Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 49 (6.12.1865)
- Date
- 1865-12-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2542917-2543219-2543269--4510-2548494- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
880 879 Mt für uni Israelit,n ohne zweideutig, Nebenbebingnngrn in einer der Zivilisation des IS. Jahrhunderts würdigen Weis» lösen werden. Wir hegen dir unerschütterliche Zuverficht, daß dieser Reichstag unbe, schadet der Verhandlung der hochwichtigen statsrechtlicheu Fragen Zeit und Gelegenheit finden wird», nicht nur zvr Dornahwr wichtiger stats» ökonomischer, finanzieller und ähnlicher Materien, sondern auch zur Be« friedigung der gerechten Ansprüche der ungarischen Israeliten» die au Baterland-liebe und Opferwillig!«» hinter keinem Stamme unseres Da« terlandeznrückgrstanden. Wir Kimmen auch mit Ihnen überein, daß nach erfolgter Regelung unserer statSrrchllicheo Stellung ohne Zweifel Fragen und Angelegenheiten auftaucheu werden, die dir Organisation und den gesetzlichen Verband unser« ReligionSgemeinden, deren inneres selbstständige» Leben betreffen. Dir Deratbungeo hierüber können nur durch da» brüderliche Einvrrfländulß und Zusammenwirken von israelillschea Gemeindeabge» ordneten unsere» Lande» einem ersprießlichen Ende zugrführt werden. Seien Sie, geehrte Glaubensgenossen, vrrficheet, daß beim Her» onnahru de» geeigneten Zeitpunkte» wir nicht ermangeln werden', nach erlangter hoher behördlicher Genehmigung an einer gemeinschaftlichen Berathung mit den Vertretern der löblichen ReligionSgemeinden un» mit vollem Herzen zu betheiligen und dem eben in uns geirtzten Der» trauen nach Kräftro zu entsprechen. Indem wir u. s. w. Ll. Pest, 3. Dezember. Zn dem Blatte ״Ilazänk ös kiilföld■ erschien von Karl Dadnai ein sehr gristreich geschriebener apologetischer Aussatz, die Juden betreffend, der hier sehr freudig« Scnsation erregte. Anlaß zu dem Aussätze gab abermals die Würdigung der Derdienstr des sei. Jakob Kern. V. weist nach, welche reicharlige Begabung in dem jüdischen Stamme liegt, daß der größte Druck den Geist des jüdi» scheu Volles nicht zu lähmen vermochte, daß in jedem Zeitalter, und selbst in dem des härlrsten Druckes dir Juden große Männer aufzu» weisen hatten, die die Strahlen ihres Geiste» über das Iudentbum hin» aus auf die andern ziviliflrten Völker dcr Erde sandten; er erwähnt de» Don Josua re Sylva, der eine neue (brasilianische) Literatur ge» gründet, spricht mit großer Emphase vom hiesigen isr. ungar. Vereine und hebt mit beredleu Worten hervor, wie viel die ungarische Nation verloren, daß sie die geistige Kraft dieses begabten Stammes so lange in Gebuudtiihtil erhalten u. s. w. Die hirsigr israriilischr Jug.nd beabsichtigt dem trefflichen Manne «inen Fackelzug zu bringen. Nhkrbütor, I. Dezember. Die hiesige Gemeinde Hs! der Re« daktion des V. Eh." 50 fl. für die Bedrängten in Jerusalem zuge« sendet. (Die Frau Marie Weil in Szegediu spendete zu demselben Zwecke 3 fl. Red.) 8. Neutra, 24. November. Tempora mutantar ct nos umtamur in Ulis! In nnsrrrr Gemnndr ist *־iffer Entwicklungsprozeß überraschend schnell vor sich gegangen: auf den gewaltigen Sturm am Hüiirnfeste folg» niiumchr Gottlob stiller Friede. Nuserr Orlbodoren tauschen mit wahrem Seelelivergnüge» den Eborgesängen und fle ver» spüren nicht La» geringste Unbehagen darüber, daß die Chorknaben beim Gottesdienste viereckige Kappen tragen. Selbst die höhere Position de» VorbeterS verursacht ihnen keine Skrupel mehr. Wir konnte. fragen S»r. «ine solche Umwandlung so plötzlich vor sich gehen? Ich wist Ihnen die» RLlhsel lösen. Die Sturwpartei am Hüttenseste war nichts An« deck«, als ein Organ der Preßburger Oethodorie. In Preßburg macht der hiesige Fortschritt ein sehr mißliebige» Aufsehen, indem man dort ,infleht, daß da» Vorgehen der hiesigen Gemeinde nicht isolirt bleiben kann, nicht isolirt bleiben wird. Unser Rabbinn.s-Strstverlreter, Herr Hönig, wird über Nasch! zur Thora Vorträge halten. Die Zuhörer werden al» EutrSe wöchentlich fünf Keeuzrr zahlen. J. N. Schlalnkng (Eisenburger Kom.). iw November. Dir hiesige Gemeinde, die mehr Zischuwim aleinheimische Gemeindegliedrr zählt, birgt in Ihrem Schoße so ziemlich aste Parteien, dir im unga« rischen Israel hrrvoetreten. Si, hat ihr» Tempel., Vima«, Chor«, Gitter, und Mikwa.Frage! Dir Tempelfragr wurde von dem gewesenen L.'rsteher, Herrn Heinrich und seinem bedächtigen Bruder Herrn Sa. lvson Rosrnberg gelöst. Die neue Synagoge wurde von dem gelehrten De. Zipker und dem hoffnung-vollen Kandidaten Ign. Ernst eingrwribt. Der Alwewor steht vor der heil. Lade, doch wvßt «eine Fallthür, an« gebracht w«den, um dem Herrn Rabbiner Weinreb da» Bordeten bei NeUa zu ermöglichen. Herr Rabbiner Weinreb sagt mit Schiller; »In die Tiefe muß» du steigen. soll fich dir das Wesen zeigen!