Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 44 (1.11.1865)
- Date
- 1865-11-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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800 799 gestört genießt vvd auch fortan ungestört genießen soll. Ueber t>ieUnterstützung, welche beiden öffentlichenRabbinerschulea auS dem Schulfonde zu Statten kommen soll, wird wol leicht eine friedliche Verständigung zu erzielen sein. Der Talumin seinen Seziehungeu zu den indischen und persischen Gesetzbüchern. Don Rafael Kirchheim: (Fortsetzung.') Vergleichungen in den religiösen Lehren, Ansichten und?ultuellen Gebräuchen. Drr Parse glaubt. daß er seiner Religiöfität nicht genüge, wenn er nur auf feinen eigenen Lebenswandel bedacht ist, er muß sich vielmehr wie ein einzelne« Glied deganzen Körperbetrachten und wit der gleichen Sorgfalt über feine RekigionSgenoffen wachen (1, 31). Derselbe Grundsatz ist auch im T. oft wiederholt mit den Worten ."112 כ״י ערבים זה (Sanhedr. 27 vgl. Kidd. 40; Zoma 26. u. a.). Zeder Parse muß in seinem Wirkungskreise dathun, wa-Ormuzd im ganzen All seines Reiches für alle Geschöpfe vollendet (1, 33. 161.) und jeder Mehertan (Schüler ZoroasterS) muß Ormvzd nachabmen (1. 56.); dasselbe Sabd. 133; Sota 5. Wie bei den Juden ist auch bei den Parsen das Beten eine heilige Pflicht (1, 43.) Der Destnr muß gesund an Leib und Seele sein und beständig das Gesetz fludiren (1.6) vgl. Joma 18; Sanhedr. 90. Sie haben auch Gebetformcn für alle Verrichtungen des Lebens, beim Essen, Händewaschen, Nießen. Anklei, den und bei Nothverrichtungen. Eine große Divergenz ist jedoch beim Mond» gebet (2. 110.) zwischen Juden und Parsen; diese beten den Mond selber an und zwar dreimal im Monat, am Neumond, Bostmond und am Ende des letzten Viertels, bei Tag und bei Nacht, so er nur flcht, dar ist; bei den Juden wird der Schöpfer de« Monde« angrbetet. nur Neumond und nur bei Nacht; fast gleichlautend ist der Satz ״Wache Wider Feinde, die sich darstellcn" und die Vorschrift bei dem Gebet nach dem Monde zu schauen, wird auch in M. Soserim 20 vorgeschrieben תולה עיניו כנגדה, was zwar Neifmann in בנגר ר.׳ korrigirt. Bei Anlegung des Carti (Streitguet) sprechen die Parser ein Gebet, das Nereny (Stärke) heißt (2. 100) und so schreibt auch der Talmud (Der. 60.) den SegenSspruch ״Er gürte Israel mit Stärke", bei Anlegung de« Gurte« vor. Der Carti wird nur um den Sndere ') geschlungen, unter dem Estenbogen, wie der Abnet (Sebachim IS) und wird vom JüngltngSalier an bei Tag und Nacht י) getragen. Die Reinigung des Leibeist ein wichtiger Theil deparsischen ZeremonielS und ist ihnen da« Bild einereinen Herzens. Vorgrschriebene gewöhnliche Relnigungen sind theilwrisr, wie bei den Juden: vor und nach dem Gebe», vor und nach den Nothverrichlungen, eine Frau nach ihrer Niederkunft und Men» struation und rin ueugeborneS Kind (1. 48—50). Bon einem Hände» waschen vor und nach dem Essen sagen die Zendbüchec nichts. Wenn die Reinigung durch Wasser nicht stallflndeo kann. so ersetzt dieselbe eia Gebet') in Dewulh und HerzenSreinheit. da« überhaupt alle äußeren Zeremonien rrjetzt (1, 50). Die Reinigung besteht aber nicht im Baden oder Tauchen, sondern theils im Waschen der Hände. Füße und de« Gesicht« (Padiav) oder in Abwaschung des ganzen Körpers (Ghasel). Die Zubereitung de« hierzu tauglichen Wasser«, wobei der Ochsenurin *) S. dir vorig» Nummer. ') Sudere ist eia weißes Hemd und geht nicht über den Kopf, wir wissen daher nicht, wir Scharr den im T. genannten פוררא darin finden will; die« ist nicht« anderes, al« da« römisch oudurlum, Schweiß» euch. Da« Patom, eine KinomaSke, ohne welche dir Parsen nichts essen «ad keine heilige Handlung verrichten dürfen. ist daS ילוקטמין in Sabb. 66., das der T. Lurch פרמו übersetzt (Wiesner« Scholien z. St.) *) Darauf deutet wahrscheinlich die Stelle (Kelhubot 48.) .