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Ben Chananja · 1865-11-01 · 44 (1.11.1865) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
44 (1.11.1865)
Date
1865-11-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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806 805 altenrt unser apathische« ״So oder so, wir ganz recht und einerlei!- I nicht im Geringsten; von tiefer gehender, au« Prinzip entspriogendee IZ Parteinahme für oder wider, finden Sie hier keine Spur! Den eklatan, Z testen Beweis unserer GleichgiltigkeitStewparatur tief unter Null, liefert ,<3 die Thaisache, daß der Streit von der Kanzel auf da« Gebiet der Jour» | aalistik. von Prag nach Wien, verlegt werden muß», um einige Nengie» | rige hier zu der Frage aufzustacheln. ״Wa« hat e« denn gegeben?- ■i und mit der superioreu Miene esoterischer Jünger antworten Andere: Z ,Mir scheint, Rapoport bestreitet De. Stein« Recht, Trauungen vorzu» $ nehmen!" So eingewurzelt ist hier die Neberzengung, daß sich unser I Rabbinat nur dann rührt, wenn e« gilt, sein Recht zur Trauung«vor« 8 nähme zu vektheidigen, daß man an einen andern Grund de« Streite« gar nicht denken kann; und darum ziehe« auch alle diese Kaszelstreitig« leiten spurlos au un« vorüber, ohne im miudrsten auf die Klärung - unserer kuituellen Anschauungen irgendwie ein,»wirken; wer bei uns predigt שב ואל תעשה der kann darauf rechnen, עדיף daß er prä» valirt und gewonnrue« Spiel hat! Ich habe mich darauf gefreut, Ihnen bei Gelegenheit der Heu» / rigen Prüfungen iu unserer RabbinatSschule, de« Umständlichen über D günstige Resultate berichten zu können, aber wie e« scheint, hat der!liebe Gott da« tägliche Gebet unserer Kandidaten — ואל תביאנו {א לירי נסיין gnädig erhört, denn dir ״Prüfung" ist diesmal ganz uu» terblieben! Warum? Haben die Herren von der Kommission an der vorjährigen Prüfung genug? ich weiß e« nicht, aber ich bescheide mich mit dem Dichterworle in geänderter Fassung: ״Der Be'ichterstatler begehre nimmer und nimmer zu schaucu, <״ ׳WaS der Talmudthora-Vorstand bedecket mit Nacht und Grauen § (Siium on dit zufolge sollrn dir Prüfungen in die erleuchtete | Ehanukazeit hlnauSgcrückt werden — qui vivra verra! ■| Herr Rirtcr v. Lämmel hat sei» Mandat als LandtagSabgcords nclcr niedcrgelegt, die Neuwahl ist aus den 20. November ausgcschric«! ben. Wie wir hören, soll die jüdische Theologie in der Kandidatur wie» 1־ der vertreten werden, aber bei dem wenig srominen Sinn unserer Zeit, | wird sic diesmal wieder Weichen müssen, und zwar der juridische» Fa» Z lultät; die meiste Wahrscheinlichkeit, den leergewordenen Laudlagssitz ein» | zuuchmcn, ha» Herr Dr. Wiener, DizepräscS unserer Kultusrepräsco» E tanz, für sich. Des unvergeßlichen LuzzaltoS plötzliches Hiuschcidcn hat die hie» Z sige jüdisch.gelehrte Welt mir Trauer erfüllt; am Schcmini-Azercth I wurde demselben von den Predigern der Meiselsynagoge und der Neu» D synagcgc die Gedächtnißrede mit entsprechender Wärme gehaltru. j| Aus einem Winkel Böhmens/ 15. Oktober. Es dürste Sie | intereffiren, die bierländischcn Tischrisilten kennen zu lernen. Ich will | dieselben, so weit sie mir eigentyümlich zu sei» erscheinen, zusam»!h menstellen. Daö Schofarblasen, welches die Nähe des Neujahre« an» ^kündiget. wird hier zu Lande Früh und Abends vorgenommen. Am Nüsttage des Neujahre« nimmt die ganze Gemeinde die Lösung der Gelöbnisse vor. Am Neujahrstage erscheint zeder festlich gekleidet in der Synagoge; zum synagogalen Festgewande gehört auch der zusammen» gefaltete seidene Talith. Zn der Synagoge herrscht Ruhe und Ordnuilg. Der 47. Pj. wird vor dem Schofarblasen nicht 7, sondern nur einmal rezitirt. Die Kohanim fingen beim Duchau nicht, und das Zwischeugebet bei demselben, das sich aus die Träume bezieh», wird weggelaffrn. Da» gegen werden 12—15 Personen zur Thora gerufen; gespendet wird wenig. An den Bußtagen sagt man bei dem Nusheben die י״ג מרות, sowie den ״Radbono". der iu Ungarn nur an Festeu rezitirt wird. Am VersöhnungStage erscheint Zedermanu im ״Kittel", welcher aber mit Luru« verfertig», ja sogar mit silbernen Tresse» besetzt