Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 46 (15.11.1865)
- Date
- 1865-11-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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834i fitytt Musterhaußtschullrhrer Fischer hat die erste Nummer feine«־ über Stapel taufen taffen und ist dieselbe von den hie« sigeü Lehrern wit wahrer Begeisterung ausgenommen worden. Der Ge« Ltindi z» veßpri« ist durch dir Suade Gr. Majestät die Zutereffeu« zo-lvng von ihrem Darlehen au» de« Schulfoude — 800 st. i. 23• erlasse» worden. □ KapoSvär, im November. E» kann Ihnen wol nur an» genehm sein, au» «iuew Kowitate, da» 200 Lduadratmeileu zählt, größteuthetl» Lichtbilder zu Gesicht zu betomweu. Zu acht ziemlich großen jüdischen Bezirksgemeiodeo keine Spur von Chaßtdäer». uir« gend» Cheder, überall Schule, uirgeuds Losouez. Miskolcz, Debrerziu oder gar Neutra Angesichts de» Tewpelkultu«, überall Frieden, kein fauler, sondern gesunder Frieden, alleuthalbeu rin friedliche» Vorwärts. Lima, Chupa, Gitter, Chor und wie alle diese Erisäpfel heißen, die -em ״Den Chauanja" seit Zähren getischt werden, um sie mit seinen Gntachten mundgerecht zu machen, — wir können diese bittera Götterfruchte nicht. Ich muß Zhnen rin kleine» Crempel ansühreu» wie bei hu» da» Feuer in der Asche gedämpft wird. Wie in KapoSvär haben seit einem Zahre eine» Prachttempel mir der Bima oben, ohne Gitter, wit der Chupa im Tempel und seit eiuigeu Wochen, seitdem Herr Kantor Neichmanu, früher in Kelskewöt, hier wirkt, auch eine» Chor; Alle» in Frieden! nur ein Punkt gab uu« etwa» zu schicken, nämlich der gefaltete Tali» de» Kantor«. Unser geehrter Rabbiner. Herr S. Kutna, ist auf einmal mit einem starkberedten Veto zuerst in einem Kanzelvortrage gegen die ganze Gemeinde und dann mit einem strengen Verbot gegen die Person de» KantorherauSgerückt, letzteres nachdem die Gemeinde den Kantor bemüßigt hatte, den TaliS gefaltet zu «ragen. I Sturm über Sturm im Gemeiudesaal, doch endlich — nur ein Sturm Iim Glas Wasser; eine Deputation ging zu drm Rabbiner um dir nö« thige Konzession und dieser war klug genug, nach drei Tagen Bedenkzeit eine geschickte Rctirade anzutreten; SchachariS offen, Maarib und Mußaf zu, so war der diplomatische Ausgleich' Freilich eine etwas bit» Irre Pille für unfern geehrten Herrn Rabbiner, denn, offen und ehrlich gesprochen, der Herr hat uns solch offene Augen nicht zugetraut. Wir wissen, wenn schon nicht ganz die VorgangSweise. doch vollkommen den Friedenszweck zu würdigen. Wir besitzen eine gute Schule und nach Kräften alle Institutionen einer ForlschrittSgemeinde. Freilich kann ״Ben Chananja" fragen, wie verträgt sich eine gewisse Broschüre mit Ka« poSvär? Diese Frage wird sich ״B. CH." selbst lösen. AncrkennungS« würdig sind die Verdienste unseres GemeindemitgliedeS des Herrn Ant. Königsberg, würdigen Sohn» des sei. gelehrten und durch Scharfsinn f. und Toleranz weit bekannten Rabbiners Löb Königsberg in Steinam- E anger, unter dessen Vorstandsleitung Grund« und Schlußstein unseres 8 PrachttempelS gelegt worden ist. Nächsten». wenn erlaubt, die Fort« i setzung der Revue au» Sowogy.') M. N. Dzarvaö, iw November. Die hiesige Gemeinde lie» fette einen traurigen Beitrag zur Geschichte der Willkürlichkeiteu, indem