פרטיים שמשמשין מיטותיהן בלבושיהן י) Schorr übersetzt בעפר או בסיף (mit Erde oder Kalk vgl. Brr. 15), wa« sicherlich ein Versehen ist. (S. WieSnerS Scholien z. St.) eine heilige Substanz ist, ist so heidnisch-mystisch, daß dazu da« rabbi. rusche Judenthum, welche« jeden heidnischen Berührungspunkt verab» scheute, natürlich keine Analogie geben kan». Dom Fasten wissen die Parsen nicht«, sie halten solche« weder für verdienstlich noch für erlaubt. Samuel« Ausspruch: Wer zu fasten vflcgt, ist ,in Sünder (Taanith, 11; 22.) stimmt damit vollkommen überein. Und wir Rasch,Lakisch sagt: Ein Talmudwtiser darf nicht fa, steu, weil er dadurch an höheren, «dlern Arbeiten verhindert werdr, so lehren auch die Parsen: Der Mahnplan soll sich immer in derjenigen ungeschwLchlen körperlichen Kraft erhalten» durch welche er gegen die Feinde de« Guten wirken kann, und nicht durch Hunger seine Aufwerk« samkeit beim Lesen des Gesetzegeschwächt werde (vgl. Geiger« Ztschr. 4, 213). Die Slbu-ongerlchaft. kehren die Parsen, beginnt 10 Tage nach der Empfängniß (Buodeheich 16.). womit Jer. Jrbom. 4, 7. überein» stimmt; nach b. Nida 35 schon am dritten Tage. Auch die übrigen talmudischen Aussagen von drr Zeugung (Choj. 14; Nid. 35.) stimmen mit denen der Parser (a. a. O) überein. — Die erste» drei Tage nach dem Tode umschwebt die Seele den Leichnam (B. Raba, 100.) oder — nach der Leseart im Irr. Moöd Katon 8. 6. — da« Grab, in der Mei» nung. in den Körper zurückkehren zu können. Dieser Wahn ist parst» scheu Ursprunges, denn auch sie sage»; daß die Seele am ersten Tage kraftlos hin und her taumle, am zweiten in der Koschr (—כוך) de« Leichnams, den dritten Tag im Dakuia (Brgräbnißort), ob sie sich mit dem Körper wieder vereinen könnte (3. 253.) die Stelle im Smach. e. 8. ״man beaufsichtigt drei Tage die beigesetzten Leichen und hat hierbei auf den hritnischen Gebrauch keine Rücksicht zu nehmen", nimmt wahr« scheinlich Bezug auf die Gebete, die i» diesen drei Tagen bei den Par» fern für den Verstorbenen verrichtet wurden. Daß aber Gebet» für oi, Verstorbenen zu ihrer Erlösung aus der Hölle Pein wirksam find, >st aus vielen Stellen iw Talmud ersichtlich; so erlöste David Absalon (Sota 10•) Chäna dir Söhne Korach'S (B. Raba 98.) aus der Hölle und so sind auch in der Liturgie der Parsen die Gebete für da- See» lenbeil der Tcdten reichlich vertreten. DaS הוכרת נשמות will der Verfasser de« Bik. Ha-Talmud 314 schon im Jer. M. Katon 1. 5. ge» funden baden. Der Gebrauch, Almosen für das Heil der Todten zu ge» ben, ist aber sehr alt (s. Makkab. 2, 12.) und oblationeg pro dokunetis ewähnt Tertull. de corona c. 3 als eine alte Hebung. Die betres« sende St. in Tanchuwa Haaflnu ist aber interpolirt, wie der Heran«» geber dieser Blätter (2. 564) schon bemerkt hat. Nach Herodot« Brschreibung 1, 130 vergraben dir Perser den Leib eine« Verstorbenen nicht eher, als bis er von Hunten oder Raubvögeln zerfleischt wurde; ebenso sagt BcrosiuS (bei Euseb. P. E. 8, 277.) daß die Meder Hunde nährten, denen sie Tobte und selbst Sterbende vorlegten. Damit steht die Frage des König« Sopor ״woher die Juden den Gebrauch, die Todten;»?begraben, auder Thora entnehmen?" (Sanhedr. 46) in Berbio» düng; ebenso ließe sich damit das Sprichwort erklären; מת כעיר ״ כלבים צועקיםwenn Hunde bellen, ist der TodrSengrl anwesend", so auch SalouionS Anfrage — bei dem Tode seine« Bater«, meine« Vater« Leiche ist der Conndnhitze ouagesetzt und die Hunde bellen." Die Zendbücher sagen aber nur. wie Kleuker bemerkt, daß man dem Sterbenden einen Hund vorhält und daß das Thier seine Augen auf ihn richte, legt r^n ein Stück Drod neben ihn (3, 250). Leichen in bebauter Erde und zugänglichen Räumen verscharren, wird ober für eine Sünde gehalten (2. 11V. 310); daher hoben sie ihre Begräbniß» Plätze auf Bergen oder sonst abgelegenen Orten, die so gelegen sein müssen, daß fleischfressende Thiere den Leichnam nicht an bewohnte Orte verschleppen können. Der Leichnam liegt hier in eine« Koschr. drr nach der Größe des Körper« abgemessen sein muß, — ebenso MeSd Kat. 8 — und ist fleischfressenden Thieren bloSgestellt (3. 311); ja r« wird für ein Glück gehalten, von ihnen gefressen zu werden (3. 236. 257.)r wa« alle« von der Bezräbnißweise der Juden verschieden ist und de« Königs Sapor« Frage, erklärlich macht. Für einen ohne Reue, in Süo» den gestorbenen Menschen soll man nicht beten (ö, 223): daß man sich aber mit seiner Leiche nicht beschäftigen sollte, wozu Schorr die Hat* * logir aus Smach. c. 3. anführt, ist nicht richtig. Wie der Talmud lehrt (Iowa 38.) daß die Welt durch die Tugend der Frommen er« halten werde, sagt auch Menu (1. 101) durch daS Wohlwollen de,