״ von der Mikwa.Frage will ich schweigen. N ©rpfjsßanfjfa, 27. November. Zn der Dürgrrdrpntation, dir unfern ReichStagSablrgatrn empfing, wurden folgend» Israeliten ge» wählt: Dir Herren S. H. Guitmann, Dr. Preßburger. H. Blau, De. Scherz. I. Rosrnberg, D. Engländer. Beim Danquett, hielt Dr. Preß« bnrger eine w»t stürmischem Beifalle aufgenowmene Redr. Auch bri dem vor Kurzem stattgefundenen Gymnasial.Jubilänm hielren Obrreab» biner Faffrl und De. Preßburger treffliche Reden. A. Boly, 83. November. Woal-Zeichrn der nrurn Aera für unsere Zukunft gelten mag, ist, daß Herr Dr. Siklosy, drr mit Alkla» manon gewählte Ablegal de» Mohärs« Wahlbezirke», bei einem öffent« lichcii Bankette von voller Gleichberrchligung drr Zsrarlitrn sprach. Ja, als ,hu einer seiner Wähler über die Folgen dieseweittragenden Worte« weiter frag,»: Kann atjo der Jude auch Oderpuhlrichier werden? Ja, erwiderte Jener, fortfaheend: Ist denn nicht der Jude zum Komplet unsere» Skate» nöihig? Fraget die Geschichte, ob er nicht mit Gut und Blut unsrem Vairrlande die Hand reicht, ja er ist io onserm Agrikul» rurstate Ungarn rin wichtiger Faktor für dru Deekehr nach dem Au-laudr. Öcsa, 15. Novcmbrr. Ein hiesiger isr. Einwohner hat drr prokestauiiichen Kirche 10 fl. gespendet. Der Vorstand drr Gemeinde thrilt dir» dem prolrstanlischen Schul» und Kirchenblatte mit uud fügt hinzu: ״Venn fich auch im Volke Israel so fromme Seelen finden, welche zur Deckung prclestantischer Kirche!,bedürsniffe ihatsächlich beitea» gen, so lönnen wir unsere größte Freude darüber auSdrückeu, daß dir Zeit gekommen ist, wo die Völker ohne Unlerschied der Religion fich wir Geschwister umarmen. Möge Heer Moriz Löwi den «iessten Dank der Öcsaer res. Kirche eutgegeiinrhmro. Der Gott Israel», derber Gott aller Völker ist. segne ihn und seine ganze FamUiel* N. Prag, 27. November. Dcr Szegedin« Rabb1nat«»Affessoe. Herr Jos. L. Vack hat beeeil» in fünf Synagogen Dorleägr gehalten, und ungrlbeillin Beifall ginntet. Dr. Hübsch «bin dir Peschito zu Leu fünf Mezillcr. Rapcport hat zu diesem Werke eine Einltliung grschrir» ben. Ihre Auffoederiing zue Bildung eine» wiffenschafttich-talmndischrn Verein» wacht uuter den hiesigen jüdischen Gclehilcn ungewöhnliche Sensation. Sehr aufsastend ist e», baß Ihre hiesigen Korrespoudrnien die trefflichen Vorlesungen Dr. Hübsch'» noch nicht erwähnt haben. — Schönhof (Bezirk Podersam in Böhwrn). 1. Dezember. Der im Jabre 1858 verstorbene Dilbbauer Franz Laugrr arbeitrt» dreißig Jahre au einer bildlichen Darfleklung de» Salomonischen Tempels zu Jerusalem. Da« Kunstwerk, an welchem beim Tode de» Künstler» noch einige Fizuieu unk die Stasfirung gefehlt hatten, Word» später gänzlich vollend,». E« kann hierorts uneiilgklllich in Augenschein genommen werden, und ist um zehntausend Gulden seit. Drr Cool, in welchem ,S ausgestellt wird, muß 13 Schuh breit und ebenso lang sein. N. MiHkolcz» 28. November. Bei der am 6. d. M. hier« orlS abgrbalkenea zahlreich besuchten Versammlung deS Aeeztr» und Apolhekerverrius wurdeo drei Vorträge von jüdischen Aerzten gehalten, nämlich von Dr. Katzaud«. Dr. Irrt, Dr. Popper. Daß in ein,m Vereine iw Borsoder Kcmitate nur ungarische Vorträge gehalten U-er« den, brauche ich wol kaum zu erwähnen. L. Oula, 3. Dezember. Was guter Wistr und eifriges Stre« Heu im Stande ist, davon gibt dir hiesige Gemeinde mit ihrer Beewak« tung da« schöastr Zeugniß. Trotz der Ungunst der Zeit« und GeschästS» veehLltniffe ist »« dem hiesigen wackren uud sortschlittsfeeundlichen KnI« tusvorsteher. Herr Karl W. Krishabrr, im Vereine mit der Cchulkom» Mission, an deren Spitze Herr BezlrkSrobbiner Straß,» fleht, gelungen, dl, hiesig, Schul, durch Sufl-llung eir.ee Lehrerin für di, weiblich,» Handarbeilrn zu erweitern, um so hauptsächlich der armen weibliche» Jugend Gelegenheit zu geben. ,inen ordeotllcheU NahrungSzweig fich «Inst zu verschaffen. Ueberhanp« ist der Eifer zur H,dununser,» Schul» seilen» diese« Dorstrher«, der zugleich Echulv,«Walter ist, rin überaus lobevswrrlher nnb versieh» er di« Schulangelegenhelktt» mlt einer seltene».