wird. Die See» lengetächtnißfeier verrichtet der Rabbiner» bei welcher Gelegenheit er der ganzen Gemeiode «iueu מי שברן״ zu machen bat. Daß er beim NeNagebete vorbetet, versiebt sich vou selbst; er fungirt aber auch beim Szegedin, Srld-kvrrla, brr Lrbaltllon. Geschew und Tal al« Dorbeter. Au Ethrogiw ist iu den böhmische» Geweiudea kein:Ueberfluß. Die Gemeinde kauft drei Ethrogiw, der Rah» bioer muß di, Koken de« seinigea selber bestreiten. Eine Sukka dag,ge» hat jede Familie. Am Feste der Thorafreude werdro die Umzüge bei Instrumentalmusik abgehalten. Die Thorarolleu prangen iu ihre» schönsten Schmucke, worauf in Böhmen überhaupt viel Sorgfalt ver« wendet wird. Chathan Thora und Dereschith find in jedem Jahre zwei andere Mitglieder. Maftie wird verkauft. Mit dem Kohrn werden alle Kohauim, mit dem Levi alle Leviten. mit dem Vorsteher כל הנערית zur Thora gerufen. Dem Herrn Rabbiner Weiß in Gewitsch bemerke ich. daß mir blo« da« Zitat:,נמלך במלאכי מעלה ומטר, welche« der fragliche Verfasser ausdeutet, unbekannt ist. Photometer. Wien, 29. Oktober. Zu die StatSschuldeo.-KontrolSkommis, sion find zwei Zudcn ernannt worden: Rothschild und Wintersteio. .Io Lemberg hat sich die Stadtgemeinde mit der jüd. Gemeinde vereinigt. Schulwesen. A Tcmesvar, 18. Cllober. Es dürfte Sit intereffirea, zu hören, was eben jetzt hier vorgeht. Zch will damit um so weniger zu» rückhalten, als es eine Schulangelegenheit betrifft, und zwar eine solche, die der Mühe werth ist, daß man von ihr spricht. Nach Kämpfen und allerlei Irrwegen ist eS endlich gelungen, von der hohen Regierung die Anstellung eine« zweiten ReligionSlehrer« fürs Hebräische durchzusetzeu. Ein Konkurs wurde ausgeschrieben und der Gcmcindcvorstand cingcladcii. aus der Reihe der Petenten, deren Zeugnisse und Gesuche hcrabgclangtc», einen Vorschlag zu machen. Nun aber, nachdem die Gemeinde sich Mühe und Zeit genommen, den Gegenstand würdig zu verhandeln. ja sogar auch bereitwilligst einige Ko« stcn sich wachte, um einige Petenten persönlich kennen zu lernen, wurde uicht bloS keiner aus den drei in Vorschlag Gebrachten eriiannt, soo» dcrn es soll Jemand angestellt werden, der gar nicht bis zu dem gesetzten Termine sein Gesuch cingebracht, dessen Zeugnisse die Gemeinde nicht gesehen, nicht geprüft hat. Wahrscheinlich eine Protektion der Protektion, an der die Gemeinde hier schon jahrelang geduldig trägt, und die Sie einmal ui Ihrem geschätzten Blatte so kurz und bündig abgefcrtigt haben. Diesmal aber scheint die Rechnung ohne den Wirth gemacht worden zu sein. Die Gemeinde hat nämlich sogleich aus telegrafischem Wege an die hohe Statthalterri Protest eingrbracht, und heute schon hat sich eine Deputation mit dem Herrn Oberraübiuer an der Spitzt nach Ofen begeben, diese Anstellung zu annulliren. א" ת. Pest, 29. Oktober. Nach der mündlichen Mittheiluag eine« KomitümitgliedeS berichtete ich Ihnen in der vorwöchentlichen Nummer, daß unser LandeSlchrerverein bereits einen Präfideuieu habe. Wie ich aber hinterher erfahre, ist die Annahme der Aorfitzerschaft von Seiten der iu Aussicht genommenen hervorragenden Persönlichkeit noch immer mehr als zweiselheift. Die Staturen hat unser eben nicht sehr rühriges Komilü noch nicht zurückgeholt, weswegen sie noch immer nicht veröffentlicht werden köuueo. Letztlich hatten wir im Gemeind,Hause eine Schulkonfereoz, bei welcher Gelegenheit der Vorsitzende, Herr Hollitscher. Veranlassung nahm, seine Verwunderung auszusprecheu, daß bei der Aufnahme eine« Kaudidaten iu die königl. isr. Präparandie auf die Tüchtigkeit de- Br» treffeudeu in dem Hebräischen gar keiur Rücksicht genommen werden könne, lieber die hierüber entstandenen hitzigen Debatten pro und contra Präparandie berichtet Ihnen vielleicht »in Anderer. Szegedin, 31. Oktober. Der Besuch der Töchterschule har in diesem Jahre so bedeoleod zugeuomweu. daß die Lokalität derselben erweitert werden wußte. Die Synagoge und dir Lehrziwwer werden mit Ga« beleuchtet. Leipzig, Lommlstioos-Vrrlag von Franz lva-ner. Druck von Sigmund Burger iu Szegediu.

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