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Ben Chananja · 1865-11-08 · 45 (8.11.1865) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
45 (8.11.1865)
Date
1865-11-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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816 815 Halts, führt den Namen סרי י״ל״ק, Anfangsbuchstaben obiger Zeichnung. Familiennamen sind häufig aus d!.n väterli-! chen Namen gebildet worden, wie Mendelsohn, Jakobsohn,; Hirschsohn u. s. w. Und wie alle andern Konfessionen, so ' haben auch die Juden, ähnlich wie für die Vornamen, daS ganze Universum als AbleitungSquelle sich ausgeliehen. Ein Familiennamen-Register wäre nicht so leicht abzufassen, die Mannigfaltigkeit ist zu stark, während die Vornamen bei jedem Volke ein Gemeingut bilden, an dem sich jede Familie bethciliget. — Durch daS Vererben der Namen mußte die Nameuzahl eine sehr beschränkte werden. AuS den rabbinischeu Namenregistern ließen sich für daS gestimmte Judenthum kaum mehr als 1000 Namen herausbringen, davon dürften aber auch kaum mehr als die Hälfte zirkuliren, davon 0,6 Männer- und 0,4 Fraucnnamen. Beinahe dasselbe Verhältniß finde ich bei den deutschen Namen nach einem mir vorliegenden Merkchen ״Bedeutung der Vor- und Tauf- § namen von C. F. Winter, Berlin 1856." Daraus ergeben! sich circa 900 Namen, davon gewiß 400 veraltet. Und nach I der gleichzeitig gewonnenen Einsicht in italiänische, franzöj fische, englische Namenregister augeschlossen an den betreffenden Wörterbüchern und in meine eigene Sammlung ungarischer Namen dürste daS angegebene Verhältniß das nor«! male sein für alle Namen. In den rabbinischen Namenregi-! stern sind unter 1000 Namen 140 hebräische und 40 ara-! maische Männernamen und wieder 50 hebräische und 2 aramaische Fraucnnamen. Beinahe 0,8 Theile fallen aus die Namen aus alten und neuen fremden Sprachen, wovon bei- ן nahe 0,5 auf die Fraucnnamen. j fjomifctifrfjc -Briefe. j Pr-» Rabbiner Dr. H. S. S o n k c s ch r i n Dritter Brief.*)!!Meine Hcimai. — Hcmilctik tcr ®cbirgilauciiaft. — Pom Organ itö Redners. — MoseS iinb Aliron. — Sprache des Liiiurmen und des! Auges. — Rafael San,io unl Demosthenes. — Mein L1.blingövlätzchen.j! Th u ro cz- Sz >.- M ar l o », 27. Okiober.! Also habe ich wieder einmal nach längerer Zeit daS j wunderschöne Fleckchen Erde ausgesucht, wo meine Wiege , stand, und wo ich die ersten Ammenmährchen Hörle. Wohl I traten mir Vater und Mutter, geziert mit dem Silberschmuck des Alters, entgegen, aber die Liebe zu ihrem Kinde ist immer noch voller Mark und Frische. Und alö wollten auch meine heimatlichen Berge und Thäler mir zeigen, wie hold sie ihrem Sohne sind, wie warm sie für ihn fühlen, — prangen sie des Spätherbstes ungeachtet noch immer in den Farben der Treue und der Hoffnung, nnd selbst ihre hochsten Gipfel sind noch frei von Schnee und Frost. Von all den blauen. den ganzen Horizont einschließenden Bergeöhöhen herab — welche einst die Einfall deö Knaben für ebenso viele unübersteigliche Mauern hielt, hinter denen seine Heimat, b: h. seine Welk ein Ende habe — weht mich wieder der kräftige Odem der Urwälder und Granitkolosse an.... Ich wüßte Dir so manches von der ״Homiletik der Gebirgslandschaften" zu erzählen. Aber waö verstündest Du, ein prosaisches Kind der norddeutschen Ebene, viel davon?! Zwar reden Berg und Thal, Fluß und Wald mit Myriaden Zungen ewige Worte deö Heilö. Doch nur wenige sind eö, die darauf hören, und gar gering ist die Anzahl derer, die ein wahrhaftes Verständniß dafür haben. Ich soll Dir ja heute mittheilen, waS meine Ansicht von den körperlichen Anlagen zum Prediger ist. Wer wird da nicht, wie Du