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Ben Chananja · 1865-11-15 · 46 (15.11.1865) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
46 (15.11.1865)
Date
1865-11-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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«*״,'I Un'.!׳.!!; . Mb Ihnen deuseldeq jat Sünde angerechnet, vvd ihnen dennoch zngleich fast alle andern Zweige der Eristenz, alle Ermuuterung zur geistigen Entwicklung und Erhebung durch Ver- Wendung der Talente abgeschnitten hat.* Außerdem war das Dekret, daS übrigen» nur auf ly Jahre gegeben war, in seiner Anwendung dadurch gemiltrrt, daß die Moralität»- zeugnisse von dem, vom Kaiser gleichzeitig in» Leben gern׳ fenen israelitischen Konsisto»ium selbst auüzustcllrn waren. Da diese» seine Glaubensgenossen kannte und da» Zengniß jedenfalls nur dem notorisch bekannten Wucherer verweigerte, so lag dadurch, daß der Jsrarlite in Bezug auf religiöse Moral von seinen Glaubensgenossen selbst gerichtet wurde, für da» Ganze wie für den Nachinchenten keine Erniedrigung. Ander» gestaltete sich die Sacke, als mit dem Aufkören der französischen Herrschaft auch dir Organisation der Synagoge ihr Ende erreichte, und ro daher kein Konsistorium mehr bei un» gab. Gemäß höherer Weisung hatten nun die Gemcivkeräthe die Zei.gni'sse auoznsteUrv, und die brutale Erhebung de» e׳nen Bürge,» ülrr ten andern fand wieder ihre Nahrung. Ter Schuldner saß zu Gericht über den gerechtesten Gläubiger und versagte ihm taö Z.ngniß, um ihn unfähig zur Klage machen, wa» eben auch eine Folge dieser Versagung war. Eö entstand dadurch ein Zustand, dessen Unnatur und Erniedrigung wir bereit» 1845 in unserer ׳Schrift: Zustände und Kämpfe der Inden mit besonderer Beziehung auf die bairische Nbeinpfalz mit dem Motto: Dum vivant moriuntur, blo»g,legt; kenn da» blo» ans 10 Jahre von Napoleon gegebene und in den bei Frankreich gebliebenen Provinzen, die davon bet, off,n waren, mit dem Tage der Veenkignng de» Zeilranmro für immer außer Kraft gesetzte Dekret, dauerte bei 1,1!» in der rigorosesten Anwendung fort, und waö bei Napoleon ausgesprochenermaßen rin ErganzungSnnttrl in t», Hand der eigenen ReligionSbehörten sein sollte, wurde später faktisch zur Oual und zum Brandmal der Schande. Und jene BloSlegung de» Entsittlichenden auf der einen Seite und de» Erniedrigenden aus der andern, halte doch da» Gute, daß sie zu erneuten Anstrengungen zu seiner Entsernung ausiürtelte, und diese endlich auf dem Landtage von :.846 knrchg.irtzr wurde. Jetzt erübrigte un» noch ein Eiück Mittelalter, wenigstui» in un« fern Grrichtssälru, wrgzuiäuni.n. wir meinen den sogenannten Judrneid, der al» Usu» in Zivilsachen ans Ve,langen de» Gegner» noch ausgesprochen wurde, da er nicht ausdrücklich vom Gesetze aufgehoben war. Man deducirte, der Eid sei ein religiöser Akt und die jüdische Religion fordere die vor, geschriebene Formalität. Endlich aber gelang e» vor einigen Jahren, die Angelegenheit vor den KassationSbof zu brio« gen. und dieser hohe Gerichtshof entschied aus ten Grund der Gutachten der Rabbiner, daß da» einfache: Ich schwöre nach der jüdischen Religion da» Wesen de» Eide» bilde, endlich, daß auch da» Gesetz hierin keinen Unterschied statuire. So sank der letzte Nest der alten Schridemaner mindkstenö auf dem Gebiete der Gesetzgebung, und hierin we« nigstenö erfreuen wir un» der ganzen und volle» Gleichheit Da» bürgerliche Leben hat nach all! 11 Richtung, n jeden U». terschied abgestreist. Ander» freilich verhält r» sich auf dem Gebiete der Gemeinde und Synagoge, deren Z, stände wir in einem zweiten Artikel da1z»s1eU,n versuchen wollen. HMdischeEfmenle bei moljamcdanislhkn Theologen. Von 9It1t<binrr De. '1110 1( f in Goibenbneg. Die Tbatsache, daß Mohamrd seine wesentlichsten Lehlten, so phantastisch a»»geschmückt sie auch oft erscheinen, au» dem Jndenthume geschöpft hat und viel, rabbinische Sätze, wenn auch mit einem neuen Gewände nmgeben, im Koran enthalten sink, ist bereit» vor dreißig Jahren durch di» '!. __, ... .1. 