Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1865-12-06 · 49 (6.12.1865) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
49 (6.12.1865)
Date
1865-12-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2542917-2543219-2543269--4512-2548496
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

884 883 fort׳. Jmtt seit 25, M»f*t seit 27 Jahren. (O0H nehme diese beiden pflichttreuen und wackeren Schulmänner auch fortan in seinen gnädigen Schuft. Red) N. Schlainiug, iw November. Die hiesig, Schul, wird nun, wehr besser gedeihen, da sie da» OeffentlickkeitSrecht rrhalten soll. Auch »ine Unterstützung au» dem Schulfoube soll derselben bevorsteben. Literarische Änzeigen. DaS Juventhum nnd feine Gefchkchte von der Zerstörung de» jweileo Tempels di«;um Ende de«;wölslen Jahrhundert«. In zwölf Vorlesungen. Nebst einem Anhänge: Offene« Sendschreiben an Herrn Bros. Dr. Holtzmann. Von Dr. Abr. Geiger, Rad» biner der «l'r. Gemeinte zu Frankfurt a. M. Breslau, 1865. Verlag der Schlrllei'schen Buchhandlung H. Slutich. 8. 203. Die jüdische Geschichte ist in Deutschland, wo sie die sorgfältigste Pflege finde«, bisher von einem dreifachen Standpunkte aus bearbeitet .vorden: von volkSgeschichtlichem, litcrärbistorischem und biografischem Standpunkte. Der NeligionSgeschichte, sowie der Geschichte der jüdischen VolkSfitie. der Gern,indeversassnng und der synagogalen Einrichtungen wurde, mit Ausnahme der Liturgie, verhältnißmäßig nur wenig Auf, werktemkeit geschenkt. In den vorliegenden Vorlesungen ist da« Doll«, geschichtliche nur in großen allgemeinen Zügen geschiltert, ohne daß die soeben hervorgehobenen Momente eine eiiigehendere, auch minder Bekannte« an« Tageslicht ziehende Besprechung erfahren häilen. E« lag die« auch nicht in dem Plane Le« berühmten Dersaffer«, welcher da« höchst aiierkenneuSwerthe Slrebeu hat, daß man die Vornehmheit christlicher Gelehrten, ״mit der man immer jüdische Vorgänge als der Br» achtung unwerth von sich fern hält, doch endlich wol aufgebc. die Be» sruchrung, di« von da ausging, anerkennr, und sich für verpflichtet er» achte, auch mit ihnen als mit eiiiflußreichk» weltgrschichilichcn Thalia» chen sich genauer bekannt zu machen (Vcrw. VIH)." Mit der Wärme, welche eine tief wurzelnde lleberzeuguiig verleiht, tritt Dr. G. denjr» nigen entgegen. die sein historischer Verfahren mit dem Namen der Apologetik belegen möchleu. ״Gegen das Wort", sagt er, ״habe ich nicht« rinzuwenden. Da« verkannte Gute in sein Rech,, da« ibm ent» gegen war. eiiisetzen, die Gerlheidigung einer mit Unrecht geschmähten Pcrion oder Sache übkinehmen, mag Apoi-.׳grlik heißen, wie auch Pia» io» und Lenophon Apologiskii ihres Meister« SokrateS geschrieben. Allein wiche Apologetik ist ei» Verdienst, lein tadelnSwerlheS Verbrc« che», leine Fe.lilkiiiist eines schlechten Anwalts .... De» Schwachen verthritigen, die vcn einer öffentlichen Meinung, welche die Privilrgirien erzeugt haben, und z» ihrer Selbstberäuchcrung erhalten, mit Tadel und Schmach belegte, aklmülig a» ffch selbst irre weedeiite Mi» norität zuln Bewußtsein ihrer Berechtigung rrweckr» mit diese zur Gel» tung bringen, das ist ein Unternehme» . das;» allen Zeiten die Edlen mehr angczogc» Kat. als jenes wcblscilc. aber auch eutekrcnle Perfahren, der Macht zu schmeicheln und den Ziirückgestoßene» »eben der Verdrängung »och nur höhnende» Worten zu tränken sS. 5. 6)." Und zu der echien, geschichilich bearündele», eitle Phrasen verlchmäkenteii Apo» logtlik des Jutrulbulll« hat der Herr Vrf. einen treffliche» Beitrag geliefert, der auch 111 Deutschland seine Wirkung nicht versehlt hat. Die vorliegkiiden Vorlesungen führen ihre» Stoff unter folgen» den Ueberschrisltii vor: l. Einleiinng. 