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Ben Chananja · 1865-11-15 · 46 (15.11.1865) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
46 (15.11.1865)
Date
1865-11-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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83* figeu DerhLltuiffen nur «iuigermaßeu Vertraute die Antwort selbst ge. den kauu. Aber ein» solche Geoerofltät, die von ihrem Ueberfluß. den st, nicht bewältigen kann» etwa Andern, die ebedürften, bereitwillig ahzutreten geneigt wäre, ist da nicht zu erwarten, wo Privatiuterrffru und Privatrülkfichten so schwer in die Waage fallen. Nichtsdestoweniger erhalten sich mit weit geringem Mitteln auch die beiden andern mit Chor und Predigt ausgerüsteten mit dem Tempel in rühmlicher Weise vetteiserndeu Synagogen — dir Neuschul« und Meiselsynagoge. Zn der erstem predig» Herr Dr. Hübsch, ein Mann von Geist und Wissen, der nach manchen Kämpfen sich endlich eine ruhige Eristeoz errungen. seit mehreren Jahren seinem Berufe gewissenhaft obliegt und von seiner Gemeinde geachtet wird. Es wäre zn wünschen, daß er in materieller Beziehung besser gestellt wäre, uw ihn an seine Gemeinde, für die er ausschließlich lebt und wirkt, bleibend zu fesseln. Saurer wird die Amtsführung dem Prediger au der Meisel« synagoge, dem charaktervollen und geflnnung-lüchtigeu Dr. Stein ge« wacht, der von Danzig berufen , frtt anderthalb Jahren als Nabbiner und Prediger in der Synagoge'sungirt. Dieser Mann, der von seiner srüher-u Gemeinde verehrt und nur ungern entlassen wurde, und der auch hier allgemein den Ruf eines charaktervollen, gefinnungSIüchtigen Manne» und gelehrten Theologen genießt, wird noch immer von man« cher Seite angefeindet, die eS ihm nicht verzeihen kann, der Dritte im Bunde zu sein. Während man jedes noch so unbedeutende Faktum, jedes ausgesprochene Wort seines Kollegen zu glorifiziren versteht. sucht eine gewisse Partei unmittelbar oder mittelbar durch «ine Schar nied« riger Söldlinge und Zwischenträger jede« gesprochene Wort de« Dr. St. zu verdrehen und jeden seiner Schritte zu verdächtigen. Listige Ent« fiellungen, Aufstachelung der verwerflichsten Begierden, Widerspruch, dies alle« braucht man als kunstgerechte Waffen, um ihn nicht zu Ansehen und Einfluß gelangen zu lassen. Solche That ist freilich eine wohlfeile Heltenihal, bei der mau aber nur das Eine vergißt, die Rücksschts» losigkeit ui den Mitteln, die wenig geeignet ist, die Rücksicht Anderer für die Zwecke zu gewinnen, die man selber erstrebt. Zu solcher Helden« that könnte sich auch Herr Dr. Stein erheben, wenn er sich zu jener schlauen Persidie enlscylöße, die an die Stelle der Wahrheit die Klug« heit der Rücksichten und der Dorlheile setzt, und wo diese nicht auSrei» chen, durch dünkelhaftes und arrogantes Benehmen und durch ein keckes Provoziren zu imponiren sucht. Möge Herr Dr. Stein deshalb in sei» uem bewährten Eifer für Schule und Gotteshaus ntcht mnthloS er« kalten'. Bedauerlich ist enur, daß. wie öffentliche Blätter berichteten, auch rin Manu, wie der von aller Welt hochgeachtete Oderrabbinrr R. sich in seiner am Bußsabbalhe in der Meiselsynagoge gehaltenen De» rascha z» einer Aeußerung hat hinreißen lassen. die nichts weniger als kollegialisch war. und den Dr. Stein tief verletzen mußte. Das Wort eines solchen Mannes an solcher Stelle gesprochen, wiegt schwerer, als eine gewöhnliche Predigt und muß, wenn es irgendwie zu eiitschuldigeu ist, nur als eine Inspiration eines kränklichen Gewissens bezeichnet wer« den, z» der sich sei» gleich hochgeachteter Kollege Herr Samuel Freund trotz fernes cholerischen Temperaments schwerlich hätte hinreißen lassen. Von den BildungS» und Erziehungsanstalten der hiefigen Ge« meinde ist nicht sehr viel zu berichten. Die von der hiesigen Hauptge, weinde beim