826 gründliche Forschung Geiger» mit solcher Gewißheit festgestellt wyrden, daß e» dafür keine» weitern Beweise» dedarf. Die trefflichen Arbeiten von Welk, Nökdecke und Sprenger über den Koran und da» Leben Mohamed» haben da» Resultat -er Geiger'scheu Untersuchung nur noch durch Einzelnes bestätigen können. Ebenso gewiß ist r» aber auch, daß mohamedauisch» Lehrer de» Islam durch die vielfachen Berührungen mit Juden dem Jndenthume religiöse Anschauungen, Sentenzen und Legenden entlehnt haben, die zwar zum großen Theile ein veränderte» Gepräge erhielten, aber doch leicht als ursprünglich jüdische sich eikennen lassen. Von einem bei den Arabern hochangesehenen und einflußreichen Theologen, der ein Vetter Mohamed» war und seiner großen Gelehrsamkeit wegen ein ״Meer de» Wissen»* * genannt wurde — Jbu Abba», wissen wir überdies mit Bestimmtheit, daß er einen Juden, (der später zum Islam übertrat), zum Lehrer gehabt. E» war dies Kaab au» Jemen, dem seine vorzüg« liche Kenntniß der rabbiuischen Legenden den Namen: Kaab al Ahbar (״der Rabbiner" — Kaab) verschaffte.') Und Jbu Abba» Anseben war so groß, daß Tawa» (litt. 106) sagt: ״Ich kannte siebzig (jüngere) Zeitgenossen de» Proseten, welche, wenn sie ans Schwierigkeiten stießen, sich an Iba Abba» um Aufschlüsse zu wenden pflegten." Durch einen solchen Mann konnte daher da» von Kaab al-Ahbar Gelehrte die weitcste Verbreitung finden. Außer diesrni wird noch ein anderer jüdischer Lehrer an» Jemr.n genarint, Wahb b. Munabbih (starb nach 110), der auf dem Gebiete de» Legenden — und Tradi« tlonSwesen», da» bei den Mohametanern schon damals einen eisiaiiiilichen Umfang gewonnen hatte, sehr thätig war. Wenn wir diesen drei Männern, wie Sprenger darthut, den größte» Tbeil der von den MoSlim aufbewahrten Legenden zu verdanken haben, so können wir leicht ermessen, wie viel davon jüdischen Quellen zuzuichreiben sei. Loch e» ist nickt meine Absicht, hier den Einfluß de» Judrnihnm» und speziell der Haggada auf die religiösen Schriften der Mohamrdaner genauer zu untersuchen, sondern nur auf einige haggadifche Elemente aufmerksam zu machen, die sich in einer nur voi liegenden, noch ungedruckleu (aber in nächster Zeit zu veröffentlichenden) arabischen Schrift vor finden. Die Schrift ist: גכתאב אחואל אלקיאמ״ה) betitelt und handelt, wie sich schon daran» ergibt, cke redus post morW'm futuris, bespricht aber dabei anch andere Dinge, die in näherer oder fernerer Beziehung dazu stehen. DaS Kiiab (sein Verfasser ist unbekannt), da», wie mancherlei Uiiistände bezeugen, im Oriente sehr verbreitet ist und in gioß'in Anstben steht, liefert ein massive» GroteSkbild der (später») mopaniedaiiischen dogm arischen DolkS-Haggada. Stark auögemalte Traditionen, die zumeist an Koran-Verse ang'lebnt werden, machen seine Grundlage au». Diese Tratitionen sind znm giößlen Theile Gebilde einer alle» Maß überschreitenden Phantasie und da» Ganze gibt gar oft einen traniigen Beweis von den Verirrungen, zu denen der Mensch.narist nvlhwendig kommen muß, wenn statt de» Lichte» der Vernunft, brr blinde Wahn ihn leitet. *) S>,hr hierüber und übrr da« Folgende Sprenger« Lrbra und?!brr Viohiinirr«. TbrU III in brr (Suilrilung. *) Zu> ÜiUubi.tung dr« Druck,« #»bt ich da« in biefm Zeilen 001f1nm1׳utr Arabuchr mii debrüiich.n Doldilaben. *) Hub kir» >ft hirr von um so grüß,rer Wichtigkeit. al« wir e« twlii am imtu bichirriichru Prokukuouru ter religiös,o Detrachluuge» ,u >b«n babru. di-, wir da» auch bri der jüdische» Haggada der F^ll ׳ü. m truier Weise biutrub und veevsiiLleud für dro Staube» uech weniger s», da« pro tusche Leben stud. sondern mit solchen Gei« ft'krereuguiff.u die breeii« einen bogmatiichen Edoroktrr gewonnen und ba,uw von lief,rare,fendtr Wirkung auf da« religiöse und filltich« Leben find. °

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