Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 42 (18.10.1865)
- Date
- 1865-10-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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733 734 WLmilsch der Lader ist. Zlallusgememde aa dea ReSaklear de8 ״Lea Lhananja." Euer Ehrwürdeo! Hochgeehrter Herr Oberrabbiuer! Indem wir unser tiefes Bedauern auSdrücken, daß wir von der Feier Ihres 25jährigen Nabbiner-JubiläumS nicht rechtzeitig Kunde erhielten, ist eö unS ein tiefgefühltes Herzensdedürfniß, Ihnen hierzu nachträglich unsere besten Glückwünsche darzubringen. Wir hegen die volle Ueberzeugung, daß, sowie dieser Tag Ihnen im Rückblicke ans Ihre ehrenvolle Laufbahn, auf Ihre wissenschaftliche und seelsorgerliche Thätigkeit, jene Beruhigung und Befriedigung gewährt, welche daS Bewußt, sein erfüllter Pflicht verleiht, unsere Glaubenöbrüder im ganzen Vaterlande und weit über dessen Grenzmarken hinaus — durchdrungen don dem Gefühle hoher Achtung und Verehrung für Sie — sich mit Ihnen freuen, und mit Ihnen Gott dem Herrn danken, daß er Sie bis zu diesem Tage mit seinem väterlichen Schutze geleitet; daß sie ihn bitten, er möge Sie auch ferner in ungetrübtem Wohlsein erhalten zur Ehre deö Iuteuthumö, dessen heiligste Interessen zu vertreten Sie als Ihre Lebensaufgabe betrachten, zur Ehre und ziim Wohle Ihrer Gemeinde, die in Ihnen den vom Geiste der Wissenschaft und wahrer Menschenliebe durchleuchteten Oberrabbiuer, ihren geistlichen Führer und väterlicher« Freund verehr.׳, zum Wohle und zur Freude Ihrer Familie, deren Stolz Sie sind. Da Cie cS stetS auch als Ihren heiligen Beruf erkannten, süc die bürgerliche und politische Gleichstellung der ungarischen Israeliten als uncrmüdcler und mulhiger Streiter mit den Waffen der Wahrheit und mit den unabweisbaren Gründen des Rechtes zu kämpfe», so erhält der Frcudcntag, den Sie und mit Ihnen Tausende unserer/Glaubci'.Sbrüdcr feiern, eine höhere Weihe ut»d Bedeutung durch den glücklichcn Umstand, daß er inmitten der Jnbeltage fällt, die daS erhabene Wort unseres allgeliebten Königs für unser theureS Vaterland hervorgerufen. Alö dessen treue, seinem Wohle und Wehe mit Gut und Blut ergebene Söhne, hoffen und wünschen wir, daß eS durch den erleuchteten Geist seiner Vertreter zu neuem Leben erwachen und zu segensreichem Gedeihen erstarken möge. Eben aber von dem erleuchteten Geiste, der alle Faktoren unserer Gesetzgebung dnrchdringt, wollen wir hoffe» und erwarten, daß die hochherzige ungarische Nation^ die letzte Huldigung, die sie dem Geiste deS 19. Jahrhunderts noch schuldet, unsere — der jüdischen Ungarn — volle und unbedingte bürgerliche und politische Gleichstellung mit den übrigen LandeSbewohnern auösprechen und zum Gesetze erheben wird. Recht, Gerechtigkeit, Liebe, Wahrheit und Freiheit, diese unbeugsamen Säulen der moralischen Weltordnung werden hoffentlich in nicht gar ferner Zukunft diesen Triumph in unserem Vaterlande feiern und neben dem unauSlöschlichen Danke für König und Nation, werden die Juden UugarnS in spätesten Zeiten noch der Männer in Liebe und Verehrung gedenken, die mit dem von GlaubenSmuth und heiligem Eifer gestählten Waffen deS Geistes das Recht vertheidigten und den Sieg erringen halfen. Genehmigen Sie, hochgeehrter Herr Oberrabbiner, dea Ausdruck vollkommener Hochachtung und Ergebenheit, womit wir zu verharren die Ehre haben. Euer Ehrwürden ergebenste: Der Vorstand der Araber Israel. Ku ltuSgemeinde, Josef Hirschmann. Arad, am 3. Oktober 1865. Mt ÄaOfnucrfeimnarfragß in Angarn.*) VII. Lctrachlirllgcil über de» Grgiinisatiolls-Lllllvlrrf. B, Vorbilder zur Organisirung eines Rabbiner, Seminars. Fortsrtzuirg von Nr. 41. Das dritte und wichtigste Vorbild, das hier in Betracht kömmt, ist daS DreSlauer Seminar. Wir erwähnten bereits in der ״Geschichte der Seminarfrage",') daß der Aufruf Geigers und PhiippsonS im Jahre 1837 nicht zu dem erwünschten Erfolge führte, indem die Unterzeichneten Beiträge zur Deckung der GründungS- und ErhaltungSkosteu der projeklirten jüdisch-theologischen Fakultät und deS damit zu verbindenden Seminars nicht hinreichend waren. Jost ist nicht geneigt, hierin das Haupthiuderniß zu erblicken, an welchem daS vielversprechende Pro, jekl scheiterte; vielmehr war nach seinem Dafürhalten gerade in Rücksicht ans die äußeren Mittel gegründete Hoffnung vorhanden, daS Werk ins Leben treten zu sehen. ,,Denselben stellten sich aber", — dies sind seine eigenen Worte, — ״andere Hindernisse entgegen." Abgesehen von der ״Getheiltheit Deutschlands und dem SubskriptionSverbote mehrerer Negierungen" erhoben sich auch im ״Innern Bedenklichkeiten von sehr ernster Natur, welche sowol eine Anzahl erfahrener Männer, bei aller Anerkennung deS Bedürfnisses dahin stimmten, der augenblicklichen Ausführung nicht beizupflichten, und ihren Eiijfluß in sofern geltend zu machen, daß mehrere entscheidend wirksame Kräfte ihre Zusagen beanstandelcn, bis eine gewisse Gefahr vorhanden sei, baß nicht eine übereilte Anstalt hervorträle, welche die Zerwürfnisse vermehrte, statt sie zu heilen. Diese Bedenklichkeiten hatten ihren vollen Grund in der eben entstandenen bedeutenden Spaltung der theologischen Richtungen, zu deren Vereinbarung für jetzt keine Aussicht vorhanden war, und der im Allgemeinen immer noch sehr sparsamen Vertretung der theologischen Wissenschaft in ihrer vollen Bedeutung, so daß für die erste Generation hinaus angenscheiulich die neu zu errichtende Anstalt nur sehr einseitig wirken konnte, — wenn überhaupt eine würdige Besetzung der Lehrstühle und S. vor. 2brg Nr. 4L. 46. 47. 48. d. Ihr«. Nr. 1. 8. 33. 35. 36. 37- 38. 39. 40. 41. ') Soben Nr. 2. S. 27. 4L