Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 44 (1.11.1865)
- Date
- 1865-11-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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ift der Sitz tt« Positiv «ach Gr. Decskerek vrrlrgt, wo nämlich dir Orgel nach Lrcha Dodi verstummen muß — au» vrthvdoren Motive«. Da müsse« Sie un» schon giftaittn, Jhar« zu bemerken. daß Sie io diesem Puuitr nicht gut unterrichtet zu sein scheinen. Eine Gemeind,. wie die diesige, die in nicht genug aozuerkenneoder Weise in allen ihren Institutionen. in all ihrem Wirken und Streben die Fabne de» Fortschritte» und der Bildung schwingt, eine Gemeinde, deren Jntelti« geuz!cbe reaktionäre Regung — die hier höchsten« aus der Kanzel mit etwa« Brü-querie fühlbar zu sein pflegt — schon iw Keime zu ersticken sucht; eine Gemeinde, in der noch vor circa zwei Decennien ein Re, sormkomitü bestaub, da« seine Thätigkcit aus va» ganze Vaterland zu erstrecken suchte: eine solche Gemeinde kann keine orlhodoren Motive in Bezug auf da» Verstummen der Orgel am Sabbathr in sich bergen. Wa» aber die eigentliche Ursache ist, daß die Orgel beim sabbathlichen Gottesdienste. oder richtiger mit Ausnahme bei Trauungen und der üblichen Feier am Geburtslage Sr. Majestät, niemals verwendet wird, dürfte au« lolgrndrr Darstellung erhellen. Die hiesige Gemeinde, welche gegenwärtig circa 130 Kontri, buenleu zählt, hat eine sehr junge Genesis; dessenungeachtet hat sie aber einen äußerst prachtvoUen Temvel aus eigene» Mttteln erbaut, in welchem es keine Frautiigalierien gib,, sondern für die andächtigen Tempelbesnchcriiinen zu beiden Seite» des Schisses auf einer erwa einen Fuß betragende» Erhöhung bequeme Sitze angebracht find*), ohne daß dir im Schiffe des Tempels brlnitni Frommen auch im Entferntesten in ihrer Andacht dadurch gestört würden. Sir hat außerdem einen au« eigenen Mitteln erworbenen Realitäleiibesitz im Wertste von circa 35.OVO fl. ö. W.; erhält eine Schule mit drei Lehrern und einer Leb« rerin. einen Rabbiner. Kantor und sonstiges Kultus, und Diriistperlo. nale, wo zur Erhaltung der ernenn, nämlich der Schule, — Dank der Energie und Rastlosigkeit in Förderung der Gemeiudeiiiteresie״ teS bei der hiesigen Bevötkerung ohne Niiten'ckjcd d,S Glaubens und d.r Na« tionaliläk, de« SlantrS und des Ranges sehr populäre» Herrn Leopold Mangold, leS erste״ KnIlUSvoistantes. der nebenbei bemerkt, auch Mil» glied des Krmuaisausschusses, ker stätiischen Rcprä'cnranz. de« Nalio« nolkasino-AuSichiiffeS ist. — sei, November 1864 eine jährliche Subseuiion von 585 fl. 45 Ir. ans der statt. Kon1mu»allasic zusiicßt. Die Gemeinde steht aber jetzt an der Schwelle der Inangriffnahme eines großen Wer« kc«, der Erbaunug eines neuen eiiliprechentc» Sch»lhaus,s an ter Stelle l.S alten lotal unbrauchbar gewordrnen Schttlgebäutcs. deren Realisirung sich die wackeee Gemein,cicpeäseiitanz.!!> welcher nebei, dem ersten Vorsteher auch drr zwkitr Vorsteher. Hcrr I. L. Kohlt und die Herren H. Pvllak. Dr. Engels»,an» und Isidor Jakabb sich mit lobeuSwerthem Eifer den Genieindeinicecssen widmen, als das vorläufige Ziel ihrer nnermüdlichr» Thäligkeit gesicckt ha». Unter solchen Umstände» ist rS gar kein W»»der. wenn die Gemeindr voelänsig an dir Anstellung eines Organisten gar nicht denkt. Wollen Sir daher die angeblichen Motive in Bezug auf das Veestummen der hiesigen Orgel hieimit als berichtigt Hallen. Am letzten.Schlußfeste Nachmittags bei Gelegenheit de« Mahle-, welches die Chevra Kadischa, wie alljährlich. Len Chorknaben im Ge, meindesitzungSsaalt zum Besten gegeben, nnd zu welchem die Väter der kleinen Säuger, die Gemundevorsteher, dir Lehrrr und sonstige Höne» ralioren der Gemeinde geladen wurden, :rhielten mehrere Knaben aus den durch den Talmud»Thora-Gabai. Herrn Leopolo Deutsch, gesam« mellen Spenden vollständige Bekleidung. Gott möge hiesstr die fron״ mcn Spender srgurn. Am EimchaS-Tbora,Abend wirktr der Zionsverrin beim Gottes« dienste mit. welche Mitwirkung zur Verherrlichung der golleSdirnstlichcn Feierlichkeit virle« beigrlragru. Am IS. d. fand hier die Jnstallationsfrierlichkeit deneuer« oannten OdergrspanS. Hrn. Ladislaus v. Karsicsonyi. statt und wurde rer Zionsvercin von dem arrangirenden BurgerkomitS aufg,fordert, im Ver« eine mit den zahlreichen Miisiktilleltanten jüdischer und christlicher Kon« feffiou dir Gesangs- und Musikstücke hierbei zu erekuliren, water *) Nach diesem Muster ist auch