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Ben Chananja · 1865-11-22 · 47 (22.11.1865) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
47 (22.11.1865)
Date
1865-11-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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tun. Um die talmudische Zoologie hat sich Levysobn, um . die talmudische Medizin Wunderbar Verdienste erworben. Der Geografie haben Schwarz und Kaplan, der Geschichte Fürst. Grätz, Herzfeld und Jost ihre Forschung ge. widmet. Die talmudische Hermeneutik versuchte Hirschfeld darzustelleu; Beiträge zur Geschichte und zum Verständniß derselben lieferten Frankel. Geiger, Nachm. Kroch, mal, Luzzatto und Plungian. AuS der ״Urschrift" deS tiefforschenden, scharfsinnigen und freimüthigen Geiger gehört der angebliche Kampf zwischen der alten zadokttischen und neuen farisäischen Halacha hieher. Weitere Forschungen werden zeigen, ob dieser Kampf wirklich von zwei sich prinzipiell gegenüberstehendeu Parteien geführt, oder durch die theilö im Entstehen und Werden begriffene, theilS sich erst konsolidirende Halacha provozirt wurde. Die Entscheidüng hierüber wird bedeutend erleichtert sein, sobald die Halacha ibrem ganzen Umfange nach mit Hilfe der historischen Kritik bearbeitet vorliegt. Die Bedeutung der ״Ur, schrist" für die Geschichte des Bibelkanons haben wir hier nicht zu beurtheilen. S ch o r r'S Polemik gegen Talmud und RabbiniSm ist scharf und rücksichtslos, zuweilen bitter und leidenschaftlich. Gleichwol ist das von ihm redkgirte Jahrbuch (ההלוץ) eine wahre Fundgrube für die talmudische Archäologie, wie denn auch die Apologie seines theilweisen Gegners Pineles viel BeachlcnSwertheS enthält. An schätzbaren, wenn auch noch nicht hinreichenden Vorarbeiten fehlt es also nicht mehr. Die Wissenschaft fordert aber ein umfassendes, im Wesentlichen abschließendes Werk über das talmudi sch e Altcrlhum. Einer Zeit, welcher sich die Keil!»- schriften und ägyptischen Hieroglyphen erschlossen haben, müssen auch die Kenntnisse, Erfahrungen, Anschauungen, Institutioncn, Zustände und Bestrebungen der talmudischen Zeit ihrem vollen Inhalte nach erschlossen werden. Daß manche spezielle Untersuchung auS dem talmud. Schriftthume interessante Ergänzungen schöpfen kann, ist nicht schwer darzuthun. Von den tuSkischen Fulguratoren oder Blitzschauern sprechend, sagt Alexander v. Humboldt: ״Wenn man ehemals in Deutschland dem Pater Augelo ConenoviS nachfabelte, daß daS von Varro beschriebene, mit einem ehernen Hut und ehernen herabhängenden Ketten gezierte Grabmal deS Helden von Clusium, LarS Porsena, ein atmosphärischer ElektrizitätS-Sammler oder ein BlitzdbleitungS.Apparat (wie nach Michaelis die metallenen Spitzen auf dem Salomonischen Tempel) gewesen sei; so geschah dies zu einer Zeit, in der man den alten Völkern gern die Reste einer grosser,barten, bald aber wieder verdunkelten Urphysik zuschrieb. Ueber den nicht schwer auf, znfindenden Verkehr zwischen Blitz und leitenden Metallen scheint mir noch immer die wichtigste Notiz die deS KtesiaS zu sein: ״Er habe zwei eiserne Schwerter besessen, Geschenke ' deS Königs (ArtarerreS Mnemon) und dessen Mutter (ParysatiS): Schwerter, welche in die Erde gepflanzt, Gewölk, Hagel und Blitzstrahlen abwendeten. Er