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Ben Chananja · 1865-12-13 · 50 (13.12.1865) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
50 (13.12.1865)
Date
1865-12-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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897 So rrrspoirden). Inland. r. Wien, 10. Dezember. Die gestrige Probepredigt De. Souneschriu'« aoS WaraSdin, — eine geistreiche Parallele der Veschichte drS ägyptischen Josef mit der Geschichte Israel», — hat Vicht nur allgewelu gefallen, sondern in Wahrheit Sensation gewacht. Dr. S. hat seinen Nachfolgern ihre Aufgabe sehr erschwert. ß, Wien, 9. Dezember. Herr Dr. Sonneschein hat schon durch sein äußere« Erscheinen, mit seinem Benehmen und seinem Auftreten von seinen beiden Vorgängern da» vorau», daß er gewinnend ist, dazu hat ihn die Natur mit allen Mitteln, die ein öffentlicher Redner nölhig hat, mütterlich bedacht. Herr Dr. Sonneschein verfügt über ein star» le«, wohlklingende» und modulationSfähigeS Organ, er spricht korrekt, ruhig und mit richtigem Pathos. Der Bau seiner Rede entspricht voll» kvliimen allen Gesetzen der Rhetorik. Den Hauptgedanken, de» er auf» stellt, entwickelt er richtig formgerecht und seine Rede bildet ein har» oionischeS Ganze. Der Grundgedanke seiner heutigen Predigt war der Charakter Josefs als Spiegelbild drS israelitischen Volkes. Redner schildert vorerst die Geduld Josefs im Unglück, dem gegenüber die Cr» »iedrigung Israels während der Nacht der Geschichte; ferner Josefs Bescheidrnheit und Gerechtigkeit auf dem Throne Egyptens, dem ent» sprechend Israels Gerechtigkeitssinn »nd Mäßigung, dessen Streben und Schaffrn in den glücklichen Perioden, da eS sich der bürgerlichen Rechte erfreute. Herr Sonnrschein hat es verstanden, seine Zuhörer eine ganze Stunde zu fesseln und einen tiefen Eindruck zu machen.?.Pest, S. Dezember. Unsere politischen Blätter, die bezüglich der Judcncmaiizipalion bisher wo! vieles zu wünschen übrig ließen, indem sie diese hochwichtige Frage lange Zeit hindurch gesiissentlich zu vermrioen, wie man sagt todtschweigen zu wollen schienen, wollen nun dieses Vergehen wilder gut machen, und ist mit Ausnahme des llrri» lalen ״Pesti Ilirnük“ (die ja ex offo intolerant sein muß), keines mehr nnier ihnen, welches.diese Angelegenheit nicht schon zu wieder» holten Malen, und zwar, wie zu erwarten stand, stets im Geiste des Fortschrittes und der Zivilisativn diskulirt hätte. — Die Judc'nemanzi- Valion ist eben so zicmlich an der Tagesordnung und hat sich sogar schon die journalistische Industrie derselben bemächtigt. Denn nur von diesem Standpunkte aus scheint das Unternehmen eines obskuren Herrn Asrßanyi zu beurtheilcn zu sein, der in zwanglos erscheinenden Heften eine Lanze für unsere Emanzipation zu brrchrn verspricht; aus jene Weise gewiß, wie es im Jahre 1861 ein Herr Veredy verstanden, der damals rine dünnleibige, aber eben nicht wohlfeile Broschüre über die Juden und deren tausendjähriges Leiden geschrieben, dte heute ebenso spurlos vom literärischrn Schauplätze verschwunden, als sie unberechtigt und nutzlos auf demselben erschienen. Einen viel ehrenvolleren Platz als solche Schmarotzrrgewächst nehmen wol unsere jüdischen Journali« sten in der ungarischen Presse ein, und wir kö»nen mit gerechtfertigtem Seldstbewußtsrla auf einen Moriz Ludasy, den Redakteur L:S ungarisch osfiziösrn Blattes, der ״Debatte-, die das gute Recht Ungarns so aus» gezeichnet verlheidigt, Hinweisen, auf Drody, der den ״Magyar Sajtö“ redigirt, auf ^gay, die Zierde unserer ungarischen Feuilletonisten, der Dii mlnorum gentium und des strebsamen Nachwuchses gar nicht zu gedenken. Erwähnen wir hierbei noch, daß die Leitung des stenographi» scheu Bureaus am bevorstehenden Reichstage, Herrn Konyi, der dieselbe Stelle bereits an zwei .siebrnbürgischeu Landtagen bekleidete und dem verdienstvollen Sekretär des ״Irraelita magyar egylet“, Herrn Feny» veffy, übertragen wurde, so dürfen wir e« wol als bemerkenSwertheS Kuriosum hinstellen, daß während unsere soziale Anerkennung von br» kannter Seite noch vielen hestigen Angriffen auSgesetzt ist, und wir de facto doch nur geduldet und gelitten sind, dir grsammle ungarische Presse oft maßgebende Fingerzeige und dir wichtigsten Miltheilungeu au« der Feder unserer Glaubensgenossen schöpfen muß. Don sonstigen Begebnissen wird rS Sie intereffiren, zu erfahren, daß bei Gelegenheit rine« Preisausschreiben« Seitens des Orvoßi kOnyvkiadä täreulat dir Arbeit de« Dr- Didor den Preis errang und wird derselbe