reisen zu gehe«. Er trat i.

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