Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 47 (22.11.1865)
- Date
- 1865-11-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Anstalt za unterstütz»». Herr Mor. Dnuzl hat der Reforwfynagoge rin schöoe« Parocheth gespendet. Di, Predigerstelle an dieser Synagoge ist noch nicht besetzt. Die Mitglieder der Reformgemeiode «ragen alle La« stell der Hauptgeweiode, besuchen dir Synagoge und spenden daselbst wtt vollell Händen. Herr Prediger Fischwauu. welcher die Drücke voll der hiesigen Orthodorir zur Reform bildet, ist allgemein beliebt. Für die hieflge Rabbinerschule wird «in prachtvoller Saal erbaut werdeu. 0. F. Vapa, iw November. Angesicht« der rücksichtslosen, oft sogar ungerechten Dehandlong, welche der Lehrer in so mancher Land, gemeinde zu erdulden hat, dürfte die Wahrnehmung, wie sehr die Be-' Hörden Len braven Lehrer in Schutz zu nehmen geneigt sind, für jeden Schulfreund von rrfreulichkm Interesse sein. Ein fastische« Bei, spiel lieg» gegenwärtig in der hiesigen Gemeind, vor. Ein Lehrer au der hiesigen Schule, der seinem Amte seit mehreren Jahren w it Geschick und Erfolg oblag, hatte trotz dem einen vorsiandlicheo Gegner, der auf dessen Entfernung drang, ob mit Recht oder Unrecht, wer darf hier zu Lande dies« Fragen wagen? Hier gilt e« von vornherein als ausgemachte Cache: wenn Lehrer und Vorsteher Streit haben, so ist letzterer gewiß iw Rechte, schon deshalb, weil er ja Vorsteher ist! Unser Schulmaun lebte indessen seinem Berufe ergeben, unbekümmert ob der^Gunst oder Ungunst des Vorstehers uod im Selbstbewußtsein seiner treuen, redlichen Pflichterfüllung bat er die Statthallerei uw Verleihung des Deflniti» vumS. Der Vorstand hingegen, die Intention des Lehrers nicht ahnend, blieb dabei, derselbe müsse wandern. Unser N. ersuchte, man möge ihn noch wenigsten« einen Kurs im Amte belassen, was ihm gewährt wurde. Und flehe, Zeit gewonnen, viel gewonnen. Während dieses Proton» gatiouslurses erhielt N. in Anerkennung seiner Leistungen das Statt» haltereidekrer, welches die bisher prekäre Anstellung des Lehrers in eine stabile verwandeln sollte. Der Leser wird eS leicht begreifen, daß dieses Ereigniß einen neuen Sturm gegen den Lehrer hervorrief, aber der Manu war seiuer Sache gewiß. Einsehend jedoch, daß man unter sol» chrn Verhältnissen nicht friedlich wirken könne, gab er selbst seine De« Mission, klagte aber dle Gemeinde auf Entschädigung für feine Eristenz, die er ohne Verschulden aufzugeben gezwungen war. Die Behörde ent, schied zu Gunsten des Lehrers, wonach die Gemeinde verpflichtet sei, dem gehetzten und verjagten Familienvater 2000 fl., sage zweitausend Gulden Schadenersatz zu leisten. Der Vorstand reknrrirte an die höhere Instanz. Man ist hier auf den behördlichen Bescheid sehr gespannt Indem wir unfern Bericht schließen, könneu wir folgende Bemerkung nicht unterdrücken. Auch wir!heilen die Ansicht und hegen die Hoff« oung der Redaktion d. Bl. ״Es wird eine Zeit kommen, wo jü, dische Lehrer sich vollkommen damit begnügen werden, Kommunalbeauite zu sein (B. CH. Nr. 48, S. 622)." Diese Zeit wollen wir erst erhoffen, wie aber die Dinge heute stehen, ist der jüdisch« Lehrer in den wei» steu Landgemeinden, wo Willkür und Rechthaberei mit Autonomie ideo» tifizirt werden, ein Gegenstand des Mitleid« aller Gebildeten. Die Sabblühgeseüschast. v. (Schluß.*) Dasselbe gilt von dem 23. Hefte der Kochbe Iizchok, dir sich »inen Leserkreis gesichert haben, und die ich Ihrer freundlichen Theil, nahm» empfehle. Da« vorliegende Heft, daüberwiegend poetisch iß. ist rill schöner Beweis der Ausdauer de« verdienstvollen Herrn Strru und seiner Mitarbeiter. Dieselbe Richtung verfolg» Herr Jos. Ko hn in Lemberg, der vor Kurzem den 3. Jahrgang de« Ozar Chochma heraus, gab, welcher manche beachtenSwerlhe wiffenschastlichr Bemerkung enthält.; Ja drr Geschichlr dekritisches Lolmudstudium« Epoche ma, cheud ist drr fiebeutr Jahrgang de« ״he Chalnz" (Frankfurt a. ES. 1865. 8. 