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Ben Chananja · 1865-10-18 · 42 (18.10.1865) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
42 (18.10.1865)
Date
1865-10-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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735 736 eine Dsrmetbung hierarchischer Anmaßung mit einiger Wahrscheinlichkeit erwartet werden dürfte.") Diese von Sachsennern gehegten Bedenken iliustrirev auf eine sehr instruktive Weise die wahrhaft kindische Naivetat, mit welcher ein in Nr. 29 d. Bl. abgedrucktes Memorandum die Pester Talmud- Thoraschule zur öffentlichen Rabbinerbildungsanstalt erhoben wissen will! Jene Bedenken waren indeß im Jahre 1854 in Deutschland in soferne verschwunden, als das jüdisch-theologische Seminar zu BreSlau ins Leben treten konnte. In materieller Rücksicht verdankt dasselbe seinen Ursprung der Munifizenz deöKommerzienratheö Jonas Frankel; sein geistiger Begründet ist Dr. ZachariaS Frankel, der Direktor deS Institutes. AuS den Vermächtnissen deS erstem wurde der Anstalt ein Kapital von 100,000 Thalern übergeben, dessen jährliche Zinsen 4775 Thaler betragen; ferner ein Grnndkapital deS LehrerpensionöfondeS von 3000 Thalern und ein Kapital zur Fundirung von Freitischen oder Stipendien für auswärtige Schüler der Anstalt von 5000 Thalern. Ein veröffentlichtes Programm bezeichnet folgende Disziplinen als UnterrichtSgegeustände deS Seminars: 1. Heilige Schrift und deren Eregese, mit Einschluß der Targnmim; hebräische und aramäische Sprache; Geografie von Palästina. 2. Historische und methodische Einleitung in Mischna und Talmud; babylonischer und palästinensischer Talmud; 3. Klassische Sprachen und Realien; 4. Geschichte der Juden, verbunden mit Geschichte der jüdischen Literatur; 5. Midraschim; 6. NeligionSfilosofie und Ethik nach jüdischen Quellen; 7. Rituelle (talmntische) Pr: .׳iS; 8. Geist des mosaisch-talmudiscken Kriminal- und Zivilrechtes mit besonderer Hervorhebung VeS mosaisch-talmudischcn Eherechtes; 9. Pädagogik und Katechetik. 10. Homiletik. ״In dieses Verzeichn iß" sagt das Programm, ״sind die Universitätsstudien nicht aufgenommen, weil die Zurücklegung derselben an der Universität auch für den Seminaristen am angem essen sten erscheint. Verlangt die Rücksicht auf die herbeiznführende innere Verbindung der jüdischen und allgemeinen Wissenschaft, sowie kaS Maß der Zeit, welche das jüdisch-theologische Studium erfordert, daß der Gymnasialunterricht am Seminar selbst erlheilt werde, so ist dagegen der für die Universität reifgewordene Zögling durch den vorangegangenen Seminarunterricht bereits mit einer solchen ^Kenntniß der jüdischen Theologie ausgerüstet, daß sein gleichzeitiger Besuch gesonderter Anstalten kein Bedenken erregen kann und der Vortheil benützt werden darf, welchen die Universität in ihren gegen Einseitigkeit gerich« telen Einflüssen darbietet. Auch während der UniversitätSjahre soll der Seminarbesuch fortgesetzt werden; in dieser Zeit wird der Unterricht, zu den höheren Gegenständen anfsteigend, eine den filosofischen Studien entsprechende Thätigkeit auf theologischem Gebiete entwickeln, und der Bestimmung deS Seminars gemäß, den Zögling bis an daS Ziel seiner Befähigung zum Radbiuer leiten.- ') Kulturgeschichtr zur neuern Geschichte der Israel. 8. 