Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 43 (25.10.1865)
- Date
- 1865-10-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ן78 788 in MakS, auch jetzt zur Kongregation berufen tootbfn. Don unseren innenn Angelegenheiten ist nicht« Erfreuliche» zu berichten. Sowol in Makü al« in Baltonya kam r» vor Kurzem zu ärgerlichen Austritten. Tieferblickende wollen in diesen Kämpfen die Bürgschaft einer besseren Gestaltung der Dinge erblicken. 8. Neutra, 16. Oktober. Der in der vorigen Nummer Ihre« Blatte» unvollständig mitzetheilte Vorgang ist folgender: Der hiesige KuituSgemrinde-Dorstaiid und die Repräsentanz fanden e» paffend und zeitgemäß, anzuordnen» daß der Kantor mit seinem Hilfspersonale sich beim GolteSdienstt mit schwarzen Kävpcheu bedecken, und beim AuSheben der Thora, sowie bei der Keduscha Eboegesänge Vorträgen sollen. Sonst sollte der synagogale Kult»» in seiner herkömmlichen Form verharren. Am ersten Tage de» verflossenen Laubhültenseste» wurden die erwähnten Anordnungen auSgesührf, ohne daß die Ruhe gestört worden wäre. Bielmehr war die Gemeinde bei den trefflichen, zum Herzen spre» chenden Dortrage der NNV שלש עשרה tief ergriffen, und selbst 80jährige Greise äußerten, de» SeelengenuffeS einer solchen Andacht niemals theilhaslig geworden zu sein. Einige orihodore ״D'ne Thora" waren aber leider anderer Meinung. Sie bliesen in die Posaune de- Aufruhr» gegen Vorstand und Repräsentanz und ließen die Sturmglocke ihre» blinden Fanatismus ertönen. Nachmittag standen sie vor dem Obergespan, über die angeblichen Neuerer bittere Klage führend. DaS אמן יהש״ר des Chores, sagten sic, ist ein הפסק und der Kanicr dürfe die י״ג מד5ת nicht ביחידות vortragen, wobei sie vergaßen, daß dasselbe beim NMagebet in allen orthodoren Synagogen geschehe. Vom Obcrgcspan zur Rede gestellt, erklärte der Vorstand mit ausdrücklicher Gutheißung des NabbinatS-StettvertreterS, daß die Kleidung des Gesangpersonals und die Gcsangstücke keine Neuerungen sind, die beanstander werden könnten, so lange a» den Gebeten selbst nichts geändert wird. Nachdem nun der Vorstand die Aufrechlhaltung der Ruhe und Ordnung in der Synagoge übernommen hatte, entschied der Obergespan, dessen umsichtiges und humanes Vorgehen hinlänglich bekannt ist, daß die Ancrdiiiingen des Vorstandes für die Festtage in Kraft bleiben; nach Ablaus des Festes sollen theologische Kapazitäten über die schwebenden Fragen vernommen werden. Man glaubte allgemein, daß die Angele, gcnheit vorläufig geordnet wäre. Allein — mit des Fanatismus Mächten ist lein Frirdensbund zu flechte», und das Unglück schreitet schnell! Die Gemeinde war am zweiten Sukloth-Tage bei den Hallcl-Psalmcn an» gelangt, als eine Masse pöbelhafter Menschen unter Anführung einiger V'ne Thora lärmend und tobend in die Synagoge stürzte, wo es zu de» gröbsten Thä.lichkcitcn gekommen wäre, würde nicht der mittlerweile rcquirirte Zcutralstuhlrichtcr mit zehn Panduren erschienen fein, um Ruhe und Ortnilug herzustcllen, zu welchem Zwecke die Paiidiircu mit aufgepflanzlem Gewehre die הקפות hielten!! Vorläufig wurde einer der Haupträdelssührer von Seite des Vorstandes dadurch bestraft, daß man ihn seines MorcliutitelS rilikleidete. Das Nebrige wird gehö« rigc» OrteS eingcleitel werden. I», feindlichen Lager ist rin sehr reges Leben wahrzuuebme»; man erwartet daselbst geistigen und materiellen Beistand von Preßburg und vom Herzog von Jerusalem. Nebrr den weitern Verlauf werde ich seiner Zeit berichte». Der Gebildete muß solche Vorgänge lief beklagen. ohne sich zu verhehlen , daß ganze Ge» meiudcn ihre Entwicklungskraukheiteu haben, wie die Kinder, und daß sie zuweilen durch Rohheiten hindurchgehen, wie der wilde Knabe. Trotz seiner Wildheit wird aber der Knabe dennoch ein krauchdurer, gesitteter, wohldrnlendtr Mann, und trotz der wilden Ausbrüche der Fanatiker wird unsere Gemeinde, au deren Spitzt gebiidrtr und einsichtsvolle Männer stehen, ihren Anstalten eine da» Judenthum ehrende Einrichtung zu geben beflissen sein. Schulwesen. א״ת Pest, 15. Oktober. Nnser Landes-Lehrerverrin hat brreitseinen Präsidenten, und werden Sie uns gewiß — wenn Sir den Namen desselben erfahre» — zu unserer Wahl au« vollem Herzen Glück wünschen. Die Theiluahme für den zufünftigen Verein, ich muß e« koustatiren, ist «Mer