habe die Wirkung selbst gesehen, da der König zweimal die Experimente vor seinenAugen gemacht. *)." In der in der ersten Hälfte deS dritten Jahr- Hunderts in Palästina gesammelten Toßifta wird der Gebrauch deS EisenS als Präservativs vor Do«- ner und Blitz als etwaden Juden zwar vom AuSlande UeberkommeneS, aber allgemein Bekanntes voraus gesetzt'). Einer talmudischen Physik hätte Humboldt diese Notiz leicht entnehmen können. Ebenso leicht hätte die Geschichte deS AssekuranzwesenS auS einer talmubischen Archäologie ersehen, daß die Toßifta die gegenseitige Versicherung als eine bestehende Jnstistution kennet, und Normen dafür vorschreibt'"). Dasselbe gilt auch von der Geschichte anderer Wissenschaften und Institutionen; denn der Talmud kommt mit den mannigfachsten Gebieten des Wissens und Lebens in Berührung. Es ist aber die Aufgabe der jüdischen Wissenschaft, den Inhalt desselben in systematischer Ordnung der gelehrten Welt zugänglich zu mache«, da man ja den verschiedenen Fachgelehrten nicht zumuthe« kann, sich auch mit der so weiten und schwierigen Talmudliteratur vertraut zu machen. Wenn Alexander v. Humboldt hervorhebt, daß daS griechische KassiteroS (Zinn) nichts Anderes ist, als das altindische Sanökritwort Kastira, so hätte er gewiß nicht unterlassen, hinzuzufügen, daß sich die Sanökritform im Thargum, und die griech. Form in der jerusalemischen Gemara finde, wenn ihm eine talmudische Mineralogie alles dies nahe gelegt hätte"). In einer literärischen Fehde über daS Verständniß deS Avesta konnte Spiegel seinem Gegner Haug .gegenüber behaupten, daß man keines De^türS mündlicher Belehrung und Mittheiluug bedarf, um die indischen Traditionen gründlich zu verstehen, da die in Europa vorhandenen Hilfsmittel hinreichen, jenes Verständniß zu ermöglichen und kritisch. sicher zu stellen. Renan musste sich aber eines rabbinischeu De^türS bedienen, um den Talmud zu seinem Zwecke benützen zu können! Wenn er sich gleichwol über die für ihn so wichtige alte Geografie Galiläa'S auS dem Talmud keine Belehrung holte "); so trägt sein Führer, unser wackerer Freund und Mitarbeiter Adolf Neubauer, sicherlich nicht die Schuld daran. Letzterer wird sich auch feierlich gegen die Behauptung Renan'S verwahren, nach welcher die schönen Lehren Hillel'S vergesse» unb anathematksirt wurden, and zu deren Erhärtung Renan Tal,nudstellen anführt"), ׳a denen von Hillel nicht einmal eine Spur zu finden ist. ' *) Äo<rao« 2. 417.!Stirn. 169• , י) Toß. S-db. Abschn. vn. Gtibt. והנותנת ברול בין האפרוחים רדו מדרכי האמורי אם מפני הרעמים ואם מפני הברק רדו מוחר. י") Toß.!8aba Mkjia Abschn. 11.: רשאין החמרי‘ לומר רש^ין-כל מי שימות לו המור נעמיד לו המור אוזו הססנין לומר כל מי שתאבד לו ספינה נעמיד לו ספינה אחרה S. »!3. CH." eben Nr. 6. S.' 98. ") Kosmos 2, 409. Aum. 19 Thrg. Zoo. 4 M. 31. 22. jer. Sanh. 7. 2 Dir Form קסטיטריון >st korrumpirt. (56 soll heiße, קססיטריון B. Bathra 89, b. und Menach. 28. d. kommt dir Fon» ניסטרין vor. Die Gloffatoren ballen בע-ן für Zion unfe •ק »der *נ für eine Komposition verschiedener Metalle, was sie jedoch nur rathead vermulheu können. , ") S. Galiläa und die Galiläer .B. (5b.* VIL E. 20 37.81. '•) La vie de C. J. S 237 dir 7 Auslage. : 47 0 - V:;־!»ז.־.

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