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Ben Chananja · 1865-10-18 · 42 (18.10.1865) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
42 (18.10.1865)
Date
1865-10-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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78S 74Q e. 20. Dahman, der dir Seelen der Gerechten in den Himmel trägt (Kleuker 2, 139, 357) ist der Duma in Sauh. 94 (vgl. die Juden in Mekka 95). Taschter Perf. tir, Schatz, ist der Jzed drS.'Rrgrn- (Kl. 2, 209; 3, 69), der dir Gestalt eine-Stiere« hat. Im Talmud (T-a, nith 25) wird derselbe Radja genannt, dessen Gestalt auch die de« Stiere« sein soll und wird der Der« (Hohelied 2, 12) darauf äuge, wendet: Die Stimme de« Stier« wird auf unserem Boden vernommen, weil שור:=<5ור ist (vgl- 3״ma 21 und Raschi). Die dritte Geister, schaar find FerverS, welche di» Gebete vor Ormuzd bringen, ähnlich den F,Igeln der Barmherzigkeit und dem Engel de« Gebete« in M. Tilim e. 9. (vgl. Tobias 12, 15.). Dir AmschaspandS und die Jzed« werden in den Gebeten der Parsen um ihre Vermittlung gebeten; dasselbe in T. Sota 33. Ab. Sora 17.; dem entgegen sagt R. Iebuda (Irr. Der. 9, 8.), daß man in den Zeiten der Noth zu keinem Vermittler und nur zu Gott allein beten soll. Ormuzd und dir IzedS fingen unaufhörlich da« Avesfa (Kl. I, 42; 3, 61.) und so sagt auch Rab (Chag. 13.), daß die Engel täglich Lobgesänge anstimmen (vgl. Ab. Sara 3.); die 6 '1) קצף ׳אף benannten Engel der Rache (Sadb. 54.) entsprechen den 6 Geistern von Arihmau, in sofern auch ihre Namen auf Unheil hindeuten sSpiegel 240.). Der Sanskrit-Kalender bestimmt >ie Unglück bringenden.Tage. an denen keine wichtige Handlung vorgenommen werden soll und jeder Lag. jede Stunde, jede Minute wird in demselben dem besonder» Einfluß eines Planeten und Genius zngewiesen (Menu S. 29.) und aus demselben Grunde schreibt der Talmud Sabb. 129 bestimmte Wochentage für das Aderlässen vor. (Schluß folgt.) Korrespondenz. Ausland. New-BorV, 11. September. Für die israelitische Gemeinde ״Anchi Ehescd" war der vorgestrige Sabbalh ein wichtiger und bedcnrungövoller Tag: denn an ihm wurde Rev. Dr. Mielzicner, der neuberufene und jüngst von Kopenhagen hier rin getroffene Rabbiner und Prediger, in sein Amt feierlich ringesührt. und demgemäß klang nach mehrjähriger Unterbrechung zum ersten Male wieder das ״göttliche Wort" in deutscher Sprache in de» Räumen der großen Norsolkstr.« Synagoge. Kein Wunder, daß die Gemeinde sich zahlreich ringesunde», um ihren iicneil geistlichen Führer persönlich kennen zu lernen. Aber auch aus anderen hiesigen Gciiiciuvru kamen Viele. um die Antritts» rede des jungen Theologen zu vernehmen, dem ein sehr günstiger Nus vorauSgegangcn war; doch wurden, um Ucbcrsüllung zu verhüten, nur diejenige» zugelaffeu, welche von den Gemeindevorstehern mit EinladuiigSkarlen versehen waren. Um 9 Uhr begann der Gottesdienst unter Leilung des Rev. Herrn Slernderg und seines trefflichen Chores; ihre vereinte» Bemühungen und Vorträge verfehlten auch diesmal nicht, eine andachterreginde Wirkung zu üben, während, wie immer, von den G eineindebeamten dafür gesorgt wurde, daß keine Störung der öffcntlichen Ruhe und Ordnung Eintrag that. Nach Rezitirung t,S Thora» Abschnittes, womit die intereffanle Zeremonie drr Einführung eures ״Bar-Mizwah" verbunden war, erhob sich-der neue Rabbiner und verlas zunächst die ״Haftarah", d. i. den Wocheiiabschnitt aus de» Büchern der Proseten in ausdrucksvoller, nur das Verständniß berücksichtigender Weise. Nachdem so da- Morgrngebet zum Abschluß gebracht war und der Chor rinen einleitenden Psalm gesungen halte, bestieg Dr. Miel» zinrr die Kanzel und leitete seine Antrittspredigl mit einem paffenden Gebete ein. An den Trrt Ies. 60, 6 anknüpfend. in welchem von der göttlichen Einsetzung der Wächter ״über Jerusalem« Mauern" die Rede ist, erörterte er da« Thema ״über den Berus und die Wirksamkeit des israelitischen Geistlichen in der Jetztzeit." Wer etwa rinen von gelehrten Zitaten prunkenden oder mit pikanten Auöfäflen auf AnderSdeukenve gewürzten Vortrag erwartet haben mochte, fand sich getäuscht. Es war eine einfache, durch zweckmäßige Anordnung, folgerichtige Entwicklung der Gedanken und klaren Fluß der Sprache sich auSzeichuendt Predigt, wie solche bekanntlich heutzutage in allen größeren Synagogen Deutsch, land« an Sabbathen und Feiertagen vernommen werden. Wohlthuend berührt« in der Antrittspredigt des Dr. M. die darin sich lundgrbende sreimüthige und entschiedene, aber zugleich milde und versöhnliche