sie den braveu Lrhrrr Hungerleider — nomea et omen — absetzte und die Schule auslöstr. Hoffentlich wird e» mehreren wacker» Nab« binen gelingen, die Schulangelegenheit in» rechte Geleise zu bringen. (ל) Nyiregyhnza, 5. November. Wie im Zahre 1861 hat such en diesem Zahre unsere Stadt den Israeliten das Wahlrecht zum Landtage bereitw.lligst eingeräumt. Beim Wahlkomitü sitzt auch ein isr. Mitbürger dieser Stadt, Herr Dr. Flegmaun. Nachdem sich unsere i Stadt für den städtischen Notär Herrn ZaooS Rißdorfer entschieden hat, | «ine andere Partei aber den Süroser Deputirteu vom Jahre 1831 Herr« | Joses Länö wünscht, so dürsten dir Israeliten, dir selbstverständlich wehr | Sympathie für den städtischen Beamten haben, wol ihren Einfluß zu | Gunsten de» Rißdorfer geltend machen, sich jedoch bei der am 9. d. M. t stallsindendtu Wahl schwerlich betheilige». Der ueuernanute Rabbiner an» der Preßburger Schule trifft in | Bälde hier ein, jedoch dürste ihm bei uu» rill Trutz- und Schutzdünd« ' piß mit N. Hillel in Szikßü ein wenig schwer werden. . Z. S. N. Ujhely, 3. November. Unsere Chassidäer waren bei der die-jährigen DorstandSvqhi so zahlreich vertreten, daß «in chas- ■ ' *) Zch bitte t>i»ru«. ־ ■ ' ״ ' L ־ . ׳ Red. ■I fldeufrrundllche» EahlkomiiK grwühkt, eid Vorstand Im Stuue diese» Majorität vorgeschlageu ward. SelbstverstLadttch mußte diese» Verfahre»- die Gegenpartei reizen und wurde in Folge eiaee Demonstration die. Sitzung nicht nur aufgelöst, sondern «» hat fast den Anschein, al» ob durch diesen Zwischenfall die Wahl snspendir» sei. Glücklicherweise iß bei uns voo tioem Rückschritt ln Schul« und Synagogenweseu nicht»' zu fürchten, da e» bei un« seit Zahns beim Alten bleibt. > Die isr. Deputation wurde von drm Zempliuer Obergespao sowol in Ujhely, al» in Stara nächst Homonua sehr gnädig empfangen und waren die bezüglichen Antworten de» Grafen Viktor Starai ebenso zeitgemäß, als in humanem Geiste gehalten. Sör-B0g»rd, 6. November. Die Ostrutatlon, wit welcher da» neueste literärische Produkt de» berühmten Erorzisten au« SzilßO ״An die Heerdeo* von den vielen Züngern desselben kolportirt wurde, ließ erwarten, daß die Schäflein in den Chorus wit eiustimweo werde», um wo möglich da» Getöse ihres würdigen Leithammel« zu übertäube». So kommt auch unser Herr Rabbiner Abele», welcher in der nun de« reit« vrrschollenea Meffiasfrage mit seinem Namen den Reigen der. Protestirenden eröffaete, bei der Lektüre diese« hochlachlbaren Werke» zur Einsicht und Umkehr und in Folge dessen in eine solche Art voo Verzückung. daß er der deutschen Sprache und Sitte den Fehdehaud« schub hinwars und sich öffentlich als geschworner Feund de- Deutschthums, dieser Ausgeburt de» leibhaften Satan» proklamirte. Zn einer seiner letzten Predigten, in welcher er daß Bekeuntuiß ablegte. daß da« angezogene Werk ihm die Augen geöffnet und ihm den rechten Weg gezeigt habe, bemeisterte sich unser» jungen Pseudoheiligen die religiöse Ertast und er schleuderte den Bannfluch gegen alle Ketzer, deneu r» jemals in den Sinn kommen sollte, deutsch zu sprechen oder zu schrei« ben. Nur der Jargon sei die einzig berechtigte Sprache der Zuben und wehe dem, der gegen dieses Gebot frevelt. Er ist für immerdar auSge« schloffen aus der Gemeinde Israel» und