163) durch dir Abhandlung Schorr'« über da« talwudische Schristihum in dessen Verhäliaiffe zo den indischen und persischen Sr, jrHbüchrr» (3—89). Diese, dir au«gebrrUrt« Gelehrsamkeit 110$ d«, 11U tischen Scharfsinn oeuerding« glänzend bewährende Abhandlung reicht hin. jüdische Theologen auf dir Wichtigkeit der bi«her so sehr verasch-' läffigteu persischen Studien aufmerksam zu wachen. Wir Ihne» an« dem ״Den Chananja" bekannt ist, hat sich Kirchheim da« Derdirvß erworben, diesr ausgezeichnete Abhandlung dem deutsch lesrndeu Publikum zugänglich zu wachen. Der gelehrte Schorr würde dir jüdische Li« trratur mit viel trefflichen Arbeiten bereichern können, wenn er sich nich.' ans Kosten einer unbefangenen Kritik von seiner radikalen Tendenz' leiten und beherrschen ließe. Er arcrptirt ohne Weiter« dir Resultate' der äußersten Linken in der Drbelkritik und die ChwolsohnS über dir alte babylonische Literatur! Zu letzteren wird sich wol kaum noch Er« besonnener Forscher bekennen, während erstere noch in vielfacher Rückficht sub jadice schweben. Eine Bereicherung der jüdischen Religion«»' gcschichte ist auch Schorr'« Abhandlung über R. Niffim b. Mose au« Marseille, welche über die rationalistische Bewegung in Spanien im 13. Iahrhän'dert und über die dieselbe bekämpfende Reaktion neue« Licht verbreitet. Und so willkommen die Fortsetzung-über Alba lag de» Freunden de» Jahrbuches sein »vird, so unangenehm wird sie der To» berühren, de» der Herausgeber gegen den gelehrten und verdienstvollea Pinele» anschlägt. Die Rücksichtslosigkeit, mit welcher Schorr gegen den Talmud polemifirt, wird kein Unbefangener billigen. Da er aber den Talmud gründlich versteht und auf dem Gebiete desselben vollkow» wen einheimisch ist, so hat doch seine Polemik mehr wissenschaftliche Berechtigung, als die Apologieeu derjenigen, die entweder den Talmud nicht verstehen, oder doch eiurm eingehenden Studium desselben in träger Bequemlichkeit ausweicheu. Don den in hebräischer Sprache erscheinenden Wochenblättern kann ich Ihnen folgende drei vorzeigen: ״Ha-Maggid". ״ha»Mewaffer" mit der Beilage ״ha.Nescher" und ״Ibri Anochi." Dem in Rußland erscheinenden ״Karmel" ist es nicht leicht, die russische Grenze zu Pas« flren, und der in Paris erscheinende ״Libanon" ist wir noch nicht zu Gesichte gekommen. Welches Publikum diese mit vielen Schwierigkeiten lämpfrudr» Blätter in andern Ländern haben, kann ich nicht angeben. Zn Ungarn haben sie nur solche Leser, welche auch andere Journale lesen, und daher ein hebräisches Blatt nur aus Liebhaberei zur Hand nehmen. Selbst die Orthodoren, die hebräisch verstehen, lesen, wenn sie über« Haupt ein journalistische- Betürfoiß haben, nur ausnahmsweise auch die hcaräischen Blätter, niemals diese allein. Die meiste Verbreitung hat der ״Maggid". Um die Bekämpfung de« kulturfeindlichen Chaßi, däismus könnte sich gerade die hebräische Journalistik manche« Der« dienst erworben. Ader die Macht der Chaßidäer ist in den betreffende» Ländern und Gegenden so groß, daß die Redakteure »« nicht wage», dem chaßidäischen Unwesen eutgegenzutreten. Perl'« ״Megakl» Tr» mirim", eine beißende Satyre aus dt» Umtriebe der Chaßidäer, er» schien voriges Jahr In zweiter Auflage bei Poremba in Lemberg, ohne daß die hebräische Journalistik Notiz davon genommen hätte. Ae bi« hebräischen Journale knüpfe ich meinen Bericht über zwei hebräisch» Schriften, deren Inhalt theilweise verwandt ist: מגלת רמשק vrn Feiwel Goldstof (Wien, Helmann. 8. 67) und 1)1 1כנן von D. M. Mitzkun (Wilna, Jos. Fin. 8. 200). Beide Schriften bespreche, die Dlutbeschuldiguug und au« M.'S Schrift erfahren wir, daß Pros. Ehwolsohn in Petersburg diese« Dorortheil in russischer Sprach» bekämpft. Bride Schriften zeigen namentlich in ihren poetischen Be, standtheilea eine nicht gewöhnliche Gewandtheit im hebräischen An«, drucke. Die Leichtigkeit, mit welcher Mitzkun über den hebräische, Sprachschatz verfügt, ist oft überraschend. Möchte doch beiden Schrift» strllero die gebührliche Aufmunterung zu Theil werde»! Höchst gelungeor Elegieen euthatten vorliegend« Hrsle, welche Ehud Loli und Sam. Chajjim Salmaa ihrem verewigten Lehrer Luzzatto gewidmet habe». An« dem Gebiete der biblischen Sreges» kan» ich Ztzs», diesmal nur ,in einzige« Produkt vorzeigen: »ine neue iraliäuische Br« arbeitung de« Hohrultedr« von Barzilar, welch» bei Colomt» Cornin Trieft in sehr schöner AnakaUnng rrschiruen ist (8, 48). Bekanntlich batten manche Au-lrger diese« Buch für ein» Sammlung nicht zosamornhäugender erotischer Gedichte, während Andere, zo de»״ *) G. dir vorige Nummer.