der neue jüngstens eingeweih'e Tempel in der benachbarten kleinen Gemeindr Nrii-Bersr eingerichlct. ׳804 I Verein auch io patriotischer Bereitwilligkeit übernahm. Als Zeichen der Anerkennung versammelte sich auf Anordnung de- BüegeekowitöS da« , Publikun, in und vor de« Lokalitäten diese« Vereine«, voo wo au« sich der Fackelzug in Bewegung setzte. Bor prw KomitatShause angrlangt, trug der Verein unter Direktion dr« durch sei«, kunstvolle Modulation, seine «oucre klang- und ׳'cbme.zvollr Stimme hier allgemein beliebten > Herrn F. Golcstein den Kölcsey'schen Hymnu« und den Rükoczy mit . metsterhastrr Sachkenoiniß vo!. Czkit» (Böhmen). iw Oktober. Prof. Jtdl o cek war neu» lich bei einer Predigt io der Synagoge onweseud und zrllre uuserm wackern Rabbiner. Herrn Back, lebhaften Beifall. Am Feste der Thora, freude brachte die Jugend dem Rabbiner ein Ständchen. A Zala- Egcrßeg, im Oktober. Unser« Rabbiner wurde erzählt, daß Franz Denk durch leine iw hirfigeii KomitatShause gebal« tenen Reden den Grundstein zu seinem europäischen Rufe gelegt hat. Der wackerr Rabbiner irtfJ diesem Beispiele folgen, 11»d wenn et auch keine Gelegenheit hol. im KomitatShause Redrn zu haltra, so läßt er' doch lein DemosthenischeS Talent in unser« Gemeindehausr glänzen, indem er gegen den Chorgesang, noch eifriger aber gegen dir ״Chor» kappen" eifert. Der Donnrr seiner Beredsamke» hat mindest,»« bisher dir hiesige Gemeinde nicht erichütteri. Ja, manche Gemen,d-zlieder wagen es sogar auSzusprcchen. daß der ehrwürdige Hcrr grgeo dir fragliche Kopfbedeckung »ich» so unbarmherzig eifern würdr, wenn e« i» seinem Kopte etwas lichter wäre. Bisher besteht er ober daraus, ec müsse oribodor im Superlativ sein! Kttla, im Oktober. Am letzten Schlußfcste widmete unser würdiger BezirkSradbinrr, Heer Straße r, dem verewiglrn Lu zza tto rinen sehr beredten Nachruf, der aus alle Zuhörer ein.n liefen Enitruck machte. X. Prag, Ente Oktober. Da haben Sie denn Schwarz auf Weiß in Nr. 42 Ihres geschätzten Blattes ein überseeische- Zeugniß vorliegc» . daß Sic an mir eine» ganz sachgelrcue» objcktivrn Korrr« spontciilen besitzen. Ich meine nämlich die Replik aus New-Iork ddo. 12. Seplembtr gegen menie diesjährtgr Junilorrrjpondcnz. Ich weiß nur »lchl, warum bteie iransallaiinschcn Zeilen dir Urbeeschrisl ״R e p i i l" und nicht ..Brstä'l g u 4; ״“ führen . da sie doch nichts Anderes find, als die volle Bestätigung reffen. was wir in utifcreai ziiirtcn Briese sagen. Daß cs mir nicht eitlfernt eiiisicl, Herrn S. W. bei seinen ״lu« bei! Lantsleiilen" z» vekdächtigcii, a!s lege er sich falsche Titel bei, de« weiset ja die Art. wie ick bork von seiner Person spreche. ״Wir Hallen in einer der hiesigen Lynagogen einen Kantor mit einer hübicht» Stimme und einem braven Herzen." — Das sind meYssima verbal Von wem man lagt, er habe ein bra.׳,e Herz, den beschuldigt man keiner bildliche» Aneignuiig falscher Titel; ich hatte eS also mit seiner Person gar nicht und nur mit dem ״amerikanischen Humbug* zu thnii. und diese» gibt doch der verdienstvolle Kantor der New-Iorker A. üh. Geniciude gänzlich zu.' Eine« jedoch bleibt mir uubegrrisiich, warum wal Herr S. W. in seinem Eifer, sich zu vertheidigen. wo er Nicht angegriffen wird, einen so wuchtigen Hieb führt gegen die leuchtendr Trias der Prager Kanzriwelt? Warum rr in feinem Grimme diese Herren dir ״ltiibrfähigten" nennt und worum rr so diabolisch sarkasiisch von dem deutscheu Doklortilet spricht? Dcrmuthel der Hier W. etwa einen bofiorifirten Kanzler in mir? Herr Kantor, läge drr Ozean nicht zwischen uns. Sie müßten flch dieser Zumuthung wegen mit mlr buetticcn! Wundern Sir sich nicht. geehrte Leser dr« ״B. CH.*, Mich in diesem kriegerische» Tour jpeechcn zu hören, da« fleckt jetzt bri 'uuS in der Luft und »heilt sich den Fingerspitzen mit, man weiß nicht wie! Nach den Kanzelschlachten, die in letzter Zeit hier pro und contra Grigrr »nd Frankfurt a. M. geliefert wurtrn, wüßte Einer Fischblut in fick haben, ter nickt wenigsten« einen Daumen groß Mar« in flch spürte! Sie fragen auch nach dem AuSgangr der vokabulistischea Fehde und machen sich vielleicht aus einige äuSgrlöschtr Augen, adgrrisseor Ohren und blutige Nasen ä la Neutra gefaßt? Nicht« von all dem! Wir sind viel zu gute Tratitiousmänuer. als daß wir der talmud״ch,n. Mahnung vergessen lolltcii ,*1MO2 -,",'Ott ״Lirbet Euch im Sturm,!" Wir stürmen ein wenig, weil «S angenehm ist. zu rumoren, aber La«