hat jeden Anipruch auf die ewige Seligkeit verwirkt. — Daß sich dieser thöcichte Eiufluß leider auch auf die Schule erstreckt, aus die Stätte, wo dem Zudeuthume ein kräftiger Nachwuchs erzogen werden soll; daß die Schuljugend, welche unter dem ehemaligen Lehrer Steppinner Zucht und Sitte gelernt, liuo durch den Fanatismus unseres Zeloten dem moralischen Ruin eutgegeo« geht, das ist sehr traurig und sollte sich unsere Gemeinde dieses gcfähr« liche Treiben ihres OberhirtleiuS um so weniger gefallen lassen, da da« durch ihr heiligstes Interesse, und da» ist und bleibt Lie Zu gend« erziehung, gefährdet werden. Zum Schluffe noch ein Kuriosum, um zu zeigen, aus welch thönernrn Füßen unser Schulwesen stünde, wollte mau jeder jüdischen Gemeinde mit Bausch und Bogen das Selbstver» waltungerecht zugestchen. In der Gemeinde D. F. wirkte seit mehreren Zähren ein Lehrer und er erwarb sich die allgemeine Zufriedenheit. Plötzlich kommt rin vazirender Lehrer wie ein deus ex machina zuge« reist, welcher sich bei den Vornehmsten der Gemeinde ro Gunst zu setze» und ihnen beizubringe» weiß, daß der alte Lehrer seinem Berufe nicht gewachsen. Was geschieht? Die Herren Vorsteher veranstalten eine Prükung unter drm Vorsitze des zugewanderten EhreuschänderS, und da die Kinder nichts können dürfen, wird drr alte Lehrer sofort entlassen und durch den neuen ersetzt. 8. Bonyhäd, 6. November. Der Fünfkirchner Korrespondent hatte sich genauer unterrichten sollen, bevor er unserm Vorsteher, Herr» M. Kraus nahe trat. Die stattgehabteo Vorgänge find allerdings höchst bedauerlich. leider war cs aber Herr Rockenstein, durch den dieselbe» provozirt wurden.') Lofoncz, Auf. November. Auch dte hiesige Gemeinde hat «ine Warwe BeglückwünschungSadresse au den Nedateur de» »Ben Chananja" gesendet. 0. Hermanmjeftez, 10. November. Herr Rabbinars« Assessor I. L. Dock aus Szegedia hat am vergangene» Sabbath» rioe Derascha gehalten und ungetheille» Beifall geerntet. Drag, 1. November. (Forts.). Der bereit« vor Jahre» projektirl« Neubau oder Umbau drr Tempel« (Altsynagoge), dessen batdiger Beginn mit großer Gewißheit schon so oft in Aussicht gestellt wurde, dürste doch noch lauge ein piam desideriam bleiben, wie sehr auch dessen Nothkeddigkeit, Wendir Tempelgemeinvr i» dem jetzt bestehenden Umfange erhalte» werde» soll, von jedes Uubefangeaeu aller« kaont wird. Dem Projekte stellen sich maunigiachc Hinderoiffe entgegen, insbesondere ist e« der oorvus reruw, der gelähmt und lähmend entgegentritt. Ob r« unter solchen Umständen nicht geratheoer wäre, wen» dem Andrang in der neue» räumlich beschränkten Synagoge (Tempel) durch de» Uebertritt mehrerer ihrer Mitglieder, die ohnedies da» GotteShau» nur einige Male im Jahre besuchen, in ein« drr zwei ander» gleich würdevoll au-gestatteten und den religiösen Bedürfnissen nach jeder Richtung hin entsprechende» Gotteöhänse» (Neu« und Meiselsyne« goge) abgehvlstll würde, ist eine Frage, auf die sich jeder mit de» hie« •) Wir erhalte» von unserm Fünfkirchner Korrespondenten eine» abermaligen Bericht, ryodurch seine ftührre Miltheilung wit einige» Modifikationen bekräftiget wird. Wir wünschen vom Herzen, daß die Donhhäder Gemeinde Prozesse vermeide und den Gemeinbesrirde» wiede» verbelle. -« - י Red.