Anschluß der Josefstädter übernommene Haupt« und Un« terrealschule, die noch immer als konfessionelle Schule sortbestcht nnd der Leitung des verdienten Lehrers Herrn Utitz anverlraut ist und die nach einigen Jahren an die Hauptgemeinde übergehen loll, dereu lünk« tige- Schicksal daher noch unbekannt ist, fristet ihre Eristcnz wie seit Jahren fort, und es kann mehr von einem Pegetiren, als einem eigent« lichen Leben derselben die Rede sein, wa« bei der zwitterhaften und ungewissen Stellung derselben nicht zu verwund/rn ist. Seit vielen Jahren ist keine nur einigermaßen bedeutende Lehrkraft acquirtrt wor» den. Die seit Jahren angestellten au ihr wirkenden Lehrer versehen ge» wiffenhaft ihr Amt, leisten so viel als in ihren Kräften steht, find aber materiell schlecht gestellt uuo führen daher, besonders wenn fie eine zahlreiche Familie haben, ein kümmerliches Leben. Bon Seite der Mit« glieder der KultuSgemeiude erfreuen fie sich keiner besondern Ausmuu« terung und Begünstigung, da diese Schule selbst in jenen Tagen, wo fie als spezifisch jüdische KultnSaustalt der jüdischen Gemeinde gehörte und von ihr erhalten wurde, nie als Lieblings-Institut mit besonderer Sorgfalt gehegt und gepflegt wurde, und uw so weniger ist die» jetzt der Fall, wo die Schule als Anstalt der Groß-Kommune, daher al« d. k. Gew. nicht mehr augehirig betrachtet, von der Groß-Kommune aber trotz der enormen Ablösungssumme, die sie für das Uederuehmen derselben er« halten, wir ein Stiefkind, daher stiefmütterltch behandelt wird. Und doch! wa« hätte audieser Schule, die seiner Zeit die erste öffentliche israelitische Lehranstalt in Oesterreich war und lange Zeit die einzige blieb, werden können, wenn die Gemeinde ihren Bortbeil wahrzunrh« men im Stande gewesen wäre und diese Schule, durch Erweiterung ihre» LehrkreiseS und durch Acquirirung tüchtiger Lehrkräfte zu heben und auf der Höhe der Zeit zu erhalten verstanden und derselben ihre Volle Tbeilnahme zugeweudet hätte. Prag wurde von jeher von sämmt» lichen Juden Oesterreich« al« da« jüdische Athen betrachtet, wohin mau seine Söhn» und Töchter mit besonderer Vorliebe zur Ausbildung sandte. Damals gab e» tu Prag keine Realschulen, keine HandelSaka» demie; aber schon damals fühlten die Juden gar gewaltig da» Be» dürfaiß, ihren Kindern ,inen höheren über da» Rivean de» gewöhuli» chen Schulbildung hiuausgeheudeu Unterricht angedeihen zu kaffe». Und diese Umwandlung ihrer Schule in eine höhere DilduogSaustalt hält» leicht und ohne der Gemeinde neue Laßen ausznlegen, erfolgen, ja soga» in ihr und durch fie eine neue reichlich» Quelle de« Gemeind,rinko», men« geschaffen weedeu können. Doch ה1ה flWl מאי jetzt ist t« 1« spät. (Schluß folgt.) . , . - .1!Schulwesen. E. Au« dem Sfanäder Kowitate, 1. November. Am. ft. v. M. starb in Arad der Kalligraf und Schreiblehrer Ad. kengyel. »tu« Witwe und sechs unwüodtge Kinder in Arwuth hinterlaffead. Für di« Hinterbliebenen wird wahrscheinlich die Aradee Gemeind« sorgen. Wi« wohlthätig wäre e« aber für diese verlass,»» Familie gewesen, wenn A« sich auch einer Unterstützung eine« Lehrcepeusioossonde« Hane erfreue» können. Protestantische Lehrer erhalten solche Vereine au« eigenen Mit« teln; sollte dies jüdischen Lehrern nicht möglich lein? Möchte nur de, löbliche Eifer der Lehrer in Ösen Pest nicht erkalten; die Lehrer auf dem Lande werden gewiß ihr Möglichste« Ihun, um den Plan realifire» zu helfen. 