in Folge dessen ein berühmte« orulistischeS Werk in die ungarische Sprache übertragen. — Auch erwähne ich noch, daß unser ReligiooSlehrer Here Moriz Zilz zur EröffoungSfeier der Akademie ein schön,« hebräische« Gedicht geschrieben. welche« aus Semeiudikosteu i, Druck gelegt wird. Sein Kollege Deutsch hat im isr. ung. Vereine eine treffliche Dorlesupg gehalten. Die nah, bevorsteheude Ankunft de« Kaiser« beschäftig» natürlich alle Leise unserer Hauptstadt und hat auch unser Magistrat eine Sammlung von Spenden behus« dr» feierlichen Empfange« Sr. Majestät eingeleitet. Bei diesem Anlässe wurde auch di» hiesig» KultuSgemeinde zur Betsteuerung aufgefordert. Da der Ausschuß derselbe, aber von dem ganz richtigen Grundsatz ausging, daß die Gemeinde al« bloße ReligisnSgenoffrnschaft und nicht als besonderer Gemeindekörper betrachtet werden dürfe, und dir eiozelnrn Mitglieder derselben ja br, reit« an der allgemeinen Sammlung Theil genommen, so wurde de» schloffen, und dieser Beschluß dem Herrn Oberbürgermeister auch mit» gctheilt, daß die ReligionSgem. sowol im vorliegenden.-als auch fürder in ähnlichen Fällen im Gesüb.ltihrer Zusammengehörigkeit mit der Stadtgem. aus prinzipiellen Gründen nicht mitkontribuirru könne. Den Bogen aber sandte man mit nahe au gezeichneten 400 fl. zurück, wel« chen Betrag die Opferwilligkeit der einzelnen Ausschußmitgliedrr ge» spendet hat. Die Gemeindekaffe hätte aber auch schon deshalb nicht bei« steuern können, weil sie, Dank der abgetretenen Verwaltung, sich in solcher Lage befindet, daß sie bloS mit größter Schonung in Anspruch genommen werden darf. Zum Schluffe noch die Mitlheilung, daß Se. Majestät auch eine Deputation unserer NeligronSgemeindc empfangen wird, daß jedoch der Sprecher derselben aus gewissen Gründen nicht wie bisher üllich, Herr Oberrabbiner Meisel, sondern der Präses, Herr Länyi, sein wird. In der heutige» AnSschußfihung begann die Budgelberaihung für das Bcrwaltungsjahr 1866 , bei welcher Gelegenheit die Anstellung eines ungarischen Predigers mit einem JahreSgehalte von 1500 fl. ö. W. beschlossen wurde. Dieser Beschluß wird natürlicherweise, sowie das Gesammtbudgct, der nächsten Generalversammlunz unterbreitet. ^k. Miökolcj, 8. Dczemb. Für die Nothleidenden io Jerusalem hat die hier aus Jnitialive des Herrn Oberrabbiner« durch den Ge» meindevorstand veranstaltete Sammlung einen Betrag von 440 fl. er« geben, welcher durch unfern Herrn Oberrabbiner an den Ort seiner Bestimmung bereits abgcsandl wurde. — Die vor längerer Zeit von acht Gemcindemitgliedern der h. Slatthalterci unterbreitete Petition um Anullirung der im Juni d. I. staltgefundenen Borstandswahl hat zu dem Ergebnisse geführt, daß Se. Erzellenz der Herr Obergespan nach genau erhobenem Thatdestandr» von der völligen Grundlosigkeit der vor» gebrachten Motive überzeug», die etwas 'zudringlichen Petenten abge» wiesen habe. Nimafzontbat, 6. Dezember. Die hiesige Gemeinde hat der Red. des ״B. CH.- den Betrag von 31 fl. 60 kr., Herr Mor. Herz in A. Kanizsa 5 fl. ö. W. für die Bedrängten in Jerusalem zugesendrt. IIL Miskolc;, 4. Dezember. Kaum scheint sie noch recht Wil» lens zu sein, die Sonne der Freiheit, welche am Horizonte unseres ge» liebten Vater! ande« so schön aufgebt. auch unfern Meridian paffireo zu wollen, so tritt schon, wie man hier mit Bestimmtheit weiß, tn Preß» bürg und Tokai eine Synode von?OHillelS und Sateliten zusammen, hierüber zu Ralhe sitzend, wie und aus welche Weise da« Nebel unserer etwaigen Emanzipation rechtzeitig und am besten beschworen werden könnte. Wahrscheinlich ist bei diesen Herren der Sinn de- Gerüche« stärker, al« der de- Geschmacks und de« Gefühl«. und riechen sie jetzt schon den Braten und merken, so e« einmal bei uns wirklich aogebro« chen diese« Licht der Freiheit, all diese Eulen und Nachtvögel sich in ihre Klüfte und Höhlen zurückzuziehen gezwungen sein werde». III. MiSkolcz, 10. 'Dezember. Die Rabbiuerversammluag zu N- Mihäly soll kraft eine« oberb,hördlichru Verbote« noch vor ihr» Konstituirung gesprengt worden sein. Mehrere Deputirlen haben da« Weite gesucht, und das Rumpfparlament soll sich bei dem Rabbiner in S. A. Ujhrly gesammelt und die weitern Maßregeln berathen haben. Dieser Rabbiner uämlich soll — so behauptet unser Gewährsmann — die Trümmer von N. Mihäl׳,. den Rebbr Hillel und dessen Schleppträgrr Chaim Schreiber, weg« lluwohlsein sehr ungerne und auch nur mit der Bedingung» daß er an ihrer Berathuug theilzunehmen enthoben

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