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Ben Chananja · 1865-11-29 · 48 (29.11.1865) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
48 (29.11.1865)
Date
1865-11-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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867 Dr. Notbziegel haue das Unglück, seine Frau zu vertterea. Dir S0,r» blichenr, grb. Flrckrls, starb im 32. rebrosjahr, nach zw-lfstüodiger Kraukhrik. Frirdr ihrer Asche! 6. Jerusalem, 9. November. Leider hat die Cholera noch Immer keinen Abschied von der biesigeo Stadt genommen. Die Zahl der Opfer, die au« dru hiestgrn jüdischen Gemeinden gefallen find, belauft fich auf 620, darunter die Nabbioen Samuel Ealant und Nachuw Prost. Möge fich Gott unser erbarweu! — Unter den edlen MLuneru. welche in dieser Zeit der Noth ihre thatkräflige Meascheoliebe gläuzeud bewährten, muß ich den christlichen Arzt, Dr. Luziano Dry, besoo« der« bervorbeben, hinzufügend, daß weiue schwache Feder nickt iw Staude ist, seinen uoermüdlichen Eifer zu schildern. Möge ihm der Allgüligr sein edle«, wohlthätige« Wirken reichlich lohnen! Herr Dr. Luziano Bey hat sich auch bei den Konsulaten verwendet, um für die Juden Unter« Nützung zu erwirken. Die Herren Holländer und Lehen in Amsterdam meldeten telegrafisch, daß fie 86.000 Franks zur Linderung der Noth und 7000 Franks für die armen Kranken in Jerusalem senden. Möge allea Spendern der reichste HimmelSlohn zu Theil werden! Florenz, 22. November. Auch Prof. F^usto La sin io, Katholik, hat eine Subskription eröffnet» uw die Manuskripte de« sel. Luzzatto zum Drucke zu fördern. Prof. Laflnio ist bekanntlich ein gründlicher Kenner und Freund der hebräischen Literatur und pfiegle er mit Luzzatto über wiffeiischaslliche Gegenstände zu korrespoutirro. Aus dem VIII. Baude des Kerem Chemed ersehen Sic, daß er auch die Mühe nicht schulte. seinem Freunde Luzzatto Kopien aus seltenen Handschriften zu senden. Aus dem letzten Hefte des Edukatore er« sehen Sie, daß Luzzatto'« Tod von allen jüdischen Gemeinden in Jta» l,en als ein unersetzlicher Verlust empfunden wird. Allenthalben werden Traucrscierlichkcilrn gehalten. Alb. KcbnS Ausruf wird von dem rühm« lichst bekannlen Rabbiner Benamosegh 111 Livorno mit Wärme de» türwortet. Inland. A. Pest, 24. November. Der abgetretene Vorstand brachte böhern OrtS gegen die neugewähtte Repräsentanz die Denunziation an, Laß die vielen der Gemelude untersteheiiden SlifiungSgelder!» der Hand der neue» Nepräsenlanz. als meistens aus miudcr bemittelten be» stehend (Advokaten, Acrzle»), nicht sicher seien. Wie sicher die frommen Stiftungen vor Nugriffeu des vorigen Vorstandes waren, gehl aus Fol« ge,Idem hervor. Aus dem Nachlaß des Fcrd. Baumgarten wurde eiu SlistungSsapilal pr. 600 fl. in GruiidcilllastungSobligolionen der Ge» meindc zur Veiwaliung übergeben. Die Obligationen wurden zuiällig gezogen, der Gemrrndrvorstand behob das Geld und vuausgadlr es zur Deckung lausender Ausgaben. In einer der jüngsten Ausschußsitzungen wurde nun beschlösset,, trotz des übernommenen schlechten Budgelstande« die aufgedrauchieu 600 st- ,a ersetzen und das StiftungSkapital wieder herzustellen. Pest, 22. November. Unirr den Gästen, welche sich bei Dr. Hirschlers Vorlc!ung einsauben, bemerkte man B. Eötvö« und Väm» -dürp. Letzterer soll zugrsagt habrn. im Lause des WinlerS eine Vor« ltsung über dir asiatischen Juden zu halten. 0. Großwardcin, 28. November. Dre diesige jüdische Ge» meinde bat an die Pester Gemeinde die Aussorderung gerichtet, vor rem nächsten Reichstage eine Versammlung jüdischer Gemeiodeverlreter ad» zuhallen. indem außer der Emanzipation. die der nächste Reichstag ohne Zweifel aussprechea wird. auch andere jüdische Angelegenheiten, z. B. die Organlsanon der jüdischen KultuSgeweinden, Gegenstand eiuer eingehenden Beralhuog werben müßte. Die Pester Gemeinde hat di« zur Stunde nicht geantwortet. Fünfkt'rchen, >w November. Der hiesige röm. kathol. Bischof hat zu seinem öOjährigeu Prirsterjudrläum ei» Pädagogium ge« gründet, in welche« auch jüdische Jünglinge ausgenommen werden. Di» jüdische Gemeinde Hai dem Jubilar eine Dankadresse überreicht und 100 fl. für da« Institut gespendet. Auch der Lehrlörper der Muster« Hauptschule hat dem Jubilar seine Glückwünsche dargebracht, und find »ie jüdilche» Depuialioueu!ehr hultreich empfangen und entlassen wor« den. Wie