Ge, flnnnng, mit welcher drr Redner fich als Freund de« gemäßtigteu. auf wissenschaftlichen Forschungen bafirten Fortschritte« im Iudenthume kund« gab, sowie die Wärme, mit welcher er von seinem Berufe sprach, de» er, scheint e». fich vor: früher Jugend an gewidmet und in welchem er bereit« anderswo mit Erfolg gewirkt hat. Er verhieß insbesondere, fich die Pflege und Hebung dr« religiösen Zugendunterrichte« angelegen sein zu lassen, und wir zweifeln nicht, daß er auf diesem Felde, wie in den übrigen Theilen seine« Amtes, eine ersprießliche Wirksamkeit entfalten, und seinen erhabenen Vorbildern, den jüdischen Profeten und Priestern, nachjuahmen bemüht sein wird. In der That darf die Anchi Chesed» Gemeinde fich dazu Glück wünschen, in Dr. Mielziner einen jener Theo» logen erlangt zu haben, in denen die berufsmäßigen Kenntnisse mit deutscher Bildung fich gepaart haben, und wenn die Gemeinde, wie zu erwarten steht, ihm auch fernerhin die Liebe und Verehrung, womit sie ihm bis jetzt rntgezengekommcn ist und wofür er in herzlichen Worten seinen Dank auSsprach, bewahre» wird, so werden sich die erfreulichen, au seinen Amtsantritt geknüpften Hoffnungen gewiß erfüllen. (StalSauz.) A. E. Berlin, im Oktober. Bekanntlich har der Redakteur des ״Hamuiaggid", Herr Rabbiner L. Silbermann in Lyck, vor etwa zwei Jahren ein Znstiiut unter dem Namen חברת הקיצי נרדמים begründet, das besonders die Aufgabe hat, hebräische Bücher, unedirte Manuskripte und seltene Druckwerke herauSzugeden und für Len wohl» feilsten Preis in die Hände der Mitglieder gelangen zu lassen. Da dir Melkung znr Ausnahme für das lausende Jahr nur noch sehr kurze Zeit stallfinden kann, so fühlen wir uns im Inicresse der geehrten Leser gedrungen, die Anfmerksamkeit kcrselben auf das genannte Institut zu lenken. Zu dem geringen AbonnemenlSpreiS von 2 Thalcrn hat diese« im vcrwichencn Jabre. dem ersten seines Bestehens, hebräische Werke an die Mitglieder verabfolgt, die mindestens den dreifache» Werth haben. Das Programm dcS zweite» Jahres weist eine »och reichhalti» gcre, allen Aniprüchen genügende Sammlung auf. Je reger die Theilnähme von Seite des Publikums sein wird, um so Vorlrrfflicherewird auch das Institut luferii können, da bei der Leitung der Vertreter kei» nerlci Sondcrinteressen verwalten. An der Spitze stehen gegenwärtig die Herren Albert Cohn, Dr. Löwe, Sir MosrS Moiitefiore, Rabbiner L. Silbermann, Mathias Slraschun.') Wenn die hebräische Spracht gegenwärtig in erfreulicher Weise wieder zur Blüte gekommen ist und einen hohen Aufschwung gewonnen hat. so steht zu erwarten, daß durch die Edition guter Werke für den Reichthum der hebräischen Literatur eine Glanzperiode angcbahnt werden wird. Mi» gespannter Erwartung fleht man den neuen Wahlen der Gemcinderepräscutanz hier entgegen, da von deren Ausfall die Rab« binerwahl und die ganze Liturgie für den neue» Tempel obhängt. 6. Jerusalem, im Oktober. Die Zeit der schwersten Be. drängniß ist Gott sei Dank vorüber, und kommen Cholerafäste nicht mehr vor. Die europäische» Glaubensbrüder haben auch in dieser letzten Trübsal, die uns traf, ihre vielbewährtr Wohltbätigkeit und Munifizenz wirken und walten lassen. Mögen sie dafür reichen Himmelssegen ge« nießen! — Au dem Roihschild'scheu Spital hat eine Prrsonalveränderuug staltgefundeii. An die Stelle debeliebten Dr. Reumann, der nach Hamburg ging, kam Dr. Rothziegel, welcher sich bisher nicht sonderlich beliebt gemacht hat. indem er sich standhaft weigert, einen Kranken zu besuche», bevor ihm 50 kr. ö. W. für den Gang bezahlt werden; die Behandlung läßt er sich natürlich besonders honoriren. Wer den Zu« stand der hiesige» Armen kennt, wird begreifen, wie drückend «in solche« ärztliche« Vorgehen für sie werden muß. Wie mir verfichert wird, hat der Sohn des in der.Cholera gestorbenen wohlhabenden Elias Nabon dem Dr. R. 20 fl. bieten müssen, um ihn zu einer Visite zu bewegen. Dem Vernehme» nach ist auch die Behandlung der Kranken im Spi» tale nicht mehr so ltebevoll, wie sie unter Dr. Neumaun war.") ') Eine» »nersttzlichkn Verlust hat der Verein durch den in der Nach« des Versöhuungsfrstes erfolgten Hintritt eine« seiner Leiter, dr- Herrn Prof. S. D. Luzzatto ע״ה. erlitten. Der Verewigte hatte sich den Interessen dieser Anstalt, wie jedem edeln Streben im Kreise drS JudrntbumS, mir wahrer Hingebung gewidmet. Friede seiner Asch«'. ") Dieser Bericht kam uu« von einem achtbaren Manne zu«_fo daß wir demselben die Ausnahme nicht verweigern konnten. , 9t.

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