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Ben Chananja · 1865-11-29 · 48 (29.11.1865) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
48 (29.11.1865)
Date
1865-11-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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805 gam et latum veotilirt — iudrß solch» Ääu!» gibt »I ja allenthalbei» und wir werden für solche Hahneukämpfe reichlich «ntschädigt, wenn vir lesen, daß in Amerika binnen acht Tage» über 7000 fl. ö.W. für die Nothleidevden in Jerusalem gespendet wurden. Semerkmigen zu dem Aufsätze des Gr. Sösa Luuu. ״Die wird die Ewigkeit in den semitischen Sprachen ausgedrückt?“*) Don Heinrich Deutsch. Fine filologische Abhandlung, die ein Magnat verfaßte und in welcher Talmud, Midrasch, Raschi, Kalir zitirt werden, gehört uu» streitig zu den seltenen und auch erfreulichen Erscheinungen. Wir be, grüßen sie gleichfalls freudig im Namen des ungarischen Israel. Wenn wir eS dennoch nicht unterlassen können, dem Aufsatze einige Armer« kungen hinzuzufügen, so geschieht die» keineswegs, um irgend ein Brr» dienst de- Herrn Grafen zu schmälern, sondern einzig und allein im Interesse der Wissenschaft. Sprachwissenschaftliche Studien, wie die vor« liegende, die den Wandlungen eines Begriffe», wie er im Kreise einer Völkersamilir Ausdruck und Bezeichnung fand, uachzugehen sich an« schickt, setzen eine Kenntuiß der einschlägigen Idiome und der DolkSli« teraiuren voraus, die der hochgestellte Verfasser denn doch nicht ganz zu besitzen scheint. Die hebräischen Ausdrücke, die er bespricht, sind allbe« kannte. die schwerlich Jemanden entgehen würden (seltenere wie ער בלי ירח ,עד בלתי שמים u.a. fehlen); die anderen Sprachidiome kommen gar kurz weg. Zu dem einer maltesischen Inschrift entlehnten samaritanischen Ausdrucke בת עלם—Grab sinket sich selbst in der Bibel eine Parallele (Kob. 12, 5.) dir der Herr Verfasser uuerwähnt läßt. Andererseits eignet er die Ausdrücke ״חיים הגצחיים ,עולם חנצחי sowie עולם השפל. die erst in der filososisch gebildeten maurisch.spanische» Zeit entstanden, (letzteres ist da» arabische אלמונורא״ח אלשסלי״ת) dem Talmud und Midrasch zu. Ein eigenes Mißgeschick mußte ihn verleiten, die Stelle א׳ל אדרבה עיקר טבילות בנוה׳ היא JU übersetzen: Adrada sagt: u. s..w. Doch auch die filologische Erörterung, sowie die begriffliche Deutung, die den einzelnen Ausdrücken bcigegcben sind, steht nicht auf der Höhe der gegenwärtigen Sprachforschung, da der Herr Verfasser nicht über GeseniuS hinausgegangen zu sein scheint. So ist es unstatt» bafl, trotz der Analogieeo. die der Herr Verfasser dem Lateinische» ent» lebnt. der Nadir עלם die primitive Bedeutung — bezeichnen, beizu« legen. Gruiidbedtlilnng derselben ist vielmehr: ״verbergen . ״umhüllen" (Siebe Fürst, Concordanz 630, 3; Meier. Wurzelwkrterbuch 373: ״be« decken, zudecken", so auch Fürst in srinem Wör'.erbuch ״einhüllen, um« ,chlnern"). In nominaler Form (wie אוצד von אצר, der Verfasser hält e-, wir auch חותם für das Partizipium der Konjugation Poel (?), wie עולל) bedeutet rS die verdeckte, ferne Zeit, die Urzeit. Ewigkeit, und daher nicht blos die Zukunft, sondern auch die Vergangenheit, wie in ׳ מעולם וער עולם was der Herr Verfasser nicht hätte übersehen dürfen. Zn der Bedeutung ״Welt" kömmt, wolgemerkt, ע,'לם in der Bibel niemals vor; dir BegrissSverwandlschaft liegt jedoch sehr nahe, sow'.e die frrnere Uebertragung im Arabischen עלם Zeichen. und jedrr hrrrorragendt Gegenstand als Weltinhalt und deren Inbegriff (S. Frei« tags Lexieon Arabico Latinum s.v.). Derselbe Ideengang ist uuver» kennbar in den verschiedenen Bedeutungen de- Stammes יחלר der parallel JU עלם hätte gebracht werden sollen, vom Herrn Verfasser jedoch nur am Ende seine» Aufsätze« in sehr mangelhalter Weile erörtert wird. Noch חלד bezeichne» ursprünglich ״verbergen. umhüllen" (S- Fürst, Konkordanz und in seinem Wörterbuch») Im Talmud kömmt ,« in dieser Bedeutung häufig vor, so החליד את הסכין u. a. m. חלד be, deute» sodann die dunkle, unbegrenzte Zeit, Ewigkeit und Welt. Za auch חלד und da« rabb. חלרח dürften davon abzuleiten sein. — Au?weiter Stelle führt der Herr Verfasser als Bezeichnung der Ewigkeit קדם vor. Dieser Ausdruck bezeichnet jedoch Mo* den relativen Begriff *) Erschiene» in dem zweiten Hist» der ״sprachwisseäschastlichen LAtlheilnng«, der ungarisch,» Akademie." 