eS gethan, zunächst an die »Stimme* denken? Ein sonores Organ, dem die weichsten Töne der Innigkeit, wie die härtesten Laute deS Unwillens vollkommen zu Gebote stehen. dem der dumpfe Klageton des Jammers ebenso leicht gelingt, wie der Helle Jubel des Entzückens, bei dem die einschmeichelndsten Trosteöworte ebenso überwäl« tigend von den Lippen erklingen, wie der tief einschneidende Tadel, die strenge, unwiderstehliche Mahnung, die durchdrin. gende, überzeugende Lehre: daS ist für jeden öffentlichen Redner ein unentbehrliches und unschätzbares Geschenk der Mutter Natur. — ״Auch für den jüdischen Prediger —?" höre ich Dich fragen. Sollte denn wirklich die Innerlichkeit, die seelische Ergriffenheit, dieses alleinige Wahrzeichen deS echten jüdischen KanzclredncrS von jener Aenßerlichkeit, von einer solchen Gabe deS Zufalls abhängig sein, und in ihre Fessel geschlagen werden müssen? — Ja, und abermals ja! Der GottcSmann und Profet sonder Gleichen, derselbe MoseS, welcher als Verkünder der heiligsten Botschaften unübertroffen ist, mußte im Anfänge, als er eben noch nicht ganz nnd gar von seiner Sendung ergriffen war, sich seines redegewaltigen Bruders alö Dolmetsch bedienen. Er glaubte sich der ihm übertragenen Sendung unfähig aus Mangel an Sprachgewandtheit nnd Zungenfertigkeit; er konnte und wollte sich nur dann seiner Aufgabe zu unterziehen, als ihm in Ahron ein tüchtiges ״Organ" beigegeben wurde. — Braucht cs noch eines stärkeren Beweises für meine Behauptung? Ich stelle nicht in Abrede, daß eS Momente geben kann, wo selbst ein schwachstimmiger Rednermund die Zu- Hörer hinreißt. Wird doch zuweilen sogar ein Stummer, in gewissen Augenblicken der heiligsten Ertase oder deö tiefsten JammerS, vermittelst Handbewegungen und Mienenspiel seine Zuschauer überzeugen und rühren? Bedarf eö doch un.er manchen Verhältnissen nur eines einzigen VlickeS, um gar Vieles damit zu sagen? — Aber wer als Redner zu gelten trachtet, dem soll vor allem daS natürliche Medium der Rede: die Stimme in ihrer möglichsten Vollkommenheit eigen sein. Wenn es dcmungeachtet einen oder zwei auSgezeichnete, vielbewunderre Prediger gibt, welche, ohne besonderS geeignete ״Stimme" zu besitzen, dennoch wahre Meister deS Wortes und Zierden der jüdischen Kanzel sind, so ist eS eben nur die Großartigkeit, die seltene Kraft ihres Genies, daö ihnen über diesen Mangel ebenso leicht hinwcgge- Holsen, wie über manches andere noch schwierigere Hindcrniß. Du kennst doch daS anekdotenhafte Lob deS berühmtesten italiänischen Malers: er würde auch dann, nur kraft seines göttlichen Genies allein, unsterbliche Meisterwerke geschaffen haben, wenn er ohne Hände zur Welt gekommen wäre. Und ist es nicht ungefähr dasselbe, waS unS die Geschichte von dem Prototyp aller Redner, von Demosthenes, erzählt, daß er, um seiner stammelnden, ungeschmeidigen Zunge Herr zu werden, täglich hinauöging zum Meeresstrande, woselbst er keine Mühe und Anstrengung scheute, bis er endlich sogar daS Brausen und Toben der Wogen übertönen konnte? Ich werde zwar nie ein Demosthenes sein, und auch meine Zunge stockt keineswegs — aber mich lockt der freundliche Herbsonnenstrahl hinaus ins Freie, und ich lasse für heute die Feder ruhen, um mein alteö Lieblingöplätzcheu aufzusuchen. wo die Bäume rauschen, die Wellen plätschern, und geheime Zwiesprach pflegen. — Adieu! Arber -as Änftahren einer Leiche in -er Synagoge. (Schluß von Rr. 43.) HL Don Prof. Moriz StSßel in Brünn. Vor ungefähr fünf Jahren erhielt ich von Ostrow im Herzogthum« Posen ein Telegramm, da« wich zum Leichenbeginguiffe weine« י) «. «r. 38 und 41.

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