Si, an« den öffentlichen BlLltero ersehen, hat auch die Gran» 86S jüdische Gemeinde dem Fürsten.Prima« zu seiurw SO. Gehnrtstag« gro« tolir» und ist ebeosall« huldreich ausgenommen worden. Prag, 1. November. (Schluß). Dielt der hitfigen Nab« binalskandidalru besuchen auch dir Dorlesnogea de« au der filosoflschr» Fakultät lehr,»den ordentlichen Professor« Wessely, de«, außerordentliche» Professors Kämpf und noch mehrerer anderer Dozenten. Ersterer liest über hebräische Sprache und Literatur, und zwar in diesem Semester; eregetische und historische Erklärung de» Buche« Hiob; der zweit« übe« semitische Sprachen. Doch werden diese Sprachen von vielen an der theologischen Fakultät, dei dem ordentlichen Professor der Tbrologie Petr, gehört. Auch der Religionsunterricht. der an der Haupt« und Uuierreal» schule von Herrn Dr. Grüubut. für die Schüler an den Gvwnastea und Oberrealschulen aber von Herrn Rabbiner Adler ertheilr wirb» ver» dient alles Lob. Neben dem dogmatischen Theil und der Mora! wird auch der Bibelunterricht je nach den Fähigkeiten und der Vorbereitung der Schüler, mit Eifer betrieben. Herr Rabbiner Adler hält auch jeden Sabbath Erhörten für die Schüler, die sehr anregend wirken und für die Erstarkung des religiösen und naiionalen BrwußtseiuS von nicht zu unterschätzender Bedeutung find. — Nicht viel Rühmlichewird veu dem den ijroelitischcn Schülern der Handelsschule ertheilten Religion«» unterricht berichtet, von dem allgemein gewünscht wird. daß er in dir Hand eine- Andern, rnlwedrr eines der beiten Erstgenauiucn oder de« Dr. Stein oder Hübsch käme, kurz eines Manne«, der den Ernst und die Bedeutung dieses UnicrrichlSzweigeS besser zu würdigen weiß. Pro«. Kämpf, der gegenwärtig diesen Unterricht enheilt, ist als Prediger, Rabbiner, Professor und Literat zu sebr mit Geschäfleu überhäuft, alt daß von ihm ei» con »mors zu ertheilender gründlicher und umfassen» der OkeligionSuiilerricht erwartet werden könnte. Soll aber für diesen Unterricht ein eigener NeligionSlehrer aiigestellt sein — und wir müssen dafür au« vielen Gründen stimmen. — so dürste der taugliche Maua bald gesunden sein. Wir glauben der Zustimmung eines jeden jüdilchen Theologen und Fachmannes gewiß zu sein, wen» wir den durch :.iur literärischen Leistungen aus dem Gebiete der jüdischen Theologie und biblisch.lalmudi'cheu Sprachforschung rühmlichst bekannten eweritirten Rabbiner D. Ehrmann als einen für dieses Amt in hohem Grabe Ge» eignete» ancrkennrn und anempsrhlen : einen Mann im krästigstri! Man« nesalter, der einer jeden Gemeinte, sei eals Lehrer, oder Rabbiner und Prediger zur Ehre gereichen würde. Nachdem ich Ihnen über unsere kultuellen Verhältnisse. so weit sie Awetah und Thora brlrrffen. resrriri habe, wäre ich wo! veranlaßt, auch über die Anstalten für Geunlulh Chaßadiw Bericht zu er» statten. Allein schon hat wein Referat über einen gewöhnlichen Journal» artikcl binauSgcbrnde Dimrnsiouen angenommen und ich fürchte — langweilig zu werde». Ich will sorlfabe.11 mit meiocm Bericht, sobald die Zeit eS mir gestatt«. P. Prag, im November. Dou Nadbiuer Dr. Hübsch rr׳'chriat nächst,u« eiu Band auSgewähIkcr Prcriglen. Da« bereit« erschieueoe 2- Hell deS Kcl Dcdi ist nicht arm an originellen Einfällen und Phrasen! X. Nagylak (Esanüder Kow). 23. November. Bei einem hierorts ftailgrsundenca Bankett wurde auch auf die Emanzipation der Juden toaftirt. ß. Wien, 26. November. Jo den monotonen Gang drr Ta« geSrreiguiffe und der geschästSloseo Zeit kam die Eröffnung drr Kandi» datenprediglen als rine willkommene Abwechslung für dir JsraeliitN der Hauptstadt, und r« liegt der Gedanke nah«, daß drr erste der Kandi» baten. HerrDr. Ehreutbeil, der Gegenstand de- Gespräche« io all», Kassrebäusero drr Leopoldstadt war. da man über Graieiadraugelegro» hrileu am weistru in den Kaffeehäusern zu hören bekömmt; so konnte man vorige Woche, al« die Liste der au-gewähltra Kaudidalen bekannt wurdr. eia alkgemrinc« Stauuru w-hrnrhmea. daß drr Ramr Dr. Kay« serliog. drr doch der populärste ist. aus der Listr frbltr. Dir Wrgr de« Vorstände« sind unerforichlich. hört, man manche» raisonuireo. Doch zur Sache: Also Herr Rabbiuer Ehreuthcil hätte srtae Prebraredizt überstandrn. He,r R. Edeentheir ha, nicht da« Glück, ge» wiunend in seinem Auftreten zu sei», e« gebührt ihm zedoch dir An«-

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