Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 49 (6.12.1865)
- Date
- 1865-12-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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861 goergie unb Ausdauer, al« gälte e« seinem eigeoea Interesse, nicht achtend auf so manches Murren der untern Klaffen der Gemeind,glie« der; denn leider zeigen fich die Armen, die der Wohlthat der Schule und des teilweise ganz, «hrilweise beinahe ganz umsonst genießenden s Unterrichtes theilhaftig werden, auch oft undankbar, wa» jedoch uusern biedern Vorstand, wie jeden intelligenten charakterfesten Mann in seinem redlichen gemeinnützigen Streben nicht zu beirren im Stande ist. So | hat er auch jüngstenerst da- JnSiebentreten einer WohlthätigkeitS» | lotterie behufs der ionern vostständigen Ausschmückung unserer Syua« | zöge bewerkstelliget, wie Sie, hochgeehrter Herr Redakteur, wahrscheinlich 8 schon den Notizen der öffentlichen Blätter eriknomme.n haben wrrdeu. A Und wäre es nur zu wünschen, wenn fich auf diese Loose, welche 5000 Stuck per 30 kr. ö. W. nächstens zur Versendung an Bekannte und Nachbargeuieinden gelangen, zahlreiche Abnehmer fänden. Die hiefige Gemeinde, die obwol nicht groß, dennoch ein AuSgabcbudget von über 3000 fl. ö. W. jährlich zu decken hat und zu den strebsamsten fort« schrillSeifeigsten Gemeinden unseres Vaterlandes gehöret, sollte fich der wärmsten Theilnahme anderer, großer Gemeinden, wie überhaupt jedes für seine Glaubcnssache warm fühlenden Inden zu erfreuen haben! ל Kagy-Mihttly, 28. November. Die Orthodoren Ober- Ungarns stellen fich seit einigen Tagen bei uuS recht zahlreich ein. Unter den angelangten Gästen bemerken wir den Heiligen Hillel au- Szikßü, den noch jungen aber thatkräftigcn Schreiber aus Sajü St. Püler, den vorjährigen Sekretär aus Sr'rroS, dermalen Rabbiner in Pecseneudorf und viele große und kleine Heilige aus Nahe uud Ferne. Gegenstand der Beratbung bildet: l) Die Scmiuarsrage; 2) die Prcßburger Irschiba; 3) die Emanzipation der ungarischen Juden. Die Vorberathun« acn, die in den Tagen de- 27. und 28. vorigen Monats stallfandcn. waren von 23 Nabbincn besucht: festgesetzt wurde bezüglich des 1. Punkte-, Laß die Vkrsammlnug ihre frfihtrcn Schritte zu erneuern habe, bezüglich des 2. Punktes war eine Fraktion gewillt, auf die Erhebung der Preßburger Jcschiba zur Obcrjeschiba des Landes nicht ein« zugebeu. eine andere glaubte. cS sei goltesfürchtiger, den Gegenstand keiner Verathniig zu uillerziehc», da ohnedies der Messias bald kommen werde. Bezüglich de- 3. Punktes wurde die Bcralhuug aus Le» 29. verschoben, da dedculendc Rabbineil als Gäste zu erscheinen zugesagl hatten. Das Präsidium führte N. Htllrl aus Szilßü. (3 (אצ. A äkjhrky, 30. November. In diesem Augenblicke treffen mehrere Rabbinen die, wie man fich hier erzählt, behuss Besuch einer Rabbinetversammlung in Nagy-Mih.ily in diese Gegend gelcuimcu find, hier ein. Die große Bcrsammlung fand nicht statt, obwol sich an 20 Rabbinen in Nagp-Mihülp eiliges,inden haben sollen. Wir sind somit nicht so glücklich, über wichtige Fragen vom Szikßüer belehrt worden zu sein. Bei der Gcheimlhuerer der Orthodorie find wir nicht in der Lage zu berichten, welche Schritte in Angelegenheit der Emanzipation der Juden Nebb Hilel zu thun gedenkt. Die Gäste haben eine Predigt in Tokap zugesagt. 2. S. A. Ujhely, 1. Dezember. Eine Vorstandswahl hat nicht stattgefunden. Die Chassidäer haben das Feld nicht geräumt, die S>׳mg ist auf Chanukah verschoben. Auch in Angelegenheit der Schule find die diesbezüglichen Entscheidungen der hohen Regierung noch nicht — Deöprim, 1. Dezember. Der hiefige Gemeiudevorstand hat uuserm Rabbiner, dem wacker« Abraham Hochmuth, gelündiget! Da jedoch diesem Entschlüsse keine tiefer gehenden Zerwürfnisse, sondern rein finanzielle Fragen zu Grunde liegen; geben sich die Besonnenen in der Gemeinde der Hoffnung hin, daß von beiden Seiten Nachgirhigkeit vorwalten und der Geweindesriede keine ernste Störung erlei« den werdr. __. , Schulwesen. T. AuS Mähreu, 5. November. Einem Muse der ״Neuzeit" folgend, halte am vierten Tage des Laudhütlenfeste« — zwar «io wenig zu spät — «ach altehrwürdigem B.auch «ine Pilgerfahrt in dir Haupt« padt Brünn et« großer Thelt der jüdischen Lehrer Mährens unlernom« men. uo» am fünften über Lehrer Courad«, einige Tage früher rrschie« neues, die Gründung eine« die humanste, Zwecke aostrebendea Vereine« ssr