666 des DorherseiuS. daher die Vorzeit, Uranfänglichkeit. אלקי קדם heißt also der vorweltliche Gott, der da thronet von Urzeit her. Wo קדמות, wie der Herr Verfasser weint, in der rabbinischeu Sprache schlechtweg den ewigen Gott bezeichnet, wäre erst uachzuweise». Auch für die Grundbedeutung de» Stammes נצח wird e» kau» gestattet sein, mit dem Herrn Verfasser die Begriffe de« Glänzen«, Schimmernaozuuehmeu und e» in seiner Wurzel mit נצץ , נוץ, u. s. w. ideulisch zu halten. Grundbedeutung ist vielmehr iutr. naß, flüssig sein, daraus spritzen, sprengen (so auch im Arab.) daher als Nomen Saft. Blut (Jes. 63, 3. 6.), sodann Kraft, Macht. Beständigkeit und die ver« wandten Begriffe. Hierdurch wird wol die ganze Beweisführong de» Herrn Verfasser» um die Begriffsverwandtschaft zwischen Glanz und Reinheit au« der Läuterungökrast de« Feuer» (wozu 4 D. M. 31, 21—23 und die obenerwähnte unglücklich übersetzte Stelle au» Sanhedr. 3g. angeführt werden) darzulegen, unnöthig. Nur im Widerspruch mit den Gesetzen der Lautlehre ließe sich ferner עת als kern. von עד «r» klären; Fürst nimmt im Wörterbuch einen eigenen Stamm dafür au -עתת Wir beschließen unsere Bemerkungen, die wol nicht Alle«, wa< zu rügen wäre, erwähnen; nicht umhin können wir jedoch am Schluff, dem Herrn Verfasser, der noch jetzt nicht austeht, den biblischen Aus» druck אחיד, אשר אהיה mit der schon vielfach zitirten Aufschrift in dem Tempel zu SaiS, nuk pu nuk iu Parallele zu stellen, die Worte de» Dr. Samuel Hirsch in seiner ״NeligionSfilosofie der Juden" zuzu« rufen: ״Diejenigen meiner Leser, die sich vielleicht über Schiller« Dar« stellung der Sendung MoflS nicht erhoben haben, was die Wissenschaft längst grlhao, bitte ich hier das wahre Verständniß dieser Inschrift in» Auge zu fassen und zu sehen, wie wenig sie auf den Gott der Offen« baruug paßt." Korrespondenz. Ausland.! Ieensalem, 2. November. Dir offizielle Schriftsprache der verschiedenen hier bestehenden jüdische» Gemeinde» ist die hebräische. Ich sende Ihnen den hebräischen Aufruf, welchen der wackere Dr. Roth» zieg e l nach dem crst-u Erlöschen der Cholera an die hiesigen Gemein» den gerichtet hat. Er dankt io diesem Aufrufe der deutschen und srfar» discheu Chrvra Kaddischa für den von derselben entwickelten Eifer iu der Hilfeleistung bei den Cholerakrauken, von denen viele genesen find, empfiehlt Len Lesern die Beobachtung der vorgeschriebeiieu Diät und erfleht Gottes Segen für dir Freunde Jerusalems, besonderfür die Familie Rothschild und Dr. Alb. Kohu. Jerusalem, 4. November. Zusällig kam mir Nr. 41 Ihregeschätzten Blattezu Gesichte, woran» ich ersah, daß ein Magnat iu Slavonien, Baron v. Praudau, am Vorabende de» abgelausenen DersöhuungStageS in einer Synagoge dem Gottesdienste beiwohnte, der versammelten Gemeinde seinen Beifall zu erkeiineu gab. und einen jähr« lichen Beitrag von 10V fl. zu ihren KulluSzwcckcu bestimmte. Diese Nachricht von einem hochgestellten und hochherzigen TDn □העול hat auf mich und gewiß aus alle Leser dt- ״Ben Chauanja" einen unbeschreiblich wohllhätigen Eindruck gemacht. Gestatten Sie wir. daß ich iu meinem und im Namen meiner hiesigen Freunde dem ver« rhrien Herrn Baron den aufrichtigen und riesgefühlteu Dank unseres Herzen« auöspreche. Vielleicht wird rS diesem erleuchteten, vorurtheils« losen Meufcheusreunde angenehm sein, zu erfahren, daß wir hier in der h. Stadt Jerusalem den Segen des Himmels nach altehrwürdiger jü« bischer Liturglr auf da« theure Haupt des Baron« Praudau herabflehru. Moses Sach«. 8. Jerusalem, 10. November. Seit drei Wochen wülhrt die Epidemie fürchterlich in der hieflgroAladb doch (st str^ seit einigen Ta« gen Gott sei Dank im Abnrhmeo. DieTheueung hat den höchsten Grad erreicht, da« Elend ist nicht zu beschrribeu. Möge daher jeder Israelit» sich beeilen, zur Liuderung de» Elend« sei» Scherfleia brizutrage». Möchte r« doch gelingen, für all« Semeiudeo. die hier bestehen, nicht für hie österreichische allein, dir erforderlichen Anstalten zu gründen! —

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