den hirfigen Lehrern noch immer ein geringer. .Der zu erwartende Erfolg, hört man häufig raisonnieeo, steht zu de» Opfern, dir man vn« bieflgen Lehrern namentlich an Zektanfwand zumuthet, in gar keinem DerhLitniffe. Bereit« haben wir ein halbe« Dutzend mehr» ständiger Konferenzen abgehallen, und wir viel dürsten deren noch ab, gehalten werden müssen, bi« die erste Witwe oder Waise eine« armen Kollrgen die erste kärgliche Unterstützung erhalten wird." Ja, ähnliche Einwändr hört man in Hüsie und Fülle von denjenigen Heeren, — welche sich den Zriiveelnst einer jeglichen Stunde mit einem Gulden berechnen zu dürfen— in der angenehmen Lage find. Doch ich, für meine Person, schlage den moralischen Erfolg viel höher an, al« drn matrritilrn, und erlaube ich mir. um mich verständlicher zu machen, rinrn konkrete,« Fast aiizusühren. Im Jahre 1863, al« esich um die Gründung eines RabbinerscminarS und die Einführung von jüdischrn Schulinspektoren handrllr, berief die Hohr Negierung Rabbiner, Aerzte und Kaiifleute, um über die fraglichen Angelegenheiten Derathung za pflegen. Doch wir Lehrer, die wichligsten Faktoren im State, wurden in einer Fragr, die verwaltend ünS selbst angebt, gänzlich ignorirt. War dies bistjg? Nein! entschieden nein! Aber haben wir einmal ,inen Lantrslehrerverein mit einer behördlich anerkannten intestigeoten Drrtre» tu ng. wird man uns rinrn äbnlichen Schimpf' nimmermehr anthun können. Wie gesagt, ich für meine Person erwarte, daß der künftige L andeslebrerverein in vorderster Linie die moralischen Jutereffen von Lehrer und Schule kräftig verlrete» und fördern werde. Wird aber einmal unsere moralische Stillung gihcben, dann werden auch die wohlt hätigrn mairricllcn Konsequenzen nicht ausblribrn. Die DereinSstatiiten liegen noch bei der beircffcnden Behörde, sind sie einmal zurück, müffrn sic unverzüglich veröffentlicht werde». Dann aber, meine lieben Kollegen und Schulfreunde auf dem Lande, hurtig heraus mit der ehrlichen, offene» aber leide,,schafilosrn Sprache. Der ״Vcn Cbaiianja" wird, ich hoffe cs, ein berntwilliaer Sammler jrder prak.'ischeu Idee,!,dweden lebensfähigen Vorschlages sein ') Pest, 12. Oktober. Am 6., 7., und 8. d. M. halte ich die Ehre, vom isr. KulliiSvcrsiande rn Duna-Földvür ringrladen. die Jadre-, Prüfungen an drr dortigen treiklasilgeil Schule zu leiten. Es freut mich, hier ösfeutlich anSsprechen zu können, daß das Resultat der Prüfungen mich volllomnikn befriedigte. Die Kinder babcn eine besonder« große Fertigkeit an der 2. und 3. Klasse in drr deutschen und ungarischen Sprache gezeigt und durch drei Tage mir als Fremden, der ich un»nterbrocheu ohne Jiilcrvrnlic״ der Herren Lebrer prüfte, auf alle meine Fragen befriidigende Antworten gegeben. In der drillen Klaffe haben die Kinder «ich! bloS bereilS die ganze Tbora gewußt, sondern onch ganze Bibrlstrllen. als z. B. die Sprüche B'lramS. dir Drrst Häsin,>« und den lctzlcn Segen MoseS auswendig rezitirt. Ehre, wem Ehre ge. bührr, darum will ich auch die wackern Lebrer dieser Schule neunen: Es find tie Hrrrrn Herzog, Kohr» und Krehn. Julius Spiegker. oul. Rabbiner. F. Erosi-Kaliizsa, l7. Oktober. An der hiesigen Talmudschule wurde am Cchlvßftste tie erste JahreSprüsung abgehallen. deren Resulioie in jetie Rücksicht befriedigend ansfielen. Ob die gegenwärtigen Talmudschülrr liei'em Sludium auch ,»Zukunft erhalten und dereinst bestimmt sein werten, u, Gimeinden allüchlige Nabdiuen j» wirken, ist nel keinem mcnschlichen Calcul-anhtimgesttll»; doch idut die« dem Vcrticnste der edlen Gründer dieses JnstiiuleS keinen Abbruch, untcr troe» ich dikl durch srine literärischr Thäligkeit rühmlich bekannten Hrn.Jos. Lrwy, sowie den tüchligen Talmudifle» und eifeigen Besördeeer jüdischer Wissenschaft, Herr Lozor Halphrn brsciider« hervordede, die im Derciue mit dem Herrn Oberradbiner dem Talwutlchrer rathend und aulkilend zur Seite stehen und die Zöglinge, über deren religiöse- und stttiicheS Betragen sie väterlich wachen, bei jedem Anlässe zu andauerndem Floße ermuntern. Möge Golt da- Streben diese«Institute« mit tzlLnzendiM Erfolge krönen! Paukota, iw Cliet«. Wo blerbt die Lösung drr im »B. <^."1 giß.llun Prneflogrn übe, l׳e Culiung der Lth«,? Viel, Lehrn» freunde sehr» derselbevo vertagend entgegen. ') M aller Bereitwilligkeit.