1S2. ISS. Die eintretenben Zöglinge müssen sich auSweiseu, daß sie das vierzehnte Lebensjahr zurückgelegt, sich Kenotniß der h. Schrift, eine fertige Auffassung deS TalmudterteS mit Rasch! und wenigstens den leichteren Stellen deS Tosafot- Kommentars verschafft haben und ״mindestens Sekundareife" * *) besitzen. ״Die Zeit de- Verweilenim Seminar ist durch, schnittlich auf sieben Jahre mit Einschluß der UniversitätSjahre festgesetzt.- Der Direktor deS Seminars, Dr. Frankel, veröffentlicht jährlich einen Bericht über die Studien und Zu, stände deS Seminars. AuS dem letzten Jahresberichte ist er, sichtlich, daß gegenwärtig an demselben 7 Professoren deschäftigt sind: Frankel, Grätz, BernayS, Zuckermann, Löwe, Freudenthal, Bamberger. Kantor Deutsch leitet den Gesangunterricht. Seit dem Jahre 1856 ist mit dem Rabbinerseminar auch ein Lehrerseminar verbunden. (Schluß folgt.) Zur Geschichte -er Juden in Oesterreich. Don Dr. Q. Earmoly. (Fortsetzung.') IS. R. Möfchcl auS Znaym. Weniae Leser tet ״Bn, (5(4ןו:ג1וגן" haben vielleicht den Namen des Mannes jemals gehöet. der über diesen Zeilen steht, und doch ist er ein Ruhm der Jude» von Oesterreich geworden. Jekuda Min, (סדר הגט Nr. 58 ::!td 120), Moses d. Seblllnn (Slieser Heilbronu (ברץ בושה! . Mich,»,!! כי תצא) und Gimcha b. Gersou Ka-Cohra (ספר שטוח. Rcclo 1, verso), erwähne» ihn unter der (Shiffre מהר״ם מזנויס.!h. M. ans ZnoyIN, als große Autorität, und Israel von Vruna (Rga. Nr. 10. 14 lind 58), der ihn טהר״ס הלוי זנוים nrnnt, führ! zwei seiner Werke an, nämlich: (Zhidduichiw. M l» h a g i m und Hagahol Ascher». Unser Rabbiner aus Mähre» war jedoch bis jetzt so unbekannt» daß Dr. Güdeman» (Franlcls Monaischrift 18G4. p •J8) ihn mit öl. Mld'r Ha-Levi aus Wien vrrwechielie. Freilich weiß er nicht, was er aus טיס!, das in len zw.i Ausgaben der 0>GA. Israels von Beuna fchlerbasi גר! »»d 1^גי! gedruckt steht. niachcu soll. Dem gelehrten Doktor ciirgiiig eine Stelle Maharil, Hilch. N!,שטר. woraus deut« lich hervorgehl, daß hier die stiebe von R. Moschet a»S Znaym, dem Lehrer des R. Schalom von Neuslari und Bersaffer der (Shidduschim, ist. Die Stelle tautet w,c jolgi: לאחר קבורה קורע על דם^ ואמר .[מהר״יל1 רשאל מרבי מובהק טהר"ש. אטאי לא היה קורע כשנפטר הר״ר משל טזנויס? והשיב שאין שגורים בפיו חידושים מאותו הרב!"ר. R. Mö'chcl aus Znaym war ein sehr gelehrter Rabbiner. der nach der großen 'Verfolgung der Zur.» in, Jahre 1348 dem Verfalle der jüdischen Gelehrsamkeit durch rha, u»d Schrift (Suibalt zu thuu suchte. Er rrrlchtete in leiner!llaiirstatl eine Zeichiba oder Rabbiner» schule und zählte unirr seiiie» Schüler» außer R. Schalom aus Neu« stabt auch R. Abravam Klausner. R. Jäckel ans W>e«. R. Israel aut Kremster und viele Andere. (Sr war der (Siste in Oesterreich, der die Gebräuche der Gemeindeu, die in Versal( grraihe» waren, ausschritb. Welche« seine Zünger nach ihm soris.tzten Auch schrieb rr 8 hiv du« ichim oder Noviltcu über den Talmud, dir früher »> Oesterreich nur wenig beachtet waren, weil man sich mit len frauzösi'cheu Totafol de« schäftigt», die aber während der Verfolgung verloreo gegangen waren. *) Den Lesern, die mit der lSiurichtung der Gymuasieu in Deutsch« tand nicht vertrau! sind, bemerke» wir. daß die Sekunda unsere 5. und S. Gvmiiastalklaff» bezrichuet. Der Zögling muß drwuach die vier erste» Gywo-staltlaffeo abrelviri haben. *) E. ». 3. Nr. 51 ud oben Nr. 11.

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