2. Die Aiislöiiing de« State« und deren Folgen. GolitSdienst. Alterlhnm und Glaube. Aklba. 3. Ak'ba. Schrifidtttiung. Mil'chna. Babylonische Gemara. -1. Der Islam. 5. Die Kaeäee. Erwachen der Wissenschaft. 6 Saadia«. 7. In Spanien. 8. Erste Hälfte LeS eisten Jahrhundert«. 9. Der Orient. Spanien von 1070— i 140. 10. Aden Esra und MaimonideS. 11. In Deutschland und Frankreich. 12. Italien u»d Provence (1 — 182). Hierauf folgen Anmerkung,u (18-1) und ein offene« Sendschreiben an Prof. Dr. H. I. Holjmann <185—203). Da der Herr Vrf. kein komvleteS GeschichtSwerk, sondern Vor» lesunge» liefern wollt,, so ist e« natürlich, daß der Stoff nicht gleich» mäßig vertheilt ist, und bei der Vertbeiluog desselben der Stimmung der Zubörer, vielleicht auch der de« Vortragenden Rechnung getragen wird. Dir meiste Ausmrrksamkrit wird der oradischeli Kuliurzeit gewid» met und erfährt besonder« Salomo» Gabirol eine ausführliche Bebaud» lung. Die mitgelbeillea poetischen Ueberseftungea bewährea die Meister» schaft, die Dr. G. bereit« in dem Divau R. Jehuda ha-Levl'S ge» zeig» hat. Da aus dem Gebiete der jüdischen Geschichte noch Diele« der näheren Bestimmung und Feststellung harret, so ist e« begreiflich, daß Dr. T. nicht iu allen Stück,a auf die Zustimmung aller Quell,nkuu» digen rechnen kann. So werden sich z. B- Diele nicht überzeugen kdn» vrn, daß die Karäer geistige und leibliche Nachkommen der Sadduzäer sind (S. 56). Ein nähere« Eingehen auf die Differenzen zwischen dem NabdiviSm und KaräiSm läßt letztern überhaupt in einem andern Lichte erscheinen, al« in welche« er von den deulscheo Gelehrten und auch von Dr. <9. gestellt wird. Wenn S. 24 gesagt wird, daß di» jüdische »Belehnung mit dem Amte" fOrdiualion) ,den Schmuck der Wissenschaft, nicht den Stab der Herrschaft erthrüte"; ferner: »daß sie ein Zeugaiß von de» Bor» handensetn der Gelehrsowkei». nicht ein, zauberhafte Weibe und Erhe. bung verlieh fG. 24)": — so muß man r« mit den hier gebrauch»,» Ausdrücken nicht ganz genau nehmen. Zn Wahrheit beneidete dir jü« dischr Ordination ihren Empfänger mit bedeutenden Privilegien und wurde dieselbe, wi, der Talmud leibst bezeugt, jnwtileo auch Ilnwiffeo« den ertheilt. E. 57 werden dir Soborärr noch al« di» ,Meinenden" bezeichnet, während Lnzzatto längst dargetban, daß na$ dt» Syrischen Schüler bedeutet. Wenn S-157 R. Gerschom al« ein Ge» lehrter mit germanischer Anschauung charakteriflrl wird, so ist dir« wo', cmn grano sali8 zu nehmen. Diese Wahrnehmungen haben aber nicht im Geringsten den hoben Genuß gestört, den uns vorliegende, Licht und Wärme verbreitende, Borlesungen gewährten und den fit jedem gebildeten Leser gewähren werden- ׳Eine köstliche Zugabe ist der Anhang, rin Sendschreiben an Prof. Holzmann enthaltend Wir wünschen dem verehrten Vrs. Glück zu dieser offenen Sprache. Man muß aber in Ansehung der inuern Ent» Wicklung de« Zndenibum» den Standpunkt G.'« einnrhmeo, um nach Außen eine solche Sprache führen zu können. Möchten die jung,» jüdi» schen Theologen in Deutschland die« beherzigen! Bericht an den Minister de« öffentlichen Nlilerrichte« über die hkbrii, ichen Manuskripte der Firkowitz'schcn Sammlung. Von Adolf Neudauer, mit den hierüber in der Akatemit der Inschriften und der schönen Literatur gemachten Bemerkniigen. Bon E. M » n k. Paris 1865. 8. 