befürwortendes, Programm zu konferireo. Herr Suspitz., Direktor der k. k. Oberrralschule in Brüua, war so gütig, den geräumige» Peü, fungSi'aal der Anstalt, der au« nahezu 30 Lehreru bcstehenden Ver» sammlung zur Verfügung zu stellen. Der k. k. Schulrath, Herr Dr. Nowak war seinem Versprechen gemäß schon um S Uhr Morgen« in der Mitte der versamwellen Herren erschienen uud die Debatte wurde bald darauf über die von Dr. Eisler entworfenen Statute» im Beisei» eines k. k. Polizeikommiffär« eröffuet. Zwölf Uhr tönte e« von der Stadtuhr, und noch war mau mit dem Koufrrirea nicht zu Ende. Der Antrag, uw 2 Uhr Nachmittag« die Besprechung fortzusetzeu, wurde angenommen und diese auch wirklich bi« gegen S Uhr fortgesetzt. Während der ganzen Debatte bot sich Gelegenheit gruug dar, die Wahrnehmung zu machen, daß der StalutenrEniwurf eigenlltch deo» selben Inhalt, wie zwei Jahre zuvor, wiedergab, daß er somit noch im« wer im rmbyrouischen Zustande sich befand. Wa«, erlaube ich mir zu fragen, ohne dem ehrenwerten Herrn Dr. «ahe treten zu wollen, wa« konnte uuier solchen Umständen in diesem Momente für eine Berufung sämmtlicher Lehrer Mährens den Ausschlag geben? Wahrlich, wenn die gefälligen Bemerkungen sowol seiten« des Herrn SchulratheS al« auch des Herrn PolizrikommissärS, die sich durch ihr taktvolles Benehmen unser Aller Achtung «n vorzüglichem Maße gewonnen, nicht Stoff zur Modifizirung uns Komplctirung der noch in den Windeln fich befinden« den Statuten gegeben hätten; wenn nicht aus der genannten Herren Rath rill provisorisches Komilü zur Erreichung des erwähnten Zwecke« zusammengctrelcn wäre: wir wären diesmal vielleicht noch resultatloser wie vor zwei Jahren heimgezogen. Mil dem allenfalls sehr geringen Resullate der Konferenz uu« zusriedenstellcn müssend, sind wir dafür berechtigt, uns der Erwartung hinzugeben, daß für die Zukunft derselben größere Resultate entsprießen dürsten, um so mehr, da ans der Wahlurne nebst dem allenfalls verdienstvollcu Verfasser der erwähnten Statuten noch andere, in der mährischen Lehrerwelt wahlktingende, Namen eines Bondi, Kourad, Zboro» Witz re. hervorgegaiigen. deren Aufgabe rS nun sein wird, viribus uuitis die Statuten zu modifiziren und zu kompletiren. Als cm glückliches Omen müssen wir rS allenfalls ansehen, daß aus der Wahlurne auch Storch hervorgegaiigen, ein Mann, der seit einigen Jahren schon mit Erfolg seine Kräfte dem Lchrsache weihend, auch als Geuilindeakiuar, Agent mehrerer Bereinc, GeschästSman» re. von so vielen seiner Kollegen vom Glücke begünstigt, nicht bloS dem Kcmitb mit seinen praktischen Erfahrungen, die so häufig dem iu der Ideenwelt lebeiideir und darum sich iu Jllufionen lviegendeu Lehrer fehlen, sondern nöthigensalls dem zu gründenden Vereine vermöge seiner anerkannten Humanität sogar mit dem Säckel hilfreiche Hand zu bieten im Stande ist. Wir dürfen daher der angenehmen Erwartung Raum geben, daß die Statuten zur Gründung eines Lchrrrvereiiis, die dem Eitlen allein beim besten Willen und bei der klarsten Einsicht nicht geliugen konnten, bei Dr. Eislers unregendem, BondiS weisem, Conrad'« offenem, Storchs und Zborowitz praktischem Sinn - diesmal io Bälde praktischer und kompletirter da- Licht der Welt erblicke» werdeo, um von einer Geueralversammluug revidirt, sofort der hochortigen Genehwigung unterbreitet zu werden. Vielleicht׳ dürste denn doch am Ende im ״Verein" ein Messias für dir arme Lehrerwelt Mähren« erstehe», der das verzehrende Feuer des heiligen Eifer« der großen und kleine» Rabbinen, das über den Häuptern der Lehrer säst allerwärt« io Mähren mit jedem Tage an Umfang gewinnt uud alle« ihren altkooservativev Prinzipien vom pädagogischen Standpunkte au« Entgegenstehende zu verschlingen droht, durch das nicht minder bewährte Löschmittel der au« der echten Religiöfilät und de« echten Judrnthum« entspringenden Redefluth zu verrichten im Stande wirr. P. Groß - Kankzfa, 28. November. Unsere Kiuderdewahr« anstatt wurde aufgelöst. dafür trat «ine gemischte VorbereituogSklaff« in« Leben, an welcher Herr Leopold Klein angestellt wurde. Jo vir 1. Mädcheoklaffe kam Herr Mar Grüubaum, in dir 3. Mädchenklaff׳ Herr Moriz Klein, welcher an der Bewahranstalt 5 Jahre hindurch verdienst» voll gewirkt hat. Für dir Hinterblitbeoeo dr« unorrgeßlichru Mose« hat dir Gemeinde nach Kräsieu gesorgt. Der Lehrer Ofner wurde peofionirt. Direktor Eichderg und Lehrer Gntsreund wirken rüstig und trefflich