0. Zenta, 1. November. Leider will in unserer Gegend gar kein Industriezweig gedeihen. Kaum öffnet sich eine kleine Aussicht, und flehe, fie wird vereitelt. Wie ich mit dieser nalionalökonowischen Klage, »Ben Ehanauia", den Theologen, behelligen kan»? Da« will ich Ihnen sogleich erklären. Unser neugewählier junger Rabbiner reorgonisirt die Schule. Eine seiner ersten Anordnungen war, daß sich jeder Sckiilkuab« ei» schwarze« Käppchen anfenigeu lasse, um nicht in die Sünde der ׳ Darhäuptigkeit zu verfallen. Die Kappelmacher freuten flch auf de» neuen Erwerb und verkündeten laut den Ruhm de« neuen Rabbiner-. Die Freude war jedoch nur von kurzer Dauer, da die iiberwiegeudr Mehrzahl der Gemeindeglieder dir peojeklirle Uiilsoemirnng linieret Schuljugend gar zu lächerlich fand! Nach einer ziemlich lebhaften Per« Handlung einigte man sich dahin, daß flch die Eckuljugend den hedr. Unterricht bedecken, den Unterricht in den welilichen Gegenstände״ hin« gegen nudedeckien Hauptes genießen sotten. Den Kappelmochern bleibt indrß die Hoffnung, daß in nicht gar ferner Zukunst ein Ehoe in uu« serer Synagoge eingerichtet und für das Chorpersonal eine neue Kopf» bedeckung angeschafft werden wird. Volechow, 30. Oktober. Dajüdische Cchiilwesen Galizien« hat mit Ausnahme derjenigen Gemeinden, wo bereits öffentlich, Sitmleu bestehen, keine Fortichriltc gemacht. Alle Ansfoederungen der h. Regie« rung, in den Kicissiädten Schulen zu kreiren. blieben trotzdem, daß die» selbe diesen durch Subveniion aus dem golizisch.jüdischen Normal,chul« fände zu Hilfe kommen wollte, unbeatblel, indem sich selten irgend einige Männer daselbst finden, die Aiifopferungsfähigteil beiäßen. um de« Schule ihre ganze Aufmerksamkeit nnd Thaikrast widme» zu wollen. So groß bei den Cdaffidim die AnSdaner und Zähigkeit in Erreichung ihrer Zwecke und AnSbeeiinng ihrer Sekte ist, ebenio groß ist der In« differentismu« bei den wenigen inlelligenlen MLuneen Galizien«; fie wollen ihr ckolco für niento nicht oufgeben Mid überlassen Alle« dem Zeitgeiste, der in den Zeiten de« Dampfe« und der Elektrizität olle Schwierigkeiten der Veebefferung degal,z,schr» Israel« Heden soll. Bi« da« aber geschieht, werden noch viele WundeeeobdiS enistebm und mit ihnen neue Dummbeit. neuer FanaiismiiS und neues Unweseu. Bei Kelegenbeit will ich nun auch einige« Spezielle, die Ge, weinde Bolechow betreffend, mittdeilen. E« gibt daselbst manche« Er» seeuliche aber auch Uneefeeuliche wilziiiheilen. Beide« werde ich di, Re» vue paffirrn lassen. Achtzehn Jahre sind beinah, veifloffen. seitdem uu« free hölzerne Cvnagogr abgebrannt ist und IS Jahre dauert bereit« der neue Bau derselben, ohne daß r« bis nun gelungen wäre, durch die Lässigkeit,de« GemeilidtvoestaobeS dieselbe unter Dach zu dringen. WLH« rend die Klausen wir au« dem Boden gestampft werden — zwei der, selben bestehen bereit« und nun wird der Bau einer dritten in Angriff genommen und auch gewiß ousgesührl werden, — steht dir Synagoge, da« wahre Gotteshaus, verlassen da/ohne daß sich Jemand vieler Watte aooimwt. Welche Gemeilidevertreteek di, zufeieden sind, wenn fie ihre« Eilelkeit durch sich selbst zugeldrillr Ehren au der Thora fröbue» könueo. Wir haben seit mehr denn eiiiem Jahr» keinen Rabbiner nnd doch wird der Gemeinde über dir Verwendung de» Gelee», da« beftän» big unter dem Titel Raddinergehal» ring,zogen wird, kein, R.chuuug gelegt. DaS Spital fristet auch ein kümmerliche« Dasein au« Mangel «ine« stabil,u Foude«. Nur dir daselbst bekebrade deutsch-israelitische Volksschule, di« beständig von einigen Fanaiikren ohne Eisolg aitaquirt »v»d. indem alle nach ihr obgelchoffenea Pfeil» au dem Schutze der h. Regierung und de« Oberauflrhre« unserer Schule, de« brr,»» iu dielen Blätter» rühmt,chst gedachten Heren Deziekevorstebee« I. Güktdoen. einen eefreu« lichen Aufschwung. So hat sich in diesem Jade» der sonst deztwirl« Schulbesuch bedeutend gedessee». D-sondre« oder ha» di» gegenwärtig er» laugte Subvention von I2S fl. ö. W. au« dem galizitch jüdisch,» Nor» malschulfonde auf die Dauer von drei Jahren zur Aufmnnlerung de- Lehrerpersonal«, deffen Muth zu finkeo begann, deigetragen.

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