27 (Französischer Sondirabdruck an« dem Zouenal Afiatiqur Nr. 5.). Wir berichteten seiner Zeit, daß Herr Neubauer seinen Nuseot» halt in Pclereburg dazu bcniiyle, um die daselbst befindlichen faraili« scheu Liicraturschäye zu durchninstren und krilisch zu prüfen. Diese« Ge» schüft nalim einen offiziellcn Charakter an, indem eS ihm von dem Minister de« öffenllichrn Nnierrichte« in Paris übertragen wurde. Die vor» liegenden Berichte find nun daS Resultat seiner Forschungen, in soferne fick diei'rlbcii aus die Sammlung des karailische» Chacham'S Abraham Firkowip beziehen, welche von der ruffischen Regierung crwcrben und in Petersburg ausgestellt wurde. Die Brstaiidlbcile tieser Sammlung sind: Thcrarollen, Kopien von Jnschrisien. welche sich aus jüdischen Zuschrifleil in der Keim br» finden, Fragmente a!ter Bibclterlc mit die karailische und rabbinische Literalur belr.ffende Handschriien. Unter׳ len Thorarollcn ist die in der Sammlung mit Nr. 8 be« zeichnete Nolle, welche ans dem Jahre 48V der gegenwärtige» Zeilrechnuiig stammt. Dieselbe enikiält nur ba- Deutrroiioniium, ist aufPerga» ment etwas nachlässig mit Quodralbuchstaben geschriebe» uiid find keine Keöulcin (הנין) auf den Buchstaben angebracht. Die mafforrlischc Ordnmig in Betreff der Svatie» zwischen einer Parakcha und der andern ist mit der rabbaniiischen Oeblinng übercinstininieiid. Letzterer Umstand ist wcgc» drr Anstcht Dr. HcchstädterS (Nr. 30 1.5d 40 d. Bl.) ron nicht gcringer Vedluliamfei«. Nr. 8 trägt das Datum 1335 tiS Erik«, stamm! also au« dem' Jahre 636 der gegenwärtigen Zr1t,echnnng. ist aus Pirgauiklit geschriebei, und fast durchgängig uiii Tagg», versrheo. Nr. v au« dem Zähre?61 drr gegcnwärlige» Jkilrechnniig. ans Pergameilt ohne Taggin, ent» hält zahlreiche Korrekturen zwischen den Zeilen. Nr. 13 au« dem Jahre 781 ist cine Schenknug der Fra» Oto (איטי), Tochter AhorS de« Ckiazaren. tfS'B בקהל מטרבא בק־ל: eine topografische Angabe, die im Berichte »ich, näher crläiuert wird. Die Spenderin widmete die Nolle ״zue Sühne ihrer Seel, und zur Sühne der Seele ihre« Galten." Die Widmung verfluchl jeden, der die Rolle ,»Iw »de», verkauft, ver« lauscht, versrtzl oder kine» Buchstaben darin ousiöfcht. Dagegen segnet fic Jeglichen, der dieselbe io böser Zeit versteckt. Es muffen aki'o in noch fiütierer Zei, Vernich,ungrn von Tboraroklen stallgrsuiideu ha» den, was bisher aus drr Krim nicht bekannt war. Ne. 14 trägt ba- Epitaf: ״Gewidmet von der Gemeinde unserer Cka,arischen Brüder (אחינו כזר) hier in der Krim, 1485 dr« Erik«. 4700 der Schöpfung (789 nach der gegenwärtigen Zcilrechnung)." 11», terzrichnet ist David, Svdn de« Jsak Sangari (?), der Sohn de-jeni« gen. der den König der Cbazaren zum Judenthllmr bekehrt hat. Die N rühren von dem Berichterstatter her. Nr. 15 gehörte drr Gemeinde Kaffa und wurde von dem Chef drr Stadt Den Jaldugan dem Araber odrr Cbazaren (788 (הקדרי geschrieben. Da« ח und das ש haben in diesem Erempkaee eigenthüm« liche Formen. Die letzten vier Nummern haben um Schluffe eine« jede» Verse« ,inen Punkt. Am meisten Interesse bietet nach Herrn N. Ne. 2, welche auf Leder geschrieben ist und ein historische« Epigraf enthält, welche« fol» gendermaßen lautet: ״Damal« sprach Zosua: Gelobt sei Gott, welcher, die auf seine Rechte Lrekrau'-deo gegen ihre Feinde schützt. Zum Stw denken für kommende Geschlechter werde im Buche drr Gotte-lrhrr auch die Hilfe verzeichnet, wodurch Gott mit feiner Rechten seine» Wundern eia Andenken gestiftet hat. Wer beschreib« unsere Schicksale, seitdem wir uns in diesem Ente befinden, tausend und fünshuudrrf Zahre? Wir geeirthrn in dir Hand drr Feuer» und Wafferaobeter. Sie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.